Spekulation: Tschüss, Schreibtischmetapher?

24. November 2010 · 76 comments ·

Ein Schlagwort bei Back to the Mac war Vollbild. Viele Zuschauer und Leser amüsierten sich köstlich über die Ausschmückungen, mit der Apples Präsentatoren VOLLBILD! immer und immer wieder beworben haben. Ich nehme mich hiervon nicht aus - so eine Mini-Funktion so prominent und zentral erwähnt? Was soll das?

Mittlerweile sehe ich es anders und frage mich, ob hier mehr im Busch ist. Ich denke: Ja, sehr viel mehr. Apple ist auf dem Weg, seinen Ansatz grundsätzlich zu ändern.

Was faselst Du da? Vollbilddarstellung ist doch nichts Grundsätzliches!

Das dachte ich zuerst auch. Aber iPhoto zeigt, wohin die Reise geht: Nur im Vollbild-Modus stehen alle Funktionen zur Verfügung. Und kleine Neuerungen, die belächelt wurden, ergeben mit einem Paradigmawechsel (dummes Wort) plötzlich viel Sinn.

Apple verfolgt seit dem ersten Mac-OS einen dokumentzentrischen Ansatz in der Benutzerführung. Dabei wird auf die Schreibtischmetapher zurückgegriffen: Es liegen Papiere und Dokumente rum, ein paar Mappen, vielleicht ein Notizblock, Schreibzeug. Das Zentrale sind weniger die Bleistifte als die Arbeitsdokumente. Man nimmt die Offerte und verstaut sie im Aktenordner. Falls der Ordner nicht griffbereit ist legt man besagte Offerte auf dem Schreibtisch ab, holt den Ordner aus dem Schrank. Erst dann legt man das Dokument ab. Kein Wunder, dass man im Finder keine Dateien ausschneiden und wo anders einfügen kann. Wie soll so ein Ausschneiden in der realen Welt auch funktionieren? Und wenn ich einen Brief weglege, weshalb soll sich dann die Schreibmaschine in Luft auflösen? Beziehungsweise - wenn ich ein Dokument zumache, weshalb soll dann Word geschlossen werden?

Apple wird besonders von Umsteigern wegen der Konsequenz, mit der die Schreibtischmetapher durchgezogen wurde, angefeindet. Das fängt mit der Ausschneiden-Geschichte an und endet bei „Weshalb läuft Safari noch? Ich habe doch das Fenster geschlossen!“ Auch der grüne Dödel ist oft ein Diskussionspunkt. Weshalb werden Fenster nicht auf Vollbild maximiert, wenn ich draufklicke?

Womit wir nach dieser viel zu langen Vorrede beim eigentlichen Thema wären.

Na endlich. Also - weshalb ist Vollbild so zentral?

Ich denke, Lion wird die Schreibtischmetapher stark aufweichen, der Nachfolger dann abschaffen.

Wa? Spinnst Du?

Nimmt man iPhoto 11 und die kurze Lion-Präsentation scheint es mir nicht abwegig, dass der traditionelle Mac-Schreibtisch einem Kontext-Modell weichen soll.

Jetzt schnall ich gar nichts mehr.

Im arbeitstechnischen Sinne ist ein Kontext ein Rahmen, in dem man eine Aufgabe erledigt. Dieser Rahmen muss die Werkzeuge bieten, die ich für besagte Aufgabe benötige. Bin ich nicht im richtigen Kontext kann ich die Arbeit nicht machen: Will ich Mails beantworten, benötige ich einen Internetzugang, will ich einen Brief verschicken Drucker und Briefmarken. Und so weiter.

Verschiedene Techniken wie das bekannte Getting-Things-Done treiben das Kontextmodell auf die Spitze: Zu Erledigendes wird in einzelne Arbeitsschritte aufgeteilt, im Extremfall ohne Prioritäten oder Deadline. Der Kontext bestimmt, welche Arbeitsschritte sinnvoll angegangen werden können, andere Aufgaben werden ausgeblendet. Die Konzentration auf die Aufgabe soll helfen, dass man sich nicht verzettelt und an Dingen rumhirnt, die zur Zeit nicht umsetzbar sind. Weil man im falschen Kontext sitzt.

Umgekehrt heißt das: Die Software soll einen Raum für die Arbeit bieten. Alle nötigen Werkzeuge müssen griffbereit liegen, ohne den Kontext verlassen zu müssen. In etwa so:

Aufgabe - Mit den Photos von gestern Nacht arbeiten.

Bleibt man bei der traditionellen Arbeitsweise sortiert man die Photos im Finder. Einige Bilder überarbeitet man in der Vorschau. Dann lädt man einige der bearbeiteten Bilder mit Safari ins soziale Netz hoch, die etwas … spezielleren Photos verschickt man lieber via Mail.app an seine Freundin.

iPhoto 11 bündelt alle diese Funktionen in einer Oberfläche, im Kontext „Was man so mit Photos macht“. Auf den ersten Blick nichts furchtbar Neues; Facebook- und Flickr-Integration gibt es schon länger sowohl in Aperture als auch iPhoto. Ein „diese Bilder per Mail verschicken“-Knopf findet sich ebenfalls.

Neu ist die Konsequenz, mit der iPhoto diese Bündelung verfolgt. Statt dass sich Mail.app plus ein Nachrichtenfenster öffnen verschickt man nun die Mails direkt aus iPhoto. Im Facebook-Bereich erscheinen etwaige Kommentare auf die Bilder. Zoomen funktioniert nur in der Vollbild-Ansicht.

A propos Vollbild - die Lion-Präsentation zeigt, dass „Vollbild“ nicht einfach nur Maximiertes-Fenster-mit-ausgeblendeter-Dock heißen soll. Die Vorschau stellt dynamisch mehrere Seiten dar und bietet erweiterte Navigation innerhalb eines Dokuments. Mit der Vollbildfunktion von Pages hat das nur noch wenig zu tun.

Und was glaubst Du heißt das für die Zukunft von MacOS?

Die neuen Vollbild-Modi vertragen sich nicht mit dem dokumentzentrischen Ansatz, den Apple die letzten zwei Jahrzehnte verfolgt hat. Im Gegenteil, sie negieren die Schreibtischmetapher: Man arbeitet nicht mehr mit verschiedenen Dokumenten an einem Tisch sondern betritt je nach Aufgabe ein anderes Zimmer. Man wechselt den Kontext.

Nimmt man LaunchPad sowie Mission Control hinzu und behält im Kopf, dass iPhoto 11 nur im Vollbildmodus alle Funktionen bietet - ja, ich bin mir recht sicher, dass Apple hier einen Paradigmawechsel plant. Auch wenn es noch immer ein dummes Wort ist.

Wie seht ihr diese Gedanken? Realistische Argumentation oder die Spinnerei eines übermüdeten Hirns? Würdet ihr eine Abkehr von der Schreibtischmetapher begrüßen? Oder wäre das Grund genug für euch, dem Mac Lebewohl zu sagen?

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Pascal 24. November 2010

Finde Vollbildansicht nicht so toll, denn ich liebe grade meinen 27″ iMac, da ich alles nebeneinander nutzen kann, safari, eyeTv, Adium und trotzdem noch produktiv arbeiten kann. Vollbild lässt mich dann ja nicht mehr meine 27″ perfekt ausnutzen…

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nggalai 24. November 2010

Kommt auf die Umsetzung an. Wir haben von Lion noch nicht viel gesehen, aber iPhoto 11 nutzt die Bildschirmfläche intelligenter aus als einfach nur „alles voll aufblasen“. Dito die Vorschau in Lion – mehr Platz? Mehrere Seiten statt nur eine in Groß.

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Acky 24. November 2010

Der neue Ansatz würde bedeuten, daß es für jede (größere) Aufgabe einen allumfassenden Kontext geben müßte. Aber ist das möglich? Stehen da nicht individuelle Wünsche und Vorlieben im Weg? Stichwort Coda: Manche lieben es, andere bevorzugen mit einzelnen Programmen zu arbeiten. Bieten doch diese “Inselapplikationen” eine professionellere Lösung: “One thing well”.

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nggalai 24. November 2010

Hier wäre jetzt viel Raum für die ganzen „Apple bewegt sich weg von Content-Produzenten zu Content-Konsumenten“-Diskussionen. :D

Anders gesagt – kommt sicher auch drauf an, was Apple für Aufgaben für seine Kunden vorsieht respektive wie komplex es sein darf/soll. Die iLife-Programme werden nur wenige beruflich benutzen wollen, aber für den großen Haufen der Kunden reicht es offenbar. Gibt ja gar Leute, die das iPad produktiv einsetzen.

