Kürzlich erblickte das iPad das Licht der Welt. Schon mitbekommen? Falls nicht, dann jetzt ein paar Worte über das iPad und wie es unsere Welt verändern wird.
Anlässlich der letzten, gleichnamigen, Sendung beim Digitalen Grundrauschen möchte ich gerne einige Gedanken dieses Podcasts hier auf Apfelquak publizieren. Ihr seid natürlich auch gerne herzlich eingeladen reinzuhören. (Dauer 1h:30m; Anhören weiter unten)
Grund für den Podcast. Auf der diesjährigen WWDC wird es keine *Apple Design Awards *geben für Desktop Apps. Das Geschrei ging damals los. Wird Apple den Desktop verbannen? Wird unser heissgeliebtes Mac OS X eingestampft? Werden wir alle nur noch auf iPhones rumhacken? Steve selbst hat sich dazu in einer Mail geäussert – er schreibt in letzter Zeit ja recht gerne.
[…] The times they are changing, and some traditional PC folks feel like their world is slipping away. It is.
Müssen wir also wirklich Angst haben?
Glaubenswürdigkeit
Nun zunächst muss natürlich darüber diskutiert werden, ob man denn den Aussagen Jobs überhaupt Glauben schenken kann. Früher bereits wurden da Versprechungen gemacht und schlichtweg nicht gehalten. Apple arbeitete ja nicht an einem Telefon. Neeeee.
Was dabei herauskam haben viele jetzt neben sich auf dem Schreibtisch liegen.
Nun da kann man bereits ansetzen. Wenn Jobs schreibt:
We are focusing primarily (though not exclusively) on iPhone OS this year. Maybe next year we will focus primarily on the Mac. Just the normal cycle of things. No hidden meaning here.
Dann kann man das jetzt glauben oder auch nicht. Wie so oft ist und bleibt der Apfel ein gut gehütetes Geheimnis und erst kurz vor der Veröffentlichung werden die Gerüchte so blickdicht, dass man erst zu 100% absehen kann was wirklich passieren wird.
Entwicklung der Mac Plattform
Aktuell sieht es doch so aus. Wir haben einen Mac als Desktop Rechner. Wer sich’s leisten kann ein iPhone noch dazu und wer nochmal ein bisschen mehr Geld hat, leistet sich sogar ein iPad. Die Entwicklung zeigte, dass wir mit dem Anfang 1984 geschaffenen klassischen Mac einen Computer bekamen, der uns das Leben erleichtern sollte. Dieser Rechner war noch ein “schwerer” Computer – schwer zu transportieren. Später baute man noch allerlei grosse Desktop Rechner, welche man ja heutzutage auch noch oft findet.
Ende der 1990er wurden langsam mobile Computer so schnell und leistungsstark, dass auch die grosse Masse anfing sich einen Laptop zuzulegen. Was dann begann kennen wir wohl alle. Heutzutage ist für den Privat-Anwender der Laptop zum Standard geworden. Keine grossen Kisten mehr herumschleppen, nein das will man einfach nicht mehr. Der Clou ist doch folgender.
Zukunftsspekulation
Der Umstieg vom (festen) Desktop auf den mobilen Laptop brachte kein Paradigmenwechsel. System und Anwendungen kann man 1:1 genau so weiter verwenden. Mit dem iPad kann man das nicht mehr, aber allein die Tatsache wie viele grade “Angst” um ihren Desktop/Laptop bekommen, zeigt doch wieviel Macht von diesem Gerät ausgeht.
Wie wird sich also der Mac weiter entwickeln? Die Meinungen sind gespalten – das diskutieren wir im Podcast.
Der eine sagt, dass es sich beim iPad und iPhone ja um eine andere Plattform handle und man es deshalb gar nicht vergleicen könne. Ich selbst sage, dass es der Anfang dessen ist was wir Zukunft nennen. Unser Computer wird integrierter werden – anfassbarer. Im Podcast stellte ich die Behauptung auf, dass man so ein iPad (eine Abwandlung dessen…) doch einfach in eine Tischplatte schrauben könnte um damit die Küche fern zu steuern. Warum denn nicht? Ich glaube das die Zeiten nicht schlechter werden, sie werden einfach anders. Aber vor allem werden wir schönere Rechner bekommen. Den Desktop sehen wir nicht sterben, vor allem nicht, weil Content-Hersteller auf leistungsstarke Computer angewiesen sind.
Meinungen und Fragen
Nicht zuletzt schreibe ich diesen Artikel für Apfelquak, weil mich eure Meinung interessiert. Wer fürchtet sich und hat Angst um seinen Mac? Was werden die Auswirkungen der diesjährigen WWDC sein? Fragen und Meinungen…
Anhören
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{ 11 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }
Ich glaube auch nicht, dass iPad und ähnliche Geräte den Rechner komplett verdrängen werden.
Im alltäglichen Gebrauch bei Privatpersonen schon, denn zum Surfen, E-Mails bearbeiten, Spielen, etc. reicht das iPad vollkommen, wenn es nicht sogar besser ist.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, meine PHP-Skripte irgendwann auf einer virtuellen iPad-Tastatur zu tippen. Oder ohne Maus Photoshop zu bedienen.
