
Nach dem ganzen Gerede über Autorensoftware und Schreibprogramme mag sich der eine oder andere fragen: Und was setzt nun der Sascha beruflich ein? Einerseits bin ich sehr einfach gestrickt, respektive mein Ansatz ist es. Andererseits setze ich mehr Werkzeuge ein, als den meisten Simplify-Your-Life-Leuten lieb sein dürfte.
Du willst doch nur viele Programme durchprobieren! Prokrastinierer!
Nun ja, das gebe ich unumwunden zu: Ich spiele gerne mit Software herum. In Sachen Erwerbstätigkeit möchte ich aber ein System, das mit mir arbeitet, nicht gegen mich. Jedes Programm hat seine Stärken und Schwächen – was liegt näher, als sie zu nutzen?
Ich schreibe Artikel, Kurzgeschichten und Bücher. Fürs täglich Bier Brot redigiere ich Texte und Marketingblubber. Meine Kunden reichen vom Verlag über Hobby-Herausgeber und Werbemenschen bis zum Filmstudio. Dann gibt’s auch noch Apfelquak und meine eigenen Blogs. Ein einziges Werkzeug kann all das nur schwerlich abdecken – eine Methode jedoch sehr wohl!
Sag es uns!
Habe ich schon vor Monaten: Meine Lösung heißt MultiMarkdown. Es ist so zu sagen der kleinste gemeinsame Nenner, auf dem Mac auch noch mit sehr guten Entwurfsprogrammen gesegnet.
Mein neudeutschiger Workflow sieht wie folgt aus:
Das mag auf den ersten Blick recht unpraktisch wirken. Aber Texte entstehen (fast) immer im Markdown-Format in TextMate oder Scrivener. Zusätzlich zum normalen Syntax vergebe ich eigene Steuerzeichen – so kann ich in der Textverarbeitung, beim unverzichtbaren Korrekturlauf, die ganzen Stile per Suchen-und-Ersetzen neu zuweisen. Das Original, RAW quasi, ist immer ein .TXT und wird je nach Einsatzzweck durch Penneys MMD-Scripte gejagt, um dann in Mellel, Nisus, NeoOffice oder LaTeX verwertet zu werden. Hier helfen die Stilbibliotheken von Nisus Writer und Mellel sehr: Wenige Klicks, und ich habe das Dokument in hübsch
oder so, wie es die meisten Auftraggeber haben möchten. Also in Courier New, 60 Anschläge auf 30 Zeilen. Seufz.
Aber das verlangt nach Pages: Kommentare und „Änderungen verfolgen“ sind darin einfach konkurrenzlos gut gelöst. Schickt mir die Lektorin ein kommentiertes .DOC zurück, hole ich Apples Textverarbeitung hervor. Hätte Nisus endlich gleichwertige Funktionalität? Dann könnte ich auf Pages verzichten.
Weshalb nicht Nisus und Mellel mit Pages ersetzen?
Geht schlecht; Pages ist meiner Ansicht nach keine richtige Textverarbeitung sondern eher ein Layout- und Kollaborationsprogramm. Mir fehlen insbesondere konsequente Tastatursteuerung sowie mächtiges Suchen-Ersetzen, um Nisus oder gar Mellel abzulösen.
Mellel? Das hat eine grauenhafte RTF- und Word-Unterstützung!
Stimmt. Aber: Der Textsatz ist in meinen Augen deutlich besser als das, was Apple bieten kann. Und damit sowohl Pages als auch Nisus Writer. Alle Drucksachen und Manuskripte, die ich setzen darf, werden hier in Mellel aufbereitet. Und bei längeren Manuskripten (so ab 300 Seiten aufwärts) wage ich mich gar nicht erst an die Konkurrenz; hier trumpft Mellel mit absoluter Stabilität und Geschwindigkeit. Leider mag Mellel MS-Office und OpenOffice nicht sonderlich, entsprechend kann ich nicht auf Nisus verzichten. Oder OO.org.
Genau! NeoOffice! Los!
