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Leap 2: Endlich OpenMeta für den Tagging-Fanboy

1. Juni 2009

Screenshot Leap 2

Ironic Software brachte vor gut einer Woche ein Update ihrer Tagging-Finder-Dateimanagement-Wollmilchsau Leap auf den Markt. Leap 2 setzt damit endlich auf OpenMeta fürs Vergeben und Verwalten der Schlagwörter. Das Programm arbeitet somit transparent mit den hauseigenen Programmen Fresh und Deep sowie anderen Applikationen wie demnächst MailTags und Yep 2 zusammen. Wurde auch langsam Zeit. Ich nutzte die letzte Woche, um etwas intensiver mit der neuen Version herumzuspielen. Eines vorweg: Es kam nicht zu Schreikrämpfen, und auch mein Ethanol-Konsum hielt sich im Rahmen.

Wie ihre Vorgängerversion soll Leap 2 den Finder nicht komplett ersetzen, sondern ergänzen. Das Programm kann, je nach Gusto, als reines Super-Spotlight eingesetzt werden oder die gesamte Dateiverwaltung übernehmen. Ein fließender Übergang zwischen Ordnerstruktur und Tagging-Struktur ist möglich. Leap 2 merkt sich die häufig benutzten Schlagwörter und bietet Auto-Vervollständigung an. Automatische Vorschläge für Schlagwörter, wie es Yep schon länger kennt, ist leider noch nicht mit drin.

Die Bedienung ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase einfach. Ich fahre am besten, wenn ich für die aktuellen Projekte auch gleich ein Lesezeichen setze. Ist das Projekt abgeschlossen, fliegt es aus der Liste – die Tags bleiben selbstverständlich erhalten, so daß ich gegebenenfalls auch später noch bequem an alle Dateien eines Projektes rankomme.

Gegenüber der Version 1.x hat sich nicht viel getan: Leap 2 konvertiert beim ersten Starten automatisch alle „alten“ Schlüsselwörter ins OpenMeta-Format. Dabei wurde auf den aktuellen Quasi-Konsens der OpenMeta-Diskussion gesetzt: Leap speichert die Tags nicht nur in der bösen, bösen com.apple.* plist ab, sondern sichert die Tags auch noch gesondert. Sollte Apple also bei einem Update den Stecker für die Fremdnutzung ihrer eigenen plist-Domain ziehen, gehen trotzdem keine Schlagwörter verloren.

Mit den funktionalen Neuerungen wäre es das eigentlich schon. Die Benutzeroberfläche wurde ein wenig übersichtlicher und freundlicher gestaltet, und Leap hätte jetzt gerne zwingend OS X Leopard. Jo.

Im täglichen, intensiven Einsatz über gut eine Woche erwies sich Leap 2 als stabil, genügsam und sauschnell. Einzige Ausnahme ist die „Go Deep“-Suchfunktion, was kein großes Wunder ist: Ähnlich wie in Programmen à la DaisyDisk wird dann der ganze angewählte Verzeichnisbaum abgegrast, statt sich auf die Metadaten-DB von Spotlight zu stützen. Mit einer vernünftigen, möglichst flachen Ordnerstruktur und guter Verschlagwortung der Dateien benötigt man diese Option allerdings eher selten. Ich habe sie seit Februar nur einmal benutzen müssen, um an meine Dateien zu kommen.

Benutzern von Leap 1.x lege ich das Update definitiv nahe. Leap 2 ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, und dank OpenMeta-Unterstützung keine Robinsonade mehr.

Leap 2 benötigt OS X 10.5.5 oder höher und kostet gut € 45. Benutzer von Leap 1.x, die das Programm in den letzten Monaten gekauft haben, erhalten ein kostenloses Update, frühere Käufer immerhin noch einen kräftigen Rabatt. Ein Bundle zusammen mit Yep, Fresh und Deep ist ebenfalls vorhanden, womit man unterm Strich tierisch Geld sparen kann. Wenn man denn auch mehr als zwei der Programme möchte.

Eine vollständig funktionierende Demo-Version gibt es natürlich auch. Entsprechend mein Tip: Wer sich für Tagging auf OS X interessiert, sollte sich die Demo mal ansehen. € 45 sind eine Menge Holz, wenn man später merkt, daß man eigentlich nur die Spotlight-Suche von Leap einsetzt und nicht die weiterführenden Möglichkeiten nutzt …

{ 8 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Acky Juni 1, 2009 um 17:04

Im Moment versuche ich eine Entscheidung zwischen Leap, Houdahspot und Tags zu treffen. Natürlich sagt mir das OpenMeta Konzept zu. Dann wäre auch ein Zusammenspiel mit DefaultFolderX und MailTags gewährleistet (mit Fresh sowieso). Allerdings ist da wirklich dieses “Apple Problem”. Die gemeinsamen Schlagwörter der Apps könnten von einen Tag auf den anderen wieder getrennte Wege gehen…

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TheMaverick Juni 2, 2009 um 09:41

Wie bekommt ihr es hin das euer Leap so aufgeräumt aussieht wie auf dem Screenshot oben? Wenn ich Leap öffne zeigt er mir massig Ordner an und die Knubbel dahinter mit der Dateianzahl rennt hoch auf fast 100.000. Ich würde ja gern das Tool nutzen aber irgendwie erschlägt es einen mit Initialarbeit was das ganze etwas unhandlich macht.
Tipps sind erbeten.

