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E-Book Reader vs. Mac Tablet – ein verschlafener Trend?

Ein Artikel, den ich in der heutigen FAZ (leider ein gesperrter Artikel) las und einige neue Gerüchte über die (hoffentlich bald) bevorstehende Veröffentlichung eines Mac Tablet lassen mir den ganzen Vormittag keine Ruhe.

Der Artikel der FAZ handelt von E-Books und E-Book Reader, von denen insbesondere der Kindle in den vergangenen Woche in den Fokus der Berichterstattung gerückt ist. Genau dieser E-Book Reader ist es, der mich zum Stutzen bringt. Neben dem juristischen Hin und Her, was die Bestrebungen von Google hinsichtlich der Digitalisierung von Büchern angeht, wundert es mich nämlich immer wieder, wie neue Hardware gestaltet wird.

Hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass Mac User zumindest über ein Mindestmaß an ästhetischem Empfinden verfügen und sich an einem minimalistischen, funktionalen Design erfreuen können, scheinen die Hardware-Designer beim immer noch überwiegenden Rest der Bevölkerung zu vermuten, dass dieser an völliger Geschmacksverirrung oder Gleichgültigkeit leide.

Schon damals, als der iPod bereits seinen Siegeszug angetreten hatte und Microsoft mit seinem Zune versuchte, verlorenes Terrain wieder gutzumachen, konnte ich es nicht fassen, dass man ernsthaft glaubte, mit diesem braunen Etwas dem hand- und augenschmeichelnden Meisterwerk aus Cupertino die Stirn bieten zu können.

Nun könnte man denken, dass der iPod als erster mp3-Player auf dem Markt einen nicht wieder aufzuholenden Vorteil gegenüber der einen Tick zu spät erwachten Konkurrenz gehabt habe. Dem war aber nicht so. Apple war bei weitem nicht der erste Anbieter eines mp3-Player. Aber Apple hat sich am besten in die Kundschaft versetzen und deren Wünsche umsetzen können. Mit einem schönen großen Display, mit einer für damalige Verhältnisse riesigen Festplatte und der innovativen weil intuitiven Bedienung per Click-Wheel wurde der iPod damals schnell der beste Freund vieler Musikbegeisterter. Nicht zuletzt das schlichte Desgin und die riesige Auswahl an passendem Zubehör ließen den iPod zum Inbegriff eines mp3-Player werden.

Auch die weitere Entwicklung bis hin zum heutigen iPod Touch und iPhone mit Multi-Touch-Display ist nicht zuletzt einer einfachen, weil intuitiven Bedienung geschuldet.

Als ich heute im Artikel das Foto vom neuen Kindle gesehen habe, der wie sein Vorgänger mit vielen Knöpfen, einem zugegeben technisch vielleicht State of the Art – aber dennoch schwarz-weißem – Display und soviel Rahmen gestaltet wurde, frage ich mich, ob sich wirklich jemand ernsthaft Gedanken um die den guten Geschmack betreffende Aspekte gemacht hat.

Allein die vielen Knöpfe nebst Tastatur (es gibt sogar einen Mini-Joystick) und das Verhältnis von Gesamtgröße zu Display finde ich so sexy wie eine Fernsehtruhe.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Gerüchte um einen Mac Tablet wie eine Erlösung. Schon die Vorstellung, einen 10″ oder 12″ Mac Tablet in der Hand zu halten, der über nur einen Knopf wie beim iPhone / iPod Touch verfügt und der ansonsten über das Multi-Touch-Display bedient wird, würde meine Kaufentscheidung in Richtung Mac Tablet treiben.

Es könnte vielleicht so einfach sein, ein Buch in elektronischer Form zu lesen: Buch aussuchen – touch, Buch öffnen – touch, vielleicht ein Lesezeichen aufrufen – touch, Seite lesen, umblättern – wisch, Buch zuschlagen – touch. Notizen zum Buch machen: doubletouch, Menü öffnet sich usw.

Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass dieser Mac Tablet über einen viel weitreichenderen Funktionsumfang verfügen wird, könnte dies die Versuche von Sony und Amazon, E-Book Reader zu etablieren, im Keim ersticken.

Bisher konnte ich mir noch nicht erklären, weshalb diese – mit Sicherheit zukunftsträchtige – Entwicklung in Richtung E-Books und E-Book Reader von den bisherigen Anbietern ohne Anspruch an ein schickes Design umgesetzt wurde. Ist es Ignoranz, Unfähigkeit oder gar Resignation, weil man vermutet, dass Apple hier mit dem Tablet Mac ein großer Wurf gelingen wird? Oder ist es viel simpler, und man hat einfach wieder einen Trend verschlafen?

26 Kommentare

  1. Ja, eine wirklich tolle Vision, die Du hier schilderst. Und ich denke, dass es nicht mehr wirklich lange dauern wird, bis diese in Erfüllung geht. Und Apple WIRD Erfolg mit diesem Tablet haben. Ohne Frage!

    Nur eine Sache macht mir Sorgen: Ich habe Angst, dass diese ganze E-Book-Reader-Geschichte auf das Tablet beschränkt sein könnte. Der iTunes-Store wäre prädestiniert für einen Büchershop, aber ich möchte nicht noch ein Device haben. Ich haben ein MacBook Pro und ein iPhone. Und ich möchte die Bücher auf meinem iPhone lesen und nicht noch ein Gerät kaufen müssen. Ich hoffe, dass Apple mit der entsprechenden iPhone-Software auch diese Möglichkeit bieten wird.

  2. Die Frage ist nur noch WANN ein Tablet von Apple die Welt beglücken und erneut wandeln wird.

    Davon mal abgesehen, würde das Tablet eventuell eine Lücke füllen oder vielleicht auch den iPodtouch und das iPhone auf lange Sicht hin ersetzten. Da man aber weder über die Produkt-Aufstellung, noch über die Langfristige Produkt-Ausrichtung von Apple bescheid weiss, bleibt es bei Spekulationen.

    Mir persönlich wäre es egal, ob das Apple-Tablet eine eventuelle Lücke zwischen iPhone/iPodTouch und den MacBooks’s füllen würde oder auf lange Sicht hin, diese langsam ersetzten würde.

  3. Ein Gerät mit herkömmlichen LCD Display ist keine Alternative zu einem e-book-Reader mit e-ink Display. Stichwort Kontrast und Stromverbrauch.

  4. Sehe das wie Frank… die e-ink Displays sind perfekt zum Lesen und haben einen geringen Stromverbrauch. Auch wenn das irgendwie unsexy ist.
    Bücher werden heute auch nur mit schwarzer Schrift gedruckt – auch wenn man inzwischen auch farbig drucken kann. ;-)

  5. Das größere Problem sehe ich darin, dass es viel zu wenige E-Books gibt bzw. wenn, dann mit seltsamen DRM-Praktiken. Apple sollte das also von Anfang an in Verbindung mit dem iTunes-Store aufziehen. Dass es Amazon alleine schaffen könnte, E-Books zu etablieren, glaube ich nicht.

  6. Ich sehe auch das Hauptproblem in der Displayart.
    Ich kann einfach weder am iPhone noch am Monitor gescheit über einen längeren Zeitraum lesen, wohingegen ein e-Ink Display die Augen geradezu entspannt, eben wie ein gedrucktes Buch.
    Natürlich wäre ein Tablet mit Farbdisplay und allem Drum- und Dran super, aber wenn ich damit nicht in befriedigendem Maße das tun kann wofür es gemacht ist, hab ich von allen Features wenig.