Coda ist ein gutes Stichwort. Zwei weitere: Scrivener (Splitscreen statt mehrerer Dokumentfenster), Lightroom (astreine Einfenster-Applikation, Dual-Screen stark eingeschränkt möglich). Die Idee hinter den Ansätzen ist derselbe wie ich im Artikel zu skizzieren versuchte – eine Umgebung, um geschlossen und konzentriert innerhalb eines Kontextes arbeiten zu können.

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Jörg 24. November 2010

Für Individualität bleibt da tatsächlich wenig Raum. Aber je besser das im System angebotene zur Lösung der Aufgabe führt, desto weniger Individualität und Sonderwünsche brauche ich. Also warum nicht auch im Vollbild. Der Wechsel in – bisher nebeneinander – geöffnete Fenster / Anwendungen wird einem ja in Mac OS dennoch (wenn wirklich benötigt) unheimlich leicht gemacht!

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Jan Fuellemann 24. November 2010

Dazu passt, das XCode 4.x auch alles in einem Fenster bündelt…

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Fischmuetze 24. November 2010

Es gibt fast nie eine so unkomplexe Aufgabe wie “Aufgabe – Mit den Photos von gestern Nacht arbeiten” – und selbst wenn, würde das von Dir skizzierte “Model” nur funktionieren, wenn der zu verwendende Rahmen eben alle Funktionen bietet, die man für die Erledigung der Aufgabe braucht… das ist schier unmöglich… wenn man nicht, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, ständig in ein anderes Zimmer rennt, dass mal gerade die (hoffentlich) die passenden Werkzeuge bietet…

Aufgaben sind aber über das/die zu erzielenden Endprodukte definiert und nicht über die Ausgangsprodukt… um mal wieder das Auto zu bemühen: Die Fabrik baut kein Auto weil neues Metall geliefert wurde, sonder sie bearbeitet Metall weil Autos produziert werden müssen… Das ist, sorry, ein feiner, aber eben DER entscheidende Unterschied…

Die Schreibtisch-Metapher abschaffen wollten schon viele und die Ideen und Ansätze dazu waren mehr als vielfältig (Microsoft’s DDE und OLE war nur eins davon… aber bis heute bearbeiten eben doch sehr wenige Ihre Excel-Tabellen in Powerpoint).. Vollbild -hin oder her… das spielt dabei (fast) keine Rolle – und btw. dann müssten ja Gnome/KDE/Windows es ja schon erfunden haben… da ja dort de facto fast jede App im Vollbild läuft….

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nggalai 24. November 2010

wenn man nicht, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, ständig in ein anderes Zimmer rennt, dass mal gerade die (hoffentlich) die passenden Werkzeuge bietet…

Vielleicht wurde deswegen so viel wert auf Mission Control gelegt, auch bei der Präsentation? So zu sagen der perfekte Kontext-Switcher / Zimmerwechsler.

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Mr. Nice 24. November 2010

Ich finde den Ansatz eines Vollbildmodus auf einem extra “Space” gut, natürlich macht es nicht bei allen Programmen Sinn – wie Safari, aber bei Photoshop oder Coda sehe ich da schon großen Nutzen. Bin gespannt.

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Fischmuetze 24. November 2010

ääääääähm Vollbild Photoshop? Gibt’s doch schon..

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Doc Sciuk 24. November 2010

Durchaus möglich. Derart visionär zu denken obliegt nur wenigen Menschen, zu denen Steve zweifellos gehört. Du anscheinend auch. Ich hatte das Vergnügen mit solchen Menschen an Medizin-Software Entwicklungen teilzuhaben und es hat mich immer erstaunt wie logisch und sinnvoll deren Ideen/Visionen im nachhinein immer waren. Ich habe die Idee nie vorher begriffen und deren Wichtigkeit nicht einordnen können, danach waren sie so logisch, dass ich stutzte wieso ich das nicht erkennen konnte.
Das geht mir jetzt genauso, nur dank Deiner Erklärungen für Dummies habe ich ein Gefühl dafür bekommen und es erscheint logisch was Du da sagst!
Kompliment.

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Doc Sciuk 24. November 2010

btw. offtopic: wie kann ich meinen Avatar eigentlich hier ändern?

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ad 24. November 2010

Hier http://de.gravatar.com/ mit der Mail registrieren, die du zum Kommentieren nutzt. Der Avatar gilt dann für 99% aller Blogs, da fast alle diesen Dienst nutzen.

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Doc Sciuk 26. November 2010

Herzlichen Dank!

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Tempura 24. November 2010

Auf jeden fall wäre es wünschenswert wenn OSX in seiner Gesamtheit auch endlich mal auf dem aktuellen Stand des möglichen und Sinnvollen in der Fensterverwaltung ankommt. Und im Linux-Lager wird ja schon lange gezeigt wohin der Hase da läuft.

Allerdings, bezüglich der Schreibtischmetapher muss ich widersprechen. Deren umsetzung war eindeutig der Technik geschuldet, nicht der Metapher. Bezogen auf die Metapher ist z.B. Auschneiden einfach nur der Vorgang ein Dokument vom Schreibtisch zu entfernen und in der Hand zu halten. Bezogen auf die Technik ist das allerdings nur schwer wirklich Idiotensicher umzusetzen, weshalb Apple da früher alt einfach drauf verzichtet hat.

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nggalai 24. November 2010

Abseits des Ausschneiden-Problems sehe ich bei Apple mit OSX schon eine klare Fürsprache der Schreibtischmetapher. Wenn auch nicht so konsequent wie NeXTSTEP noch war, wo sich Dokumente an eine Büroklammer, nun ja, klammern mussten, wenn man sie auf dem Desktop haben wollte. Und wo man die App-Icons frei auf dem virtuellen Schreibtisch verteilen konnte, wie sich auch in „real“ irgendwann in einer Ecke die Bleistifte, in der anderen die Notizblöcke sammeln.

Aber klar, die Sache mit der Menübar z.B. ist sicher auch den alten Macs geschuldet. Auf einem 9″-Bildschirm an jedes Fenster ein Menü zu hängen wäre echt Verschwendung gewesen.

Antworten

LexX Noel 24. November 2010

Wie schön das Du/Ihr nicht Apple seid und nur dessen Kunden. :D

Mich interessiert es nicht welche “Metapher” Apple mit dem kommenden OS weiterführt oder eben nicht. Was mich jedoch interessiert sind die neuen Funktionen in Lion, wovon nur ein paar vorgestellt wurden auf der Keynote 2010!

Alles andere, interessiert mich nicht. ;)

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Sven 24. November 2010

Wer bestimmt welche Social Media Platformen in den Kontext eingebunden werden? Natürlich Apple. Somit wird Apple an einer weiteren Stelle zum Gatekeeper. Kooperationen zwischen Facebook und Apple bekommen dann einen ganz neuen Geschmack. So sehr die Vereinfachungen vielen Leuten entgegenkommen, so sehr werden sie zu einer Art Monokultur von Nutzerverhalten führen.

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nggalai 24. November 2010

Apple bastelt da wohl auf verschiedenen Baustellen. Erst kürzlich kam für Ping/iTunes die Twitter-Integration. Es wird interessant bleiben, wie diese Kooperationen und Integrationen weitergetragen werden.

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Christopher 24. November 2010

Lern mal Texte zu schreiben. Das ist kein Interview mit dir selbst. Wenn du schon so eine These beschreiben willst, dann schreibe auch angemessen.

So ein Paradigmenwechsel macht Sinn und entspricht den Entwicklungen im Smartphone- und Tablet-Markt. Darüberhinaus passt es auch zum Trend Dinge konsequent zu vereinfachen.
Sorgt außerdem dafür, dass der Benutzer dazu gezwungen wird, sich auf eine Aufgabe/Tätigkeit zu konzentriert. Ich wage die These, dass nach der Phase der Eingewöhnung die Produktivität dadurch steigt. Dass der Mensch effizient multitasken kann, ist nur ein Mythos.

Antworten

ad 24. November 2010

Lern mal Texte zu schreiben. Das ist kein Interview mit dir selbst. Wenn du schon so eine These beschreiben willst, dann schreibe auch angemessen.

Hohoho. Scharf geschossen, Cowgirl.

Wenn hier einer Texte schreiben kann, dann ist das nggalai.

