
Bei The Soulmen steht die neuste Version von Ulysses bereit. Die Jungs von Blue-Tec re-formierten sich unter neuem Namen und wollen in Zukunft ein breiteres Angebot führen. Mit dem neuen Geschäftsmodell ändern sich auch die Preise: Ulysses kostet deutlich weniger als zuvor und mischt damit den Markt der Autorensoftware tüchtig auf. Nur schon, weil Interessenten nicht mehr den Bierkonsum einschränken müssen, um sich den Granddaddy der Mac-Schreibprogramme leisten zu können.
Aber wahrscheinlich wollt ihr eh nur wissen, was es mit dem „Geschrei“ vom letzten Mal auf sich hat.
Genau! Also. Geschrei? Weswegen denn?
Ulysses hat schon immer auf semantisches Schreiben gesetzt. Praktisch heißt das: Nix da mit Schriftschnitten oder gar rudimentärem Layout im Editor. Man legt in den Einstellungen seine Bildschirmschrift fest, fertig. Die Soulmen verwenden eine Markup-Syntax für die Strukturierung von Text und Paragraphen. Der Gedanke dahinter: Während des Schreibens soll sich der Autor nicht darum kümmern, ob er jetzt Hervorhebungen fett, unterstrichen oder kursiv möchte und auch keinen Gedanken daran verschwenden, wie die Überschriften auszusehen haben. Der Schreiberling versieht Wörter und Absätze mit „Ist Überschrift“ oder „Ist hervorgehoben“. Erst beim Export ins Zielformat wird das Markup visuell umgesetzt. Bis dahin: It’s plain text, baby.
Und ja, nicht wenige Autoren stört dieser Ansatz. Jahrelang haben sie ihre Dokumente mit Word zusammengekloppt, mit Command-I Wörter kursiv gesetzt – und auch kursiv gesehen. Vielen fällt die Umgewöhnung schwer. Entsprechend war in den alten Ulysses-Foren nur schon die Erwähnung des Wortes „Italic“ ein Garant für (zivilisierte) Flamewars.
Dabei hat dieser Ansatz entscheidende Vorteile. Ich verweise auf den MultiMarkdown-Artikel von neulich.
Schon in früheren Versionen kamen die Entwickler den Schreihälsen entgegen: Kursiv-markierter Text erscheint auf Wunsch auch in Ulysses kursiv. Aber immer noch mit dem Markup drumrum. Syntax-Highlighting, kurz gesagt; ein Kompromiss, mit dem sich nicht jeder anfreunden kann.
Okay, verstanden. Was gibt’s denn Neues bei Ulysses?
Mehr Evolution statt Revolution. Eigentlich blieb alles beim Alten, was auch gut so ist – Ulysses hat nach über sechs Jahren nicht nur eine solide Benutzerbasis, sondern diente beispielsweise Scrivener in vielen Belangen als Vorbild. Also weshalb ändern, was funktioniert?
Neu hinzugekommen sind unter anderem Lesezeichen und ein HUD für Notizen im Vollbild-Modus. Auch wurde ein uralter User-Wunsch erfüllt: Vorlagen. Da sich Ulysses flexibel an die Projekt-Anforderungen anpassen lässt, ist es praktisch, für verschiedene Arbeiten auch verschiedene Vorlagen zu sammeln – vom Blog-Artikel über Romane bis zu Sachbüchern oder Seminararbeiten.
Und was lässt sich über Ulysses allgemein sagen?
Das Programm kennt keine Hierarchien für die Dokumente eines Projektes, was durchaus sinnvoll ist. Ulysses bietet stattdessen virtuelle Gruppen und Sammlungen sowie Filter an. Damit bastelt man sich entweder von Hand (Gruppen und Sammlungen) oder automatisiert (Filter) eine Struktur zusammen. Es ist natürlich Geschmacksache, ob man so arbeiten will. Wer aber zu Tagging neigt, findet das verständlicherweise super:
„Zeige mir alle Szenen, in denen Peter auf Sarah trifft.“
Oder „Ich will eine Liste aller Kapitel, in denen ich mich über den Jack Russel Terrier erbost habe.“
Oder „Alle Entwürfe, bitteschön.“
Oder kombiniert: „Ich will alle Entwurfs-Szenen sehen, in denen Peter und Sarah sich über den Jack Russel Fucking Terrier aufregen“.
