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Farbmanagement 101: Erweiterter Farbraum, Nuklearkrieg und das neue MacBook Pro

ColorSync

„In fact, it’s the nicest display we’ve ever put in a notebook. It has 60 % greater color gamut, which means more vivid colors on the display.“ Ja, Phil Schiller brachte diesen Auswurf tatsächlich an der diesjährigen WWDC-Keynote. Klingt marketingtechnisch ja auch ganz gut, nicht? Mehr Farben! Whee! Daß er damit ausgerechnet auf den sogenannten „Pro“-Notebooks der Firma Apple zumindest symbolisch eine Büchse der Pandora aufgemacht hat, ging irgendwie unter. Büchsig zumindest, bis Snow Leopard nicht nur lieferbar ist, sondern auch stabil läuft.

Aber etwas allgemeiner.

Wide-Color-Gamut – kurz WCG – bezeichnet Wiedergabegeräte, die einen größeren Farbraum abdecken können als allgemein üblich. Erweiterter Farbraum, also. Oft redet das Marketing auch von „AdobeRGB-Bildschirmen“, um sich gegen die ach so veralteten Pöbel-sRGB-Geräte abzugrenzen. Das mag jetzt alles sehr zynisch klingen, also möchte ich es ein wenig relativieren:

Bildschirme mit erweitertem Farbraum haben definitiv ihre Daseinsberechtigung. Wer zum Beispiel mit seiner Kamera eh in AdobeRGB schießt, oder im Print-Bereich tätig ist, freut sich sehr über einen Monitor, der sich deutlich besser für diesen Einsatzzweck eignet. Diese Menschen setzen aber in der Regel auch konsequent Farbmanagement ein. Der gemeine Benutzer nicht. Auch, weil selbst in OS X 10.5 gewisse Basisfunktionalitäten wie QuickTime nichts mit Farbmanagement anfangen können. Und hier gehen die Probleme los.

Probleme? Wie jetzt?

DVDs kommen ohne Farbprofile. Spiele sowieso. QuickTime unterstützt erst ab Snow Leopard ColorSync (das Color-Management-Modul in OS X). Für viele Bildbetrachter und Webbrowser ist Farbmanagement ein Fremdwort. Was heißt das konkret für den Anwender? Gemietete und gekaufte Filme in iTunes, eigene DV-Filme in iMovie, DVDs, Spiele, Webseiten, selbst der Desktop werden unverwaltet an den Monitor geschickt.

Was bei WCG-Bildschirmen heißt: Willkommen, ihr nuklearfarbenen Herrscher aus der Zukunft!

(Etwas neutraler ausgedrückt: Wer schon immer an seinem PC mit NVIDIA-Grafikkarte die Digital Vibrance auf den Höchstwert gestellt hat, wird sich freuen. Wer gerne ein neutrales Bild auch außerhalb von farbmanagement-fähiger Software hätte, eher nicht.)

Für geldverdienende Anwender, die auf einen bestimmten Farbraum wie eben z. B. sRGB setzen müssen, kommt erschwerend hinzu: Je mehr man einen Monitor in Software verbiegen muß, damit die Farben „passen“, desto mehr Farbauflösung geht verloren. Aus gutem Grund setzen Profi-Monitore wie von Eizo und NEC auf eine Farbraumemulation in Hardware. Dito viele LCD-Fernseher. Die allermeisten aktuellen WCG-Bildschirme, mit Einschränkungen auch die neuen MacBook Pro-Displays (Link zu Kommentar), jedoch nicht. Bei besseren Monitoren kann man sich gegebenenfalls mit der 6-Achsen-Korrektur behelfen. Aber auch das wird man bei einem Apple-Gerät nie finden.

Es ist klar – WCG-Bildschirme werden schon recht bald die Norm sein. Bei manchen Panel-Herstellern machen sie bereits den größten Teil der Produktion aus. Apple muß also früher oder später den Sprung wagen.