NeoOffice liegt nur auf der Platte, falls jemand Unkonventionelles gerne OpenDocument hätte. Idealismus hin oder her – wenn Text verlangt wird, meinen die Kunden eigentlich „.DOC“. Mit wenigen Ausnahmen, und für diese Erleuchteten halte ich NeoOffice up-to-date. Immerhin ist Neo besser in OS X integriert als OpenOffice. Ich verzichte gerne auf die neuste Code-Basis wenn dafür das Ding (langsam) tut, wie es soll. Über die Text-Engine breite ich jedoch den Mantel des typographischen Schweigens. Dennoch: Als Gesamtpaket sind Neo- und OpenOffice besser als Microsofts Word, zumindest für Einzelkämpfer.
Was hast Du gegen Word?
Vorwiegend Grundsätzliches: Word will die eierlegende Wollmilchsau der Textverarbeitungen sein. Und kann deswegen fast nichts richtig, oder richtig und bequem. Word ist der Albatros am Hals der Textarbeiter: Man hat’s abgeschossen, aber es verfolgt einen fast bis in den Tod. Aber ich schweife ab.
Im Bürokontext ist Word ungeschlagen gut. OpenOffice Writer kommt nahe ran, aber was Word auszeichnet, ist die Integration mit dem Rest der MS-Office-Suite. Insbesondere Exchange und Excel, was einem im Büroalltag viel Arbeit abnimmt. Und seit Office for Mac 2008 läuft es ganz anständig. Trotzdem: Ich mag Word einfach nicht. Punkt.
Dafür brauchst Du viele Programme …
Ja. Aber ein Grund, dass ich 2006 von Linux auf OS X (statt Windows) umgestiegen bin, war auch: Philosophie. Spezialisierte und vergleichsweise kompakte Programme statt besagter Wollmilcheiersau, die einen immer stärkeren Rechner und mehr Einarbeitungszeit möchte. Ich will mit diesem Artikel auch gar nicht behaupten, dass mein Weg der einzig-richtige ist. Keinesfalls! Aber der grundsätzliche Ablauf MultiMarkdown, dann das, was ich brauche hat sich die letzten Jahre bewährt. Ein Digiphotograph hat ja auch nicht 23 verschiedene Kameras dabei, um alle etwaigen Kundenwünsche gleich vor Ort zu erfüllen. Aber er kann durchaus 23 verschiedene Filter-Sets in seinem RAW-Converter griffbereit halten.
Aber wie sieht es bei Euch aus? Buckelt ihr vor dem großen blauen W, habt Ihr Euch damit arrangiert oder beherrscht es gar? Ist OpenOffice das Werkzeug Eurer Wahl – auch dann, wenn es um Euren Lebensunterhalt geht? Oder hat sich gezeigt, dass Ihr eh alles in TeX abliefern könnt? Ich freue mich auf Eure Kommentare! Und hole mir noch ein Brot Bier.


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Danke Sascha, ich les ja gerne was du schreibst.
Ich selbst benutze eigentlich fuer alles MMD. Meistens soll bei mir am Schluss HTML rausfallen. Deshalb habe ich auf den diversen Blogs die ich betreibe einen Markdown Interpreter laufen, damit ich im Hintergrund schoen MMD schreiben kann und den Rest uebernimmt der Server.
Blogartikel schreibe ich seit geraumer Zeit vornehmlich in Scrivener. Das exportiere ich dann als MMD File in meinen Public Dropbox Ordner /Public/articles als .txt. Diesen Ordner ueberwacht Hazel und macht daraus automatisch ein HTML. Somit kann ich das dann gleich vorschauen und, noch besser, jemand anders kann den Artikel gleich lesen.
Geekige Loesung? Hast du was anderes von mir erwartet?
Schoen waere es noch, wenn es einen richtig schoenen Workflow gaebe mit dem man aus Scrivener heraus direkt in TextMate schreiben kann. Aber das wird wohl nicht passieren laut TJ.
> Diesen Ordner ueberwacht Hazel und macht daraus automatisch ein HTML.
Wie genau erledigst Du das? Greifst Du direkt auf Penneys Perl Skripts zu?
“/Users/zettt/Library/Application Support/MultiMarkdown/bin/mmd2XHTML.pl” $1
Alles klar. Danke Dir.
Bitte. Noch was:
http://yfrog.com/0jbvfyp
Die Idee mit Hazel gefällt mir. Muss ich mir auch so einrichten. Danke!
Zu Scrivener/Textmate: „Edit in TextMate“ tut nicht (mehr)? Wie sieht es mit Quickcursor aus?