  7. Kann Dir beim Thema iPod und den kläglichen “Nachahmungen” nur beipflichten. Sehe es auch so, dass Apple da sehr gute Arbeit in Sachen Usability (zumindest was das Teil selbst betrifft) geleistet hat. Auch beim iPhone haben sie besser als jede andere Firma verstanden, ein Produkt zu entwickeln, das den Benutzer glücklich macht und gleichzeitig ganz klar auch Geld einbringt.
    Geb Dir auch recht, dass die bisherigen E-Book-Reader absolute Augenkränkungen darstellen – designmäßig.
    Allerdings ist die Technik der e-ink Displays, wie es Frank schon angemerkt hat, derzeit wohl das einzige um längere Akkulaufzeiten zu gewährleisten. Da würde ein Farbdisplay derzeit einfach nicht konkurrieren können.
    Allerdings schreitet die Entwicklung da ja auch voran.

  8. Design hin oder her… ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, auf solch einem Gerät (egal ob Apple od. Amazon)Zeitungen oder gar Bücher zu lesen.

    Da bleibe ich doch lieber bei diesen, aus Bäumen hergestellten Dingern.

    ps: Ich bin sonst für jeden Technik-Scheiß zuhaben, aber E-Book Reader? Nein, danke!

  9. Mal abgesehen vom E-Ink Display, welches zum lesen wirklich genial ist (und Farben sind meiner Meinung hier nur zweitranig), finde ich das Design des neuen kindle (2) nicht so schrecklich wie du hier schilderst. Im Gegenteil, er wirkt sehr ansehnlich. Ein Mac Tablet würde ich mir wohl auch kaufen – aber nicht um darauf Bücher zu lesen.

  10. Frank hat einen sehr guten Punkt ins Spiel gebracht

    Ein weiter der deine Vorstellung bzgl Apple Tablet zumindest in Frage stellt ist die des darunterliegenden OS’es.

    Wenn das ähnlich iPod Touch / iPhone ein zusammengeschrumpftes “was auch immer ohne echtes Multitasking und co” ist würde dein so toll zusammengereimter Mehrwert der Design-Touch-Apple-Lösung schon viel Komfort verlieren oder ? Geht zumindest mir in der Vorstellung so ;)

    Für meinen Teil greife ich gerne und bewusst zum Buch – da es einen deutlich anderen Ablauf darstellt – u.a. weg vom Monitor und zumindest bei mir auch mit Entspannung verbunden.

    Abgesehen davon – alles in allem der Grundnutzen bzw die Grundfunktion im Vordergrund steht.
    Kommt dann noch ein überdurchschnittles Design hinzu ist das ein toller Mehrwert den man mitnehmen kann – oft für nen klitzekleinen Aufpreis (*g* Apple definiert das oft interessant) – wer aber seine Kaufentscheidung per se am Design festmacht (finde das beim Kindle auch nicht soooo schlimm) hat nen eigenartigen Ansatz.

    Gruss
    fidel

  11. das apples wettbewerb nicht schläft zeigen sony, acer und auch andere hersteller. und auch der zuneHD ist sehr ansehnlich.

    im ebook reader geschäft hat sich auch eingiges getan, vor allem aber B&N hat mit dem nook einen reader am start der bei design und techn. zu überzeugen weis.

  12. Was das Display und die Augenermüdung angeht muss ich den vielen Befürwortern von e-ink vollkommen recht geben. Auf einem hintergrundbeleuchteten Display lässt sich einfach nicht so gut lesen. Sony hat ja bereits ein Gerät, dass auch über Touchfunktionalität verfügt, jedoch kritisieren die Besitzer, dass das Display dadurch an Schärfe verliert und dadurch auch das Lesevergnügen leidet. Wer einen Reader will, der ästhetisch aussieht, der schaut sich evtl. mal den (noch nicht lieferbaren) txtr Reader an (http://reader.txtr.com). Das Gerät wird von einem deutschen Startup produziert. Ich bin gespannt und werde es sicher schnellstmöglichst ordern und testen.