Aber dennoch sollte man sich fragen: War es jetzt nicht doch zu früh, die Weichen zu stellen? War das ein marketingtechnischer Schachzug, vielleicht? Ist es wirklich sinnvoll, ein TN-Panel mit einem WCG-LED-Backlight auszustatten, nur um sagen zu können: „Jo, wir haben jetzt noch knalligere Farben“? Obwohl das eigene Betriebssystem die Farben nur ansatzweise in Zaum halten kann?

Die ersten Reaktionen auf die neuen Monitore lesen sich durchmischt. Viele frische Besitzer der MacBook Pros sprechen von „sehr intensiven Farben“, manchmal mit Enthusiasmus, manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. Die c’t drückte es in Heft 11/2009, ab Seite 64, ein wenig verhaltener aus:

Dank Wide-Gamut-Technik leuchtet Grün und Rot etwas kräftiger als bei den meisten Desktop-Monitoren, herkömmliche Notebooks übertrifft es bei weitem. Der Farbraum geht über sRGB hinaus und kommt fast an AdobeRGB heran, lediglich Bildschirme mit RGB-LED-Blacklight (siehe Seite 68) zeigen noch intensivere Farben. Fotos stellt das Display allerdings überzeichnet dar, weil Apple kein passendes Monitorprofil installiert – der Anwender muss sich mit Colorimeter selbst eins erzeugen oder beispielsweise das des Dell-Monitors 2709W mit ähnlichem Farbraum herunterladen.

Die Photos werden auch in den allermeisten Web-Browsern überzeichnet dargestellt. Egal, ob man ein passenderes Bildschirm-Profil besitzt. Picasa und Konsorten … nun ja. Darüber habe ich ja schon geschrieben.

Das Problem für Anwender, die gerne Ihren neuen Monitor kalibrieren und profilieren möchten: Ältere Kolorimeter kommen mit mit dem erweiterten Farbraum nicht klar. Das betrifft insbesondere die populären Spyder-2 und i1-Display-Geräte. Wer also noch eines dieser Kolorimeter besitzt, kommt um eine Neuanschaffung nicht herum. Oder aber, man lädt sich ein Fremdprofil wie von der c’t empfohlen herunter. Was spätestens dann zum Problem wird, möchte man gerne andere Zielwerte fürs Display haben, um zum Beispiel an seinem Arbeitsplatz mit Normlichtlampe vernünftig arbeiten zu können. Oder weil der externe Monitor halt auf andere Werte eingestellt ist und man es nicht sonderlich geil findet, daß der eine Monitor bläulicher als der andere leuchtet.

Das zweite Problem: Das bringt eh alles nichts, wenn die einzusetzenden Applikationen – oder halt die Inhalte – nicht für Farbmanagement ausgelegt sind. Das betrifft Benutzer von VLC genau so wie Menschen, die mit Safari im Web rumsurfen. Das betrifft alle YouTube-Videos und zur Zeit noch alle iTunes- und DVD-Filme.

Und nun?

Ja, wie sieht die Lösung aus? Schwierig. Man bräuchte, wie in meiner ersten Kolumne zu diesem Thema angedeutet, konsequente Farbmanagement-Unterstützung in ALLEN Applikationen. Was sich einfacher anhört, als es tatsächlich ist. Apple geht mit Snow Leopard und dem neuen QuickTime X einen ersten Schritt in diese Richtung. Hoffen wir, daß die Jungs und Mädels aus Cupertino noch nachlegen werden. Und nicht darauf setzen, daß sich viele „Consumer“ an den krassen Farben erfreuen werden – insbesondere nicht bei Notebooks, die den Zusatz „Pro“ tragen wollen.

Autor:

Geboren im schönen Jahr 1975 in der noch schöneren Schweiz, lebt Sascha nach einigen Jahren im auch ziemlich schönen Niedersachsen jetzt im wirklich schönen Kanton Thurgau. Er versucht sich seit einiger Zeit als freischaffender Autor, Schriftsteller und Fotomensch. Da er aber auch zwischendurch ein Bier konsumieren möchte, führt ihn das Finanzamt unter der Berufsbezeichnung «Texter». Könnte schlimmer sein.

