Wer studiert oder das vielleicht auch schon hinter sich hat, hat mit Sicherheit seine kreativen Textwerke auf dem Computer verfasst. Doch so einfach ist das nicht: Seitenumfang, Rändermaße, Schriftarten, Absätze, Zeilenabstände, Deckblätter, Inhaltsverzeichnisse, Zitierweisen, Literaturübersichten und und und werden dem Studenten da vorgegeben.
Dabei kann man ganz schön viel Zeit zusetzen, ohne dass man auch nur ein einziges Wort geschrieben hat. Mir ist es vor einer Woche so ergangen, als mein lieber Professor die Modulprüfung in Form einer Heimklausur durchführen lies. Mal ganz davon abgesehen, dass auch noch diverse Essays und Hausarbeiten auf meiner ToDo-Liste unabgehakt stehen.
Bislang habe ich Writer von OpenOffice 3.0 für meine Unidokumente benutzt, jedoch sind mir jetzt beim intensiven Arbeiten damit einige Probleme aufgefallen: Will man die erste Seite anders formatieren (z.B. keine Seitenzahl, Kopf- und Fußzeile), so muss man umständlich einen Seitenumbruch machen und für die folgende Seite die Standard-Vorlage wählen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn sich der Umbruch nicht wieder verabschieden würde, wenn man in dem folgenden Text Passagen löscht. Ich bin fast wahnsinnig geworden, als sich die Formatierung total zerschossen hatte. Die schöne Arbeit…
Auch ist es nicht wirklich praktisch, Kopf- und Fußzeilen einzufügen, wenn man einen bestimmten Rand vorgegeben bekommt. OpenOffice setzt diese nämlich nicht einfach in den Rand hinein, sondern verkleinert den Schreibbereich. Höchst praktisch, wenn man den Platz braucht, um alles auf die vorgegebenen Seiten zu bekommen.
Weil ich nun also die Nase voll hatte, habe ich mich mal auf die Suche nach einem Ersatz gemacht. Dabei standen die beiden folgenden Programme zur Auswahl:
- Apples Pages ’09 aus dem iWork-Paket
- Word:mac 2008 aus dem Microsoft Office:mac 2008-Paket
Zuerst habe ich mich mit Pages ’09 beschäftigt.

Klasse Apple, dass ihr eine 30-tägige Demoversion zum Download anbietet! Die Chance habe ich dann auch gleich genutzt und ein wenig in Pages herumgespielt. Da ich schon mit Pages ’06 regelmäßig gearbeitet habe, waren die Veränderungen, die mir aufgefallen sind – unter anderem gibt es jetzt eine Symbolleiste für die Schriftformatierung direkt im Textfenster und nicht mehr als schwebende Tool-Box wie bisher.
Um die Formatierung für die Uni zu überprüfen, habe ich einfach mal den Text einer Arbeit hinein kopiert und analog zu den Einstellungen in OpenOffice formatiert. Ich war ziemlich erstaunt, dass derselbe Text plötzlich 4 1/4 anstatt der bisherigen 3 Seiten beanspruchte. Das ist schon blöd, wenn man sich aber auf 3 Seiten beschränken muss und plötzlich 4 Sätze weniger unterbringen kann.
Die Einstellung der Kopf- und Fußnoten, der ersten Seite usw. funktionieren recht einfach und besser als in Writer von OpenOffice 3.0.
Also ging es auf zu Microsoft Word:mac 2008.

Leider hat sich Microsoft nicht mit Ruhm bekleckert, denn eine Demoversion gibt es für das teurere Officepaket aus Redmond nicht. Also musste ich einen lieben Kommilitonen bitten, mich auf seinem Mac ein wenig in Word:mac 2008 herum testen zu lassen. Wer nicht so einen netten Macianer hat, sieht da schon ziemlich doof aus, weil wohl keiner einfach so auf blauen Dunst sich eine mindestens gut 100,- € Software kauft. Zumindest vermute ich das mal.
Einige überaus praktische Funktionen für das Schreiben meiner Arbeiten ist mir dabei aufgefallen: die Notizblock-Funktion und die Zitate-Verwaltung.

