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Es gab einige Diskussionen zu OpenMeta. Das hat mehrere Gründe: Einerseits wundern sich Mac-User generell, weshalb sie denn Dateien mit Schlüsselwörtern ausstatten sollen, andererseits gibt es grundlegende, technische Caveats. In diesem viel zu langen Beitrag werde ich mich eher auf Ersteres konzentrieren, aber das Technische auch nicht vollständig unter den Teppich kehren.

Kurz gesagt: OpenMeta könnte für einige Anwender der Königsweg zum systemweiten Tagging werden. Was für viele Mac-User aber auch in etwa so relevant sein dürfte wie die Frage, ob die Milch im Supermarkt von glücklichen Kühen kommt oder vom industriellen Milchbauer. Nun ja.

OpenMeta ist eine Initiative, die von Ironic Software ins Leben gerufen wurde. Manche werden jetzt stöhnen, dass da ein kleines Entwicklungsstudio seine eigenen Ideen dem Rest der Mac-Welt aufzwingen möchte. Mitnichten! Andere Entwickler sind sehr, sehr glücklich über diesen Vorstoß, so dass zum Beispiel MailTags, HoudahSpot oder Tags OpenMeta in Betracht ziehen – oder sogar schon umgesetzt haben. Die Ironic-Werkzeuge  wie Leap und Yep werden auch gerade angepasst. Da die Art und Weise, wie OpenMeta gerne Tags sichern würde, von allen modernen Dateisystemen unterstützt wird, steht einer Einführung unter Linux, Windows oder gar OS/2 vergleichsweise wenig im Wege. Das Wenige jedoch kann relevant sein. Mehr dazu weiter unten.

Ob Tagging einer Ordnerstruktur überlegen ist, hängt entscheidend vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Also, wie man als Anwender mit seinen Daten umgehen möchte. Es gibt Menschen, die fühlen sich haltlos und allein in der Welt, wenn sie ihre Daten nicht in einer mindestens fünfstufigen Hierarchie verwalten. So nach dem Motto: Projekte / Kunde / Datum / Projekt / Materialien und so weiter. Andere jedoch fühlen sich von solchen Systemen geknechtet und werfen alles „flach“ in ihren Dokumente-Ordner. Und möchten anschließend einfach und leicht wieder an ihre Daten kommen. Ich kenne Leute, die auf ihrem Mac einen einzigen Ordner haben, wo alle Dokumente liegen. Flach. Also ohne Unterordner. Erstaunlich, aber wahr.

So oder so stützen sich immer mehr Programme auf Meta-Informationen. Typisches Beispiel: iTunes. Sicher, die Applikation kann im Hintergrund eine schön strukturierte, nun ja, Dateistruktur der Musik anlegen, aber normalerweise greift man dann doch über iTunes selbst darauf zu, nicht über den Finder. Und damit über die Meta-Daten wie „Künstler“ oder „Titel“ oder „Bewertung“. Ähnliches gilt für Foto-Verwaltungen wie Lightroom oder Aperture oder auch Dokumente-Systemen wie DevonThink. Schlüsselwörter werden einem schon fast aufgezwungen. Einfach, weil man so oft schneller ans Gesuchte kommt, als wenn man sich durch einen Haufen Unterordner hangeln muss. Wäre es nicht praktisch (fast hätte ich „geil“ geschrieben), wenn das auf dem ganzen Computer der Fall wäre? Mit allen Anwendungsdaten, die sich darauf tummeln?

Der wichtigste Punkt, der Anwender zum Tagging bekehren kann, ist die automatische Verfügbarkeit der einzelnen Datensätze an mehreren Pseudo-Orten. Beispiel E-Mail: Eine neue Nachricht kommt herein. Die gehört zu Kunde x und Projekt y. Aber sie ist auch eine Aufgabe, oder muss beantwortet werden. Wo schiebt man die Mail jetzt hin? In den Kunde-X-Ordner? In den Projekt-Y-Ordner? In den Aufgaben-Ordner? In den Zu-Beantworten-Ordner? Wer auf Tags setzt, lässt die Nachricht einfach in der Inbox und weist ihr die entsprechenden Schlüsselwörter zu. Und sortiert dann später über intelligente Ordner oder benutzt die Suchfunktion.