26 Kommentare

  1. Irgendwie versteh ich nicht so ganz das Problem.
    Warum will man einen Film mit einem bestimmten Farbprofil sehen?
    Also ich verwende die Farbprofile nur in den Adobe-Produkten (muss ja auch so sein).

    Aber mich hätte es noch nie gestört, dass die Farben in VLC, o.ä. anders sind.

    Oder missverstehe ich dich da komplett?

  2. Moin wazi,

    als Konsument will man einen Film nicht unbedingt mit einem bestimmten Farbprofil sehen – aber auch nicht maßlos in Grün- und Rottönen übersättigt. Stell Dir „The Matrix“ mit einem satten Grünstich vor. Vorgesehen war eigentlich ein subtiler Grünton / subtiles Grün-Thema. Nicht knallig-karneval-farbig.

    Unzählige Photographen regen sich schon auf, wenn in ihrem Portfolio mal ein Photo „dank“ Windows / Mac eine gewisse Tonwertverschiebung im Web hat. Mit WCG-Monitoren und Browsern ohne Farbmanagement kannst Du Dich als Künstler komplett von deinen Ideen betreffend Stimmung und Subtilität verabschieden.

    (Nicht, daß das im Web nicht eh schon immer schwierig war; aber mit WebKit und Safari auf Windows sowie der CMM-Unterstützung von Firefox 3 zeichnete sich zumindest langsam ein Sinneswandel ab. Den Google mit Chrome komplett ignoriert.)

    Ich gebe es schon zu – das ist ein wenig ein „Pet Peeve“ von mir. Geek-Talk, wenn man so mag. ;)

    Aber ich zitiere nochmals die c’t:

    Fotos stellt das Display allerdings überzeichnet dar.

    Oder Denis von prad.de:

    Auch Spiele müssen ohne Farbmanagement auskommen und präsentieren sich entsprechend bunt. Das muss, je nach Spiel und Betrachter, nicht störend sein – kann es aber. Besonders betroffen ist allerdings die Videowiedergabe. So definiert Rec.709 für HDTV einen Farbraum, der die gleichen Primärfarbpositionen wie sRGB aufweist. Die “farbenfrohe” Wiedergabe ist garantiert, hat aber wenig mit der gewünschten Bilddarstellung zu tun.

    Wenigstens scheint sich Apple des Problems bewußt zu sein. Weshalb sonst wurde an der Keynote „ColorSync“ in den Bullet Points als neues Feature von QuickTime X präsentiert?

    Ich bin gespannt, wie Microsoft mit WCG umgehen wird. Bei Vista hat sich in Sachen Farbmanagement schon recht viel getan, sie sind jetzt etwa auf dem Niveau von OS 9 (ja, das war ein Hyperbol). Auf Windows 7 bin ich gespannt.

  3. Moin wazi

    Vielen Dank für die ausführliche Erklärung, jetzt versteh ich es besser :-)

    Mir ist das nur noch nie aufgefallen, denn in der Redaktion ist nur mein Hauptmonitor kalibriert und der Nebenmonitor ist auf einer Standardeinstellung. Und auf dem Nebenmonitor sind ohnehin nur meine Paletten, oder eben Internet, Mails, usw…

  4. also ich bin reiner Anwender und hab mit Farbprofilen (zum Glück!) nichts zu tun, aber die Erklärung und Ausführungen fand ich sehr gut und prima nachvollziehbar!

    Vielleicht etwas OT aber was mich zum Beispiel stört ist die Tatsache, das mein MacBook Pro Bildschirm (wenn als Desktop genutzt) neben meinen Samsung 0815 Bildschirm weder die gleiche Lichtstärke noch annähernd ähnliche Farben erzeugt.