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nggalai Juni 2, 2009 um 10:57

@Acky: Das „Apple Problem“ ist für mich ein Grund, wenn immer möglich auf OpenMeta-Programme zu setzen. Selbst wenn Apple die momentane Methode, Tags auch in Spotlight zu finden, dichtmachen sollte, setzen OpenMeta-Applikationen doch noch immer auf einen gemeinsamen Pool in Form der OpenMeta-plist.

@TheMaverick: Ein erster Schritt wäre, seine „Preferred Places“ in den Einstellungen einzurichten. Ich habe z. B. die Library NICHT mit drin. Das reduziert schon einmal die Ordner-Ansicht. Dann gegebenenfalls weitere Dateitypen definieren – in meinem Fall z. B. einen Typ „Word Processing“, wo auch Mellel und RTF drin zu finden sind.

Meine Standard-Suche („Tagged Files in All Preferred Places“) liegt auf dem Home-Knopf. Damit komme ich an alle verwendeten Tags und Dateitypen. Und es bleibt einigermaßen übersichtlich, da halt nur die bereits verschlagworteten Dateien angezeigt werden. In meinem Fall sind das so um die 500 Dateien zur Zeit.

Der Screenshot da oben ist so ordentlich, da ich nach den Tags „apfelquak“ und „first_draft“ suchte. ;)

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Acky Juni 2, 2009 um 12:06

@nggalai: Die OpenMeta-plist enthält ja nur die kürzlich verwendeten Schlagwörter, oder? Apple könnte nach wie vor die durch OpenMeta erzeugte “Indizierung” in den einzelnen Dateien überschreiben, oder?
Interessant ist, das Leap auch die meta tags von HTML Dateien ausliest. Die Keywords der iPhoto Bibliothek allerdings nichts (in Deep auch nicht). Oder übersehe ich da etwas?

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nggalai Juni 2, 2009 um 12:27

Moin Acky,

schau mal in ~/Library/Application Support/OpenMeta/backups. Da findest Du für jede getaggte Datei ein Backup der Meta-Informationen. Die dann im allerschlimmsten Fall (i. e. Apple macht Spotlight für OpenMeta komplett dicht) von OpenMeta-Programmen immer noch ausgelesen werden können.

Leap kann auch XMP auslesen. Ich kenne iPhoto nicht, ich verwende Lightroom, aber meine Lightroom-Schlagwörter werden von Leap problemlos gefunden. Die Frage ist, wie iPhoto die Schlagwörter sichert. In der Datenbank? Ich schätze, iPhoto-Unterstützung in Leap und Deep wird noch kommen. Ist doch alles sehr work-in-progress. ;)

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Christoph Juni 3, 2009 um 11:09

Ich habe mal probiert, wie groß denn der Rabatt ist, da ich eine Lizenz für Leap 1 besitze. Wobei es mich schon nervt, dass diese Information nicht einfach irgendwo im Klartext steht. Nein, dafür muss man Leap 1 öffnen, dann poppt ein Fenster auf, in dem man seinen “persönlichen” Code findet, und dann muss man komplett einen Bestellvorgang abwickeln, in den Shop gehen, Adresse eintippen usw.

Immerhin halten sie einen bei Laune, indem immer wieder aufmunternd darauf hingewiesen wird, dass man am Ende zur Verrechnung dieses Coupons kommen wird. So lange heißt es aber noch 43 Euro irgendwas. Grummel.

Am Ende angekommen wird der Coupon verrechnet:
43 Euro irgendwas plus 8 Euro irgendwas für die Mehrwehrtsteuer. Macht 51 Euro irgendwas. Wie bitte?

Und den Support von Ironicsoftware erreicht man ganz bequem, wenn man nur vorher einer Gruppe beitritt, Registrierung geht bestimmt ganz schnell.

Tja, danke, aber danke nein. Ich unterstütze gern gute Softwaredeveloper, aber irgendwie sind die Jungs noch nicht so weit. Außer beim Preis. Dabei gefällt mir Leap 1 recht gut, nur muss man auch Maß halten und ein Minimum an Kundensupport leisten können.

Christoph

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Acky Juni 3, 2009 um 16:38

@Christoph: Ach komm, das mit der MwSt. kommt doch bei ausländischen Firmen immer mal vor. Und das man sich für ein Forum anmelden muß, ist auch gängige Praxis.

Mir sagt der Support von Ironicsoftware zu. Auf Emails wird zügig geantwortet.

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Christoph Juni 3, 2009 um 19:11

Der springende Punkt ist der: Vorher 43 Euro, nachher 43 Euro.
Dass da noch die Mwst zu kommt, kreide ich ja niemandem an, auch wenn es die Sache nicht erfreulicher macht.

Es kann ja jeder handhaben wie er will, aber mir sagen einfach Anbieter mehr zu, die ihre Konditionen von vornherein übersichtlich auf ihrer Seite hinterlegen, damit man weiß, woran man ist. Und nicht erst eine Bestellung abwickeln muss, bis hin zur Eingabe der Adress- und Kreditkartendaten und dann IMMER noch keine Verrechnung des Coupons erfolgt. Dass man irgendwie an seine Informationen kommt, mag ja sein, aber dass der Kunde dem Anbieter (und das bei den Preisen!) hinterherlaufen muss, will mir nicht einleuchten.

Es geht ja anders, aber ich wiederhole mich :-)
Und ich bleibe auch bei meiner Aussage, dass mir das Produkt eigentlich gut gefällt und ich es unter anderen Umständen vielleicht gekauft hätte.

Prion

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