  13. solange es keine standards gibt und keine offenen systeme gibt, bleib ich bei pdf, txt oder analoges buch.

  14. Für mich ist keine dieser Kisten eine wirklich Konkurrenz zum Papier. Gute Bücher brauchen Zeit und Konzentration. Ich sehe keinen Nutzen und auch keinen Fortschritt darin, 1500 seelenlose “Bücher” mit in den Urlaub zu nehmen, die ich nicht anfassen, nicht riechen und nur digital bekritzeln kann.

  15. eBooks sind die nächsten beiden Jahre noch interessant, dann belanglos. Papier ist nicht zu ersetzen, schon gar nicht mit elektronischen Dokumenten. Siehe die bereits ewigdauernden “Lösungen” für das papierlose Büro.
    Und vor allem: warum will ich all meine Bücher mitnehmen wollen? Was soll mir das bringen? Hier mal ein Kapitel, da mal ein Kapitel? Bescheuert.

  16. Also ich will so ein e-Book-Tablett von Apple, aber… Was hier über das Display gesagt wurde ist richtig, daher:

    So ein e-Book-Tablett von Apple müsste derzeit zwei Displays haben, eines auf der Vorder- und das andere auf der Rückseite.

    Das eine Display (LCD oder besser OLED) sollte für farbige Illustrationen (Bildbände), Videos, Spiele und Touch-Eingaben geeignet sein, das andere soll zum entspannten, stromsparenden Lesen (S/W, e-Ink) dienen und kann das Buchcover, Video-Cover etc. oder die aktuelle Seite auch im ausgeschalteten Zustand anzeigen!

    Um zwischen den Display umzuschalten sollte es genügen das Tablett zu wenden, der aktuelle Inhalt würde sofort auf dem jeweils oben liegenden Display angezeigt. (Optional auch durch Druck auf Home auf ein bestimmtes DIsplay fixierbar, für Leute die über Kopf lesen oder sich der Schwerelosigkeit etc. befinden.)

    • Erst einmal vielen Dank für die vielen kritischen und konstruktiven Kommentare!

      Was ich gelernt habe: offensichtlich ist die Akzeptanz für e-Ink Displays größer als ich dachte und dass ein hintergrundbeleuchtetes Display die Augen äußerst anstrengt. Allerdings stelle ich mir bspw. Grafiken und Fotos in s/w schwierig vor, wenn man evtl. Zeitungen oder Lehrbücher auf einem E-Book Reader lesen sollte. Das wiederum hängt natürlich von der jeweiligen Nutzung eines Mac Tablet oder E-Book Reader ab.

      Interessant finde ich die Einstellung zum Buch aus Papier, dessen Fahne hier recht hoch gehalten wird. Diese Diskussion erinnert mich an die Entwicklung Schallplatte vs. CD vs. mp3/AAC/usw. – von “seelenlosen Büchern” wurde geschrieben und es wurde gefragt, ob die nur kapitelweise gelesen werden sollen. Eine Chance wäre doch, dass man für das Studium oder für den Beruf Bücher vollumfänglich dabei haben und damit arbeiten kann, ohne dass man aktenordnerweise kopiertes Papier mit sich führen muss. Oder liege ich falsch, wenn nicht nur den “Roman” als das Buch betrachte, das ich mitführen kann?!

      Andererseits trägt mittlerweile fast jeder eine Musikbibliothek mit sich herum, die vor 20 Jahren drei Regalmeter CDs in Anspruch genommen hat. Allen Unkenrufen zum Trotz legen die Musikhörer weniger Wert auf ein gut gemachtes Cover mit Booklet als die Musikindustrie geglaubt hat. Die Sinnlichkeit des Anfassbaren und Riechbaren ist möglicherweise gar nicht so ausgeprägt.

