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Totale Vernetzung – 1984 oder das goldene Zeitalter?

5. März 2009

Zuerst einmal möchte ich kurz ein paar Worte über mich loswerden, und wie ich zu diesem Thema als Autor gekommen bin.
Angefangen hat es eigentlich mit dem GTD Beitrag und dem Beitrag über Hackintosh-Netbooks, in dem widererwartend das Thema nicht in Richtung Sinn oder Unsinn von gehackten Netbooks lief, sondern zwischendurch in dem Thema verlief, ob immer und überall online/erreichbar zu sein Fluch oder Segen bedeutet.

Und genau darüber hab ich mir ein paar Gedanken gemacht. Just my 2 Cents quasi…

Vielleicht, zum Einstieg, ein paar Fakten über mich. Ich arbeite als Bauleiter in der Baubranche und bin zugegebener Maßen mehr als, na ja, sagen wir mal, Technik-Verrückt.
Ich werde unweigerlich nervös, wenn mein Handy keinen Netzempfang hat und schaue selbst im Urlaub alle paar Stunden auf meine „Geheimnummer“, ob sich jemand bzw. die Firma gemeldet hat. Sollte ich mal längere Zeit keinen Netzempfang gehabt haben, rufe ich meine Mailbox an, obwohl ich keine Nachricht bekommen habe.

Ohne weiter auf die möglichen Dienste eingehen zu wollen, ist es mit wenigen Handgriffen möglich, überall erreichbar zu sein. UMTS-Karte ins Note/Netbook, Smartphones, egal ob iPhone oder mit WM ausgestattet, Blackberry etc. machen all das möglich.

Nur, und damit will ich zum eigentlichen Thema dieses Beitrags kommen, ist ein neuer Blackberry mit Echtzeit-Synchronisation Luxus oder Geißelung des Users/Menschen?
Ist eine ständige Beschleunigung unserer Kommunikation wirklich leistungsfördernd?

Kann man es sich überhaupt noch leisten, sein Handy/Communicator auszuschalten?

Vor kurzem habe ich einen Tag lang erfolglos versucht, einen Auftraggeber-Bauleiter zu erreichen. Im Büro sagte die Sekretärin, er sei außer Haus, würde nicht mehr reinkommen. Am nächsten Tag hat mich der gute Mann, der viele Jahre mehr als Bauleiter auf dem Buckel hat als ich, zurückgerufen.
„Sein Akku sei leer gewesen“, hat er mir gesagt. Dieser neumodische Kram wäre doch auch eh nichts für ihn. Früher, als es noch keine Mobil-Telefone gab, da wurde eine Nachricht im Büro hinterlassen, und man konnte sich den nächsten Tag damit beschäftigen. Hat keinen gestört.
Bekommt mich ein Kunde nicht in die Finger, ruft er bei uns im Büro an und macht irgendwelche Kollegen so lange heiß, bis die sich darum kümmern. Und im Endeffekt war es doch ein Problem, dass man ohne weiteres einen Tag verschieben hätte können.
Das liegt nicht daran, dass der Kunde unzufrieden mit der Arbeit ist, er ist es halt gewohnt bzw. setzt es voraus, dass man jederzeit und überall erreichbar ist.
Und wenn man mal tatsächlich am Samstag nicht ans Handy geht, wird man Montagmorgen mit der verständnislosen Frage begrüßt, warum bloß nicht. Oder man hat den Anrufer auf seiner Mailbox, der einen um unverzüglichen Rückruf bittet.

Privat sind wir auch immer vernetzter. Wir bloggen, lifestreamen, twittern, chatten und sms’en. Das ganze am besten immer und überall, per Mulitmessenger und UMTS-Flatrate. Mobilität ist kein Problem, nicht mobil zu sein ist unvorstellbar.
Bezeichnend sitzen mehrere Leute in einer Kneipe am Tisch und tippen nur auf ihre Handys ein, gesprochen wird nur noch in Notfällen.
Man lernt sich darüber hinaus online kennen, verabredet sich zu Dates im Internet oder heiratet seinen Chat-Kontakt. „Analoge“ Gespräche sind out, oder besser gesagt, jeder der seinen Partner noch im „Real-Life“ kennen gelernt hat, ist total 90’er.
Im Second Life oder WOW kann man all’ seine Probleme und Zipperlein kaschieren, Girls werden zu Boys, Boys zu Girls und Kinder zu FBI-Agenten.