Und hier kommt OpenMeta ins Spiel.

Denn ein Quasi-Standard wie OpenMeta könnte dafür sorgen, dass diese Schlüsselwörter auch von unterschiedlichen Programmen verstanden werden. Die E-Mails vom Beispiel oben, getaggt mit „Zu beantworten“, könnten automatisch in der ToDo-Liste erscheinen. Ohne, daß man sie von Hand in seiner GTD-Applikation neu organisieren müsste. Ein Klick, und man hat alle Daten zu einem laufenden Projekt. Inklusive Aufgaben und E-Mails, Adressbuch-Einträge und RSS-Artikel. Oder alle Rechnungen eines Kunden, auch wenn sie über verschiedene Ordner verteilt liegen. Oder alle Rechnungen des Jahres 2009. Oder alle Dokumente, die sich um das Thema „Darmverschluss“ drehen. Auch wenn sie in den Unterordnern „Medizinisches“, „Safari Downloads“ und „Horror“ liegen.

Spotlight kann da viel ausrichten, aber nun ja, Volltextsuche und so. Sucht mal nach Eurem Namen, und ihr findet alles mögliche. Nur nicht genau den Zahlungseingang, den man fürs geifernde Finanzamt braucht. Weil’s einfach in der Menge untergeht. Tags können Spotlight also Struktur beibringen. Wieder: egal, wo denn die Daten tatsächlich liegen. Sollte das im 21. Jahrhundert nicht sowieso egal sein?

OpenMeta wird von vielen als das Allheilmittel fürs Problem „aber das Programm kann nicht mit den Tags aus der Applikation umgehen!“ gepriesen. Konsolidierung. Und das stimmt auch. Jedenfalls momentan.

Das Hauptproblem von OpenMeta ist, dass es nun mal ein Hack ist. Das Ganze wurde von Apple so nie dokumentiert, auch wenn es die Leute aus Cupertino selbst sehr ähnlich einsetzen. Stichwort „xattr“, eXtended ATTRibutes. Man muss eine Datei „OS X-korrekt“ abspeichern, damit diese erweiterten Attribute auch erhalten bleiben. Was zum Beispiel Adobes Creative Suite manchmal nicht macht. Und man weiß nie, ob Apple nicht schon im nächsten Update das System komplett über den Haufen wirft, für sich reserviert, mit einer Alternative auftrumpft …

Dennoch ist OpenMeta ein Lichtblick fürs programm-übergreifende Tagging auf dem Mac. Und als Tagger kann man nur hoffen, dass es sich durchsetzen wird. Oder aber Apple die Tagging-Welt mit einem besseren Ansatz überrascht. Der dann aber wohl nicht OpenSource  sein wird, und wohl auch schwer auf Fremd-Dateisystemen umsetzbar sein dürfte. Mit den Spotlight-Kommentaren gab’s schon einmal so einen Versuch, der leider in der Praxis eher schlecht als recht funktioniert.

Eine Lösung muss her. Und sei’s nur, damit man endlich, einfach, die Milchbauer-Dokumente von den Öko-Bauer-Dokumente trennen kann. Systemweit. Egal, welches Tag-Tool man gerade verwendet. So, wie man es halt gerade in dem Moment braucht. OpenMeta ist ein guter, erster Schritt in diese Richtung. Wenn man denn auch bereit ist, sich darauf einzulassen. Und es überhaupt braucht. Err.

36 Kommentare zu “OpenMeta: Bye, bye, Ordnerstruktur?”

  1. 1 dr3do

    Finde ich ein sehr gutes Thema. Systemweites taggen in einer recht flachen Ordnerstruktur: sau geil!

    Ist eine schöner Traum, der hoffentlich bald wirklich wird.