Antworten

dot tilde dot 26. November 2010
Christian 24. November 2010

Trotz Multitouch hat die Eingabe nur einen Fokus, da passt es gut dort viel Platz zu beanspruchen und den Rest wenigsten in den Hintergrund zu drängen (z.B. Schattenwurf der Fenster).
Für einige (viele?) Aufgaben kann man das weiterdenken: Schreib- od. Leseprogramme (wie Editoren, Mail, Web).
Aber was ist mit den Statusinformationen? Ich möchte ggf. die Uhrzeit oder den Batteriestand im Auge behalten! Und nicht alles passt in die Menüzeile oder das Dashboard, z.B. IM oder ein Up-/Download.
Also Vollbild bitte nur kurzzeitig zum Fokussieren oder mit der Möglichkeit ne “Dashboard”-Zeile/-Spalte festzulegen…

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Mike 24. November 2010

Schade, ich liebe die “Schreibtischmetapher” andererseits, wenn das Kontextmodell wirklich gut duchdacht ist ermöglicht es sehr produktives Arbeiten, ich selbst verwende für meine selbstorganisation GTD …
nur leider traue ich kaum jemanden, sogar apple nicht zu eine voll durchdachte “vollbilddarstellung” von jedem Programm zu designen …

Antworten

nggalai 24. November 2010

Ich bin da in einer ähnlichen Situation wie Du – beruflich bin ich auf meinen GTD-Bastard angewiesen um etwas auf die Reihe zu bekommen. Mir ist also bewusst, dass manche Leute wie ich von einer Kontext-Konzentration profitieren.

Was sage ich, „manche Leute“ … Der Vollbild-Hype zieht sich seit Jahren durch die OSX-Softwarelandschaft. Dann noch Isolator und ganze Blogs die sich um nichts anderes drehen als darum, wie man konzentriert an einer Aufgabe sitzen kann, ohne dass das Mail-Icon ablenkt …

Wie Christopher oben sagte wäre ein Umschwenken auf eine Kontext-Metapher nur konsequent und wohl sowohl betriebswirtschaftlich als auch von der Produktivität her gesehen erfolgsversprechend: Dass die Leute gerne dafür Geld ausgeben zeigen (auch) die iPad-Verkäufe. Dass die Produktivität steigt, wenn man nicht zwanghaft am „Multitasking“ festhält und sich von allem möglichen Gedödel ablenken lässt, unzählige Studien und Erfahrungswerte.

Es wird von der konkreten Umsetzung abhängen, wie es vom Markt angenommen wird. Also, natürlich immer vorausgesetzt, dass das im Artikel angesprochene übermüdete Hirn nicht nur ein bisserl rumgesponnen hat. Ist ja alles Spekulation. ;)

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Uwe 24. November 2010

Ich freue mich, dass jemand mal das Fullscreen-Thema mit der gebotenen Aufmerksamkeit betrachtet. Ähnlich ging es mir anfangs nämlich auch damit: “Häh?”

Aber dann dämmerte mir ein anderer Hintergrund dazu hoch, der auch in diesem Beitrag keine Erwähnung findet. Auf iPhone und iPad sind alle Apps fullscreen. Das ist unter iOS Mittel der Wahl, um der platzfordernden Touch- und erst recht Multitouch-Bedienung den nötigen, maximalen Raum zu geben. Und während sich iOS weiter Richtung “immer leistungsfähigeres System” weitermausert, kommt ihm Mac OS X sozusagen “von oben” entgegen.

Es ist ja kein Geheimnis, dass (“Back to the Mac”) Elemente aus iOS in Lion Einzug halten sollen. Und es ist ja jetzt bereits so, dass in Mac OS X viele GUI-Bereiche sehr touchfreundlich sind. Man denke an das Dock, die Gitter im Dock, Cover Flow und vieles mehr. Ein wichtiger Baustein in diesem Puzzle sind die Fullscreen-Modi bzw. Fullscreen-Apps. (Ein anderer Baustein ist das “Launchpad”.) Im Kern besitzen Fullscreen-Apps Oberflächen, die von der Mausnutzung weg hin zu der Nutzung von Touch und Multitouch gehen. Guckt sie euch an: In aller Regel tritt die Maus-zentrierte Menüleiste in den Hintergund, unten am Fenster erscheint dafür eine iOS-typische Touch-Menüleiste; Schatflächen sind groß und fingerfreundlich.

Spätestens mit den Fullscreen-Apps wird der fließende Übergang zwischen den beiden Systemen eingeläutet und ziemlich offensichtlich. Die Fullscreen-Apps werden genau die sein, die man, wenn es soweit ist, auf einem iMac bequem per Fingertouch wird bedienen können. Sie werden Mac OS X den Weg zur Touch-Bedienbarkeit entscheidend ebnen. Das ist meiner Überzeugung nach ihr wichtigster Zweck. Und am Ende werden Mac OS X und iOS weit weniger “auseinander” liegen als heute, sowohl im Hinblick auf die Apps, wie auch im Hinblick auf die Bedienbarkeit. Noch nähert man sich dieser Symbiose erkennbar von zwei Seiten…

Beide Bedienewelten - Maus und Touch – werden sich unter OS X nicht ausschließen, sondern nebeneinander existieren. Man wird einen Mac je nach Art der Arbeit und benutztem Programm mal so, mal so bedienen. Es sind ja auch bereits Patentanträge von Apple bekannt, die genau das Switchen eines iMacs zwischen Maus- und Touch-Bedienung zum Thema haben. Bei der Touch-Bedienung wird der iMac nach hinten gekippt, so dass er sich bequem per Touch bedienen lässt…

Ich denke, dass ist der entscheidende Hintergrund, vor dem man die Fullscreen-Sache betrachten muss: Sie sind entscheidender Teil des Plans, iOS und Mac OS X irgendwann in der Zukunft zusammenzuführen – iOS X lässt grüßen.

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nggalai 24. November 2010

Den Punkt „Touchscreen“ habe ich ausgeklammert, weil sich so ziemlich alle anderen Lion-Zukunft-von-OSX-Spekulationen, die ich auf die Schnelle gefunden habe, schon um diesen Bereich kümmern. Danke, dass Du das noch erwähnst, die Vollständigkeit freut sich darüber. :)

Apple meinte zwar am Event, dass Touchscreens bei Tischrechnern ergonomischer Blödsinn seien und größere Touchpads die Antwort, aber hatte nicht Steve selbst erst vor wenigen Jahren gemeint: „Tablets sind eine Kackidee?“

Kombiniert würde ich mich so oder so z.B. über ein MacBook mit Touchscreen freuen: Die meiste Zeit bleibe ich auf der Tastatur, vielleicht noch am Touchpad, aber manchmal wäre es eben schon bequem, einfach „direkt“ etwas in die Hand zu nehmen und zu manipulieren. Da gäbe es auch interessante Anwendungsgebiete; ich sage nur Faders in einer Mischpult-Applikation …

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jazzbox 24. November 2010

Mmmmh, ich weiß noch nicht so recht.

Ein Punkt für den Fullscreen wäre, dass man sich mehr von Windows (ihr wisst schon, dieses Zeugs von M$) absetzt. Dieses Mal dürfte es ihnen auch schwer fallen, das nachzumachen, müsste ja sonst M$ Fullscreen 8 heißen. Aber Spaß beiseite.

Das Beispiel mit emails direkt aus iPhoto finde ich interessant, v.a. wenn in Cocoa ein mail.framework hinzukommt. Unter der Voraussetzung, dass jedes Programm, ääh, jeder Kontext alles selber kann, bräuchte es dann noch jede Menge anderer Frameworks. Das wäre für mich jedenfalls eine spannende neue Entwicklung von MacOS!

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nggalai 24. November 2010

Das mit den Frameworks, das Du ansprichst, sehe ich auch als größte (mögliche) technische Neuerung. OSX ist in dieser Hinsicht bereits jetzt recht gut ausgestattet, im Vergleich zu anderen Desktop-Betriebssystemen. Viele Sachen stehen Entwicklern quasi-automatisch zur Verfügung, von CocoaText über CoreAnimation bis zum Farbmanagement oder Quartz-Filters.

Versteht man ein Betriebssystem als mehr als lediglich „Programm-Launcher + Fenstermanager“ wäre das Integrieren von viel Funktionalität in standardisierte Frameworks die logische Konsequenz. Die Frage ist, in wieweit etwaige Freiheiten darunter leiden würden, wie hier im Diskussionsfaden bereits angesprochen.