Bitte, gerne.
Edit in TextMate: Keine Input Manager auf meinem System.
Quickcursor: Alternative, aber eine App mehr in der Menubar. Das geht mir auch gegen den Strich.
Derzeit schreibe ich alles in Scriv.
Das mit den Icons in der Menubar wäre auch mal einen Artikel wert.
*notizen anleg*
Ne, mal ernsthaft. Eigentlich hast du da ja wirklich recht. Ich merks mir mal vor. Was schreib ich denn da?
Erstmal herzlichen Dank für deine informativen ‘Schreiberling’ Artikel. Du hast mir übrigens auch den Impuls gegeben mich näher mit dem bei mir bereits vorhandenem Scivener in Kombination mit MMD auseinanderzusetzten. Wirklich eine klasse Sache. Mir wachsen nur graue Haare, wenn ich bedenke wie viele längere MS Word Texte ich noch konvertieren muss/will.
Zwei Fragen habe ich noch zu folgendem Teil:
Kannst du ein wenig mehr zu den verwendeten Steuerzeichen sagen und ist die Stilzuweisung mittels Suchen-und-Ersetzten nur auf Nisus bezogen? Weil in Mellel habe ich das bisher nicht gefunden?
Das geht in Mellel so:
1) Suchen/Ersetzen öffnen. Im Find-Feld gebe ich die eigenen Schlagwörter ein, z.B. [quote][/quote].
2) Zwischen diese Tags klicken. Insert element, „Any character“.
3) Das komische Quadrat-mit-* doppelklicken. Hier auswählen: „Once or more“ und „Greedy“.
4) Das Ganze im Find-Fenster markieren und die Formatierung aus der Palette wählen, die der Text nach dem Import in Mellel hat. Meistens „Standard“ oder „Default“.
4) Im Replace-Fenster: Insert element, „Found expression“.
5) Diesen Lupen-Dödel markieren und in der Palette den gewünschten Stil doppelklicken.
6) Replace & Find, fertig.
(Dann noch mit einem zweiten Suchen/Ersetzen die eigenen Tags – hier [quote][/quote] entfernen.)
Das Bequeme: Einmal gesucht kann man die Suchoptionen abspeichern. Sie sind dann einfach übers Find/Replace-Fenster erreichbar. Hält man sich bei der Arbeit an verschiedenen Dokumenten konsequent an die Tags, hat man ein importiertes RTF-Dokument in wenigen Sekunden mit Stilen versehen.
Das ist notwendig, da sowohl Scrivener als auch die MultiMarkdown-Skripte beim RTF-Export keine Stile mitgeben. Liegt an textutil von Apple, das sieht einfach keine Stile vor. Ich hoffe hier auf ein OS-X-Update, dann könnte man sich das Gehampel da oben sparen und einfach „Replace Styles“ wählen.
Ein Tipp noch: MMD ist schön, ja. Aber ich rate Dir, nicht alle alten Dokumente zu konvertieren. Arbeite von jetzt an immer mit MMD und konvertiere nur diejenigen alten Dokumente, die Du öffnen oder bearbeiten musst. Mit der Zeit hast Du die wichtigen Dinge (und alle neuen Texte) in MMD vorliegen – und so eine gute Möglichkeit gefunden, herauszufinden, welche Texte ins Archiv auf DVD oder externe Platte gehören. Nämlich diejenigen, die Du nach einem halben Jahr immer noch nicht konvertieren musstest.
Danke für die Infos!
Ich bin jetzt endlich zum Ausprobieren gekommen. Allerdings scheinen sich auf diese Weise ausschließlich Zeichenformate und keine Absatzformate vergeben zu lassen. Der spezielle Dialog für das Suchen und Ersetzten von Absatzformaten ist leider nicht sehr hilfreich, da die entsprechenden Absatzformate keine Namen haben und sich diese Suche-Ersetzten-Funktion im Gegensatz zum anderen nicht speichern lässt.
Hast du ggf. noch einen Tipp für mich Sascha?
Ich habe mir das Thema auch gleich nochmal im Nisus Writer und in Papyrus angesehen. Bei beiden komme ich nicht so recht ans Ziel.