Weiterhin macht man sich so viele Gedanken über die Art, wie man alle „Things done“ bekommt, dass man vergisst, es einfach zu tun. Wer nutzt schon einen gelben Post-It, den man sich an seinen Monitor kleben kann, wenn doch ein virtueller im Dashboard oder in der Sidebar vorhanden ist?
Somit wird die Aufgabe, abends Brot zu kaufen schnell zu dem Projekt „Brot kaufen“ umgewandelt. Diese Projekt enthält die Tasks: 1: Auto aufschließen, 2. Einsteigen, 3. zum Bäcker fahren, 4. Brot bestellen, 5. Brot bezahlen usw., das Gesamtpaket erhält den Tag „privat“ und wird bei der abendlichen Nachlese seines GTD-Programms zufrieden abgehakt. Natürlich nicht zu vergessen, alle einzelnen Projektschritte werden akribisch mit dem GTD-Tool auf dem Handy sukzessive abgearbeitet.

Wir setzen uns also nicht nur beruflich, sondern auch privat einem Stress aus, der nur bedingt nötig scheint.
Sind wir sonst nicht mehr am Puls der Zeit? Kann man sich als Technik-Junkie sonst nicht über Wasser halten?

Stellt dies alles, was mit Sicherheit keinen Anspruch auf Vollständigkeit enthält, nun eine Verbesserung unserer Lebensqualität dar?

Tja. Schwierig. Beruflich finde ich es zum einen angenehm, wenn mir die Sekretärin die Rückruf-Bitte eines Kunden per interner Mail schickt, die automatisch auf meinem Handy landet. So kann ich selbst entscheiden, wie schnell meine Reaktionszeit sein soll.
Ebenfalls nicht zu verachten sind Möglichkeiten, die durch Echtzeit-Synchronisation gegeben sind. Ich finde es klasse, dass ich auf meinem Vista-Rechner in der Firma einen Termin in Outlook eingeben kann, und 21… 22… ist er auf meinem iPhone, meinem Netbook und meinem iMac zuhause.
Wie alles hat natürlich auch dies 2 Seiten, nervig wird die ständige Erreichbarkeit nämlich schnell, wenn am Wochenende das Handy in beruflicher Hinsicht klingelt oder man berufliche eMails bekommt. Zum Beispiel ist es nicht ungewöhnlich, dass Mitarbeiter sonntags bei mir anrufen, um sich krank zu melden. Oder der Architekt, der zwar in der Woche nicht vor o9.oo h zu erreichen ist, gerne aber Samstags arbeitet, eine total hirnrissige Frage hat.
Aber wollen wir ehrlich sein, häufig gefällt man sich in der Rolle, eben immer und überall erreichbar zu sein.

In jedem Fall wird es, auch aufgrund der Situation auf dem Arbeitsmarkt, zunehmend schwerer, sich dieser Erreichbarkeit zu entziehen, selbst wenn man will.

Privat muss ich ganz ehrlich sagen, find ich es „nett“. Wenn ich mag, gehe ich mit Nimbuzz zum chatten online, gucke via der Facebook-App, ob es was Neues gibt oder gebe meinen Senf mittels Twinkle bei Twitter ab. Meine gehörten Songs werden zu LastFM gescrobbelt und auf meinem Lifestream veröffentlicht. Meine mit dem Handy gemachten Fotos schicke ich zu meinem Flickr-Account, am Besten mit Geo-Tag versehen, die dann natürlich auch auf meinem Lifestream landen.
All das ist natürlich „superwichtig“… oder auch eben nicht. Denn hier kann ich, wenn ich will, die Verbindung trennen, es bleibt mir selbst überlassen, wie viel oder wie wenig ich „online“ bin.

