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MacSpeech Dictate – erste Erfahrung eines Einsteigers

21. Februar 2010

Mac Speech Dictate verspricht die Funktionen des PC-Spracherkennungsprogramms Dragon Naturally Speaking auf den Mac zu bringen. Seit Ende 2009 gibt es Mac Speech Dictate auch in deutscher Sprache über den Vertrieb Application Systems Heidelberg für den Mac. Das Programm soll iListen ablösen. Da mir von Dragon nur das Beste erzählt wurde, wollte ich es auch mal für den Mac ausprobieren. Während Dragon schon ab 50,00 € zu bekommen ist, muss man für Mac Speech tiefer in die Tasche greifen und ist mind. 229,00 € los. In der “körperlichen” Version bekommt man dafür auch ein Plantronics-USB-Headset mitgeliefert, für 70,00 € mehr ein Bluetooth-Headset. So kann man gleich loslegen.

Die Installation lief problemlos. Danach gewöhnt man das Programm an die eigene Stimme indem man leichtere Texte vorliest. Man kann mit dem “Wortschatz-Training” dem Programm eigene Texte (Briefe, Geschichten, Blogbeiträge etc.) im Word-Format (u.a., PDF funzt aber irgendwie nicht bei mir) “füttern”. Daraus schließt Dictate auf den vewendeten Wortschatz und analysiert Wort-Häufigkeiten u.ä. Wenn’s mal wieder länger dauert, vor allem bei einer größeren Anzahl von zu lernenden Dateien … keine Sorge, es ist normal, dass auch ein Mac Book Pro 2,4 GHz mit 4 GB RAM eine lange Nacht durchrechnet. Ungeduldige dürfen auch direkt mit dem ersten Diktat loslegen.

Mac Speech Dictate kennt vier Modi: Diktat , Buchstabiermodus, Befehlsmodus und Schlafmodus. Der Diktatmodus dient der normalen Spracherkennung für Texte, aber auch Befehle werden erkannt und mit dem Buchstabier-Alphabet kann man auch einzelne Buchstaben diktieren. Im Buchstabiermodus kann man dann nur noch Einzelbuchstaben diktieren und im Befehlsmodus nur noch besimmmte Befehle wie “Starte Word” o.ä. geben. Im Schlafmodus reagiert Dictate außer auf einen Aufwach-Befehl auf keine Spracheingaben mehr. Die Sprachbefehle scheinen dabei durchaus andere zu sein als bei Dragon und müssen eigentlich auswendig gelernt werden, da sie sich (mir) nicht immer erschlossen haben. So hätte ich vom Gefühl her “Absatz” diktiert, wenn ich will, dass die Enter-Taste gedrückt wird, es heißt aber “Neuer Absatz”. Aber das dürfte die Übung verbessern.

Dictate funktioniert mit den meisten gängigen Programmen zusammen. So kann man in Thunderbird E-Mails diktieren oder einen Brief in MS Word. Dictate stellt aber auch einen eigenen Editor bereit, der auch im RTF speichern kann und schon dadurch von Vorteil ist, dass er ein Teil des Programms Dictate ist.

Wenn sich Dictate erst einmal an die eigene Sprache und “Schreibweise” gewöhnt hat, gehen einfache Texte recht einfach von den Lippen. Der Hersteller weist darauf hin, dass man entweder mit der Tastatur schreiben oder diktieren soll, ein Mischmasch kann zu Problemen führen. So sollte man Wörter, die falsch erkannt wurden, auch nicht einfach mit markieren und entfernen verbessern, sondern den Korrekturmodus bemühen. Für das nächste Mal steigert dies die Wahrscheinlichkeit der richtigen Erkennung. Und Dictate wird einige Wörter falsch erkennen, das sollte man sich ähnlich wie bei einem OCR-Programm vorstellen. Jedenfalls bei den ersten Texten sollte man immer konzentriert mitlesen und direkt korrigieren. Ein falsches (aber existierendes) Wort ist schwieriger zu entdecken als ein einfcaher Tipfpehler. Korrigiert man erst den fertigen Text, ist das eigentlich gemeinte Wort oft schwieriger wiederzufinden. So machte Dictate aus “aufgrund” schon einmal “aus Gold”.