Ihr versteht.
Ulysses zeigt alle Projektdaten in einem einzigen Fenster an. Insbesondere unterwegs möchte man auch bequem arbeiten können. Ergo: Ohne Fenstergeschubse mal kurz eine Notiz erfassen oder in den Rechercheergebnissen wühlen. Materialien können in den Spalten angezeigt werden, während man an der dazu passenden Textstelle sitzt.
Ulysses generiert LaTeX, RTF, Word, PDF und natürlich auch Plaintext. (X)HTML ist leider nicht dabei. Dafür kann Ulysses jedes Kapitel in getrennte Dateien schreiben – nicht wenige Verlage wünschen es so. Im Exporter legt man die Formate für die Ausgabe fest, drückt einen Knopf, fertig ist das PDF inklusive Fußnoten und Bildern. Oder das TeX-Dokument zur weiteren Bearbeitung in einer LaTeX-Umgebung. Oder das RTF mit Notizen und Anmerkungen. Allerdings gibt es da ein Apple-induziertes Problem. Wow, das klingt dramatisch. Mehr dazu weiter unten.
Und nun ja, der Vollbildmodus.

Wäre man gemein, würde man den Soulmen die Schuld für diesen Hype geben. Manche finden es aber praktisch, nicht ständig von Twitter, der Uhr oder blinkenden Growl-Nachrichten abgelenkt zu werden. (Man könnte das Nervige ja auch einfach ausschalten oder den Internet-Stecker ziehen, aber ich schweife ab.)
Damit kratze ich nur an der Oberfläche. Ulysses ist verdammt mächtig. Wenn man sich denn mal eingerichtet hat.
Schön. Was hältst Du persönlich von Ulysses 2?
Als Markup-Freak gefällt mir das Programm ausgezeichnet. Man kann seine eigenen Tags vergeben und so problemlos MultiMarkdown-Dokumente schreiben. Dabei profitiert man vom Syntax-Highlighting in Ulysses. Auch schön: verschiedene Farbschemata. Am Schreibtisch verwendet man ein neutrales Schema, packt das MacBook ein, ab in den Zug. Mist, schlechte Lichtverhältnisse. Kein Problem – anderes Theme auswählen, schon wird’s lesbarer. Für mobile Schreiber definitiv ein Pluspunkt.
Weniger schön: Ulysses hält mehrere Dokumente in Tabs offen. Klingt nicht weiter wild, aber das Dingens ist eine reinrassige Ein-Fenster-Applikation. Mit dem Ergebnis, dass man zwar übers eingebaute Preview-Panel eine Passage aus einem Dokument sichten kann, während ein anderer Text bearbeitet wird – aber man kann nicht in zwei Dokumenten gleichzeitig arbeiten. Ulysses bietet einen Split-Modus, aber der zeigt nur verschiedene Stellen innerhalb eines Textes. Außerdem lassen sich mehrere Dokumente nicht am Stück betrachten und bearbeiten, was meiner Arbeitsweise alles andere als entgegenkommt. Fehlende Funktionen wie „Inhaltsverzeichnis“ lassen sich je nach Anforderung verschmerzen. Ich persönlich jage meine langen Ergüsse später sowieso durch eine Textverarbeitung, die darf sich dann darum kümmern.
Womit wir beim oben angesprochenen Apple-induzierten Problem wären.
Machen wir’s kurz – der RTF- und Word-Exporter von OS X unterstützt keine Stile. Exportierter Text wird „hart“ formatiert. Das ist je nach Herausgeber kein Problem. Manche Leute wollen eh keine richtigen Stile an den Texten kleben haben. Muss man das Manuskript allerdings später selbst setzen, will ein Inhaltsverzeichnis generieren oder erwischt einen „Harte Formatierung verboten!“-Verleger, hat man ein Problem. Ohne eine vernünftige Textverarbeitung, die nach Attributen suchen und dann Stile zuweisen kann, ist man aufgeschmissen. Das ist nicht die Schuld der Soulmen – mal kurz einen eigenen RTF-Exporter zu schreiben ist nicht ganz ohne. Nur heißt das umgekehrt: Ironie-Alarm! Ausgerechnet ein Programm, das dermaßen viel Wert auf semantisches Schreiben legt, muss im letzten Schritt der Arbeit mit dem Konzept brechen …
So oder so: Ulysses 2 ist eine aufgeräumte Schreibumgebung. Wer sich mit semantischem Schreiben abfindet – oder es sogar bevorzugt – kann mit der Applikation glücklich werden. Ausprobieren ist angesagt. Die Demos laufen ohne Einschränkungen angenehme 60 Tage lang.