Ein Zauberwort hierbei scheint der Begriff der „Entschleunigung“ zu sein. Gibt man den Begriff bei Google ein, erhält man 7o.3oo Treffer. Ganz groß ist daneben das Wort „Stress“ zu finden. Hat man dass erst mal gefunden, ist das Schlagwort „Burn-Out-Syndrom“ nicht mehr ganz weit.

Wir haben, wenn man so will, uns also eine selbst erschaffene, als Luxus gewollte, Beschleunigung unseres Lebens erschaffen, die uns jetzt scheinbar krank macht?
Somit ist nicht die virtuelle Kommunikation der Luxus, sondern eben dieser zu entfliehen? Der Luxus, sein Handy/Netbook/Smartphone/Blackberry auszumachen, wenn sich die Möglichkeit gibt?
Schön und Gut, Entschleunigung ist ein tolles Wort. Die Frage ist nur, wie oben abgesprochen, geht das so einfach?

Ich hab bei weitem keine Lösung dafür. Ich versuche, so oft wie möglich, durch den Wald zu laufen (mit einem iPod und Nike+ :) und bin somit doch wieder vernetzt obwohl ich nicht vernetzt sein will) oder gehe zum Basketball. Da sind Handys nicht erlaubt und somit ist man halt nicht erreichbar.
Oder ich gehe einfach mit meiner Frau spazieren.
Oder fahre mit ihr in den Urlaub, wo ich mittlerweile Handy-Verbot für unsere gemeinsamen Urlaubs-Tage bekommen habe.
Dem beruflichen Stress der Vernetzung kann ich kaum entgehen, aber ich kann versuchen soviel wie möglich davon hinter mir zu lassen, wenn sich die Möglichkeit gibt…

Clifford Stoll, Autor des Buches „Kuckucksei“ und Hacker-Jäger, hat in einem Artikel der Newsweek vom 27. Februar 1995 eigentlich hellseherische Fähigkeiten bewiesen.

Mit folgendem Zitat eben jenes Clifford Stoll möchte ich meinen ersten Artikel bei Apfelquak schließen:

“Why is it drug addicts and computer afficionados are both called users?”

Wie erlebt ihr die totale Kommunikation und was tut ihr dafür oder dagegen?

{ 22 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

fabian März 5, 2009 um 19:52

jetzt in der Fastenzeit ist für mich mal wiede DIE Gelegenheit, abends nur mal ein Viertelstündchen nach Mac-News zu suchen…..

Seit dem ich einen Mac habe (4 Jahre) habe ich vieeeel Zeit vor dem Ding verbracht, kann damit toll arbeiten, aber stelle mir immer wieder auch die Frage, ob ich in der Zeit nicht lieber genauso gut Klavier gelernt hätte, wie ich nun den Mac beherrsche (oder er mich beherrscht… ;=) )

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tine März 5, 2009 um 20:29

Ich glaube, die Grundfrage, die sich jeder beantworten muss ist: will ich die Technik nutzen, oder will ich der Technik dienen. Jeder, von Suchtkranken mal abgesehen, hat es selber in der Hand das Handy auszumachen, den Rechner herunterzufahren oder den IPod auszuschalten. Alles hat seine Zeit und wie, wann und wo es mir gut tut, ist der Gebrauch des Handys, des Rechners und des IPods eine wunderbare, komfortable und effektive Unterstützung.

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MacManiac März 5, 2009 um 21:29

Ich sehe es ähnlich wie Tine. Manchmal ist das Handy einfach aus, das MacBook bleibt zugeklappt und der Hauptschalter in der Wohnung kappt Zugang zu WiFi, Mediabox, Fernseher und Wii. Und manchmal ist das auch gut so.

Andererseits bin ich dann aber im Urlaub auf’s Handy angewiesen, einfach erreichbar zu sein, wenn, in meinem Fall, mit meiner 88jährigen Großmutter etwas sein sollte. OK, bislang hat es nie einen Anruf gegeben, aber man weiß es ja nicht.

Diesthandy hatte ich nie, glücklicherweise, und meine Arbeit bekam auch nie meine private HAndynummer zur Verfügung gestellt.

