Vox – kleiner Player mit großem Potential

6. Mai 2010 · 18 Kommentare ·

In diesem Artikel möchte ich euch einen kleinen, aber – aus meiner Sicht – feinen Musikplayer für OS X vorstellen. Die Rede ist von Vox (lat.: Stimme, Laut), programmiert von Alessio Nonni alias AleNofx. Bei Beginn der Entwicklung noch Toolplayer genannt, ist Vox vor kurzem in Version 0.2.7 erschienen. Wem iTunes zu überladen ist und einen Großteil seiner Funktionen nicht braucht, erhält mit Vox eine interessante Alternative.

Zunächst fällt die große Anzahl an Dateiformaten auf, die Vox bereitwillig abspielt. Das sind u.a. MP3, AAC, Musepack, OGG Vorbis, AIFF, WAV, IT, MOD, XM und S3M. Erfreulich ist die Unterstützung vieler verlustfreier Formate wie FLAC, Apple Lossless und Monkey’s Audio. Eine Umwandlung der Audio-Dateien in andere Formate wie AAC, Apple Lossless und WAV ist ebenfalls kein Problem.

Stöbert man ein wenig in den Einstellungen der Software herum, dann fällt auf, dass dieser kleine Player für audiophile Menschen entwickelt worden ist. So ist es z.B. möglich, Files mit höheren Abtastraten als die üblichen 44,1 Kilohertz abzuspielen, wie sie z.B. auf DVDs vorhanden sind. Der eingebaute Equalizer übersteuert und verzerrt die Musik nicht, wie es der Equalizer von iTunes häufig tut.

Das wirklich besondere an Vox ist aber, dass sogar Hobbymusiker daran Gefallen finden könnten. Denn während der Wiedergabe eines Titels können in Echtzeit verschiedene Effekte hinzugeschaltet werden, die den Klang des Musikstücks verändern. So ist es möglich, Soundsamples mit Effekten wie Time Stretch, Pitch Shift, Chorus, Reverb, Distortion, Echo, Compressor, Flanger und Phaser zu versehen und sie damit auch abzuspeichern.

Bedient werden kann der Player auch bequem über die Menüzeile von OS X. Spielt man ein Musikstück ab, das sich zusammen mit anderen in einem Ordner befindet, werden diese automatisch alle in eine Playlist übernommen. Einen richtigen Playlist Editor enthält die Software allerdings nicht. Dieser soll aber in der kommenden Version 0.30 enthalten sein, genau so wie das bisher nicht mögliche Editieren von Tags und fehlende Tastatur-Shortcuts. Auch fällt leider negativ ins Gewicht, dass die Software unter OS X 10.4 (Tiger) zumindest nicht mehr vollends lauffähig sein soll. Da Vox auf die Programmierschnittstelle CoreAudio zurückgreift, hat sich der Programmierer vermutlich dazu entschlossen, nur die neuere Architektur ab 10.5 (Leopard) zu unterstützen.

Viele weitere kleine Eigenheiten machen die Bedienung der Software sehr angenehm. So verfügt Vox über Unterstützung für Growl, mit welcher der aktuell abgespielte Titel inklusive Cover-Artwork dargestellt wird. Die Farbe und Transparenz des Players kann außerdem über Schieberegler frei eingestellt werden; das dunkle Schwarz ist die Grundeinstellung. Die Software verfügt über eine Anbindung an LastFM und unterstützt somit dessen Scrobbling-Funktion. Alle Details, die zu einem großen Teil unter der Haube liegen, können im Changelog nachgelesen werden. Wer sich mit anderen Nutzern von Vox austauschen und dem Programmierer Lob, Tadel und Verbesserungswünsche mitteilen möchte, kann dies im Support-Forum tun.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass – auch wenn einige elementare Funktionen bisher fehlen – eine Menge Potential in dieser kleinen Software steckt und die klanglichen Fähigkeiten denen von iTunes durchaus überlegen sind. Es lohnt sich also, die Weiterentwicklung von Vox zu verfolgen. Wer dem Programmierer dabei unter die Arme greifen möchte, kann dies mit einer kleinen Spende tun. Sobald ihr die Software ausprobiert habt, würde ich mich über einige Meinungen und Kommentare freuen. Was gefällt euch und was nicht? Was würdet ihr verbessern?

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Update (07.05.): In den Kommentaren wurde netterweise darauf hingewiesen, dass die vorherige Version 0.2.6, die den Tiger-Support noch beinhaltet, noch als Download zu haben ist. Danke, Stefan.

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{ 17 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Doc Sciuk 6. Mai 2010

Großartiges Programm!
Was mir noch fehlt, wenn man das überhaupt von einer so guten Entwicklung sagen darf:
- Etwas weniger Verzögerung bei den Effekten, bis sie eintreten.
- Die Möglichkeit zwei Stücke gleichzeitig ablaufen zu lassen um überblenden zu können. (siehe djay)
- Nicht nur einzelen Lieder auswählen können sondern die ganze iTunes Bibliothek

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Stefan 6. Mai 2010

But will it blend? :D Ne im Ernst, danke für den Tipp. Wenn es schon MOD, IT und XM kann, hoffe ich doch auch auf S3M-Support?