Einige Mankos möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen. Dictate funktioniert nur mit USB-Mikrofonen zusammen. Das ggf. eingebaute Mikro wird ebenso wenig akzeptiert wie solche, die an den eingebauten Mikrofon-Eingang eingeschlossen sind. In Anbetracht dessen, dass ein Headset mitgeliefert wird, ein nachrangiges Problem. Da aber für jedes Mikro auch ein neues Profil erstellt wird (wie etwa auch für verschiedene Benutzer), ist die Einschränkung verständlich. Im Gegensatz zu einigen Dragon-Versionen kann Dictate aber auch keine Sprach-Dateien einlesen, wie sie vielleicht mit einem digitalen Diktiergerät aufgenommen wurden. Eine solche Funktion vermisse ich schon mehr. Nachtrag: Leider stürzt Dictate auch – gerade bei einem längeren Satz – gelegentlich ab. Das wird zwar von Update zu Update besser, aber die Stabilität ließe sich sicher noch verbessern.

Diesen Text habe ich übrigens nicht diktiert. :)

{ 20 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

fidel Februar 21, 2010 um 15:01

Diesen Text habe ich übrigens nicht diktiert.

Und wieso?

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Kerstin Februar 21, 2010 um 15:45

Dieses Programm läuft auf meinem Snow Leo-iMac so gut wie gar nicht. Es läuft genau 1x, nämlich nach der Installation und der Einrichtung des Profils. Dann lässt sich tatsächlich gut arbeiten. Beim ersten Neustart ist es bereits vorbei, weil es einfach nicht mehr startet. Das ist nur durch das Entfernen der plist zu beheben, was eine komplette Neueinrichtung des Profils samt Sprachtraining nach sich zieht. Mit einem Wort – bisher unbrauchbar.
Da ich das Programm gewonnen habe, muss ich mich wenigstens nicht darüber aufregen so viel Geld in den Sand gesetzt zu haben.

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setrok Februar 21, 2010 um 16:00

@fidel: bin nicht allein im Raum, wollte die anderen nicht stören.

@Kerstin: Abstürze muss ich gelegentlich auch verkraften. Das sollte ich vielleicht noch nachtragen. Aber bei mir (noch Mac OS X 10.5.x Leopard) lässt sich Dictate nach einem Absturz wieder problemlos starten. Behebt vielleicht eine Aktualisierung das Problem?

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Colin Februar 21, 2010 um 16:18

Hier http://www.apfelkraft.ch/vb/showthread.php?t=2152 noch ein Screencast zum Programm. Mein Review ist dort auch verlinkt….als Schweizer kann man sowas leider nicht gebrauchen….;(

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Frederik Februar 21, 2010 um 17:52

Man schon kann jedes x-beliebige nicht-USB-Mikrofon, wie z.B. auch das interne MacBook-Mikro über einen kleinen Umweg nutzen:

1. Open-Source-Tool Soundflowers installieren (http://cycling74.com/products/soundflower/)
2. das ebenfalls kostenlose LineIn von RogueAmoeba installieren (http://www.rogueamoeba.com/freebies/)
3. LineIn starten, Input-Device (Line-In, internes Mikro, …) und Output-Device (Soundflower (2ch)) auswählen -> “Pass Thru”.
4. MacSpeech starten und Soundflower als Mikrofon auswählen.
5. Klappt :-)

So rein theoretisch kann man damit auch sein Diktiergerät an den Audioeingang hängen und MacSpeech tippt das Aufgenommene. Aus Ermangelung eines solchen Gerätes, konnte ich es aber nicht testen…

Schönen Nachmittag dann noch…

Fred

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setrok Februar 21, 2010 um 19:26

Hat das eigentlich schon einmal jemand mit einem Sennheiser 166 USB getestet?

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Kerstin Februar 21, 2010 um 20:05

Behebt vielleicht eine Aktualisierung das Problem?

Leider nicht, schon alles versucht.

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setrok Februar 21, 2010 um 20:48

Liegt vielleicht an Snow Leopard, vielleicht wurde Dictate noch nicht angepasst.

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MacMacken Februar 21, 2010 um 22:34

Anwendungen, die ich vor dem Kauf nicht ausprobieren kann, stimmen mich skeptisch – in diesem Fall anscheinend mit gutem Grund … ich hoffe, MacSpeech Dictate macht Fortschritte und erhält vielleicht auch noch Konkurrenz – genau diese Art von Software fehlt auf dem Mac zur geschäftsmässigen Verwendung.