Ich denke es ist einfach so, dass man durchaus ständig online sein kann, Twittern, Bloggen, Facebooken, im Netz surfen und chatten. Man sollte sich nur ab und an die FRage stellen, ob man ehrlich auch ohne mal eine schöne Zeit (und nicht nur Stunden) verbringen kann und dabei glücklich ist.
Sofern man diese Frage dann sich selbst gegenüber ehrlich mit JA, KANN ICH! beantworten kann, ist alles im Lot.
Wer aber sich nicht sicher ist und schon unruhig ist, wenn er mal einen Tag kein Internet hat, der hat wohl ein Problem…

Und “entschnellen”, ja, das täte uns gut. Hier in Wien ist alles ja immer ein bisserl langsamer. Eile mit Weile. Und das ist auch gut so.

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SchaSche März 5, 2009 um 22:04

Je mehr Technik es gibt, desto eher lässt man sich dazu hinreißen diese auch zu benutzen. Wenn ich Urlaub habe bleibt der Firmenblackberry aus, aber so manchmal juckt es doch in den Fingern mal eben nachzuschauen was es denn vermeintlich wichtiges gibt.
Wenn ich so manchen verregneten Sonntag mit surfen zugebracht habe, frage ich mich schon was ich jetzt davon hatte und ob ich die Zeit nicht hätte sinnvoller verbringen können. Da liegt ja z.B. noch ein AVR-Experimentierboard im Regal mit dem ich mich mal beschäftigen wollte, aber nein…

Für mich hat die Vernetzung 2 Seiten. Der Vorteil das man immer und überall erreichbar ist, wird ganz schnell zum Nachteil wenn man nicht mehr in Ruhe gelassen wird, und alles immer sofort mitgeteilt und/oder erledigt werden muss. Da kann man mal richtig froh sein, wenn man sich in einem Funkloch befindet, oder der Akku leer ist ;)

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ad März 5, 2009 um 22:09

Seit ich mein iPhone habe, merke ich, wie online-süchtig ich eigentlich bin. :evil:

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John Doe März 5, 2009 um 22:35

Loskommen vom vernetzten Alltag?

Schafft Euch ein Kind an!

Seit 3 Jahren und 4 Monate entschleunigt mein Filius mich in diesem Bereich enorm. :-) )

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Al März 5, 2009 um 22:45

nach dem Lesen dieses Beitrags ist mir was ganz wichtiges eingefallen… apfel+Q .. und Schluss für Heute.

Danke für die Erinnerung, dass wir viel zu abhängig von der Technik sind.
Ich mach jetzt nach 14 Stunden am Rechner Feierabend.

Viele Grüße
Al

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Rafael Bugajewski März 6, 2009 um 00:56

Ich mache was ich will und wann ich will. Wenn ich nicht rangehen möchte, dann mache ich das auch nicht. Wenn ich Lust habe, schalte ich das Gerät einfach aus. Ich lasse mir nichts diktieren, trotzdem bin ich ein Computer-Honk. Sind Online-Aktivitäten trotzdem eine Sucht? Ist mir ziemlich egal wie andere das bewerten, so lange ich damit zufrieden bin.

Antworten

wlanboy März 6, 2009 um 06:44

CrackBerry ist ja nicht ohne Grund ein Begriff geworden. Aber auch ohne Pushmail gibt es genügend Suchtpotential.

Einer der To-Be-Done Projekte eines jeden Surfers ist sein Feedreeder. Ich möchte mal jemanden sehen, der bei diesem zwar sieht, dass es 8 neue Einträge gibt, diese dann aber auch einmal 2 Tage stehen lassen kann. Irgendwie muss dieser wohl immer auf 0, also abgearbeitet sein.

Wirklich erschreckend sind allerdings schon zum Teil die Schulen. Nein, diesmal sind unsere Kinder nicht pauschal böse, zumindest nicht meine ;-) , aber auch als Elternteil spürt man den Druck sehr deutlich.
Handy, iPod, PSP gehören einfach dazu.