Im Nisus Writer Pro erscheint die Konfiguration im Suchen-Ersetzten Dialog für das Auffinden spezieller Atribute (Formate) recht frickelig und irgendwie gelingt mir auch die Zuweisung von Absatzformaten nicht richtig (Formate werden zugewiesen aber Teile der bestehenden Atribute beibehalten). Außerdem lässen sich anscheinend die verschiedenen Suchen-Ersetzten-Vorgänge nicht als Set speichern, wird wahrscheinlich wenn dann als Makro genutzt werden müssen.
Bei Papyrus gibt es zwar die tolle ‘Markieren’ Funktion mit der sich beispielsweise alle Texte mit bestimmten Formaten markieren lassen, aber hier habe ich keine Möglichkeit gefunden das automatisieren zu können.
Ich bleib noch etwas dran an der Geschichte, da das für mich wirklich sehr nützlich für den Arbeitsalltag ist.
Ach ja, zum Thema ‘alle alten Texte konvertieren’. Das ist sicher ein guter Hinweis von dir Sascha und ich werde sicher nicht ALLE konvertieren. Allerdings arbeite ich als Trainer und es dreht sich hierbei hauptsächlich um meine Teilnehmerunterlagen. Für individuelle fimenseminare greife ich zwar immer wieder auf den bestehenden Fundus zu, aber oft passe ich den Aufbau und die Struktur entsprechend dem Auftragsziel an. Hier ist MS Word eine Plage, da beim eigentlich simplen Verändern der Abschnittsreihenfolge oder dem Hinzufügen eines Kapitels fast immer Probleme auftreten, die oft nicht leicht zu beheben sind und viel Zeit und Nerven kosten. Insofern wäre eine Lösung bei der ich die Texte in Scrivener einfach neu Zusammenstelle und anschließend per Export bereit stelle ein in meinen Augen nahezu ideales Verfahren.
Falls es noch jemanden interessiert, ich habe eine recht detaillierte Antwort im Mellel Forum zu dem Problem gefunden: Mellel – paragraph style replaces character style
Moin Nils,
ich verwende beim Schreiben nur wenige Absatz-Stile (zwei für Fließtext plus 3 für Headlines). Verlangt ein Projekt mehr Stile, werden die von mir in [Tags] gesetzt. So finde ich sie schnell in Mellel und kann sie mit einem Doppelklick vergeben.
Allerdings sind meine Texte in Sachen „Stile“ eher einfach gehalten. Das liegt daran, dass sie entweder im Web landen oder ein Verlag/Layouter eh noch drüber muss. Ich kann mir vorstellen, dass mein Ansatz insbesondere bei vielen verschiedenen Fußnoten- und Zitier-Stilen ein Heidenaufwand ist.
OK, dachte du hättest vielleicht noch das Geheimnis des heiligen Grals der automatischen Absatzformatierung in Mellel für dich behalten
. Ich werde mein Augenmerk dann verstärkt auf Nisus Writer Pro setzten, denn dort lässt sich das Thema wohl über ein Makro lösen. Das ist wohl in der Einrichtung etwas aufwändiger, aber dann ließe sich die Umwandlung ja per Knopfdruck erledigen (für Interessierte: entsprechende Infos habe ich hierhier und hier gefunden).
Papyrus scheint keine solche Funktionalität zu bieten und ich warte dort nun schon seit vier(!) Tagen darauf, dass sich der Supportforum-Admin erbarmt meinen Account freizuschalten.
Letztendlich komme ich zu dem Schluss, dass die geeignetste Methode für meine Zwecke doch die Investition in eine Einarbeitung in LaTex ist, so dass ich über Scrivener mit MMD via LaTex-Export zu meinen Ergebnissen komme.
Mal schauen wann ich Zeit hierfür finde.
Gruß Nils
Nggalai, hast du dir eigentlich schon mal Papyrus Autor angeschaut? Soll ja gerade für Vielschreiber ein hilfreiches Teil sein. In der aktuellen c’t wurde es kurz besprochen und kam recht gut weg.
Ich nutze (noch etwas zaghaft zugegebenermaßen) MMD, TextMate, Scrivener, Mellel und was der geek-affine Schreiberling heute so zu brauchen meint. Aber den Tipp mit Papyrus Autor kann ich nur unterschreiben, ich nutze das Programm seit gut neun Jahren, es war immer schlank, schnell und stabil, ist mir mir ohne Murren vom PC auf den Mac umgezogen (was ich von MS Office nicht behaupten will). Seltsam, dass so wenige es zu kennen scheinen. Ich würde es noch intensiver nutzen, wenn nicht ein erheblicher Teil meines Schreibens nicht in deutscher Sprache stattfinden müsste…
Ist definitiv einen längeren Blick wert.