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Semikolonne 7. Februar 2011

Ich muss dir sagen, dass ich das die Fullscreen-Arbeitsweise aus Windows mitgenommen habe. Ich fand es schon immer produktiver an einem Programm in Fullscreen-Ansicht zu arbeiten, erhöhter Fokus – bessere Konzentration. OSX bietet dafür schon länger schöne Grundlagen (Exposé zB.) um schnell und effektiv zwischen den einzelnen Programmen umzuschalten. Für die übergreifende Arbeit sollte die Zwischenablage noch mehr ausgebaut werden.

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homie 24. November 2010

Also wenn die das übertreiben und mich nicht gleich weiter arbeiten lassen dann bin ich weg (bei Ubuntu dann weil ohne anständiges Terminal geht nichts)

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PittBread 24. November 2010

Wie von einigen Vorrednern bemerkt, kommt es sehr stark an, wie man einen solchen Ansatz umsetzt. Geeignet sind dafür aber nur Aufgaben, für die auch schon potente, reife Applikationen als Lösung bereitstehen. Konsequent kann man dies weder mittel noch langfristig ändern – sind doch zu viele Drittanbieter mit an Board und die Geschmäcker verschieden. Wenn ein solcher Paradigmenwechsel nicht massiv vorangetrieben wird, entscheidet weitestgehend wohl Geschmack kauffreudiger Kunden. Und die Kundenlandschaft wird heute ehr heterogener, statt homogener.

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nggalai 24. November 2010

Guter Punkt! Allerdings einer, wo eventuell die Verschwörungstheoretiker wieder hervorgekrochen kommen – ich weiß nicht, ob Du in Mac-Foren unterwegs bist, aber die Diskussionen zum kommenden Mac-Appstore lesen sich zynischer als so manches 9/11-Blog.

Viele (erfolgreiche) Drittanbieter setzen bereits auf Applikationen, die sich gut in Vollbild/Kontextmetapher umsetzen ließen. Coda, Scrivener und Lightroom wurden bereits genannt. Ich werfe noch Bento, FinalCut Express, Transmit und alle Webbrowser mit Tabs in den Ring. Bei letzteren mit einem Stichwort: Web-Applikationen.

Antworten

Christian 24. November 2010

Im Finder lassen sich keine Dokumente ausschneiden und woanders einfügen?
Ach?
Echt jetzt?
Und wieso funktioniert CMD+X dann bei mir auf Finder-Ebene so gut????

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nggalai 24. November 2010

Das weiß ich nicht. ;)

Antworten

Martin 24. November 2010

Welche Funktionen fehlen in iPhoto ohne Vollbildmodus?

Antworten

nggalai 24. November 2010

z.B. Zoom und Schärfekontrolle.

Antworten

Robert 24. November 2010

Welches Zoomen? Im Bearbeitungsmodus? Da ist es bei mir auch ohne Vollbild möglich. Und im Betrachten-Modus konnte ich noch nie zoomen!?

Antworten

Richard Heider 24. November 2010

Dein Text liesst sich als hätte Apple hier den großen Masterplan den Schreibtisch abzuschaffen. Das glaube ich nicht. Aber Apple stößt hier eine Tür auf, die zu einem kontextorientierten Arbeiten führen kann, wie Du es beschreibst.

Derzeit ist es eher eine Option. Ebenso wie die Shell auf dem Mac noch voll funktionsfähig existiert, sind Windows/Desktop Umgebungen teil des neuen Mission Control.

Recht hast Du aber sicher, dass Apple entdeckt hat, das man bei vielen Aufgaben mit einem Kontext bezogenen Ansatz besser zurecht kommt. Zu lösen ist hier noch einiges. Wie z.B. wird der User sich seine individuellen Kontexte zusammenstellen können? Den Bedarf von Frameworks habt Ihr in diesem Thread schon thematisiert. Zu einer konsequenten GTD-GUI wie Du sie skizzierst ist es sicher noch ein weiter Weg und man wird erst rausfinden müssen ob der User ihn mitgeht und wie schnell.

Langer Rede, kurzer Sinn – deine Thesen sind schlüssig aber meiner Meinung geben sie eher ein mögliches Szenario als einen konkreten Plan wieder.

Antworten

Acky 25. November 2010

Heißt es deswegen im Titel “Spekulation”? ;-)

Antworten

Tekl 24. November 2010

> Apple verfolgt seit dem ersten Mac-OS einen
> dokumentzentrischen Ansatz in der Benutzerführung

In OS X ist aber nicht mehr viel davon geblieben:
- Man kann mit ⌘Tab nur durch Anwendungen wechseln
- ⌘< bezieht sich nur auf eine Anwendung
- Ein Wechsel zwischen zwei anwendungsunabhängigen Fenster ist nur manuell möglich
- Das Dock ist anwendungsbasiert
- Öffne ich aus Mail eine PDF in Vorschau und schließe das Fenster in Vorschau wieder, bleibe ich in Vorschau, statt zum zuletzt aktiven Fenster/Dokument zu wechseln, so wie das Anwendungsintern ja passiert. Ich habe schon so viele darüber stolpern sehen.

Das einzige was dein Eindruck von einem dokumentzentrischen System weckt ist Exposé und die Menüleiste.

Wäre Apple nicht so inkonsequent in der Umsetzung, müsste sie vermutlich gar nicht umdenken. Systemweite Tabs, womit man beliebige Programmfenster sammeln könnte, wären z. B. ein Weg, um das Fensterchaos zu bändigen. Oder ans Fenster dockbare Paletten bzw. Palettenbereiche, worunter das Fenster und damit die Scrollleiste nicht verschwinden können, so wie Apple das ja langsam in seinen Apps macht.

Ich finde diese Vollbild-Apps, bzw. je Aufgabe ein „Bildschirm“ allerdings auch sehr interessant. Das funktioniert unter iOS recht gut und führt zu deutlich mehr Konzentration. Mehrere Dinge gleichzeitig im Blick zu haben ist ja nicht selten sogar nachteilig. Warum wohl instruieren immer mehr Firmen ihre Mitarbeiter, ihre Mails nicht mehr so oft abzurufen?

Man darf gespannt sein, welchen Weg Apple geht.

Übrigens gibt's ja schon ewig in OS X einen Single-Application-Modus:
http://db.tidbits.com/article/10624

Antworten

snofru 24. November 2010

Weg mit der Schreibtisch-Metapher! Ein Computer ist kein Schreibtisch. Ich benutze den Desktop fast nie – und wenn mal doch, vergesse ich die dort gespeicherte Datei bald wieder.

Ich bin inzwischen ein großer Fan von Scrivener (für das ich mal hier eine Lizenz gewonnen habe), weil es mir ermöglicht, den Text, den ich schreibe, mit dem Kontext in dem ich ihn schreibe, zusammenzuhalten.

Wie gegen den Schreibtisch, bin ich auch gegen andere Metaphern. Warum zimmert Delicious mir ein Holz-Regal in den Rechner? (Oder iBooks in den iPod?) Das ist ein Computer, kein Möbelgeschäft, in dem man die schöne Maserung des Furniers bestaunt! Das muss so gestaltet werden, dass man mit den Daten schnell, kreativ und effektiv umgehen kann. Dafür brauche ich kein Regal, das mit dem realen nicht übereinstimmt. Und keinen Schreibtisch, der noch schneller zumüllt als der echte.

Antworten

Raven 24. November 2010

Ich hätte jetzt eher darauf spekuliert, dass Anwendungen zukünftig zwischen einem vereinfachten, fingerbedienbaren und per Remote steuerbaren Vollbildmodus, sowie der Normalansicht für komplexere Aufgaben umschalten lassen würden.

Die dazugehörige Theorie zur Hardware ist, dass einem ein Convertible im Laptop-/Desktop-Betriebsmodus die Wahl lässt, während es im Tablet-Modus immer im Vollbild läuft. Ebenso könnte man Anwendungen per AirPlay komplett auf einen Fernseher verfrachten, wobei sie automatisch auf Vollbildmodus schalten würden.