So lange die Synchronisation und Backups über iTunes erledigt werden, müssen wir uns wohl kaum Gedanken machen. Letztendlich kann man alles interpretieren wie man lustig ist. Z. B. Snow Leopard. Entweder wollen die wirklich ein solides System schaffen oder es ist der langsame Ausklang vom klassischen Desktop. Aber vielleicht schenkt man sich auch die Energie, weil 2012 eh die Welt untergeht.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich auf einem Glas tippe – ich sehe das an meinem ipod touch – der schaut aus wie *** obwohl ich da kaum/nichts tippe und ihn “nur” bediene.
Verdrängt wird es nicht nächster Zeit nicht, aber ich glaube auch nicht, dass es sonderlich von Apple weiterentwickelt wird, da sie ihren Fokus fast nur noch auf das iPhone OS legen werden…
Tekl, es geht doch in dem Artikel um die *Art* der Geräte. Tragbar, klein, touchbar und so weiter.
Die aktuelle Entwicklung kann man durchaus als einen erneute Bifurkation deuten. Die Entwicklung des einen muss nicht zwangsweise die des anderen Beeinflussen. Allerdings ist eine Koevoltion sehr wahrscheinlich; und das bedeutet eher eine beiderseitige Festigung als eine gegenseitige “Kanibalisierung”.
Ich habe auch schon das Gerücht gehört, dass Apple das Mac OS nur noch mit Software aus dem iTunes-Store haben möchte.
Ich habe meinen Mac erst seit 10.6.1, finde Mac OS X auch vom Gesamteindruck besser als Windows und Linux. Aber wenn Apple anfängt irgendwelchen Mist zu bauen und meinen Rechner beschränken will, ist da ganz schnell wieder Linux installiert und Mac OS verschwindet!!!
Aber mal ehrlich. Wenn es kein OSX mehr gäbe mit was sollten die Entwickler die ganze iApps entwickeln? Am Desktop führt kein Weg vorbei – aber ich gebe Zettt recht, dass er sich (mit-) verändern wird. Darin sehe ich auch eine Chance.
Ich denke, beides wird sich nebeneinander weiterentwickeln und jeweils unterschiedliche Ansprüche bedienen.
Wenn ich mehrere Stunden arbeiten will/muss, dann möchte ich dass eher nicht auf dem Sofa liegend und ein iPad auf den Schenkeln balancierend tun. Da ist ein großer Bildschirm, eine bequem zu bedienende Tastutur/Maus und Geräte wie Drucker, CD/DVD/ Laufwerk u.a. in greifbarer Nähe ergonomischer und bequemer.
Auf der anderen Seite habe ich die Möglichkeit zu schätzen gelernt, mit einem handlichen und intuitiv zu bedienendem Gerät zu Hause vieles steuern und bedienen zu können, Informationen und Daten überall, auch unterwegs abrufen zu können, Navigation verfügbar zu haben, Bilder und Nachrichten erstellen, empfangen und versenden zu können. Hier ist das IPhone schon eine sensationelle Plattform und das IPad die logische Weiterentwicklung.
Ich hoffe, dass es sich so schnell weiter entwickelt, dass es unterwegs den Laptop komplett ersetzen kann. Zu Hause wünsche ich mir eine Weiterentwicklung des IMac und MacMini Gedankens; intelligente Bildschirme und die eigentliche Rechnerkapazität irgendwo unsichtbar im Schrank mit mobilen (z.B. WLan) Bedien- und Steuerelementen (super wäre reine Sprachsteuerung).
Das kenne ich, meine Freundin war da genauso. Ich hab ihr mal versucht anzudrehen, dass sie ja eigentlich nur noch ein iPad braeuchte und damit alles machen koenne, weil eigentlich wuerde es ja reichen. Die hat mich schon lange nicht mehr so empoert angeschaut! Der Punkt ist, und den hast du sehr gut herausgestellt, bis zu einem gewissen Grad will man mit so einem Geraet arbeiten, ab da wirds fieselig.
Den Weiterentwicklungsgedanken kann ich nur unterstuetzen. Daher sehe ich die Trucksache von Steve irgendwie nicht kommen. (D8)
Wenn man das ganze aber mal sehr langfristig weiterspinnt.
Mobile Geräte werden immer leistungsfähiger. Irgendwann wird man in der Größenklasse eines iPad eine Turbo CPU und entsprechend schnelle und große Massenspeicher haben, so dass auf diesen dann auch ausgewachsene Betriebsysteme wie MacOS laufen werden.
Stellen wir uns doch einfach mal ein Pad Generation X vor welches schnell genug ist um mit MacOS XII betrieben zu werden, irgendwann wird es auch Massenspeicher in entsprechenden Größen geben. Verpassen wir dem Teil noch einen Beamer anstelle eines Monitors und kabellose Tastatur nebst Maus schon haben wir für Zuhause einen vollwertigen Ersatz für den Desktop.
Wenn wir nun aus dem Haus gehen nehmen wir einfach das Pad Generation X, stecken es in die Tasche und wenn uns unterwegs einfällt dass wir in unserem Bericht noch einen Fehler hatten, dann können wir unsere Arbeit über die Bildschirmtastatur auf dem Touchscreen korrigieren.
So etwas wird vorerst nicht verfügbar sein, das wird noch dauern. Ich könnte mir aber gut Vorstellen dass dies eine mögliche Richtung ist in die sich iPad und Co entwickeln könnten.