Und besonders das Handy ist dann ein sehr zweischneidiges Schwert. Klar ist man froh, dass die Kinder einem jeder Zeit erreichen können. Es könnte ja etwas passieren. Aber dann fragt man sich wie man selbst oder die Eltern dann bloß erzogen worden sind. Da ging es schließlich auch ohne Handy.

Schon vor 10 Jahren gab es auch diese “Schatz, ich bin gleich zu Hause”-Anrufe. Oder die “was gibt es zu Essen”-SMS. Twitter ist da nur eine technische Erweiterung davon.

Die Spitze sind dann die Lifestreams, von mir schon in die Abstoßend-Schublade gepackt. Unerträglich wird jedes gehörte Lied, jedes Foto, jeder neue Link, jeder “Guten Morgen”-Tweet, jede unwichtige Kleinigkeit im Doktrin der Content-Generierung auf die Welt losgelassen.
Möglichst viel Content mit möglichst wenig Arbeit verbunden.
Die Qualität bleibt dabei auf der Strecke.

Aber andererseits habe ich für diese Leute auch Mitleid. Es muss ein gewaltiger Stress sein, sich selbst unter so einem Druck zu stellen. War das was mir gerade passiert wird einen Twitt wert? Soll ich noch ein Foto hinterlegen? Kann ich danach noch einen “philosophischen” Blogeinträg hinterlegen? Habe ich Bookmarks zu dem Thema?
Sozusagen sein eigenes Leben ausquetschen für jeden kleinen Tropfen Content. Schließlich hat die Konkurrenz im Feedreeder schon wieder 4 neue Einträge…

Antworten

webharvey März 6, 2009 um 10:00

Qualität statt Quantität. Nicht die Menge des Chattens, Twitterns etc macht es aus, sondern den der “Inhalt”. Leider geht es im Fortschritt der Technisierung immer mehr um Selbstdarstellung “was mache ich gerade” was aber doch soooo unwichtig ist.

“Always on”, kann sein, wenn man möchte, muss aber nicht. Leider wird in unserer Gesellschaft es aber immer mehr erwartet, daß man 24/7 zur Verfügung steht. Burn-Out etc sind die Folge.

Slow-down, Entschleunigung ist dann das neue Schlagwort was nun die Runde macht, aber ist es nicht einfach nur das Rückbesinnen auf das wirklich Wichtige im Leben?

Technik ist schön und macht Spaß (bin ja selbst in der IT), man kann es als Hilfe nutzen, muß aber den schmalen Grad des “sich davon abhängig machen” finden. Nicht alles was machbar ist, ist sinnvoll. Der vorher genannten “CrackBerry” ist das beste Beispiel dafür. Statt mit seiner Frau zu reden checkt der Manager lieber seine eMails, die geben ja auch keine Wiederworte.

Und… wir sagte mal jemand “auf die wirklich wichtigen, kann man warten” ;)

Ich habe einen Anrufbeanworter der die Nachrichten per eMails aufs iPhone schickt. Technisch machbar. Und? Der ist offline; Meine Handynummer haben nur 5 Leute, das reicht. Nicht jeder muß mich überall erreichen, wenn der PC gerade mal wieder nicht geht.

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ad März 6, 2009 um 10:06

@wlanboy: Danke für dein Mitleid. Ich weiß es sehr zu schätzen. :twisted:

Antworten

toellby März 6, 2009 um 10:12

Naja, die Frage ob das, was ich tue, einen Tweet wert ist, muss ja schon jedem Twitter-User selbst überlassen werden.
Bin ich der Meinung, ein Blog eines x-beliebigen Bloggers interessiert mich nicht, dann steht es mir ja frei, eben diesen nicht zu lesen.
Einen Typen, der nur Müll bei Twitter postet kann ich genau so gut ignorieren.

Viel Interessanter finde ich:

“Always on”, kann sein, wenn man möchte, muss aber nicht. Leider wird in unserer Gesellschaft es aber immer mehr erwartet, daß man 24/7 zur Verfügung steht. Burn-Out etc sind die Folge.