  2. 2 iMarcel

    Sehr guter Artikel. Ich hatte noch nie so weit gedacht, Tags konsequent auch systemweit einzusetzen. So schön die Vorteile klingen mögen, ich persönlich kann mir nicht vorstellen, damit in der Praxis glücklich zu werden. Erst jede Email zu taggen wird mir wohl auf Dauer zu zeitaufwändig werden… leider…

  3. 3 cptboa

    Moin!

    Erstmal, sehr schöner Artikel! Mal was anderes, als immer “nur” iPhone Themen zu lesen (und zudem so geschrieben, dass man es auch gut verstehen kann dank vieler Beispiele :thumbsup: )

    OpenMeta hört sich gut an, Frage ist nur, ob es bei OSX so große Vorteile bringt? Schliesslich finde ich über Spotlight auch vieles, wenn ich die Dateinamen (oder z.B. bei Textdokumenten den Inhalt) richtig “getaggt” habe. Beispiel:

    Ich gebe ein Australien, weil ich eine Email suche. Nun spuckt mir Spotlight alle Emails aus, in denen das Wort Australien vorkommt (zumindest hoffe ich das :rotfl: ).

    Allerdings wurde ich von Apple “gezwungen”, von Thunderbird auf Mail umzusteigen, um dieses Feature mit Spotlight nutzen zu können, ich könnte mir vorstellen, mit einem Systemweiten Tagging hätte es mit Thunderbird geklappt (unabhängig davon, dass in Version 3 die Spotlight Integration mit drin ist oder mit drin sein soll). Nur, will Apple das überhaupt? Die sind sicherlich in diesem Falle mehr dann interessiert, dass man ihr Mail nutzt. Und Safari. Und iTunes. Und und und und..

    Zudem hat mein Vorredner auch recht, jede Email erstmal zu taggen (und nicht nur Emails) könnte auch eine langwierige Sache werden, und Zeit ist kostbar..

    Allerdings, gerade bei anderen Betriebssystemen wie Linux oder Windows könnte es Gold Wert sein! Bei Vista überzeugt mich die “schnelle” Suche nicht wirklich (erstmal findet er nicht alles, zweitens ist die Suche im Gegensatz zu Leopard nicht schnell, aber zumindest kann man nach Begriffen suchen nach dem alten Schema, was bei Leopard nicht geht, versuch mal mit bordinternen Mitteln was zu suchen, wenn Spotlight gerade eine neu angeschlossene Platte indiziert, geht nicht, dann biste hilflos bei einer platten Ordnerstruktur..). Gerade bei Windows könnte das einen Schub geben (wenn nicht Windows 7 da einen Quantensprung gemacht hat).

  4. 4 Tobias Mende

    Sehr schön. Klingt auf jeden Fall viel versprechend. MailTags nutze ich ja bereits, wenn auch nicht so konsequent^^.

    Aber mit systemweitem, programmübergreifenden Tagging wäre das extrem geil.
    Das schreit eigentlich nach einer Integration in Mac OS X. z.B. so, dass alle Cocoa-Applikations darauf zugriff haben könnten oder so ;)

  5. 5 nggalai

    Dank Euch! :)

    iMarcel gab folgendes von sich:

    Erst jede Email zu taggen wird mir wohl auf Dauer zu zeitaufwändig werden… leider…

    Das Tagging vieler Dateisorten läßt sich schon jetzt ansatzweise automatisieren. MailTags, zum Beispiel, kann nach Filterregeln Schlüsselwörter vergeben und merkt sich, wie eine Ursprungs-E-Mail verschlagwortet war, um dann die Antworten und weitere Mails in dieser „Diskussion“ durchzutaggen. Insbesondere für die Projektzuordnung sehr nützlich. Auch, weil Spotlight oder Leap die Schlüsselwörter auch auslesen können.

    Im Dateisystem geht es automatisiert recht gut mit Hazel.

    cptboa gab folgendes von sich:

    OpenMeta hört sich gut an, Frage ist nur, ob es bei OSX so große Vorteile bringt? Schliesslich finde ich über Spotlight auch vieles, wenn ich die Dateinamen (oder z.B. bei Textdokumenten den Inhalt) richtig “getaggt” habe.

