Ich habe gelesen: iPod – Das Buch

14. Mai 2009 · 9 Kommentare ·

Nachdem ich zuvor die schon immer vermisste Anleitung zum iPod kurz besprochen habe, liegt mir nun ein ähnliches Produkt aus dem Hause Addison Wesley vor: iPod – Das Buch. Laut Cover handelt es sich um einen Besteller aus den Vereinigten Staaten. Der Autor Scott Kelby ist, laut Klappentext, einer der meistgelesenen Computerbuch-Autoren. Kann das Buch dem gerecht werden? Schauen wir mal.

Inhalt
ipod_das_buchDer Aufbau des Buches ist anders, als man es von einem solchen Buch erwarten würde, bzw. als ich erwartet habe. Natürlich ist das Buch traditionell in Kapitel für die verschiedenen iPod-Typen und iTunes unterteilt. Der Aufbau der Kapitel ist aber so gewählt, dass jede Buchseite in sich geschlossen ist. Ein Thema, eine Idee, eine Seite. Perfekt als Nachschlagewerk zu benutzen. Wie erstelle ich eine intelligente Wiedergabeliste? Kein Problem, einfach im Inhalts- oder Stichwortverzeichnis suchen und die angegebene Seite liefert Infos zu genau dem Thema – nicht mehr, nicht weniger. Das ist sehr gut gelöst und kannte ich bisher nicht. Dazu ist auf jeder Seite ein farbiger Screenshot bzw. eine Produktabbildung, je nach Thema. Die Benutzung des iPods und iTunes mit einem Mac wird ebenso behandelt wie mit Windows. Fachlich ist das Buch wirklich umfassend und behandelt alle Themen mit der benötigten Tiefe. Einziger Wehrmutstropfen: Der neue iPod Shuffle hat es nicht mehr in dieses Buch geschafft. Auch findet man bisher kein nachgereichtes Kapitel in PDF-Form bei Addison Wesley.

Zielgruppe
Die Zielgruppe würde ich zwischen Einsteiger und fortgeschrittenem Benutzer sehen. Benutzer ohne Vorkenntnisse bekommen alle Informationen, die man zur Benutzung des iPods, egal welchen Typs, benötigt. Erfahrene, langjährige Benutzer kennen wahrscheinlich die meisten Themen. Durch dieses Buch erfährt man nichts bahnbrechendes. Andere findet jedoch alles, was interessieren könnte – auch wenn man es bisher noch nicht weiß ;) .

Fazit
Ich bin zweigeteilt. Einerseits ist der Aufbau wirklich gelungen. Pro Seite ein Thema. In sich geschlossen und schlüssig. Doch komme ich mit dem gestellt lockeren Schreibstil des Autors nicht wirklich zurecht (liegt auch an dem exzessiven Benutzen von Klammern mit “lustigen” Kommentaren, so wie dieser hier). Ich möchte dem Autor keinesfalls die Kompetenz absprechen, im Gegenteil, doch sollten gerade diese “Gedanken” in Klammern nicht so häufig eingesetzt werden. Auf Dauer wirkt es für mich sehr störend. Als Leser komme ich mir nicht ernstgenommen vor. Bin ich evtl. nicht die Zielgruppe? Ich kann es nicht sagen. Dass sich der Autor dieser Tatsache durchaus bewusst ist, zeigt, dass in der Einleitung geraten wird, die jeweils einleitenden Texte eines Kapitels einfach nicht zu lesen, wenn man das auf Dauer nicht erträgt. Ich finde eine Reduzierung würde dem Gesamteindruck erheblich verbessern.

Andererseits sind die Tipps, Hinweise und Themen inhaltlich, fachlich und technisch gut beschrieben. Wenn man mit dem Stil zurechtkommt, ist das Buch auf jeden Fall eine gute und kurzweilige Lektüre für iPod Benutzer.

Das Buch kostet 29,95 Euro und ist seit April erhältlich.

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Andres 14. Mai 2009

N’Abend!

Also mal ehrlich: das ist doch eine Lektüre, die die Welt nicht braucht, oder? Und dann noch für schlappe 30 Euro?! Gibt’s da außer alten Omeks, die vom Urenkel einen iPod samt Mac Mini geschenkt bekommen haben eine wirkliche Abnehmerschaft?

Ich würde so ein Buch nicht mal mit der linken Arschbacke anschauen… Bei einem Gerät, das von der Bedienung so reduziert und intuitv ist, wozu eine detaillierte Anleitung in Buchform. Klar, um Filme zu gucken, muss ich die auf das Mini-Display-Format quetschen (ich verstehe solche Leute bis heute noch nicht, aber es gibt sie!), intelligente Wiedergabeliste ist in der Mac-Welt ja nix Neues, den Rest kann man sich durch eine hablstündige Durchklickaktion erarbeiten.

Naja, es ist spät, vielleicht bin ich zu ungerecht. Oder ich ärgere mich, dass ich nicht ein solches Buch rausgebracht habe und den Ruhm ernten kann. So richtig verstehen will ich diese Buchexistenz aber nicht. Weil: in meinen Augen einfach vollkommen überflüssig.

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Casa 15. Mai 2009

Ich frage mich das ehrlich gesagt auch bei vielen Büchern. Aber allein die Tatsache, dass es bereits die 2. Auflage (impliziert, dass die erste Auflage abverkauft wurde) und Bestseller ist, zeigt, das irgendwer Bedarf hat.