Denn das ist eigentlich IMHO genau der Punkt: Es wird erwartet. Beruflich sowieso, und da kann ich (zumindest) nicht einfach den Knop drücken und mein Handy ausmachen. Sicherlich geht das mal, aber idR halt nicht.

Privat ist das nen anderer Schnack…

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Herr Chow März 6, 2009 um 12:28

Der Witz bei der Sache ist ja, daß dieser ganze Netz-Narzißmus, egal ob es um Twitter, Lifestreams oder Social Networks geht, dahin führt, daß diejenigen, die sich dieser Techniken bedienen, für die anderen umso uninteressanter erscheinen. Hier gilt die alte Regel: Wer viel redet, hat wenig zu sagen.

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m0mo März 6, 2009 um 13:27

ach, diese Diskussion ist doch ueberall das gleiche – zu viel, egal was es ist, ist immer schaedlich, ob nun koks, salz oder computer. solange man abschalten kann, ist das ja kein problem. Was ich mich eher frage: Mit AD haben wir ja hier ein Paradebeispiel des neuen Web 2.0 CommunityUsers. Was mich interessiert, sind 2 Sachen:

1. Warum? Blogs, mit richtigen Artikeln kann ich ja noch nachvollziehen, aber nur der Lifestream? Warum machst du das? Und warum ist es so wichtig, wer das alles verfolgt? (ich gehe mal auf den Eure 10 wichtigsten Seiten Beitrag wo der StatistikTeil ganz oben war)

2. Woher nimmst du die Zeit? Ich meine, du arbeitest doch bestimmt. Aber alle 2 Wochen wurde was umdesignt, es gibt einen neuen Twitterbutton dort und da usw. – dann der adminstrative Aufwand usw. – woher das ganze? :)

ich will das nicht werten, da es mir erstens nicht zusteht und zweitens auch ziemlich egal ist, wer wie seine Zeit verbringt, aber beweggruende interessieren mich trotzdem.

mfg
m0mo

Antworten

dirtydan März 6, 2009 um 14:50

Ich unterscheide – um deine Frage zu beantworten – Berufliches und Privates am Computer.
Mein Handy ist nur online, wenn ich es wirklich brauche, z.B. auf langen Fahrten oder auf Schulfahrten mit einer Klasse. Da der Computer – und alles was dazugehört – für mich ein schönes Hobby ist, entspanne ich mich beim täglichen Lesen oder wenn ich z.B. nach einem neuen Plugin für meinen Blog suche oder online Guild-Wars spiele. Allerdings begrenze ich dabei von vornherein meine Online-Zeit. Familie und Freunde sind mir im “Real-Life” wichtiger als alles, was online passiert. Das ist zwar ganz nett, aber nicht notwendig, wenn es um meine Lebensqualität geht.
Gott sei Dank habe ich einen Beruf, in dem ich mir das nicht nur leisten kann, sondern auch muss, da z.B. eine Klassenarbeit sich nicht von alleine korrigiert.
Überall und jederzeit erreichbar sein, w i l l ich gar nicht. Mir gehen die Handy-Fummler in der Kneipe fürchterlich auf die Nerven. Ich stelle mir immer die Frage, ob sie sonst keiner mag, dass sie sich mit ihrem elektronischen Piepeding wichtig tun müssen…
Abschließend halte ich es jedoch mit Marshall McLuhan, der davon spricht, dass z.B. der Computer eine Erweiterung des menschlichen Gedächtnisses sei, wie auch das Auto eine Erweiterung des Laufens. Diese Erweiterung sinnvoll einzusetzen ist sicher ein (lebens-)langer Lernprozess.
Ich für mein Teil freue mich über Technik, die mich begeistert, genauso, wie über ein gutes Buch, eine gute Flasche Wein und leckeres Essen, die ich mit meinen Lieben teile.

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nggalai März 6, 2009 um 17:28

Schöner Artikel. Danke dafür! :)

Ich selbst sehe da in einem gewissen Maße auch die (Bildungs-)Politik am Drücker. Medienkompetenz sollte heutzutage Pflichtfach sein, nicht nur an Gymnasien, sondern auch an Hauptschulen. Und dazu gehört nun mal auch: Wie viel darf’s denn sein?