Ulysses 2 kostet in der Standard-Version € 44,99. Es gibt auch Edu-Versionen und natürlich Updates. Wem das zu teuer ist kann sich das abgespeckte Ulysses Core anschauen: Für € 24,99 erhält man fast denselben Funktionsumfang wie bei der Vollversion. Wenige Optionen fehlen (leider auch PDF- und LaTeX-Export); wer aber z. B. vorwiegend online publiziert, aber offline arbeiten möchte, wird sich nicht großartig daran stören.

{ 22 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }
Vielen Dank für den ausführlichen Artikel. Mich würde die Latex Exportfunktion näher interessieren. Hast Du damit schon Erfahrungen gemacht? Ich nutze Latex für wissenschaftliches Schreiben (Papers, Dissertation, etc.) und bin mit dem Latex GUI auf Mac OSX nicht wirklich zufrieden. Eignet sich Ulysses hierfür?
Nach dem ersten Teaser war ich ja schon hochneugierig auf diese Review
Als Scrivener-User wollte ich schon gerne wissen, was das Original ausmacht. So richtig überzeugt mich Ulysses nach diesem Text jetzt aber irgendwie nicht (was in keinster Weise an der Rezension selbst liegt, die höchst anregend geschrieben ist). Eigentlich will ich mir um Layoutsachen noch nicht einmal auf der Markup-Ebene Gedanken machen. Mir geht es wirklich um ablenkungsfreies Schreiben. Die paar Überschriften etc. layoute ich ganz am Schluss in Mellel, Neo oder Word, das ist ja der Witz hinter dem ganzen Prinzip für mich.
Dass immer drei vier Programme (DevonThink, Bookends, TheHitlist, Browser mit Leo) auf sind, während ich schreibe, stört mich auch eh eher weniger, weil durch Spaces kann ich den Vollbildmodus erhalten und einfach auf einen anderen Space switchen. Deswegen ist die Variante, alles mögliche zum Projekt mit in Ulysses reinzuholen, auch irgendwie nicht der entscheidende Punkt für mich (bei Scrivener nutze ich diese Funktionalität auch so gut wie nicht).
Das mächtige an Ulysses schreckt mich also eher ab, weil ich brauchs eher ein bisschen simpel, aber doch komfortabel – deswegen scheint mir Scrivener ganz ok für mich zu sein.
Hallo! Den letzten Absatz habe ich nicht ganz verstanden; kann ich die Spar-Version tatsächlich nur Online Nutzen? Oder hab ich da was falsch verstanden?
P.S. Gibts die Internet-Seite von Ulysses auch in Deutsch? Englisch geht zwar auch, aber muss nicht
Moin somerus,
Ulysses ist nicht wirklich ein LaTeX-Editor. Man schreibt halt seine Sachen, verwendet Ulysses-Markup für strukturelle Bausteine, und dann kommt der LaTeX-Export.
Das sieht dann so aus, daß man ein bestehendes Template wählt oder eine vorhandene Preamble editiert. Oder eine eigene ins Export-Modul reinkopiert. Man hat dann in der UI noch 5.000 andere Optionen, um das Template zu beeinflussen, von Papierformat über Sprache bis zu Medieväl-Ziffern (Ja, das war ein Hyperbol.) Man kann auch gleich ein Deckblatt in Ulysses entwerfen, wenn man mag, oder ein Inhaltsverzeichnis erstellen lassen.
Es scheint fast so, als wäre Ulysses vorwiegend für LaTeX-Export entwickelt worden. Die deutschen Wurzeln schlagen aus? Jedenfalls – die anderen Export-Module haben nicht mal 10 % der Funktionalität.