    Wenn man da lange vorsitzt ist das schon irritierend. Hat doch auch was mit diesen Techniken im Hintergrund zu tun, nicht wahr. wenn es durch die neuen Bildschirme noch schlimmer wird, werde ich mir beim nächsten Neukauf vermutlich kein MacBook PRo mehr holen…

    Vielen Dank!

  5. Moin Orcas,

    das mit den unterschiedlichen Eindrücken in Sachen Helligkeit und Farbeindruck (eigentlich Farbtemperatur) läßt sich relativ einfach in den Griff bekommen. Allerdings bringt das nur etwas, wenn Du Dein MacBook Pro vorwiegend in dieser Umgebung einsetzt. Also sozusagen als mobiler Desktop, an vielleicht ein, zwei Arbeitsplätzen. Sobald Du gezwungen bist, wegen ständigen Zugfahrten oder Außenterminen ständig am Backlight rumzuschrauben, geht’s natürlich in die Hosen.

    Ansonsten hindert Dich nur wenig daran, Dein MBP etwas an den externen Monitor anzunähern. Oder anders rum. :)

    Ich wollte mit diesem Beitrag eigentlich niemanden davon abschrecken, die neuen MacBook Pros in Betracht zu ziehen. ;) Es geht mir eher darum, daß man sich bewußt wird, worauf man sich gegebenenfalls einläßt. Und vielleicht auch zu hinterfragen, ob Apple da klug oder nur marktwirtschaftlich gehandelt hat. Auch, weil z. B. die PowerBooks bei Designern und Photographen äußerst beliebt waren. Insbesondere das 12″-Teil …

    „Gegebenenfalls einläßt“? Nun ja – wie schon die Glossy-Diskussion gezeigt hat, sowie die aktuelle Strategie von Dell betreffend Monitoren, freut sich ein großer Teil der Kunden über „kräftige Farben“. Ich habe genug Bekannte, die sich immer wieder wundern, wenn sie mal in einem Atelier sind und die Proof-Monitore der Illustratoren sehen: „Das ist ja alles so … bland“.

    Aus der Perspektive kann ich Apple gut verstehen. Paßt ins Schema – zuerst das MacBook nur mit glossy Bildschirm, beim MBP als Option; dann Glasplatte und Glossy für alle. Und für die Leute, die echt nicht wollen, gibt’s halt noch die $ 2.500-Option 17″ MacBook Pro …

    Ich finde es bezeichnend, daß doch so einige Photographen in meinem Bekanntenkreis gerade von Aperture auf Lightroom wechseln, damit sie sich beim Rechner-Ersatz ein Thinkpad oder ein Latitude organisieren können, ohne gleich den ganzen Workflow über den Haufen zu schmeißen.

  6. Ich finde das super, denn endlich wird das Problem für die Masse sichtbar und damit dringend! Da ich mit Fotos arbeite, habe ich eh einen Eizo mit erweitertem Farbraum an einem (alten) MacBook und sehe die Effekte täglich. Ich hoffe sehr, dass Apple bald auf die naheliegendste Lösung überhaupt kommt: Anwendungen ohne jedes Farbmanagement müssten einfach als sRGB behandelt werden.

  7. Schön, dass die “Masse” endlich wieder ein Problem hat, von dem sie gar nicht wusste, dass es existiert.
    Ganz ehrlich 99,xxx% der Nutzer brauchen nicht ansatzweise etwas von der Haarspalterei (zu wissen).
    Ich betreue ca.25 Macs in diversen Agenturen und wenn ich sehe, das die User, die täglich 10 Stunden und mehr davor sitzen noch nicht einmal 20 Prozent der Möglichkeiten des Betriebssystems (Dashboard, Spaces, Timemachine, Expose – was isn das???) nutzen, kommt mit die Betrachtung doch sehr speziell vor – der “Masse” ist es schlicht wurscht.

  8. …der “Masse” ist es schlicht wurscht.

    Dann hat Apple wohl auch Recht, wenn sie behaupten, dass die Masse auf Glossy steht.

