Title: MultiMarkdown Author: nggalai Email: rb@nggalai.com Affiliation: Apfelquak.de Date: 2009-03-23 Copyright: 2009 Sascha Erni. This work is protected by international copyright laws. Keywords: MultiMarkdown,Scrivener,LaTeX,Texterstellung Format: Incomplete ## MultiMarkdown: Einfaches Markup (ha!) für Web und LaTeX? Immer wieder macht unter Textarbeitern der Begriff _MultiMarkdown_ die Runde. Wobei mit „Textarbeiter“ nicht nur die professionellen Schreiberlinge, sondern auch Studenten und Blogger gemeint sind. Und natürlich die Schnittmenge daraus. Jedenfalls möchte ich heute eine kurze Einführung ins Thema Markdown geben. Nö, kein Tutorial. Eher ein Mund-Wässrigmachen. Oder Brechreiz-Auslösen, je nach Gusto. [John Gruber](http://www.daringfireball.com) erfand vor einiger Zeit _Markdown._ Sein Ziel könnte knapp so ausgedrückt werden: [LaTeX](http://www.apfelquak.de/2008/06/13/latex-auf-dem-mac-teil-1-besseres-word-fuer-lau/) für Webinhalte. Nur nicht ganz so kompliziert. Markdown ist eine möglichst einfache Regelung, wie man Links, Listen, Emphasis und so weiter schreibt, um dann am Schluss ein valides XHTML-Dokument zu erhalten. Und dabei soll alles so gut wie möglich „human-readable“ bleiben und auch als reine Textdatei noch ansehnlich bleiben. Technisch gesprochen ist MarkDown eine Kombination aus einer Syntax und ein paar Perl-Skripten, die den Text dann „rendern“. [Fletcher Penney](http://fletcherpenney.net) stürzte sich auf Grubers Arbeit und baute Markdown zu _MultiMarkdown_ aus. Er erweiterte die Syntax und brachte neue Konvertierungsziele mit ins Boot: LaTeX, RTF, Word, über den TeX-Umweg auch PDF … Also ganz praktisch für jemanden, der Texte für verschiedene Medien schreiben möchte. MultiMarkdown-Dokumente sind immer gleich aufgebaut: Es gibt einen Header, in dem z. B. Autor, Titel und Exportoptionen angegeben sind. Und dann kommt der Text. Das sieht dann zum Beispiel so aus: # Ich bin eine Überschrift! Und ich bin ein Fließtext. Niemand mag mich, selbst dann nicht, wenn ich **fetten Inhalt** habe oder auch mal etwas _schräg drauf bin._ Manchmal beinhalte ich auch Listen: - Aufstehen. - Bier trinken. - Weltherrschaft an mich reißen. Welchen Editor man zum Schreiben von MultiMarkdown-Dokumenten verwendet ist entsprechend Wurst. Weil Baum? Nein, weil man halt einfach nur in Klartext schreibt. Natürlich kann man auch einen RTF-Editor dazu verwenden. Oder Word. Hauptsache, man setzt dann die Hervorhebungen von Hand, nicht mit Command-B oder der Stile-Palette. Wobei … Ich persönlich tippsle meistens in [Scrivener](http://www.literatureandlatte.com). Keiths Programm hat gute MultiMarkdown-Unterstützung. Zum Beispiel werden, auf Wunsch, aus den Titeln der einzelnen Dokumente im _Binder_ automatisch Überschriften. Oder man kann eben ganz normal, wie von anderen Schreibprogrammen gewöhnt, fett und schräg formatieren, dann aber vor dem Export nach MultiMarkdown konvertieren. Man nutzt also die Organisations-Vorteile von Scrivener, um dann anschließend ein schön gesetztes LaTeX-PDF zu erhalten. Oder einen Blogeintrag für Apfelquak. Bei Sachen, die weniger strukturiert werden müssen, bietet sich [TextMate](http://macromates.com/) an. Zusammen mit [Fletchers TextMate-Bundle](http://fletcherpenney.net/multimarkdown/multimarkdown_bundle_for_textm/) hat man eine fast perfekte Markdown-Umgebung. **Und wozu das Ganze?** Hauptvorteil: Man hat einfach einen Haufen .txt auf der Platte. Die einerseits gut von Spotlight indiziert werden, andererseits beim kurzen Durchschauen mit QuickLook sehr lesbar sind. Dokumente, die man notfalls auch mit _nano_ oder _vim_ in der Konsole bearbeiten kann. Oder mit _subversion_ verwalten. Und die man auch problemlos auf Linux oder Windows weiterverwenden kann. Inklusive Volltextsuche übers Dateisystem. Und das alles absolut egal, ob MultiMarkdown installiert ist oder nicht. Wobei die Umgebung auf jedem System mit Perl-Installation läuft, wenn auch nur auf dem Mac vollständig – für die Konvertierung nach RTF oder Word werden OS X-Routinen eingesetzt. Aber XHTML als kleinster gemeinsamer Nenner? LaTeX? Kein Problem. Und MarkDown ist einfach. Wer eh nur Klartext-E-Mails verschickt (gut!), dem dürften die einen oder anderen Konventionen bereits geläufig sein. Ansonsten ist’s eigentlich einleuchtend und klar. Und man hat auch Optionen, wie man denn nun arbeiten möchte: Zum Beispiel habe ich die Links in diesem Artikel in-line geschrieben. Ich könnte sie aber gerade so gut mit Pseudo-Fußnoten verwalten. Vielleicht möchte sich hier der eine oder andere Leser (und die eine oder andere Leserin, wir wollen ja niemanden diskriminieren) MultiMarkdown persönlich ansehen. [Fletchers Website](http://fletcherpenney.net/multimarkdown/) ist der erste Schritt dazu, mit vielen Beispielen und Erklärungen. Oder aber, [Ihr führt Euch den MultiMarkdown-Entwurf dieses Artikels](/wp-content/uploads/2009/03/apfelquak_multimarkdown.txt) zu Gemüte. Damit Ihr eine Idee davon bekommt, wie man denn nun tippselt. So oder so kann ich nur jedem Vielschreiber nahelegen, sich MultiMarkDown anzuschauen. Es kann sich lohnen. Besonders dann, wenn man fürs Web schreibt. Alle meine Artikel auf Apfelquak entstanden mit MultiMarkdown, sollte ich vielleicht ergänzen …