Aber gegen Editoren wie TextMate stinkt Ulysses dennoch ab. Jedenfalls dann, wenn man auch gleich selbst in TeX tippseln will, z. B. für Tabellen. Keine Auto-Vervollständigung, keine Makros … Wer wirklich 100 % der Arbeit, incl. Revisionen, in Ulysses erledigen will, ist gut bedient. Aber ein „richtiger“ TeX-Editor bietet halt doch mehr in Sachen TeX. Dafür in der Regel deutlich weniger in Sachen Projektverwaltung.
Ergo: Demo ziehen, rumspielen, abwägen. Man hat ja immerhin zwei Monate Zeit.
Moin Christian,
Spaces ist ein guter Einwurf! Danke! Persönlich habe ich allerdings meine Probleme damit, weil ich dann etwaige Ressourcen erst recht nicht sehe, während ich tippsle – ich muß umschalten. Aber eben, das ist zum größten Teil Geschmacks- und Gewohnheitssache. In Scriv verwende ich persönlich den Split-View exzessiv, um z. B. was aus einem PDF abzutippen oder in einem Dokument die Links zu verwalten, im anderen den Text … Und das, obwohl ich meistens an zwei Monitoren sitze. Jeder arbeitet halt anders.
Und da ist Ulysses meiner Meinung nach in Sachen „eigene Arbeitsweise“ weniger flexibel als eben Scrivener. Aber VIEL flexibler als z. B. StoryMill. Dazu komme ich noch.
In Scrivener kann man einfach losschreiben, in Ulysses auch. Ich denke, generell sollte man sich solchen Applikationen aus 5.000 Metern Höhe nähern. Einfach mal anfangen, später dann nachschauen oder rumprobieren, was noch ginge. Ulysses unterstütz diesen Lernansatz recht gut (trotz der bescheidenen Benutzeranleitung), andere Programme sind da eingeschränkter.
Wenn’s mir nur um einen einzigen zusammenhängenden Text geht, den ich möglichst ohne Ablenkung und Formatierung runterschreiben möchte, dann nehme ich WriteRoom. Mein zweiter Roman entstand auch in diesem Programm; retrospektiv muß ich sagen: Die „Immersion“ war gut, die Konzentration auf das Wesentliche, aber die Überarbeitung anschließend war die Hölle.
Moin tine,
paß ich gleich an. Nein, die läuft natürlich offline aufm Mac. Aber sie eignet sich insbesondere für Leute, die Online veröffentlichen. Das war gemeint.
Roman? Wie heißt er? Und was ist mit Story Mill?
StoryMill kommt als übernächstes Review. Das wird in sofern ein interessanter Artikel, da mich eine Haßliebe mit dem Programm verbindet. Ich habe zwei Roman-Manuskripte damit getippselt (respektive früher noch unterm Namen „Avenir“), war größtenteils glücklich mit der Erfahrung, aber ein paar WTF-Momente hatte ich auch. Die aktuelle Version läuft hier gerade, aber ich brauche noch länger, um was Vernünftiges zu sagen zu können. Ist ja auch nicht so toll, wenn wer mal eine Stunde in einem Programm rumklickt und dann versucht, Vor- und Nachteile darzulegen. Daher kommt zuerst Scrivener dran, einfach, weil ich mich damit am besten auskenne.
Off-Topic:
Ich sitze seit gut zwei Jahren an der Überarbeitung, was wie schon gesagt nicht so geil ist, wenn man in WriteRoom 25 Kapitel als einzelne Dokumente geschrieben hat. Vielleicht sollte ich mich ENDLICH daran setzen, den ganzen Hirnabfall in Scriv oder Ulysses zu importieren, anständig durchzutaggen und dann weiterzumachen …
Der Roman ist noch immer nicht fertig.
OK, Danke Dir für die Einschätzung.
Habe mir jetzt Textmate als Tex-GUI gezogen. Viel besser als TexShop
Sehr interessanter Artikel.
Aus deinen Kommentaren kann man herauslesen, dass du Scrivener wohl am häufigsten benutzt. Ist das auch dein Lieblingsprogramm beziehungsweise gibt es ein Programm das du allgemein empfiehlst?
Danke im Voraus
@Somerus: Ich fand texmaker ganz gut für mac. Kommt eher an Texniccenter ran und ist freeware. Mit TexShop bin ich auch nicht warm geworden. Manche schwören aber drauf. Textmate ist wohl die beste Lösung, kostet halt aber Geld (was es einem evtl. Wert sein sollte, wenn man viel am TeXen ist)
noch was zu Writeroom: Mit Quickcursor kann ich Writeroom in fast jedes Programm einbinden.