  9. Danke für den guten Artikel.

    Ist es nicht so dass Safari Farbmanagement beherrscht? Kann mich da dunkel an etwas erinnern. Natürlich muss in den Fotos ein Profil eingebettet sein.

    Habt ihr eine Ahnung ob das Spyder3Studio Set mit dem erweiterten Farbraum gehen kann? Sollte es eigentlich. Ich hab noch den ersten Spyder zu Hause. Möchte mir aber dann zu meinem neuen 15″ mbp die Spyder3Studio zulegen.

    Ach ja, ich gehöre nicht zu der “Masse” welche glossy bevorzugt… ;-)
    lg pfk

  10. Moin Holger,

    Ganz ehrlich 99,xxx% der Nutzer brauchen nicht ansatzweise etwas von der Haarspalterei (zu wissen).
    Ich betreue ca.25 Macs in diversen Agenturen und wenn ich sehe, das die User, die täglich 10 Stunden und mehr davor sitzen noch nicht einmal 20 Prozent der Möglichkeiten des Betriebssystems (Dashboard, Spaces, Timemachine, Expose – was isn das???) nutzen, kommt mit die Betrachtung doch sehr speziell vor – der “Masse” ist es schlicht wurscht.

    Damit legst Du den Finger auf ein Kernproblem der neuen „Pro“-Reihe – sind das noch „Pro“-Notebooks, oder halt „Consumer“-Geräte? ;)

    Und wegen den 20 % der ausgenutzten Features – nun ja. Den Monitor starrt man eigentlich immer an. Wie das dann u. U. mit einem WCG-Display geht, kannst Du oben bei Raven nachlesen.

    Aber wie schon in meinem ersten Kommentar geschrieben – mir ist schon klar, daß das ein wenig ein Geek-Problem ist. ;) Allerdings, wie auch schon gesagt, scheint sich Apple dessen doch bewußt zu sein. ColorSync in QuickTime X? Wozu, wenn es Otto Normaluser eh nicht merkt? Und dann an der WWDC gleich als dritter Punkt bei den Neuerungen in der Präsi?

    Moin pfk,

    Ist es nicht so dass Safari Farbmanagement beherrscht? Kann mich da dunkel an etwas erinnern. Natürlich muss in den Fotos ein Profil eingebettet sein.

    Das ist genau das Problem. Weil Safari / WebKit nur profilierte Bilder farbverwaltet (und dann auch nur JPEG), aber nicht HTML/CSS, hat es sich schon vor Jahren eingebürgert, daß man Bilder in der Regel OHNE Profil ins Netz hängt. Das dürfte auf die große Masse der Bilder und Photos im Netz zutreffen, auch heute noch. Firefox 3 macht’s da konsequenter: Hat ein Bild kein Profil, geht er (mit aktiviertem Farbmanagement) einfach von sRGB aus. Safari / WebKit schickt’s als RGB an den Monitor.

    Habt ihr eine Ahnung ob das Spyder3Studio Set mit dem erweiterten Farbraum gehen kann? Sollte es eigentlich. Ich hab noch den ersten Spyder zu Hause. Möchte mir aber dann zu meinem neuen 15″ mbp die Spyder3Studio zulegen.

    Die Spyder3-Hardware kann recht gut mit dem erweiterten Farbraum umgehen. Dabei ist es relativ egal, ob man die Pro, Elite oder Studio-Version kauft – das Kolorimeter ist dasselbe, nur die Software ist anders.

    Allerdings macht gegebenenfalls die Glasplatte vor dem Display Probleme. Müßtest Du ausprobieren, ob die Ergebnisse für Dich ausreichend sind. Ich würde entsprechend vorschlagen, Dir zuerst einmal eine Spyder3 irgendwo auszuleihen.

  11. Mahlzeit!

    Hmmm… Ich häng das book eh noch an meinen externen Monitor. Der Kauf ist also mehr oder weniger beschlossen. Dass mit der Glasplatte hab ich mir auch schon gedacht. Na mal schaun.