    Ja, da hast Du recht. Aber: Wenn Du nach „Honorarrechnung“ suchst, kommen nicht nur Deine eigenen Honorrarechnungen. Sondern z. B. auch die Unterlagen vom Anwalt, von der KSK, eine gescannte Arztrechnung und so weiter. Halt praktisch alles, wo das Wort vorkommt. Mit Tags bekäme man gezieltere Ergebnisse.

    Tobias Mende gab folgendes von sich:

    Das schreit eigentlich nach einer Integration in Mac OS X. z.B. so, dass alle Cocoa-Applikations darauf zugriff haben könnten oder so ;)

    Das ist das schöne an OpenMeta: Es wird ansatzweise schon von OS X unterstützt. Man kann zum Beispiel in Spotlight nach solchen Schlüsselwörtern suchen. Entsprechend funktioniert es lesend schon mal für alle Applikationen, die irgendwie mit Spotlight zusammenarbeiten. Mit DefaultFolderX kann man den „Speichern“-Dialog von Cocoa-Applikationen anpassen, so daß man gleich beim Sichern Tags mit eintippen kann. Nur leider unterstützt dieses Programm (noch?) nicht OpenMeta. Aber es würde mich nicht wundern, wenn Alternativen hinzu kommen sollten.

    Noch ein Wort zur Unterstützung auf fremden Betriebssystemen: Das ist natürlich tierisch aufwendig. Denn ja, alle modernen Dateisysteme haben ein xattr-System, aber haben’s oft anders umgesetzt. PRINZIPIELL wäre eine Implementation jedoch möglich. OpenMeta ist noch ein sehr junges Projekt, aber eben OpenSource: Falls jemand auf einer anderen Plattform Interesse dran hat, kann er einfach forken und weiterbasteln. Ich sehe da viel Potential. :)

  6. 6 dolce

    Sehr guter Artikel! Ich frage mich nur, ob das Tagging in der Lage ist eine Ordnung abzulösen. Meiner Meinung nach ist es eher so, dass Tagging die Ordnung aufbricht und es erlaubt wird einen “anarchistischen” Blick auf eine Struktur zu werfen. Wie im Real Life ist es aber ab einer gewissen Menge immer notwendig (menschlich) etwas in Regale/Fach/Ordner/Register/Dokument aufzuteilen. Das heisst die hierarchische ist notwendig, um die Unfähigkeit des Menschen mit Menge umzugehen abzumildern. Das kann Tagging nicht leisten.

  7. 7 Meine Links vom 08.02.2009 | Isarblick

    [...] OpenMeta: Bye, bye, Ordnerstruktur? [...]

  8. 8 Ole

    Oh, mein Gott! Was soll ich mit Tags? Diese undurchsichtigen Librarys von iPhoto nerven gewaltig. Da wird eine Kopie angelegt, nur weil ich das Foto mal in Photoshop öffne und noch nicht mal speichere.
    Eine Ordnerstruktur ist eine wunderbare Sache: jeder im Team kann schnell die entsprechenden Sachen finden. Eine Suche, wie auch immer, dauert wesentlich länger und wirft zu viele falsche Sachen aus. Außerdem hat man mit einer Ordnerstruktur schnell einen Gesamtüberblick. Und wie soll das teamübergreifend funktionieren?
    Ich halte so ein System sinnvoll für Messies, aber die werden auch Probleme bekommen, da sie ja richtig und sinnvoll taggen müssen, weil sonst alles im großen Loch versinkt.
    Wie auch immer: es mag ja Leute geben, die das toll finden, aber ich sehe keinen Zeitvorteil. Entweder man legt sich eine Ordnerstruktur zu oder man taggt. Damit beides reibungslos funktioniert, muss man bei beiden Sachen etwas Gehirnschmalz investieren.
    Übrigens: Bei solchen Librarys habe ich noch andere Probleme: was ist, wenn das erstellende Programm nicht mehr existiert? Dann stehe ich vorm dem Chaos. Mit einer Struktur kann ich mit JEDEM Gerät die Daten auch in 20 Jahren noch lesen!