Alles ziemlich einfach^^
Studium: (La)Tex in verbindung mit TextMate
Job: MS Office 2k3 (einzig freigegebene)!
Privat: iWork für Briefe etc.
Coden: Eclipse, x-Code…
Was ich bei Deinen Artikeln immer wieder feststelle. Sie machen Lust auf´s Schreiben. In der Dir eigenen Art schaffst Du es immer wieder, das Schreiben unter den vielen Dingen, die man am Mac so erledigen kann, hervorzuheben. Oder anders gesagt, selbst wenn ich gerade etwas blogfaul war, schreibe ich nach dem Lesen eines Artikels von Dir auf jeden Fall selbst einen. Und sei es nur, um einen deiner unbezahlbaren Workflowtipps auszuprobieren. Mille Grazie.
Ich denke die Information, dass es Scrivener bald auch für Windows geben wird, könnte für den einen oder anderen noch ganz interessant sein
: Literature and Latte – Scrivener for Windows.
Und ich freu mich auf die kommende Version 2 for Mac.
@nggalai: Findest Du Zeit um diesen Artikel zu aktualisieren oder einen neuen dieser Art zu verfassen?
Einiges hat sich in der Zwischenzeit ja geändert: Word 2011 ist vergleichsweise brauchbar geworden, Nisus Writer Pro und Mellel haben neue Funktionen erhalten, …
Ich plane gerade einen Follow-up, besonders wegen MultiMarkdown 3.0. Jaja, Fanboy, aber der Release hat das Potential, ein neues Word 6.0 zu werden. Ein neuer Anfang, könnte man sagen. Aber mit komplett freier Wahl der Schreibumgebung.
Was auch Nisus, Mellel und Word beinhaltet.
So oder so lässt sich mittlerweile sagen: Words USP war die letzten Jahre die Kollaboration, zumindest auf dem Mac. Sowohl Nisus als auch Mellel unterstützen das aktuell vollständig, ohne große Einschränkungen. Nisus Pro v2 hat mich besonders beeindruckt (ich sag nur Text-Kasten, die gelinkt werden können – und alles in RTF!), und Mellels Text-Renderer ist noch besser geworden.
Mittlerweile sind wir am Punkt, wo man sich die Umgebung aussuchen kann, wo man sich „wohl fühlt“. Der Rest läuft quasi-automatisch, wenn man sich an gewisse Konventionen hält. Oder zumindest sieht es danach aus, dass es so kommen wird. Spannendes Thema!
Das mit Hazel ist cool – daran habe ich so noch gar nicht gedacht. Sollte ich mir mal so einrichten.
Um hier mal ein bisschen Nekromantie zu betreiben (der Blog scheint ja leider eher tot zu sein):
(Hauptsächlich @Nils, aber nicht nur:) Bevor du dir antust, dich in LaTeX einzuarbeiten, empfehle ich dir, doch mal einen Blick auf ConTeXt zu werfen. Das ist, wie LaTeX, eine TeX-basierte Macro-Sprache, nur mit dem Unterschied, dass es ohne eine Zillion externer Packages auskommt, auf dem aktuellen LuaTeX läuft (Mk IV), und höchst aktiv entwickelt wird. Die Sprache ist wesentlich kohärenter und von daher auch leichter zu erlernen als LaTeX. Die User- und Developer-Community ist wesentlich kleiner also die von LaTeX, aber – meiner Erfahrung der letzten Jahre nach – um ein Vielfaches produktiver.
Ich habe mit ConTeXt bereits mehrere, über hundert Seiten lange, professionelle technische Dokumentationen erstellt, mit Bildern, Captions, TOC, LOF, Footnotes, Indices und allem, was nach den Regeln der Kunst dazu gehört. Seit ConTeXt bin ich heilfroh, dass ich das verkrüppelte LaTeX endlich hinter mir lassen konnte.
Es wundert mich etwas, dass ConTeXt unter deklarierten Schreib-Aficionados nicht verbreiteter – oder überhaupt bekannt – ist.
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