Ulysses habe ich mir mal angeschaut. Für Buchautoren sicherlich sehr sinnvoll, wenn man ein in sich geschlossenes Werk schreiben will. Zum wissenschaftlichen Arbeiten fehlt mir die Verbindung zu anderen Dokumentformaten (pdf. etc.), bzw. diese Anzeigen zu lassen (vgl. mit der Vorschaufunktion für vorherige Artikel).
Es hat halt auch den Terminalmodus (vgl. Writeroom) aber für mein Arbeitsfeld ist es nicht so geeignet. Mir gefällt aber die Einfachheit mit den Markups arbeiten zu können und die Exportfunktionen.
Moin Patrick,
ich kann kein Programm allgemein empfehlen. Dazu sind sie im Detail und in der Philosophie zu verschieden. Artikel und Kurzgeschichten würde ich persönlich lieber in Scrivener schreiben, aber ein längeres Buchprojekt … da tendiere ich doch eher zu Ulysses oder zu StoryMill. Scriv kann Drehbücher verwalten, klar, aber da wäre Celtx die bessere Alternative. Insbesondere, weil’s kostenlos und konkret darauf ausgelegt ist.
So oder so ist es eine sehr persönliche Sache. Die ich im letzten Artikel in der Reihe ansprechen werde.
Moin Chris,
danke für Deine Eindrücke! Der fehlende PDF-Support in der Ulysses-Vorschau dürfte für einige ein Problem sein: Einerseits hätte man gerne alles in einer Kiste, aber dann geht’s doch nicht komplett. Da muß man persönliche Prioritäten setzen – ist Markup wichtiger als die Dokumentverwaltung, dann bleibt Ulysses im Rennen. Sonst wird wohl für projektübergreifendes Arbeiten Scrivener geeigneter sein.
Warum würdest Du jetzt für ein Buch zu Ulysses tendieren? Derzeit schreibe ich ein Buch (meine Habilitation) mit Scrivener und fühle mich eigentlich sehr wohl damit. Naja, ich habe ja weiter oben schon kund getan, dass ich Scrivener liebe und Ulysses nicht kenne. Ich werde mit jetzt aber wohl doch mal Ulysses anschauen
Ein Haken für viele an Scrivener + Wissenschaft ist jedenfalls die Frage der Fußnoten. Ist das in Ulysses besser gelöst? Da ich der Klammer-Namen-Zitierweise folge, ist das für mich kein allzu dramatisches Problem, aber manchmal wäre es doch praktisch
Hallo Christian,
mit Scrivener habe ich noch nicht gearbeitet und werde es wohl auch nicht tun. Ich schreibe meine Sachen direkt in Devonthink, da ich dort über die geniale Suche alles an einem Fleck habe. Des Weiteren handelt es sich um meine Diplomarbeit, ich brauche also Sekundärtexte auf die ich verweisen kann und auf die ich schnell Zugriff haben muss.
Wenn ich ein Buch schreiben würde, bei dem ich nicht ständig referenzieren muss, ist Ulysses & bestimmt auch Scrivener sehr gut geeignet, da ich dort ja meine eigenen Notizen/Texte mir schnell über die Vorschau anzeigen lassen kann. Das ist aber Material, dass ich ja schon selbst geschrieben habe.
Ich habe dasdas Setup DevonThink(+WriteRoom)+Bookends. Endformatierung erfolgt dann in LaTex oder Mellel. Fußnoten sind da natürlich ein Thema, die muss ich dann alle nachträglich einfügen, was aber okay ist. Ich denke, dass Ulysses mit einem Markup für Fußnoten und LaTex Export, dass eleganter Regeln kann.
@Chris Danke, schaue ich mir auch mal an…
@Chris Finde sich sogar besser Textmate. Danke für den Tip!
Bin dann doch neugierig geworden und hab mir mal die Demo-Version von Ulysses geladen. Sehr schön verständlich das ganze; Einleitung und Hilfe sind “amerikanisch” sprich, super organisiert und von hoher qualität. Allerdings alles auf englisch. Wer da nicht so sattelfest ist, wird sich eher schwer tun. (vielleicht war ich ja auch nur zu dusselig die deutschsprachige version zu finden.)