  9. 9 richard-heider.de » OpenMeta: Bye, bye, Ordnerstruktur?

    [...] OpenMeta: Bye, bye, Ordnerstruktur? – apfelquak – OpenMeta könnte für einige Anwender der Königsweg zum systemweiten Tagging werden. « Jack Bauer warns Obama –  [...]

  10. 10 Moss

    Tagging im Dateisystem? Was soll der Blödsinn? Reine Platz- und Resourcenverschwendung. Spotlight ist meistens der erste Dienst, den ich komplett abschalte, wenn ich ein neues System (für mich) installiere; ich muß nur noch ’rauskriegen, wie ich das dämliche Icon oben links wegkriege.

    Die sachliche Unterfütterung für den Rant spare ich mir, die hat Ole schon vollständig geliefert. ;-)

  11. 11 Acky

    Ordnerstruktur als Dateiablagesystem? Was soll der Blödsinn? Reine Platz- und Resourcenverschwendung. Programme zum taggen sind das erste, wenn ich ein neues System (für mich) installiere; ich muß nur noch ’rauskriegen, wie ich das dämliche Icon oben links wegkriege (diesen komischen Apfel).

    Die sachliche Unterfütterung für den Rant spare ich mir, den hat nggalai schon in seinem Artikel vollständig geliefert. :-D

  12. 12 dolce

    Also ich stehe ja der Abschaffung einer Ordnerstruktur auch kritisch gegenüber aber Tagging ist natürlich eine interessante Erweiterung und Spotlight ist ein sehr hilfreiches Tool. Was Moss da geritten hat weiss ich nicht – vielleicht stammt er von den Trollen ab.

  13. 13 nggalai

    Ich denke, dolce trifft den Nagel auf den Kopf. Eine komplette Abschaffung der Ordner-Hierarchie interessiert mich auch nur – höchstens – idealistisch. Einfach aus den Gründen, die Ole angesprochen hat: Team-Fähigkeit (insbesondere Rechte) und Zugriff von Fremdsystemen und Fremdapplikationen aus. Wobei letzteres eben der Punkt dieses Artikels sein wollte: OpenMeta könnte ein Weg sein, daß zumindest auf dem Mac viele Programme mit denselben Schlüsselwörtern umgehen können. Egal, ob jetzt Tags oder Leap oder TaggIt eingesetzt werden.

    Entsprechend verfolge ich selbst einen gemischten Ansatz. Ich bin nur schon glücklich, wenn ich mit einem Klick alle Rechnungen aus dem Jahr 2008 finde, egal, in welchem Projekte-(Unter)Ordner sie liegen. Aber ich bin auch froh darüber, daß ich – falls mein Mac explodiert – gegebenenfalls genau DIE Rechnung, die ich gerne hätte, relativ einfach auch mit Linux oder Windows retten kann.

    Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Suchfunktionen in allen Betriebssystemen werden immer besser, immer treffsicherer. Für den oben genannten Notfall könnte ich also in Zukunft auch auf die Such-Methode setzen. Selbst dann, wenn ich alles flach in einem Ordner verwalte. Und mir dadurch in der Zwischenzeit genau an meinem Rechner die Arbeit erleichtere, indem ich Tags einsetze. Das aber auch nur deshalb, weil ich als Person so funktioniere und als Freischaffender eben nicht im Team mit freigegebenen Dateien arbeiten muß. Your mileage may vary, though.

    Für Messies ist auch Tagging nichts, wie schon erwähnt wurde. Es braucht doch ziemlich viel Disziplin, 1) alles Neue mit Schlüsselwörtern zu versehen und 2) auch eine vernünftige Auswahl von Standard-Tags bereitzustellen.

    Jeder sollte so arbeiten, wie es am Besten zu ihm paßt. Immer vorausgesetzt, daß er die Daten nicht auf einen gemeinsamgenutzten Server legt. Denn dann geht das Gefluche los. Verständlich.