Antworten

Christian Droßmann 25. November 2010

Oh, DARAUF habe ich gewartet. Wenn es etwas gab, was ich am PC immer besser fand, als am Mac, war es die Tatsache, dass eine Applikation grundsätzlich fullscreen lief. Der größte Nervpunkt war der Fenstermodus am Mac und das erste was ich mache, wenn ich eine Applikation starte ist, diese erstmal auf Vollbild zu vergrößern…wozu ein fettes Cinema Display, wenn man dann doch nur einen Teil für die Applikation benutzt. Dank Expose kann man so schnell umschalten, dass es für mich keinen wirklichen Grund mehr gibt, den Fenstermodus noch als Standard zu halten …
Ich freu mich drauf

cd

Antworten

Fischmuetze 25. November 2010

So etwas verstehe ich nicht… klingt wie: Das erste, was mich an meinem neuen Porsche gestört hat (den ich ja soooo toll finde), dass das Zündschloss links vom Lenkrad ist… das hab ich dann gleich erst einmal umgebaut…

Fensteranordnungen haben durchaus Ihren Sinn und “nur” Vollbild macht überhaupt keinen Sinn, Expose hin oder her.
Weil ich vielleicht am Terminal arbeite, dabei aber beständig einen Blick in den Debugger, in die Framework-Doku und den Webbrowser nehmen möchte… Wenn man da jedes mal per Expose umschalten müsste, wird man irre und genau dafür gibt es große Bildschirme mit hoher Auflösung

Den wenigsten arbeiten am Rechner nur “mono-programatisch” – nicht einmal Buchautoren… insofern ist Vollbild, a la iPhoto ergänzend ganz nett aber ein Allheilmittel ist es sicher nicht…

Antworten

Andreas Krey 25. November 2010

Einen Browser auf 1920×1200 in Fullscreen laufen zu lassen ist reine Platzverschwendung bei den heute üblichen Seitenlayouts. Ich habe gern Editor und Browser nebeneinander, damit ich die Doku sehen kann, während ich tippe. Und bei IDEs führt Fullscreen zu unheimlich langen Codezeilen. Eclipse ist das einzige, was bei mir normalerweise Fullscreen läuft, aber dann mit zwei Editorpanels nebeneinander.

Fullscreen-Applikationen sind solange gut, wie sie wirklich den Workflow weitgehend abdecken (oder der Bildschirm sonst zu klein ist). Sobald aber eine Applikation nicht reicht, wird’s extrem lästig. Und gerade die ‘Individualisten’, die angeblich die Mac-Kundschaft sind, sollten zu solcher Benutzung neigen. :-)

Antworten

Acky 25. November 2010

@Fischmuetze @Andreas Krey
Fensteranordnungen fallen weg, wenn man seine Arbeit in einem Kontext erledigen kann. Dieser würde dann alle nötigen Elemente in einem Vollbild Modus integrieren. Wie das allerdings zu realisieren ist, steht auf einem anderen Blatt…

Antworten

Fischmuetze 25. November 2010

@Acky
Ne sorry was für ein Aufwand für nichts…

DEN “Kontext” habe ich ja schon und der heißt Applikation … für jede Aufgabe(ngruppe) die richtige… immer griffbreit per Dock und Launchbar. Da möchte ich auf “Deine” Art Kontext mehr als gern verzichten, weil Sie effektiv den User mehr fesselt und mehr Einschränkungen als Vorteile bringt… denn welche Anwendung kann schon alle “Kontexte” liefern … die ich gerade benötige (und nur die) – vielleicht mit “Drähten” an meinem Kopf?

Vollbild mag ja für’s MacBook Air vielleicht ganz nett sein.. für Konstellation wie meine 27″ iMac plus 24″ Display ist das eher ein Horrorszenario.
Und Apple ist bei Leibe nicht der einzige, der sich über Bedienkonzepte den Kopf zerbricht.. ich empfehle da mal einen Blick ÜBER den Tellerrand.
http://www.golem.de/1010/78899.html
Andere haben da bereits schon (mehr als umstrittene) Entscheidungen gefällt und das Studium der Diskussionen dort und anderswo würde hier so manche Spekulation beerdigen

Antworten

Gollum 25. November 2010

Das ist doch eigentlich nur konsequent das umgesetzt was Raskin schon vor langer Zeit empfohlen hat:

Jeweils immer nur eine Applikation pro Screen, welche sich (und das ist das entscheidende) an die jeweiligen Anforderungen anpassen kann. So hätte man mit iPhoto eben die iPhoto App und wieder andere Apps die wieder eine eigene GUI aufweisen mit für sich sinnvollen Funktionen. Wobei ich hier glaube dass Apple auf Mac OS X doch so etwas wie einen “Rahmen” wie jetzt schon mit den Human Interface Guidelines vorgibt, damit unterschiedliche GUIs nicht so eine Wildwuchs erfahren wie z.b. auf Windows.

Und das in aller Konsequenz, so wie man es schon von iOS kennt.

Damit werden Dinge weiter vereinfacht.

Dass damit die “Desktop-Metapher” aufgehoben wird, ist nur ein praktischer Nebeneffekt.

Antworten

Jeena Paradies 25. November 2010

Für mich ist das auch eher ein Schreckensszenario mit einem neuen iMac 27″ + 24″ Monitor sehe ich das nicht zu vereinbaren.

Aber auch schon so einfache sachen wie iPhoto, da fallen mir schon 1000 Sachen ein die nicht mit Fullscreen und Kontext vereinbar sind. Einfaches Beispiel: möchte ich meine Bilder von gestern nacht durchgehen und sie mit Namen der Personen beschriften, muss ich immer wieder schnell auf Facebook gucken wie die Leute heißen, heute mache ich die liste mit meinen Freunden in Facebook in einem Fenster auf und kann sie komplett die ganze Zeit sehen während ich ein Bild nach dem anderen beschrifte, ohne immer wieder den Context zu wechseln.

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slowtiger 26. November 2010

Es gibt eine Menge Programme, die sinnvollerweise gar nicht groß genug sein können für mich – aber eben nicht alle. Was mir viel mehr mißfällt, ist der Verlust an Kontrolle, wenn immer mehr Programme mal eben e-mails schicken oder Daten irgendwohinschaufeln. Ich will bitteschön immer noch wissen, wo genau, auf welcher Platte, meine Daten liegen, und selbstverständlich will ich auch an einem einzigen zentralen Ort (Mailordner) sehen und nachvollziehen, was ich wann wem geschrieben hab. iPhoto ist schon ein sehr unseliges Beispiel mit seinem undurchschaubaren Kopien-von-Kopien-Dateisystem-im-Dateisystem.

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MacMacken 26. November 2010

Ich vermisse in iPhoto ’11 die Escape-Taste:

http://www.macmacken.com/2010/11/26/iphoto-11-ohne-escape-taste/

Ist das auch ein Opfer der künftigen Touch-Bedienung im Vollbildmodus? iOS kennt ja leider keine Rücktaste, was bei vielen Benutzern dazu führt, dass sie den Umweg über den Homescreen als Rücktaste verwenden …

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Ulrich Voß 26. November 2010

Und wenn der Desktop tot ist, ist das nächste, was man knicken kann, das hierarchische Dateisystem. Kein Mensch will das, kein Mensch braucht das. Das ist eine Idee aus der Zeit, als es keine Alternative gab, um Dokumente in Ordnern zu heften, die Ordner in einer Schrank zu stellen, uswusf.
Sobald ich eine Volltextsuche habe, kann ich die Sachen einfach auf einen Haufen werfen und danach suchen lasen. Der Dateiname + Ordnername enthalten so gut wie keine Information, die mir die Suche erleichtern könnte. Was wichtig ist, steht in der Datei selber und in den Metadaten, über die eine Datei (Ersteller, Zeitpunkt, …) natürlich verfügt, und den Metadaten, die ich dann beim Speichern angebe (wie Tagging).

Also Tschüss Dateisystem. Ich will dich eigentlich nie mehr sehen … (natürlich wird unter dem UI eins liegen müssen, die Frage ist nur, ob ich das sehen muss).

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Martin 26. November 2010

@Ulrich Voß: Ich hoffe, ich darf auch auf dem Mac weiterhin mit Ordnern arbeiten. Ich verwende Spotlight sehr häufig, aber in vielen Fällen finde ich Dokumente direkt in Ordnern wesentlich schneller … wieso erst suchen, wenn man schon weiss, wo sich etwas befindet?

Apple kann mir aber gerne zeigen, wie ein effizientes Ablagesystem ohne Ordner funktionieren könnte. Unter iOS ist Apple an dieser Herausforderung bislang leider kläglich gescheitert.

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slowtiger 26. November 2010

Ohne Ordner arbeiten kann nur einer, der niemals Projekte mit einer Unzahl von zusammengehörigen Dateien mit anderen austauschen oder sonstwie bewegen muß. Wäre in meinem Job unmöglich.

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Fischmuetze 26. November 2010

@Martin, slowtiger: DANKE!

@Ulrich Voß: Sorry aber das halte ich in der beschriebenen Form, ebenso wie scheinbar Martin und slowtiger, für ausgemachten Blödsinn… Die Zeit durch Ordner zu navigieren ver(sch)wende ich dann zum Ausfüllen der Suchmaske(n) und der div. Metadatenerfassungen und dem rumsortieren in den Suchergebnissen …
Was nützt mir denn eine Volltextsuche bei projektbezogener Arbeit, die womöglich über Wochen, Monate oder sogar Jahre geht.. Klingt für mich eher nach diesem Nervspruch: Wer Ordnung hält ist zu faul zum Suchen.