Habe das Programm nun schon ein wenig getestet und bin eigentlich ganz zufrieden. Manches scheint mir noch ein wenig kompliziert, vielleicht habe ich aber auch nur den Dreh noch nicht raus. Für alle, die ebenfalls mit dem Programm liebäugeln: besser Pfötchen weg von den Rückstellungen auf Backup. Böse Falle! Auch die gelöschten Texte hab ich nicht wieder finden können. sollten eigentlich bei den “Notizen” auftauchen; tun sie bei mit aber nicht. Sehr mysteriös. Auch hab ich es bislang nicht fertig gebracht ein Projekt komplett zu löschen. Nix mit in den Papierkorb ziehen oder so.
Was schön ist, sind die Einführungsvideos mit den wichtigsten Funktionen. Dadurch bekommt man schnell einen guten Überblick über die Grundfunktionen. Hab allerdings nur eine englische Version gefunden. Ist aber Kleinkindtauglich und erfordert keine technisches Englisch. Geht also ganz gut. Den Support und das Forum hab ich noch nicht getestet.
Bei der Monitor Einstellung find ich etwas schade, dass diese nicht den ganzen Bildschirm nutzt sondern einfach nur die beiden Seitenleisten ausblendet und die Farben hübscht. Einen wirkliche Vorteil hab ich dem Monitor-Dings daher noch nicht herauslocken können.
Aber, es gibt wohl noch viel zu entdecken.
Bin heute über ein weiteres Programm gestolpert, dass sich in dem ablenkungsfreien Schreiben widmet: mytexts von myownapp.com aus Mainz. Kostet nur 14 Euro, man kann im Programm selbst verschiedene Dokumente anlegen und auch Notizen(!). Writeroom finde ich ab und zu noch bisschen rau, mytexts etwas verspielter in der GUI (die Einstellmöglichkeiten habe ich noch nicht ganz verstanden).
PS: Ich habe mich doch noch ein bißchen mehr mit Ulysses beschäftigt. Hat es schon jemand geschafft, aus den Notizen Fußnoten (bei Text) und Bilder (bei Graphiken) direkt in das Latex Dokument setzten zu lassen?
ich glaub, das geht nicht, die müssen hinterher hinzugefügt werden.
http://s3.amazonaws.com/ember/j4doJcu9NfuRA25fvETYQYSNSJWuA91a_m.png
bei Export->Latex->Vorlagen-> bearbeiten scheint man aber “Schlüssel” für Notizen und Bilder einfügen zu können. Ich habe diese Schlüssel aber noch nicht gefunden…
mail an die dev´s ist raus. mal schauen, ob das funktioniert. das wäre der hammer…
So. Hier mal die Antwort, wie man Latex und Ulysses verknüpfen kann
“Hallo Christian,
ich habe Ihnen einmal ein kleines Beispielprojekt mit Fußnoten und einem Bild erstellt: http://www.the-soulmen.com/pub/ulysses/help/Footnotes-de.zip . Das Archiv enthält das Ulysses-Projekt mit einem Dokument und die entsprechende Ausgabe des LaTeX-Exporters. Ich hoffe, dies hilft Ihnen ein wenig weiter.
Zur prinzipiellen Nutzung von Fußnoten und Grafiken (siehe auch Ulysses-Hilfe): Sie können beliebigen Textstilen die Formate “Fußnote” oder “Grafik” geben. Wenn Sie dann zum Beispiel den Textstil mit dem Start- und Endtag ++ im Text verwenden (++testnote++) und in den Notizen den Text ++testnote-Dies ist eine Test-Fußnote++ stehen haben, wird beim LaTeX-Export anschließend an Stelle von ++testnote++ der LaTeX-Tag \footnote{Dies ist eine Test-Fußnote} eingefügt. Sie können den eingefügten LaTeX-Tag für die Fußnoten bzw. Grafiken auch unter Vorlagen > Bearbeiten im LaTeX-Exporter anpassen.
Ich stehe Ihnen auch gern für weitere Fragen per Email zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Dirk Legler”
Klappt prima!
FYI. Ulysses gibt es gerade auf mupromo für 35 dollar. EOM
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