Und bitte nicht vergessen, dass dieses Buch nicht nur den ipod an sich, sondern auch iTunes intensiv behandelt. Und itunes als intuitiv zu bezeichnen, finde ich gewagt ;)

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bollerkiste 15. Mai 2009

@Andres: Wenn du das Buch nicht bruachst/magst, zwingt dich auch keiner dieses Buch zu kaufen.
Ich kenne hingegend genügend Leute, die so ein Buch kaufen würden/gekauft haben und sehr zufrieden sind. In meinem Bekanntenkreis ist es vor allem die ältere Generation (liebe ältere Generation – nehmt mitr das bitte nicht übel ;-) ), die so ein Buch als “Begleiter” benutzen. Nicht jeder klickt sich ohne EInleitung durch ein Programm.

Wie dem auch sei, ich finde es gut dass ab und an auch weniger “tiefgreifende” Bücher vorgestellt werden.

@Casa: Ich finde den Stil von Scott Kelby übrigens sehr angenehm da unterhaltsam. Habe ein Photoshop Buch von ihm, aber im Original. Finde die deutschen Übersetzungen leider meist nicht gelungen (vielleicht auch der Grund für die Kritik?).

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Casa 15. Mai 2009

@bollerkiste: Das kann sein. Die Massen an Klammern und Gedankengänge haben mich einfach gestört. Evtl. ist das Photoshop Buch vom Aufbau anders, so dass es nicht ganz so störend wirk. Aber wie auch schon beschrieben ist es eine subjektive Einschätzung ;)

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Christoph 15. Mai 2009

Selbst mein 63 Jahre alter Vater kann seinen iPod ohne Buch bedienen. Ich bezweifle arg den Sinn solcher Lektüre. Aber es gibt ja für alles eine Abnehmer.

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Uwe 17. Mai 2009

Scott Kelby ist schon polarisierend. Einerseits schätze ich seine Kompetenz im fotografischen Bereich, andererseits stimme ich zu, dass sein “Schenkelklopfer-Schreibstil” die Lektüre nicht immer einfach macht. Der amerikanische Humor wird auch durch die deutsche Übersetzung nicht wirklich besser, im Gegenteil. Ich habe so ziemlich alle seine Standardwerke (Photoshop, Lightroom, 7-Point System), aber ich kaufe mir die immer als Originalausgabe. Schwer zu verstehen sind sie ja nicht ;-) .

Das iPod Buch hat sicher seine Abnehmergruppe. Ich persönlich kann mir zwar nicht vorstellen, was die Lektüre eine Buches zur Bedienung eines derart intuitiven MP3-Players wie die des iPod wirklich bringen soll, aber scheinbar gibt es Bedarf.

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Tekl 17. Mai 2009

Es gibt genug Menschen, die Computer nicht verstehen, sondern nur benutzen wollen. Das hat nichts mit Dummheit, Faulheit oder Ignoranz zu tun, sondern schlicht mit Prioritäten und verfügbare Zeit. Genau diese Art von Menschen brauchen vieles erklärt, was sich einem computeraffinen Menschen quasi durch ein paar Klicks von selbst erschließt. Im Gehirn fehlen da einfach gewisse Verknüpfungen, bzw. werden sie anders genutzt.

Das ist wie mit Musikinstrumenten. Es gibt viele Leute die können perfekt nach Noten spielen, dennoch fehlt ihnen das Gefühl für freies, improvisiertes Spielen, obwohl sie das theoretische Wissen dazu besitzen.

Weder der iPod, noch iTunes oder gar OS X sind wirklich intuitiv. Man muss immer lernen und wird ständig durch Regelbrüche aus den eigenen Reihen irritiert. Das gerade Einsteiger besser mit Macs zurecht kommen heißt lange noch nicht, dass sie auch gut damit zurecht kommen, sondern nur besser als mit Windows oder Linux.

Eine Sache an die bislang jeder Einsteiger und auch Umsteiger aneckt ist das Verhalten mit den aktiven und inaktiven Fenstern unter OS X. Erhält man z. B. eine Mail mit mehreren Links und möchte sie sich der Reihe nach anschauen passiert unter Umständen folgendes.
1. Der erste Link wird angeklickt, ein Safari-Fenster öffnet sich
2. Die Seite wird betrachtet und danach das Safari-Fenster geschlossen
3. Nun wird der zweite Link angeklickt, aber nichts passiert weil Mail ja noch im Hintergrund war und erst in der Vordergrund geholt wird, bevor es Klicks akzeptiert (anders als der Finder z. B.)
4. Nun wird der Link noch mal angeklickt, meist zur Sicherheit dann gleich doppelt
5. Irgendwann wird alles doppelt angeklickt, selbst Menüpunkte, weil die Leute quasi lernen, mit Doppelklicks kommt man immer weiter, mit Einfachklicks unter Umständen nicht.

Meiner Erfahrung nach dürfte es nach dem Schließen von Fenstern nicht plötzlich kein Fenster mehr mit Fokus geben. Wenn das letzte Fenster geschlossen wird, sollte das vorherige Programm aktiviert werden und dass dann aber nur, wenn ein Dokument von einem andern Programm oder dem Finder geöffnet wurde. Hat man ein Dokument mit ⌘N angelegt, sollte das Schließen nicht den Fokus wechseln.

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ad 17. Mai 2009

Danke Tekl, dein Kommentar ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert! :thumbsup:

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Marcel Dietzmann 23. Mai 2009

Dieser (amerikanische?) “Humor”, der durch die deutschen Übersetzungen keineswegs besser wird, ist mir auch schon bei den Werken von David Pogue negativ aufgefallen (The Missing Manual). Aber vielleicht sind Scott Kelby und David Pogue ja auch nur zwei “Möchtegernspaßvögel”? ;) Am schlimmsten in dieser Hinsicht sind auf alle Fälle die “for Dummies” Bücher…

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