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fidel 6. Mai 2010

Aufgrund der bis dato fehlenden “echten Playliste” verwende ich Cog (http://cogx.org/). Kommt bei weitem nicht an die Funktionsvielfalt von Vox ran … dafür letzlich aber deutlich praktischer zum reinen konsumieren ;)

Macht aber erst so richtig Spaß wenn man innerhalb den Prefs zu den Nightly-Builds wechselt.

Gruss
fidel

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Remus 7. Mai 2010

Cog scheint auch eine gute Software zu sein. Danke für den Tip. Das große Manko von Vox ist derzeit eben noch der fehlende Playlist-Editor. Nur Dateien, die sich gemeinsam in einem Ordner befinden, werden als Playlist behandelt. Da ich die Sortierung meiner Mediathek aber vorher mit iTunes durchgeführt hatte, lässt sich das bisher verschmerzen.

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MacBub 7. Mai 2010

feines geschmeidiges stück software!
ich freue mich auf die Weiterentwicklung…

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Stefan 7. Mai 2010

Die Version 0.2.6 (kann man zum Download noch finden) hat den 10.4 Support noch und S3M wird ebenfalls unterstützt. Und sogar das Konvertieren in AAC (von MOD, usw.) ist möglich … bin begeistert und habe dem Entwickler gleich mal ne Spende zugeschoben.

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Remus 7. Mai 2010

Danke für den Hinweis, Stefan. Ich habe den Artikel um diese Info ergänzt.

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Vali 7. Mai 2010

ich habe Vox seit langer Zeit schon installiert. Grund war für mich die (gefühlt) bessere Klangqualität gegenüber iTunes. Bei unkomprimierten oder lossless Dateien hat man den Unterschied zumindest bis vor kurzem noch extrem gehört.
Leider nutze ich Vox nicht so oft, wegen dem fehlenden Playlist-Support. Genial fände ich, wenn man direkt auf die iTunes Library zugreifen könnte…

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Remus 8. Mai 2010

Hallo Vali,

woran genau machst Du die bessere Klangqualität bei Vox fest? Denn das ist immer ein sehr diskussionswürdiges Thema. Hast Du den Klang jeweils z.B. immer bei ausgeschaltetem Equalizer verglichen?

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ce 9. Mai 2010
Flitze 8. Mai 2010

Danke für den Tipp !!
Ist mein Standardplayer für Mp3 geworden.
Finde die Funktion das ich in einem Verzeichniss nur den ersten Track auswählen muss und trotzdem alle Stücke im Verzeichniss durchskippen kann.
Auch das löschen von Tracks in VOX brauche ich, da ich oft aus Listen Tracks aussortieren muss als DJ.

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martin 10. Mai 2010

ich bin zunehmend unzufriedend mit itunes und habe seit kurzer zeit vox zum musik hoeren im einsatz. ich bin zufrieden. paar kleinigkeiten stoeren mich. vielleicht komme ich dazu, diese im forum anzusprechen. auf meiner aufgabenliste steht es schon. dank diesem artikel. :)

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Richard 17. Mai 2010

Als jemand, der aus der Windows-Welt datei- und playlist-zentrierte Player wie Winamp und Billy gewöhnt ist, mache ich bis heute einen großen Bogen um alle katalogisierenden Musikplayer – mögen Sie nun iTunes, Rhyhtmbox, Banshee oder Exaile heißen. Diese Dinger werde ich erst in meinen Leben lassen, wenn ich eine gründlich durchdachte Archiv-Verwaltungs- und Tagging-Strategie am Start habe.

Bisher habe ich auf meinem Hackintosh ohne Mediatasten Cog verwendet – war ganz zufrieden, habe aber immer eine Kontrolle über die Menuzeile vermisst (arbeite weitgehend docklos). Die in Vox 0.2.7 eingeführten Control-Icons in der Menubar sind für mich das Killerfeature, das mich sofort zum Wechsel bewogen hat! Und was soll ich sagen: Subjektiv klingt der Sound auch besser, weil voller, als unter Cog! Hat hier noch jemand diesen Eindruck? Spektralanalyse anybody?

Habe jedenfalls eben 5 EUR gespendet und hoffe auf weitere Entwicklung. Sobald Vox globale Hotkeys und zumindest einen rudimentären Playlist-Editor bietet, spende oder bezahle ich auch gerne mehr!

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TobyKoch 19. Mai 2010
hahawhynot 26. Mai 2010

Guter Tip! Danke!!
Jetzt fehlt noch ein ähnlich konfortables Bild-Betrachtungsprogramm à la Irfranview…

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sven faxe 11. Dezember 2010

Du könntest dafür z.B. VideoLan nehmen, alle Lieder in VLC hineinziehen, dann VLC-Ablage-Wiedergabeliste speichern, VLC legt dir dann eine m3u Datei an und die ziehst du dann per Drag and Drop auf den VoxPlayer.

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ran 5. April 2011

Habe jedenfalls eben 5 EUR gespendet und hoffe auf weitere Entwicklung.

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