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Fremdfrosch Februar 22, 2010 um 01:02

Hat das eigentlich schon einmal jemand mit einem Sennheiser 166 USB getestet?

Ich habe ein grünes Auto und es fährt gut.

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Tine Februar 22, 2010 um 10:27

NAchdem ich nun auch auf den Schneeleoparden umgestiegen bin, werde ich wohl noch warten mit der Spracherkennung. Auch stört mich, dass ein Headset erforderlich ist, ich hasse die Dinger. Geht das eingebaute Mikro (Mac Book oder I Mac) gar nicht? Oder, hat jemand schon die für das Mac Speech empfohlenen USB Mikros ausprobiert?

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contad Februar 22, 2010 um 12:47

der im Netz verbreitete workaround mit Soundflower-LineIn hat bei mir (wie vielen anderen Usern auch) nicht funktioniert, weder via internes Mikro noch ein (teures) Plantronics Headset (BT). Beim Sprachtraining akzeptiert er auch das 100-te Vorlesen nicht; späteres Diktieren klappt zwar prinzipiell, aber entsprechend hoch ist die Fehlerquote. Wahrscheinlich kommt man um die Verwendung der hierfür zertifizierten Mikros nicht herum, wenn man ganz sicher gehen will. [OS 10.5.8/Intel]

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Martin Februar 22, 2010 um 13:00

Ich bedauere vor allem, dass man per Headset diktieren muss – ich laufe beim Diktieren gerne herum oder diktiere auch unterwegs …

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Oliver Februar 22, 2010 um 18:25

Mit dem Programm Line-In
http://www.rogueamoeba.com/freebies/

kannst du es so einrichten, dass auch das intern Mikro vom Imac oder MB/P funktioniert. Genaue Einsellung sind über Google zu finden.

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Rolf Februar 22, 2010 um 22:28

Seit vielen Jahren benutze ich DragonDictate, insofern hatte ich hohe Ansprüche an das vorliegende Programm.
Die Enttäuschung war ziemlich groß (Verärgerung!) als ich mich dann mit MacSpeech herum ärgern durfte.
Die vielen Abstürze, das unmögliche Handling, die Unfähigkeit das Vokabular mal so nebenbei zu verändern beziehungsweise zu korrigieren, die schwach ausgeprägte Lernfähigkeit, dies hat mich dazu bewogen , kaum noch in meinen iMac zu diktieren; gehe dann einfach hinüber zu Windows und habe ein tolles Spracherkennungsprogramm zur Verfügung, welches mich nur sehr wenig ärgert und im Stich lässt.
Mehr als ein unvollständiges Spielzeug ist dieses Programm wirklich nicht.
Dieser Text wurde mit MacSpeech diktiert, es funktionierte so einigermaßen, einen händisch wäre es sicher schneller gegangen..

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Gudrun Februar 23, 2010 um 13:40

Ich denke aber auch nicht dass es an dem Programm liegt..
grüße Grudrun

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Matt Februar 25, 2010 um 12:02

Also ich habe mal dieses iVox Voice ausprobiert, aber das Sprachtraining war mir einfach zu anstrengend. Da tippe ich doch lieber und laber auf mein Diktiergerät…

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setrok März 4, 2010 um 21:19

Der Hersteller von Dragon, die Fa. Nuance, scheint MacSpeech gekauft zu haben. Vielleicht wird’s ja jetzt besser. Übrigens habe ich mir jetzt ein Sennheiser-USB-Headset (PC 166 USB) gekauft und es funktioniert mit Mac Speech Dictate. Mir scheint sogar es funktioniert besser als das zertifizierte und mitgelieferte Plantronics.

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BlueLions März 7, 2010 um 13:33

Nur zur Info, die Macs haben kein Mikrofon Eingang sonder ein Line-In, spricht es gibt kein Verstärker. Deswegen sind nur USB headsets an Macs nutzbar, weil die eine eigene Tonkarte enthalten.

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setrok März 7, 2010 um 15:41

Deshalb ja auch ein Sennheiser PC 166 USB. :)

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