  14. 14 Lars

    Wenn alle Inhalte durchsuchbar sind erschliesst sich mit der Nutzen von Tags nicht mehr (ausser das man Wörter vergeben kann die in der Datei selber nicht vorkommen. Aber wann ist das schon der Fall?

    Für mich klassische Taggingwörter die ich z.B. in Things nutze kommen in der Regel auch in den entsprechenden Dateien vor.

  15. 15 Yeti

    systemweites tagging ist viel zu zeitaufwendig und erfordert viel zu viel disziplin. sehr viel interessanter ist da der ansatz von “flow” von gridiron:

    http://www.gridironsoftware.com/Flow/

    hier noch ein video:

    http://www.youtube.com/watch?v=owGWVarUWDw

    das ganze geht erheblich weiter als einfaches taggen und wird mir in meinem arbeitsablauf gewaltig helfen :) ich bin schon ganz gespannt auf die beta am 18. :)

  16. 16 Moss

    dolce gab folgendes von sich:

    Also ich stehe ja der Abschaffung einer Ordnerstruktur auch kritisch gegenüber aber Tagging ist natürlich eine interessante Erweiterung und Spotlight ist ein sehr hilfreiches Tool.

    Korrektur: es wäre ein sehr hilfreiches Tool, wenn es denn das fände, was ich allermeistens suche: Dateien nach Name, nicht nach Erwähnung irgendwoanders. Von halbwegs neuzeitlichen Methoden wie regulären Ausdrücken oder auch nur Quantoren ganz zu schweigen.

    Wenn das schon nicht mal annähernd funktioniert, soll ich mir noch eine weitere Ebene semantischen Nebels antun? Danke, braucht man nicht.

  17. 17 OpenMeta « M i s c h k e B l o g

    [...] http://www.apfelquak.de/2009/0.....rstruktur/ [...]

  18. 18 TheMaverick

    Hi zusammen,
    Danke erstmal für deinen guten Artikel, Entlich mal wieder Leben außerhalb des iPhones.

    Nachträglich auf eine über Jahre gewachsene Ordnerstruktur zu Taggen mag mühsam und sogar Stressig sein, ist aber in den meisten Fällen gar nicht nötig.

    Geht man davon aus das man Ordner verwendet hat um seine Daten abzulegen, dann haben die Ordner doch schon die nötigen Tags. Mittels Appleskript kann man relativ einfach alle Überordner (oder bis zu einem bestimmten Punkt) auflisten und als tags in die darin liegenden dateien ablegen. Oder man lässt das nachtaggen ganz, da spotlight die files eben auch anhand der folder findet.

    Order haben auch was gutes: große Dateimengen kann man dadurch aufsplitten in teilbereiche. Zum Beispiel gruppiere ich Interpreten zusätzlich anhand ihrer Anfangsbuchstaben (/Interpreten/A/Aerosmith/…) da die Anzahl der Interpreten, lägen sie alle in einem Verzeichnis einfach viel zu viel ist und der Finder bräuchte ewig die Ordner zu listen. Selbes Problem bei meiner Bildersammlung. Hier unterteile ich nach dem Daten, an dem ich die Bilder von der Kamera gezogen habe.

    Wenn ich mir also vorstelle alle Kundenfiles aller Projekte und dazu meine eigenen Projekte in einen Ordner zu kippen, ich würde zwar alles finden, aber der Finder wäre doch sehr arg beschäftigt. Zumal Spotlight mit externen (großen) Platten so seine Probleme hat (ich bin hier vielleicht die Ausnahme weil ich 8TB extern angeschlossen habe aber früher oder später sieht es an eurem Arbeitsplatz ähnlich aus-> Siehe Festplattenpreise)

    Ein weiteres Problem ist auch, dass wenn ich von einem System komme, das das tagging nicht unterstützt, die Files also nicht durchsuchen kann, dann praktisch auch nix wieder finden würde. Hier trifft es bei mir vor allem die Mails. Zuhause am Mac kann ich problemlos alles taggen, aber wenn ich mit dem Webmail Client auf mein IMAP Konto zugreife dann hilft mir das kein stück. Bleibt nur das gute alte Volltext-Suchen.