Wenn das so, soooo toll wäre, dann hätten sich zumindest Extrakte der zig diversen Dokumentenablagesysteme die seit 20Jahren durch die IT-Welt geistern (und die ja heute alle samt über Metadaten- und Volltextsuche verfügen), schon ins Gemeingut der Betriebssystemwelt “geschlichen”…

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Ulrich Voß 28. November 2010

Also dass sich keine Sachen davon als Gemeingut in die Betriebssystemwelt geschlichen hätten, würde ich anzweifeln. Was ist iPhoto/iTunes etc.? Da ist die gesamte Verwaltung der Daten komplett vom Dateisystem abgekoppelt.

Um einen Film zu produzieren, muss ich auch nicht im Dateisystem rumwursteln. Da hole ich meine Bilder aus iPhoto, meine Sounds aus iTunes. Das geht alles und das Ergebnis “Film” könnte ich im Projekt auch durch die Gegend schicken.

Das geht mit jedem anderen Arbeitsablauf prinzipiell genauso. Ordner mit Dateien sind eigentlich nur kruder Mist …

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Karl 26. November 2010

Hoffentlich wird die Schreibtischmetapher endlich mal abgeschafft!

So wie sie in den 70ern und 80ern dringend notwendig wurde (Nicht-Experten vorm komplexen Computer), so limitiert sie uns heuzutage.

Ich beschäftige mich seit zwei Jahren intensiv mit der Materie (genauer: Information Retrieval und Info Architecture) und meine, dass die Metapher sowieso schon aufgeweicht ist. Jeder Link (Verknüpfung), jede Umstrukturierung abseits der unsäglichen Verzeichnishierarchie, usw. widerspricht der ursprünglichen Metapher.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter und prognostiziere, dass effiziente Computersysteme in ein paar Jahren keine Dateisysteme im herkömmlichen Sinn mehr haben werden. Informationen tauchen an allen Stellen auf, wo man sie braucht und nicht nur an einer einzigen Stelle, die man wiederfinden muss. Stichwort: Tagging statt Hierarchien.

Ich weiß, dass ich mit solchen und ähnlichen Aussagen auf Widerstand bei IT-Profis stoße. Aber wenn man sich mal genauer damit auseinandergesetzt hat, muss man zu den gleichen Schlüssen kommen. Es tut ja nicht weh und ich investiere enorm viel Aufwand, um den *Umstieg* so smooth als möglich zu gestalten.

Wem’s interessiert, der schaut auf tagstore.org vorbei und schreibt mir ein Email, um Testbenutzer zu werden. So kannst du zu einem Teil der Revolution in der ersten Stunde werden!

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Fischmuetze 26. November 2010

@Karl
Mal abgesehen davon, dass ich nicht so ein riesiger Fan von Werbeverweisen in solchen Blogs bin.. ich zitiere mal:

” … doch als Ersatz für Verzeichnisse, die typischerweise “Diverses”, “Verschiedenes” oder “Misc” genannt sind, spielt tagstore seine Stärken besonders gut aus. …”

Solche Ordner hab ich nicht und brauch ich auch nicht …

Ich denke nach heutigem Kenntnisstand (auch in mittelfristiger Zukunft) ist eine gut organisierte Dateiablage in Verbindung mit Tagging und Volltextsuche das probateste Mittel. All diese Werkzeuge bieten zumindest 2 der 3 relevanten Desktop-Betriebssysteme…

Ja ja… und zum Thema “gut organisierte Dateiablage” … Natürlich können manche keine Ordnung halten – da hilft’s aber auch nicht, wenn dann Mutti für Sie aufräumt… Sie finden sich nämlich in Muttis Ordnung nicht zu recht

Ein grundlegender Fehler den
viele bei der Näherung an dieses Thema machen ist: der Faktor Mensch. Wer zu faul zur gut organisierten Dateiablage ist, der ist auch zu faul zum taggen oder zum Verstehen einer automatisch generierten Ordnung… wo bitte ist dann also noch der Vorteil? Für diesen Typ Mensch bleibt nur die Volltextsuche…

Ganz btw. welches OS unterstützt den tagstore? … ich konnte dazu nix finden

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Karl 27. November 2010

Sorry, ich hab mich unklar ausgedrückt: tagstore ist kein Produkt, es ist eine Forschungssoftware, mit der ich an der TU Graz Methoden zum Ablegen und Hinnavigieren von Dateien klassisch mit Testbentzern (im Labor als auch auf deren privaten Rechnern) erforsche. Werbung insofern schon, aber ich verdiene damit nix.

Wissenschaftliche Papers im Bereich Information Retrieval, Info Architecture, Info Access, HCI, … zeigen seit vielen Jahren deutlich, dass es durchaus bessere Konzepte als strikte Hierarchien gibt.

Desktop-Suchmaschinen sind toll und helfen sehr gut aber sie sind nur eine Seite der Medaille. Benutzer bevorzugen das Navigieren.

Klar muss man entweder ein verkorkstes Hierarchie-System pflegen, Taggen oder sich auf Suchmaschinen beschränken. Ohne einem dieser Dinge geht’s wohl nicht. Dateien ordnen sich auf längere Sicht nicht von selber.

tagstore erspart dir das Zielverzeichnis-Suchen für eine Datei. Dafür taggt man. Das ist in etwa der selbe Aufwand aber du bekommst sehr viele zusätzliche Orte, an denen du deine Dateien wiederfinden kannst.

tagstore wird parallel für Windows, OS X und Linux entwickelt. Alle Leute, die per Email Interesse an Tests bekunden werden von uns informiert, sobald tagstore freigegeben werden kann. Melde dich doch einfach bei tagstore@IST.TUGraz.at – du verpflichtest dich damit zu nichts und kannst es dir mal in Ruhe ansehen.

Bislang habe ich äußerst positives Feedback erhalten von allen Leuten, denen ich tagstore präsentieren durfte.

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Martin 27. November 2010

Klar muss man entweder ein verkorkstes Hierarchie-System pflegen, Taggen oder sich auf Suchmaschinen beschränken. Ohne einem dieser Dinge geht’s wohl nicht. Dateien ordnen sich auf längere Sicht nicht von selber.

Mein Alltag besteht aus einer Mischung: Ordner finden immer Verwendung, ergänzt durch Spotlight und – soweit der Aufwand möglich ist – aussagekräftige Dateinamen, wobei Letztere dann Metadaten entsprechen. Eigentliche Metadaten verwende ich nur in Ausnahmefällen, da sich gezeigt hat, dass solche Daten mehrheitlich nicht über Systemgrenzen hinweg funktionieren oder schon bei der Datensicherung auf der Strecke bleiben.

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Karl 27. November 2010

Hallo Martin!

Exakt die selbe Vorgehensweise habe ich mir zurechtgelegt ;-)

Doch es gibt die Notwendigkeit für Besseres. Ich arbeite dran.

nggalai 27. November 2010

Oh, ein Mann nach meinem Geschmack. :D Ich setze schon längere Zeit Tagging produktiv auf dem Mac ein, ich finde den Ansatz einfach logischer. Ich glaube, mein allererster Artikel hier auf Apfelquak ging um OpenMeta? Muss mal nachschauen.

Danke für den Hinweis auf Tagstore. Ist notiert.

Edith sagt: Juppens.

http://www.apfelquak.de/2009/02/07/openmeta-bye-bye-ordnerstruktur/

Lustig-ironisch, dass der Artikel auch eine Abschiedsformel als Titel führt …

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ludwig 27. November 2010

bin eben über rivva hier gelandet:
cooler blog, gleich mal gebookmarkt :)

die funktion des grünen dödels erschließt sich mir bis heute nicht, und immer wenn ich draufklicke, passiert was anderes als ich erwarte :P

das vollbildkonzept ist in der tat eine interessante stoßrichtung, wenn ich daran denke, wieviel produktivität zB auf der Arbeit draufgeht, weil u.a. outlook immer offen ist. mehr fokussierung auf ein thema wäre da nicht so schlecht :)

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Martin 27. November 2010

das vollbildkonzept ist in der tat eine interessante stoßrichtung, wenn ich daran denke, wieviel produktivität zB auf der Arbeit draufgeht, weil u.a. outlook immer offen ist. mehr fokussierung auf ein thema wäre da nicht so schlecht :)

Wer sich heute nicht fokussieren kann, wird es auch in Zukunft nicht können. Microsoft Outlook könntest Du heute schon schliessen, wenn Du möchtest - genauso wie man übrigens in den meisten Anwendungen problemlos die Hinweise über neue oder ungelesene Inhalte deaktivieren kann …

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slowtiger 27. November 2010

Ein bisher unerwähnter Punkt: Menschen sind verschieden. Mag ja sein, daß einige sehr gut damit zurechtkommen, sich an irgendein Wort zu erinnern, mit dem sie dann eine Suchfunktion füttern können. Aber finde damit mal ein Bild oder eine Melodie!