      Vielleicht kann die Entwicklung eines digitalen Buchs ähnlich betrachtet werden: sollten Wege gefunden werden, ein unangestrengtes Lesen zu ermöglichen, wäre die Akzeptanz vielleicht leichter zu erreichen. Was digitale Musik betrifft, war es anfangs ja auch so, dass die CD und die Musikdatei “verteufelt” wurde, weil sie die Klangspektren nicht 1:1 abzubilden vermögen – was den Siegeszug der mp3-Musik (und Äquivalente) nicht aufhalten konnte.

      Mich freut, dass meine Überlegungen auf soviel ausführliche Resonanz gestoßen sind! Dafür nochmals ein herzliches Danke schön!

  17. Ich bin sehr gespannt auf das oder die Apple Tablet(s), und wenn darunter auch ein günstiges Gerät ist, wird es sicher als E-Mail-Lesegerät und Schnell-mal-was-im-Web-Nachschauen-Device in unserem Wohnzimmer landen.
    Aber sicher nicht zum Lesen von eBooks. Zeitungen mögen, entsprechende Formatierung vorausgesetzt, noch einigermaßen sinnvoll mit einem selbstleuchtenden Display lesbar sein, aber Bücher ganz sicher nicht.

  18. Viele Zeitungen wollen den Kunden doch “Pay-Content” anbieten. Daher vermute ich stark, das wird das neue Steckenpferd von Apple. Ein Reader für Zeitungen und vielleicht auch noch Bücher.

  19. Neben dem Kindle gibt es auch andere “schöne” E-Book-Reader! Z.B. den txtr

    Ich bin überzeugt, dass sich solche Geräte über kurz oder lang durchsetzen werden. In bestimmten Anwendungsbereichen überwiegen einfach die Vorteile gegenüber einem “echten” Buch. Z.B. im Bildungsbereich – warum sollen unsere Kinder unnötigerweise kiloweise Bücher in die Schule und wieder zurückschleppen, wenn es auch einfacher geht.
    Auch bei Zeitungen ist der Vorteil nicht von der Hand zu weisen – schnellere Verfügbarkeit, einfachere Zustellung und kein Entsorgungsproblem.

    Ein E-Book-Reader mit Zusatzfunktionen von Apple wäre bestimmt gut geeignet diese Technologie zu verbreiten – ich denke aber, dass das das Apple-Tablet nicht leisten wird.

  20. Ich hoffe inständig, daß meine Kinder später immer noch richtige Bücher aus Papier mit in die Schule nehmen: Allein schon aus entwicklungspsychologischen Gründen, weil jeder weiß, daß Lernen und Verstehen am besten ohne unnötige Ablenkung und durch sinnliche Eindrücke gelingt.

  21. Wenn ich an all die Vorlesungsskripte in Mathe denk, die sind eh nur s/w, freu ich mich schon auf den Reader.

  22. Wie schon mehrfach hier erwähnt kann auch ich mir ein Apple-Tablet aufgrund des Displays eher weniger als E-Book-Reader vorstellen!
    Vielmehr würde sich aber darauf das Lesen von E-Comics anbieten! Da Comics deutlich weniger Text enthalten und meist von den Farben und Bildern leben, wäre das Lesen solcher auf einem Display viel entspannter als das eines ganzen Buches! Auch das Akku-Problem sollte hier nicht ausschlaggebend sein, da man, wie ich denke, weitaus weniger Zeit für ein Comic verwendet!
    Und letztendlich vermute ich, dass die Amerikaner immer noch genauso verrückt nach ihnen sind, wie man des öfteren schon gehört hat und Apple somit einen recht guten Absatz im iTunes-Store erzielen könnte, falls dort Comics angeboten werden würden.
    Klingt in meinen Ohren zumindest nicht ganz abwegig.