    Ist also ein zweischneidiges Schwert. Persönlich bin ich total für Tags, aber nur wenn man sie im Gesamtkontext sinnvoll einsetzt.

  19. 19 Acky

    Ein gelungener Artikel. Es bleibt zu hoffen, daß sich ein Standard wie OpenMeta etablieren kann, da nur dies ein Arbeiten unabhängig von der Platform bedeuten würde.

    Tagging ergänzt die normale Ordnerstruktur auf sinnvolle Weise. Die Frage ist also gar nicht, sich für eines der beiden Systeme zu entscheiden. Deswegen muß man auch nicht jedes digitale Byte akribisch mit einem Anhänger versehen.

    Spotlight stellt mit seiner Inhaltssuche eine zusätzliche Erweiterung da. Es wäre spannend, Ordnerstruktur, Tags und Spotlight sinnvoll integriert unter einer Haube zu sehen.

    Das von Yeti erwähnte “Flow” (Kommentar 15) ist eine weitere spannende Geschichte. Ich bin fest davon überzeugt, daß sich bzgl. der Organisation der ständig zunehmenden Daten in den nächsten Jahren eine Menge tun wird.

  20. 20 dolce

    Ich glaube ich schreibe mal einen Spotlight Artikel, damit Moss auch nach Dateinamen und Fragmenten suchen kann :)

  21. 21 andreasgoepfert

    Alte Datenbestände zu taggen ist sicherlich Wahnsinn, aber andererseits funktionieren Tags bei Fotos ja ziemlich gut. Knackpunkt ist wie einige schon zu Recht anmerkten, sinnvolle Tags zu definieren und diese diszipliniert zu vergeben.

  22. 22 nggalai

    Gute Kommentare! Danke für die Diskussion! :)

    Bei den Ironic-Leuten habe ich einen guten Ansatz gefunden, wie man mit alten Daten umgehen soll:

    Man taggt nur das, was man gerade bearbeitet hat. Und halt alles Neue, was so anfällt. Sicher wäre es schön, auch die Manuskripte aus dem Jahr 2004 mit Schlüsselwörtern zu versehen, aber mal ehrlich – der Aufwand ist doch recht groß. Da setzt man dann lieber auf einen Ansatz, wie ihn Maverick genannt hat: Bestehende Ordner als „Tags“. Und zum Beispiel Leap kann bei Bedarf Ordner auch tatsächlich synonym mit Tags darstellen, so daß man recht transparent zwischen Ordnerstruktur und flacher Struktur wechseln kann.

  23. 23 Acky

    Hier noch ein paar ergänzende Links zu einigen (teilweise schon erwähnten) Apps:

    Das Programm Tags unterstützt bereits OpenMeta (siehe Forumseintrag).

    DefaultFolderX und MailTags haben ihre Unterstützung zugesagt (siehe hier und hier).

  24. 24 Klabautermann

    Ich arbeite in einem eher kleinen Ingenieurbüro mit ca. 14 Mitarbeitern (mal einer mehr, mal einer weniger). Unsere Firma besteht seit 1982 und seit etwa 1994 nutzen wir Windows. Seit 1999 mit einem Windows-Server. In den vergangenen zwanzig Jahren sind mehrere hunderttausend Dokumente angehäuft worden. Von Lieferscheinen, Rechnungen, Protokollen, und Fotos bis zu CAD-Plänen und PDF-Dateien.
    Unsere Ordnerstruktur die wir seit 1994 verwenden funktioniert immer noch zuverlässig. Jeder neue Mitarbeiter kommt sofort damit zurecht.
    Es kommt wohl etwas darauf an, wie man das organisiert, resp. wie denn die Firma organisiert ist. Gerade bei uns könnte ich mir ein reines Tagging-System überhaupt nicht vorstellen. Da fehlt mir die Kontrolle, wo die Daten liegen.
    Doch … für den privaten Gebrauch nutze ich ein MacBook und iMac und hier hätte ich mir schon längst ein System wie in iTunes oder Lightroom vorhanden auch für meine Dokumente gewünscht. Denn genau das macht für mich den Mac aus. Ich kümmere mich nur in zweiter Linie darum, wo etwas gespeichert ist. Das soll der Mac organisieren. Ich will anwenden und nicht mir dauernd Gedanken machen müssen wo ich nun dieses Kochrezept, dieses Schreiben an die Versicherung usw. ablegen will.
    Also plädiere ich auch eher für ein sowohl-als-auch. Es kommt sehr auf die Struktur der beteiligten Anwender an. Sind es mehrere, muss man sich das mit dem Tagging gut überlegen.