Ich jedenfalls gehöre zu den Menschen, die sich ihre Dateien immer in einem räumlichen (und zeitlichen) Kontext denken. Dieses Bild lag neben jenem, das Stück da hab ich am selben Tag komponiert wie jenen Text geschrieben usw. Ich brauche Flächen und Stapel, die ich wiedererkenne, die nicht andauernd umsortiert werden (schonmal mit jemandem zusammengelebt, der einen Aufräumfetisch hat?), und die ich idealerweise noch weiter voneinander unterscheiden kann (jedenfalls besser als die bescheidenen Möglichkeiten von OSX, Dateinamen ein bißchen bunt einzufärben).

Ich habe nichts gegen das Hinzufügen neuer Metaphern, solange ich als Benutzer immer noch die Wahl habe, die alten unverändert nutzen zu können.

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Martin 27. November 2010

Ich habe nichts gegen das Hinzufügen neuer Metaphern, solange ich als Benutzer immer noch die Wahl habe, die alten unverändert nutzen zu können.

Einverstanden, selbstverständlich - leider ist das nicht der Weg, den Apple üblicherweise geht … :(

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Karl 27. November 2010

Apple bricht aber schon viele Jahre hinweg die eigenen definierten Metaphern und ihre Guidelines.

Das sind also zwei “Probleme”: einerseits die Inkonsistenz innerhalb eines Systems (ich weiß, alle ausser Apple machen es noch schlimmer!) und andererseits die generelle Metapher, wie man einen Computer bedient. Letzteres wird sich ändern müssen, wenn man fortschrittlichere Dinge im Auge hat.

Sehr schön finde ich zum Beispiel den Ansatz vom Apple Newton mit der DataSoup statt Informationen in Dateien und Ordner einzusperren. Das hatte durchaus schon Züge von einem semantischen Desktop. Leider hat es sich (aus verschiedenen Gründen) nicht durchgesetzt.

Aber solche Aspekte findet man immer wieder. Google hat mit Gmail Email auf den etablierten Standards (POP/IMAP/RFCs) radikal neu erfunden. Hier existiert auch keine Ordnung im Sinne von Dateien und Verzeichnissen. Emails erscheinen dort, wo diese “smart folders” (wenn man sich den Begriff mal von Apple leiht) sie hinstellen. Überall dort, wo ein Email eben gebraucht wird.

Sie hatten als Webapp den Vorteil einer sogenannten grünen Wiese. Am Desktop gibt’s diesen Vorteil leider nicht.

Google Wave hat die Grenze ebenfalls aufgeweicht: jeder Buchstabe ist da eine Informationeinheit und nicht jede Datei, die es auch dort nur sehr beschränkt gibt.

Und so sehe ich *langfristig* auch den Fahrplan am Desktop. Nur, dass wir den Rattenschwanz der Altlasten mitmigrieren müssen und sich etliche SW-Hersteller auf neue Wege einigen müssen. So eine diktatorische Organisation wie Apple es ist, hat hier durchaus Potential, Neuerungen als erstes durchzusetzen. Und so sehe ich auch den Zusammenhang zum ursprünglichen Artikel oben.

YMMV natürlich.

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moro 28. November 2010

Was Scrivener anbelangt, kann man den Vollbildmodus in der neuesten Version nicht mehr verwenden, hab ich gehört. Ich weiß also nicht, ob Vollbild wirklich so der Trend wird. Hatten wir das nicht schon mal? Zu DOS-Zeiten gab’s nichts anderes.

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MacMacken 28. November 2010

Was Scrivener anbelangt, kann man den Vollbildmodus in der neuesten Version nicht mehr verwenden, hab ich gehört.

Scrivener verfügt weiterhin über einen Vollbildmodus.

Hatten wir das nicht schon mal? Zu DOS-Zeiten gab’s nichts anderes.

Und auch Mac OS X kennt seit Jahren einen Single Application Mode, den man im Terminal mittels

defaults write com.apple.dock single-app -bool true

ausprobieren kann. Delete statt write deaktiviert ihn wieder.

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zebulon 30. November 2010

Ich erwarte von einem OS, daß es die von mir gewünschte Arbeitsweise zulässt. Sollte ein wie auch immer gestalteter “Paradigmenwechsel” dies vorantreiben, kann ich dies als Nicht-Nur-Mac Benutzer nur begrüssen.

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radneuerfinder 10. Dezember 2010

Zunächst ein paar unsortierte Gedanken zum Thema:

Ich bin von iPhoto 11 wieder zur Vorgängerversion gewechselt. Ich hatte nicht das Gefühl in einem netten BilderRaum zu sein, sondern auf einer Baustelle. Alle Fotos außerhalb, die nicht im iPhoto Mediathek Ordner (ich mein den im Finder) gespeichert sind, existieren in iPhoto 11 nur noch als Thumbnail (Umstieg ist mit iPhoto 9.1 erfolgt). Der vielgepriesene Vollbildmodus erlaubt es nicht ein Foto im Vollbild zu bearbeiten.

Bei Klick auf ein Werkzeug möchte ich schnell das passende angereicht bekommen. Ob das jetzt in-App ist oder von außerhalb kommt ist mir Wurscht. Nehmen wir das Email Absende Werkzeug. Ok, das in Iphoto 11 startet einen Tick schneller. Aber dieser Vorteil fällt sehr klein aus. Und falls Mail.app schon im Hintergrund läuft, schrumpft er auf Null. -> Der GeschwindigkeitsVorteil ist unbedeutend. Das mir von iPhoto an die Hand gegebene Werkzeug bietet aber sehr viel weniger Möglichkeiten: keine Signatur, keine NurTextMails, keine Ablage der gesendeten Emails, etc.

Gut, das spricht nicht gegen die Idee. Aber das immerhin gegen Geld für Amateure angeboten iPhoto 11 spricht so nicht sehr für die Idee alle nötigen Funktionen in eine App zu stopfen.

Ob mir auf Klickbefehl ein inApp Werkzeug (Email innerhalb von iPhoto), oder eine anderer Raum (also eine Schreibstube aka Email Programm) angeboten wird, ist mir egal. Wichtig ist mir: schnell soll es gehen, eine gute Balance aus Übersichtlichkeit und Möglichkeiten ist wünschenswert und vor allem soll es sich einheitlich bedienen lassen und Computerweit immer nach einem einheitlichen Schema ablaufen. Zwei Email Programme finde ich persönlich um den Faktor zwei unübersichtlicher als Eins.

Karl schreib:
> Dateien ordnen sich auf längere Sicht nicht von selber

Weil ich faul bin, nutze ich kaum ein anderes Ordnungsprinzip auf dem Computer, als die Angebote zur automatischen Sortierung. Z. B. die automatische An*ordnung* nach Alphabet. Oder meine Email Inbox ist z.B. seit 10 Jahren ungeleert. Wozu? Würde nur Arbeit machen. Mit einem Klick auf die ‘Empfangen am’ Spalte *ordnet* der Computer *anstatt ich*. So stelle ich mir das vor! Der Bursche soll mir Arbeit abnehmen. Oder ein Klick auf die Spalte ‘Absender’ und ich habe alle Emails einer Person gelistet. Das geht in Mail.app im Nu.

Taggen? Von Hand was dazu schreiben, was erstmal nicht nötig ist? Niemals. Bin ich viel zu faul für.