    Ein durchgehendes Farbmanagement von allen Programmen unterstützt ist wohl Wunschdenken. Vor allem bei der heutigen mobilität. Ständig wechselnde Lichtbedingungen usw. Welcher “Ottonormalverbraucher” hat lust sich ein Kolorimeter zu kaufen und den Monitor ab und an mal zu kalibrieren.

    Da wäre eine Welt mit fix eingebauter Harware Farbraumemulation in books und automatischer Kalibrierung je nach Umgebungslicht wünschenswert. Leider würden dann die Kosten explodieren und auf der Welt gibt es weit größere Probleme zu lösen.

    lg pfk

  12. > Schön, dass die “Masse” endlich wieder ein Problem hat, von dem sie gar nicht wusste, dass es existiert.

    Nochmal zum Mitdenken: Da in Zukunft quasi jeder MBP-User mit zu bunter Anzeige da steht, ist Apple zum Handeln gezwungen und löst das Problem hoffentlich einmal für _alle_. Zuvor war nur die Gruppe der Nutzer betroffen, die eins der immer weiter verbreiteten externen Displays mit erweitertem Farbraum erworben haben (ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt), so dass zur Zeit eine Minderheit ein unlösbares Problem hat (das noch dazu kaum jemand auch nur begreift).

    > Das ist genau das Problem. Weil Safari / WebKit nur profilierte Bilder farbverwaltet (und dann auch nur JPEG), aber nicht HTML/CSS, hat es sich schon vor Jahren eingebürgert, daß man Bilder in der Regel OHNE Profil ins Netz hängt.

    Najein, PNGs und GIFs, die ja eh kein Farbprofil enthalten können, werden eben verrückterweise trotzdem als sRGB interpretiert und entsprechend korrigiert! Siehe Test 3: http://foto.beitinger.de/brows.....index.html

    Genau solch Verhalten wünsche ich mir auf OS-X-Ebene: Alle Anwendungen, die sich selbst nicht die Bohne um Farbmanagement kümmern, sollen schlicht als sRGB behandelt werden. Das kann doch für Apple nicht so schwer sein - hey, man kann schließlich sogar mit einem Tastendruck den kompletten Bildschirm invertieren!

  13. Mahlzeit, Raven,

    Najein, PNGs und GIFs, die ja eh kein Farbprofil enthalten können, werden eben verrückterweise trotzdem als sRGB interpretiert und entsprechend korrigiert! Siehe Test 3: http://foto.beitinger.de/brows.....index.html

    Danke für die Seite! *bookmark* :)

    Das ist hier eigenartig. Wie erwartet werden bei mir die GIFs einfach direkt in den Monitor-Farbraum geschickt, die unprofilierten PNGs werden irgendwie verwurstelt, sehen aber anders aus als die profilierten PNGs und JPEGs …

    Allerdings fahre ich meinen Eizo mit L*, nicht mit der sRGB-Tonwertkurve. So oder so scheint Safari unprofilierte PNGs anders zu verwalten als PNGs mit sRGB-Profil. Es scheint so, daß nur die profilierten PNGs komplett durch ColorSync geschleust werden, die unprofilierten PNGs eher nicht.

  14. Wer auf MacUser.de unterwegs ist und mal Kommentare betreffend der Farben lesen will: hier starten.

    http://www.macuser.de/forum/f1.....ost5255020

    Passend fand ich vor allem das hier:

    Nein, das ist kein Google-spezifisches Problem. Blau wirkt insgesamt violetter.
    Beim Adium-Icon habe ich das Gefühl es will mich anspringen, weil es so grell ist. Die Farben sind insgesamt satter, lebendiger.

  15. Keine Ahnung ist auch eine Ahnung.
    Die Apple Displays haben vorher nicht mal sRGB abgedeckt – ich schätze das auf ca. 40% sRGB. Wenn sie jetzt einen 60% größeren Farbraum haben, kann man sich freuen, wenn sie jetzt überhaupt erst mal sRGB annähernd vollständig abdecken.