  23. Auf der einen Seite das puristische Design von Apple loben (ist ja ok, der gleichen Meinung bin ich auch) aber dann der Featuritis verfallen. Click, Wisch, Doppelwischt… Alleine die Vorstellung eine Seite mit einem Wisch quer über ein Display zu blättern erzeugt in mir das nackte Grauen. Das muss man sich mal vorstellen, alle 20 Sekunden über das Display zu wischen und vielleicht noch einen “hippen” Überblendeffekt zu sehen der das Lesen mal eben für 5 Sekunden unterbricht. Ein flüssiges kontinuierliches Lesen ist damit doch gar nicht möglich. Für das Blättern braucht es eine Hardwaretaste am besten sogr zwei (es soll ja auch Linkshänder geben) an jeder Seite, dort wo man das Gerät auch festhält während man sich im Sessel lümmelt. Ich hatte vor Jahren mal ein Rocket Ebookreader der von der Bedienung und vom Handling einfach klasse war. Das Display war auch groß genug, leider hatte sich irgendwann der Akku verabschiedet.
    E-Ink Displays sind übrigens große Klasse aber ich hätte gerne eine Hintergrundbeleuchtung um im Zwielicht oder vielleicht sogar unter der Bettdecke (ohne Taschenlampe) lesen zu können, DAS wäre doch ein echter Mehrwert gegenüber einem Buch. :-)

  24. @musicampus: Sehr schön und durchdacht, deine Worte. Ich bin oft selbst einer, der dem Neuen nicht so ganz traut, doch nutze ich sehr viel Neues. Deine Worte helfen, das ganz ein wenig gelassener zu sehen und einfach mal zu schauen was da kommt.

    @Jens: Und ich denke, das Hardwaretasten das unbrauchbarste sind, was man an einem “Buch” brauchen kann. Beim iPhone hätte auch Niemand gedacht, das sich ein Telefon so intuitiv bedienen lassen könnte. Vielleicht ist ein Wisch-Effekt, wie auf dem Home-Screen eine gute Lösung. Ich finde auch die “Effekte” keine Spielerei. Sie täuschen mechanisches Verhalten vor die unseren Sinnen ein besseres Feedback geben. Apple sollte hier auch nicht das iPhone kopieren, sondern – wie es Apples Art ist – das Buch neu erfinden.

    Ich hatte Apple auf dem Mobilfunk-Markt schon lange abgeschrieben. Man konnte bei zehnjähriger Verspätung auch nicht mehr von “Trend verschlafen” reden. Doch, als die Zeit reif war – und die Ideen da waren – sind die mit einem Telefon rausgekommen mit dem ich nicht in zehn Jahren gerechnet hätte. Und den mp3-Player hat Apple auch nicht erfunden, denn den gab es bestimmt schon fünf Jahre auf dem Markt. Dennoch hat jeder zweite heute einen iPod.

    Bei Apple sehe ich das “Trendige” sehr gelassen. Wir alle mögen an Apple, das die Geräte durchdacht und funktional sind. So was braucht seine Zeit. Ich habe keinen Mac, weil ich damit Pionier und Bastler im High-End-Bereich bin, sondern weil er funktioniert und mir die nötige Ruhe gibt, die Dinge zu tun die ich tun muss und möchte.

  25. Ich lese seit Jahren täglich auf Palm-Geräten und jetzt auf dem iPhone (zwischendurch auch mal ein vorsintflutliches Rocket) – ich wäre schon lange zu einem E-Ink-Gerät gewechselt, wenn die nur nicht so sauteuer wären. Das Gerät von txtr oder das Cybook Opus wären was für mich, aber über 300 Euro… das ist es mir wirklich nicht wert.
    Das ominöse Mac Tablet wird wahrscheinlich kein E-Ink-Display bekommen, daher auch nicht DIE Lösung für Ebooks – aber wer weiß, vielleicht steigt ja Apple (genauso überraschend wie damals ins Mobilfunkgeschäft) in den Buchhandel ein. ;)

    @ André: Jens hat schon recht – zusätzliche Hardwaretasten würde ich auch bevorzugen, sind bei einem Buch in allen Lagen und Haltungen einfach bequemer.

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