  25. 25 @wollepb

    @birgerpb ever heard about OpenMeta? apparently i use some tool for local tagging on osx that use this "standard" http://is.gd/iWxi (german)

  26. 26 @wollepb

    @birgerpb ever heard about OpenMeta? apparently i use some tool for local tagging on osx that use this "standard" http://is.gd/iWxi (german)

  27. 27 wollepb

    @birgerpb ever heard about OpenMeta? apparently i use some tool for local tagging on osx that use this “standard” http://is.gd/iWxi (german)

  28. 28 Moss

    dolce gab folgendes von sich:

    Ich glaube ich schreibe mal einen Spotlight Artikel, damit Moss auch nach Dateinamen und Fragmenten suchen kann :)

    Mach mal. Ich bin auch wieder lieb! :-P

    Ernstlich: sehr gern. Ich wäre ehrlich ziemlich begeistert, wenn Du mich eines Besseren belehrtest.

  29. 29 dolce

    Moss gab folgendes von sich:

    dolce gab folgendes von sich:

    Ich glaube ich schreibe mal einen Spotlight Artikel, damit Moss auch nach Dateinamen und Fragmenten suchen kann :)

    Mach mal. Ich bin auch wieder lieb! :-P

    Ernstlich: sehr gern. Ich wäre ehrlich ziemlich begeistert, wenn Du mich eines Besseren belehrtest.

    bin schon dran. diese woche noch

  30. 30 Suchen mit Spotlight - Man findet mehr als erwartet! - apfelquak

    [...] tolle Artikel über Tagging und Open Meta sowie ein bestimmter Kommentar in der Folge, haben mich motiviert einen Artikel über Spotlight [...]

  31. 31 Fresh - apfelquak

    [...] Fresh außerdem die Möglichkeit des “taggens”, natürlich dem Standard “OpenMeta” [...]

  32. 32 minkelmann

    @julianreischl und die Nr. 2: http://tinyurl.com/bcg58x

  33. 33 Leap 2: Endlich OpenMeta für den Tagging-Fanboy - apfelquak

    [...] Tagging-Finder-Dateimanagement-Wollmilchsau Leap auf den Markt. Leap 2 setzt damit endlich auf OpenMeta fürs Vergeben und Verwalten der Schlagwörter. Das Programm arbeitet somit transparent mit [...]

  34. 34 yene

    Warum nicht Ordnerstruktur und Tags?
    Wenn man die Ordnerstruktur in Tags schreibt hat man eine bessere Übersicht und mehr sortier/such-möglichkeiten.
    http://www.yene.ch/wp-content/.....ojekte.png

    Ein Appleskript dazu findet ihr in meinem Blog: http://www.yene.ch/18/dateien-.....hfunktion/

  35. 35 Hazel, oder wie man der Putze OpenMeta näherbringt - apfelquak

    [...] Jedoch lässt sich Hazel mit einem einfachen Terminal-Befehl dazu überreden, auch im OpenMeta-Kindergarten mitzuspielen. Mit allen Vor- und Nachteilen, allerdings ohne ausgeschlagene [...]

  36. 36 Martin

    In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es mittlerweile einen Artikel über OpenMeta …

    http://de.wikipedia.org/wiki/OpenMeta

    … der unbedingt erweitert werden sollte – ansonsten dürfte früher oder später ein Löschantrag folgen, denn der behauptete Standard ist OpenMeta ja eigentlich nicht, sondern noch immer ein Hack ohne Unterstützung durch Apple.

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