    Das ganze Gequake über Wide-Gamut hättest du dir also sparen können. Zumal das in den Books TN-Panels sind und sicher keiner auf die Idee komme würde, mit TN-Panels mehr als den sRGB Frabraum abzudecken.

    60% größere Farbraum heißt nicht größer als sRGB, sondern größer als der Mini-Farbraum, den Apple vorher immer abgeliefert hat.

  16. Moin Keine Ahnung,

    zwei Dinge: Erstens geht’s hier um die WCG-Problematik allgemein, einfach am Beispiel der neuen MBP.

    Und zweitens, nun ja, Du hast das c’t-Zitat schon gelesen, oder? Hier nochmals:

    Dank Wide-Gamut-Technik leuchtet Grün und Rot etwas kräftiger als bei den meisten Desktop-Monitoren, herkömmliche Notebooks übertrifft es bei weitem. Der Farbraum geht über sRGB hinaus und kommt fast an AdobeRGB heran, lediglich Bildschirme mit RGB-LED-Blacklight (siehe Seite 68) zeigen noch intensivere Farben.

    Ich habe nichts gegen Kritik, aber dann solltest Du bitte auch den Artikel lesen. Okay? Okay. :)

  17. I”ch hoffe sehr, dass Apple bald auf die naheliegendste Lösung überhaupt kommt: Anwendungen ohne jedes Farbmanagement müssten einfach als sRGB behandelt werden”

    Genau das ist das Problem: ungetaggte Fotos werden mit Monitor RGB wiedergegeben. Richtig wäre mit sRGB. Gab es so eine Einstellung nicht schon mal in System 9.1?
    Das kann Safari nicht, nur Firefox (wenn man es konfiguriert).

    Und weiter: Flash kann kein Farbmanagement. Adobe, mach deine Hausaufgaben.

  18. Zu Flash: Ich habe mir (inoffiziell) sagen lassen, daß Farbmanagement auf dem Plan stehe. Ob über die CMM der Plattformen oder über das Adobe-CMM, und WANN, das scheint jedoch noch offen zu sein …

  19. …der “Masse” ist es schlicht wurscht.

    Dann hat Apple wohl auch Recht, wenn sie behaupten, dass die Masse auf Glossy steht.

    …da hatte ich gerade jemanden da – sie arbeitet als Designerin am Apple ( in diesem Fall ein sterbendes Lombard, auf dem sie 500MB Dateien in Photoshop 7 bearbeitet ) – die noch nicht mal wusste wie genau ” speichern unter” funktioniert, aber ein neuen Rechner mit Glossy wollte sie nicht kaufen/haben….

  20. Happy happy joy joy.

    Da empfehle ich Besitzern von WCG-Monitoren seit Monaten Firefox 3, und was macht Mozilla?

    Neues CMS beim 3.5 (qcms statt wie zuvor lcms) ohne Unterstützung von ICCv4-Profilen. Die „Regression“ wurde bereits im Mai gefixt und in den Trunk eingespielt, hat’s aber nicht mehr in die Final geschafft.

    Entsprechend groß das Geschrei bei den WCG-Benutzern.

    Hoffen wir auf ein baldiges 3.5.1 …

  21. Vielen Dank für den sehr gut recherchierten Artikel.

    Ich möchte hier eine Beobachtung äußern: seit meinem 15′ Mid 09 schraube ich täglich an meiner Monitorkalibrierung rum. Das kenne ich gar nicht von mir und ich bin seit Titanium dabei :-(
    Ich habe jetzt einige Profiles von Anderen ausprobiert und bin echt ein bisserl am verzweifeln.
    Anscheinend hängt die Kalibrierung entscheidend vom Umgebungslicht ab, wo das Laptop benutzt wird.
    Ich habe das Gefühl “Aplle hat mit dem erweiterten Farbraum die Büchse der Pandora geöffnet” trifft den Tatbestand ganz richtig.