Ich selbst bin eh immer online, beruflich bedingt. Entsprechend stört es nicht weiters, wenn auch noch Twitter und E-Mail laufen. Aber ICQ und Konsorten habe ich vor Jahren schon verbannt. Höchstens dann, wenn ich’s wirklich gerade brauche, fahre ich die Programme hoch. Weil jemand z. B. eine Skype-Konferenz anberaunt hat. Solche Situationen.

Kurz gesagt mag ich Medien, die mich nicht stressen. Und E-Mail ist so etwas, wo man die Antwort auch mal ein, zwei Tage stecken lassen kann. Bei Twitter ähnlich, Facebook ebenso. Man ist nicht genötigt, alle fünf Minuten seinen Status zu erneuern oder nach Nachrichten zu fragen. Meine Inbox wird ein Mal die Stunde vom Server aktualisiert. Nicht alle zwei Minuten. Twitter schaue ich mir an, wenn mir gerade langweilig ist. Und so weiter.

Aber ICQ und Konsorten … Wo Leute in Echtzeit auf der anderen Seite darauf warten, daß ich PIEP sage … Das muß echt nicht sein.

Handy: Jo, habe ich und ist tagsüber an. Vorwiegend wegen der Schwägerin bis etwa zehn Uhr nachts. Dann ist’s aus. Ohne besagte Verwandte wäre das Ding spätestens um sieben Uhr abends ausgeschaltet.

Wenn ich wirklich mal Urlaub habe, keine beruflichen Verpflichtungen, dann kann der Router auch schon mal ein paar Tage ausgeschaltet bleiben. Oder ich mich für längere Zeit in ein Häuschen ohne UMTS- und DSL-Verbindung zurückziehen. Aber das gehört wohl auch wieder in den Bereich „Medienkompetenz“ …

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ad März 6, 2009 um 17:51

@m0mo: Das geht ein wenig am Thema vorbei, aber nur kurz dazu: der Lifestream macht weniger Arbeit, als das Blog zuvor. Mal von den beiden Theme-Basteleien abgesehen. Hobbies kosten immer Zeit – das weißt du sicher oder hast du keine?

Warum ich das mache? Weil es mir Spaß macht. ;)

Antworten

m0mo März 6, 2009 um 18:28

@ad

finde nicht dass das am Thema vorbeigeht. Das es dein Hobby ist, war mir auch klar und natuerlich habe ich auch Hobbies, die Zeit in Anspruch nehmen. (nebenbei: unnoetige “Stichelei”)

Vielleicht ist es aehnlich wie bei wlanboy – das Konzept eines Blogs erscheint mir sinnvoller als das eines Lifestreams – wobei es sich bei admartinator vielleicht auch nur gedoppelt haette, weil da wenig “eigenes” publiziert worden ist und nur ein Sammelsorium von Webfundstuecken war. Dann spart der Lifestream natuerlich zeit, ganz klar.

wie dem auch sei, ich glaube solche diskussionen lassen sich schlecht ueber eine Kommentarfunktion fuehren. Es ist ja auch schoen, wenn es dir einfach Spass macht. :)

Antworten

ad März 6, 2009 um 19:16

…wobei es sich bei admartinator vielleicht auch nur gedoppelt haette, weil da wenig “eigenes” publiziert worden ist und nur ein Sammelsorium von Webfundstuecken war…

Aha. Habe ich persönlich zwar anders in Erinnerung, aber ich bin ja nicht mehr der Jüngste und demzufolge vielleicht vergesslich (nötige “Stichelei”).

Lass uns die Diskussion über meinen Lifestream hier lieber beenden. Sollte Bedarf bestehen, kann ich gerne bei mir einen entsprechenden Beitrag erstellen.

Antworten

Kaliin März 13, 2009 um 11:23

Habe nach acht Jahren meinen Handyvertrag zum Ende März gekündigt. Aus freien Stücke und ohne Angst vor dem Tod.

Meine Umgebung hat mich für verrückt erklärt.