Auch andere Ordnungsangebote des Computers nehme ich gerne an.
Z.B. die automatisch Sortierung nach Alben in iTunes. Die Angebote müssen halt meinem Ordnungssinn entsprechen. Fast nie klappt das bei den iPhoto Ereignissen. Von einem Ereigniss habe ich fast immer andere Vorstellungen als iPhoto. Was aber nicht heißen soll, daß diese Idee nicht ausbaufähig ist. Im Importer der Microsoft Fotogalerie 2011 wird man an der für meinen Geschmack richtigen Stelle (beim Import) nach der Einteilung der Fotos in Ereignisse gefragt. Mit einem Schieberegler kann man die automatische Aufteilung dann (bei jedem Import neu) beeinflussen. Das geht in die richtige Richtung.
Auch die mögliche automatische Sortierung der iOS Apps nach ‘Genres’ finde ich interessant. Das schaut so aus:
http://www.neurosoftware.ro/programming-blog/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/5b025_genres.jpg
(Leider ist die nur in iTunes, nicht aber auf dem iPhone möglich grr.) Hier wird automatisiert nach Themengebieten, also inhaltlich sortiert! Das geht erst recht in die richtige Richtung.

Und damit wäre ich bei den hoffentlich etwas sortierteren Gedanken.

1. Die menschliche Aufnahmefähigkeit ist begrenzt, wird aber noch lange Zeit von
der darstellbaren Menge an Information auf dem Display untertroffen. (Hier treten wir übrigens seit Jahrhunderten auf der Stelle. Die Buchstaben auf einer Zeitungsseite haben 2010 immer noch eine größere Auflösung (1200 dpi+) als ein Bildschirm. Und größer ist sie ausgeklappt auch. Und die Unterbrechung des Leseflusses durch Umblättern ist deutlich kleiner als ein Seitenaufbau nach einem Klick im Web. Will sagen: An InfoInput ist der Mensch schon seit Erfindung des Buchdrucks einiges gewöhnt. Die Begrenzung ist zur Zeit das Display.)

2. Der Mensch möchte nur zwei Dinge vom Computer:
- Inhalte aufbewahren und wiedergeben
- daß das Gerät etwas für einen tut, oder erledigt. Der Computer wird als Werkzeug eingesetzt. Bzw. werden verschiedene Werkzeuge (Befehle, Actions) aufgerufen um etwas zu erledigen, etwas zu erschaffen.

1. + 2. = 3.
Auf dem begrenzten Displayplatz wird nach dem Einschalten folgendes angezeigt:
A) ein Inhaltsverzeichnis
B) eine Werkzeugleiste

Und sonst nix! Das wäre mein Vorschlag für ein Paradigma, oder wie das heißt. ;-)

Zu A) Inhaltsverzeichnis:
- natürlich gibt es ein Spotlight/Google-artiges Suchfeld
- Es ist einheitlich für den gesamten gespeicherten Content. Es gibt keine doppelten Einträge, z.B. in einer Datenbank, und nochmal in einem Ordner (So wie es jetzt z.B. mit Musik in iTunes ist.). Es gibt nur ein System um den Content zu finden und zu managen.
- Die Sortierung erfolgt nach inhaltlichen Gesichtspunkten. Das was für den Nutzer wichtig ist steht im Vordergrund. Der jetzige OS X Ordner ‘System’ käme also sehr weit hinten
Hier nochmal das Beispiel einer inhaltlichen Sortierung:
http://www.neurosoftware.ro/programming-blog/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/5b025_genres.jpg
- Es gibt eine grundlegende vorgegebene Struktur. Das hilft sich auf verschiedenen Computern zurecht zu finden. Email, Musik, Bilder sind ja schon sehr übliche Inhalte. Auch die verschiedenen Bibliotheken weltweit haben ähnliche Sortiermuster in ihren Katalogen (= Inhaltsverzeichnissen).
- selbstverständlich läßt sich das Inhaltsverzeichnis individuell anpassen – temporär oder dauerhaft. Durch Einstellungen, Kriterien-(Tag-)Auswahl, weitere fertige Sortiersets, Filter, Schieberegler, Plugins, etc.

Zu B) Werkzeugleiste:
- Nur bei wenigen, oft benutzten Befehlen könnte man es wagen auf Wunsch ohne optischen Hinweis auzukommen und mit feste Tasten, Tastenkombinationen, Sprachbefehlen, Touchgesten, etc, zu operiren. Ansonsten werden Befehle in *einer* Menüleiste angeboten. Das kann auch ein aufklappbares Menüband sein. Es ist aber universell und einheitlich. Sehr hilfreich finde ich die automatische Vervollständigung von Worten gerade in der Adresszeile des Browsers, bei der Google Suche, beim Aufrufen von Programmen, etc. Warum nicht auch für Befehle? Es gibt also auch ein Suchfeld für Befehle in dem ich den gefunden Befehl mit Return ausführe.
- Die Werkzeuge ändern sich je nach Inhalt.
- Einzelne Werkzeuge und ganze Werkzeugsets können auch manuell aufgerufen werden
- Weitere Werkzeugsets können wie heute Programme gekauft und installiert werden.
- Werkzeuge funktionieren computerweit, soweit sie den aufgerufenen Inhalt bearbeiten können
- Auch für Werkzeuge gibt es ein Inhaltsverzeichniss/sinnvolle Gruppierungsarten
Beispiel: alle Werkzeuge zur Bildbearbeitung, alle Werkzeuge des nachgekauften Werkzeugsets namens Photoshop

Es ändert sich also gar nicht so viel. Aber:

Inhalte sind übersichtlicher und einheitlicher organisiert. Wenn ich weiß wie ich einen Inhalt gelb markieren kann, dann kann ich auch den Email Ordner “AuftragEingang” gelb markieren. Zur Zeit geht das (in Mail.app) nicht. Der Computer streckt mir mehrere Hände entgegen, die mir beim sortieren helfen. Er bietet also verschiedene Sortiermethoden an. Ergreift der Benutzer keine Hand, werden die Inhalte trotzdem in die Standardsortierung geordnet.

Die mit, aber auch auf, dem Computer erworbenen Fähigkeiten lassen sich universeller Einsetzen, da sie nicht mehr nur innerhalb eines Programms funktionieren, sondern auf dem ganzen Computer. Durch die BefehlsSuche werden sie auch leichter gefunden.

Wo ich gerade dabei bin:
C) Eine immer funktionierende Undo Taste
Es gibt einen zurück Befehl, der den letzten Schritt rückgängig macht. Und der immer funktioniert. Leider in OS X und iOS nicht verlässlich vorhanden. Außerdem gibt es einen Undo Verlauf, mit dem man weiter zurückgehen kann, oder einzelne frühere Befehle revidieren kann.

D) neues HilfsKonzept
Die meisten Leute kommen mit der Hilfe schwer zurecht. Es braucht hier ein völlig neues Konzept. Im Idealfall würde ich mir das so vorstellen: An Erklärungen gibts immer soviel, wie man gerade braucht. Mit einem Klick erfährt man mehr. Quasi eine Hilfe-Kaskade:

1. Bezeichnung des Knopf/Reglers nicht nur per Symbol, sondern mit einem deutschen, griffigen Wort
2. Pop up: Erklärung in einem Satz
Ein Link “mehr” oder ein Fragezeichen im Pop up (oder neben dem Knopf, oder ein Klick auf den Regler bei gedrücktem Fragezeichen) vergrößert das Popup und führt zu:
3. einer knappen Erklärung in wenigen Sätzen. Der Knopf “mehr” am Ende führt zu:
4. einer ausführlichen Beschreibung der Funktion mit Bebilderung. Der entsprechende Abschnitt in der Hilfe wird also direkt angesprungen. Ein “weiter” dort führt zu:
5. einer allgemeinen Einführung in das Sachgebiet. (Beispiel: wäre in einem Fotobearbeitungsprogramm der ursprüngliche Knopf “Gelb-Grün” gewesen, wäre man jetzt im Kapitel “Grundlagen der Schwarz-weiß Konvertierung von Farbfotos”.)

Die beste Maschine – Mensch Kommunikation läuft über Sprache, wie ich finde …

Uups, ist ein bißchen länger gworden.

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Victor 3. Januar 2011

Ich glaube du hast da überstrapazierte Einfälle kund getan. Egal wie ich es drehe und wende, der Vollbildmodus ist mit Sicherheit nur eine Alternative zum bisherigen Fenstersystem. Schau Dir doch mal iPhone und iPad an: Arbeitest Du mit mehreren Dokumenten und mehreren Anwendungen, ist dies ziemlich umständlich. Und was die erwartete Touch-Unterstützung angeht: Da gilt eigentlich das Gleiche. Touch ist für bestimmte Anwendungsfälle interessant, bei weitem nicht für alle. Und allzu benutzerfreundlich ist das auch nicht: Letzendlich wird lediglich das eine Eingabegerät gegen das Andere getauscht.

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radneuerfinder 10. März 2011

“the computer was showing me two windows, but I wasn’t multitasking”:
http://ignorethecode.net/blog/2011/03/04/multitasking/

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