    Bin mal gespannt ob Apple darauf irgendwie auch adäquat nachlegt…

    Grüße

  22. Hi!

    Also ich hab kürzlich ein 15er Pro Macbook kalibriert + profiliert. Auch den nativen Farbraum raus gemessen. Extrem gut passend für sRGB – von WCG habe ich da nichts gemerkt!!
    auch hier sieht man ein ähnlich gutes Ergebnis:
    http://www.notebookcheck.com/T.....773.0.html
    http://www.notebookcheck.com/T.....779.0.html

    Also alles bestens! Habe noch nie so ein hervorraggendes Notebook Display gesehen. Man muss schon ganz genau schaeun, dass man den Unterschied der Profilierung sieht.

    SG

  23. Hi!

    Also ich hab kürzlich ein 15er Pro Macbook kalibriert + profiliert. Auch den nativen Farbraum raus gemessen. Extrem gut passend für sRGB – von WCG habe ich da nichts gemerkt!!

    Naja, gerade ein MBP 13″ ausgemessen:

    http://www.nggalai.com/images/.....cgahoi.jpg

    Farbig der sRGB-Farbraum, grau das MBP-Display. Welches wohlgemerkt in der Grafikkarten-LUT auch noch tierisch zurechtgebogen wurde, um auf 5500 K zu kommen und entsprechend Farben eingebüßt hat … „native“ wäre der Farbraum noch ein bisserl größer, aber schon so erkennt man gewisse Probleme bei unprofiliertem Content – insbesondere in den Grüntönen (da da das Auge am empfindlichsten ist), aber halt auch im violett-blauen Bereich.

    Ansonsten muß ich auch zugeben – das bisher beste Notebook-Display, das ich gesehen habe. Und sauhell, läßt sich aber in den Griff bekommen. Nur interessiert das auch unter Snow Leopard meine DVDs eher wenig, ganz zu schweigen von grünen Icons in der Dock. ;)

  24. Pingback: Farbmanagement 101: ColorSync, 10.6.1, mehrere Monitore und rote Köpfe - apfelquak

  25. Update zum MacBook Pro: Ich habe die EDID ausgelesen und durchgerechnet. Das 13er bietet entsprechend ab Fabrik:

    NTSC: 71,0 %
    AdobeRGB: 74,3 %
    sRGB: 100,2 %.

    (Zum Vergleich ein „reinrassiger“ sRGB-Monitor, der Eizo S1721:

    NTSC: 70,8 %
    AdobeRGB: 74,1 %
    sRGB:100,000000000000000000… %)

    Der Farbraum ist also zwar per default erweitert, allerdings bei weitem nicht so kraß wie bei den Neonleuchten von Dell, HP und Konsorten. Die kommen auf 80 bis über 100 % NTSC-Abdeckung. Entsprechend kann ich absolut verstehen und akzeptieren, wenn jemand die Displays in den MacBook Pros noch nicht als WCG bezeichnen möchte. WCG ist ja kein genormter Farbraum. Heißt nur „größer als sRGB“. Ob +0,2 % das schon rechtfertigen soll sich jeder selbst überlegen.

    Dennoch reicht es insbesondere wegen den Ausreißern im Grünbereich für gewöhnungsbedürftige Inhalte aus, falls Farbmanagement nicht unterstützt wird.

    Daß die aktuellen MacBook Pros sRGB komplett abdecken können und nur vergleichsweise gering drüber gehen (Werkeinstellung) ist für ein Notebook ein hervorragendes Ergebnis. Photographen und Grafiker haben dank CMM-fähiger Software eh wenig Problem mit den Ausreißern ausm Standard-Farbraum. Sie freuen sich dafür eventuell darüber, daß sie zumindest für Web-Sachen auch unterwegs sehr gut bedient sind.

    Nachtrag: Mit einem passenden Colorimeter kalibriert sehen die Werte deutlich WCGiger aus:

    NTSC: 73,9 %
    AdobeRGB: 77,4 %
    sRGB: 104,4 %

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