:thumbsup:

Antworten

Turtle Januar 26, 2010 um 09:15

laechel
es gibt ein zauberwort

PRIORITAETEN setzen.

Liest sich suuuper schlau ! Ich weiss ! Nur das beruehmte 24 / 7 und die 5. Himmelsrichtung waren einmal mein Leben !
Wenn du uebr den schnack ” bringt mich egal wohin , ich werde ueberall gebraucht als einziger nur schmunzelst ist es hoechste Zeit nachzudenken.

Schau dir mal seiten wie zeitblueten.de an .
nimm dir mal fuer ” solchen Quatsch ” so hin und wieder 20 min. bringt mitunter mehr wie alles andere. :-)
ich bin weisgott nicht perfekt darin, aber es hat was , das wichtigste ist wohl wie hier auch schon mehrfach angeduetet wurde richtig zu selktieren was meinen Aufmerksamkeit und Zeit wert Ist ;-)

Mitunter ist es in DIESEM Moment was was wir am wenigsten erwarten.
ZB. einfach mal 10 Sek. ” Mit den Gedanken spazieren gehen ”

Schmunzel nur das richtig zu Verstehen kann erst der richtige Stress sein ..

Charlie

Antworten

Turtle Januar 26, 2010 um 09:30

Ich unterscheide – um deine Frage zu beantworten – Berufliches und Privates am Computer.
Mein Handy ist nur online, wenn ich es wirklich brauche, z.B. auf langen Fahrten oder auf Schulfahrten mit einer Klasse. Da der Computer – und alles was dazugehört – für mich ein schönes Hobby ist, entspanne ich mich beim täglichen Lesen oder wenn ich z.B. nach einem neuen Plugin für meinen Blog suche oder online Guild-Wars spiele. Allerdings begrenze ich dabei von vornherein meine Online-Zeit. Familie und Freunde sind mir im “Real-Life” wichtiger als alles, was online passiert. Das ist zwar ganz nett, aber nicht notwendig, wenn es um meine Lebensqualität geht.
Gott sei Dank habe ich einen Beruf, in dem ich mir das nicht nur leisten kann, sondern auch muss, da z.B. eine Klassenarbeit sich nicht von alleine korrigiert.
Überall und jederzeit erreichbar sein, w i l l ich gar nicht. Mir gehen die Handy-Fummler in der Kneipe fürchterlich auf die Nerven. Ich stelle mir immer die Frage, ob sie sonst keiner mag, dass sie sich mit ihrem elektronischen Piepeding wichtig tun müssen…
Abschließend halte ich es jedoch mit Marshall McLuhan, der davon spricht, dass z.B. der Computer eine Erweiterung des menschlichen Gedächtnisses sei, wie auch das Auto eine Erweiterung des Laufens. Diese Erweiterung sinnvoll einzusetzen ist sicher ein (lebens-)langer Lernprozess.
Ich für mein Teil freue mich über Technik, die mich begeistert, genauso, wie über ein gutes Buch, eine gute Flasche Wein und leckeres Essen, die ich mit meinen Lieben teile.

Du schreibst das dir die ” Handyfummler ” in der kneipe so auf den wecker gehen ..

Hmmm..
Warum ??
Ok reden wir mal nicht ueber die Leute die die Rueckkehr der kleinen Bruellwuerfel feiern ! Ich werde es nie verstehen, und da gebe ich dir Recht. Ich mein die die, die die neuerdings wieder vorhanden Microlautsprecher nutzen und unbedingt 1000 Klingeltoene laut vorfuehren. Oder die Top 1000 Hits einzeln durch durchgehen. Aber solang mir Leute nicht IHR Thema aufzwingen ist es mir eigentlich egal woruber in der kneipe reden. WAs mich da mehr reizt sind leute die sich als 3. Person reinhaengen und alles runterziehen muessen ;-)

ZB auch Thema ITouch Grins. Oder wenn mir 3. dann ” meine Welt erklaeren wollen schmunzel. Eine zeit lang amuesant aber wen man sich mit vfreunden trifft irgendwann wirds fad bis laestig.

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