Erstere kann man auf dem Screenshot bestaunen. Sehr praktisch ist die, wenn man in der Vorlesung auf dem Mac mitschreiben möchte, weil man auch durch die Einteilung in verschiedene Abschnitte (wie einzelne Bereiche in einem Block) alles schön strukturieren und sortieren kann. Ergänzungen sind schließlich in einem elektronischen Dokument eh viel einfacher zu machen als so auf dem Papier – zumindest wenn es sich um etliche Anmerkungen oder ganze zusätzliche Passagen geht.
Die Zitate-Verwaltung gibt eine Maske vor, in die man Eckdaten eines Buches wie Autor, Verlag, Erscheinungsjahr etc. eintragen kann. Fügt man nun ein Zitat in seiner Arbeit an, so kann man einfach das Zitat dem entsprechenden Werk, dem man es entnommen hat, zuweisen. Praktischer Weise, gibt es die Möglichkeit, das Literaturverzeichnis dann automatisch erstellen zu lassen. Leider scheint diese Zitat-Funktion aber nur auf die amerikanische Zitierweise (Kurzangaben in Klammern unmittelbar hinter dem Zitat) beschränkt zu sein. Ich bevorzuge jedoch die traditionelle mit Fußnoten.
Auch hier funktioniert die Einstellung der Kopf- und Fußnoten, der ersten Seite usw. recht einfach.
Letzendlich habe ich mich dann für Microsoft Office:mac 2008 entschieden, auch wenn es das teuerste Paket von allen war. Für mich wäre es jedoch ziemlich gut gewesen, wenn man Word separat erwerben könnte, weil ich die anderen Programme wie Excel und Co. eigentlich nie benutze.
Die diversen Hilfsfunktionen und die Tatsache, dass wir hier etliche Worddokumente hin- und hermailen, war dann mein Kaufargument. Auch werden die ganzen Angaben für unsere Uniarbeiten immer für Word gemacht. So ist es für mich stressfreier und einfacher.
Jedoch sind bisher noch zwei Fragen, die mir bleiben:
- Kann man Word doch dazu bewegen, die Zitierfunktion auch mit Fußnoten zu nutzen?
- Kann man seine Mitschriften im Notizblock-Layout auch so wie einen Notizblock ausdrucken, also mit den Spiralringen und den farblichen Bereichen? Das wäre sehr praktisch, weil ich dann auf Anhieb zwischen meinen ausgedruckten Mitschriften und den anderen Arbeitsmaterialien – z.B. Handouts – unterscheiden könnte. Also, geht das?
Und nun seid ihr dran: Welches Schreibprogramm nutzt ihr? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Seid ihr zufrieden?
Ich bin gespannt!

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Hier kann man übrigens Demos laden:
http://trial.trymicrosoftoffice.com/trialgermany/default.aspx?culture=de-DE
Mit dem zugegebenermaßen vllt etwas langen Umweg über eine Windows-Installation in bspw. VirtualBox kann man dann zumindest die Windows-Versionen einen Monat lang testen, wenn es für den Mac keine gibt. Zumindest in ersteren kann man nämlich “irgendwo ungefähr” aussuchen welche Zitationsformate man haben will.
Yup. Ich schreibe / bearbeite mit Mellel vorwiegend Romane und Erzählungen. So ab 200 Seiten aufwärts geht’s los. Da kommen Pages und Word einfach nicht nach, nur schon bei Kleinigkeiten wie „Scrollen“.
Was für mich als Autor auch gegen Pages spricht: Stile können nicht ohne Umwege per Tastatur aufgerufen werden. Echt mühsam. Außerdem ist der RTF-Output für Manuskripte ungeeignet, da keine Kopf- und Fußzeilen ausgegeben werden. RTF ist aber noch immer Standard in dem Bereich. Nun ja.
Ich verwende Pages allerdings in meiner Texter-Tätigkeit. Die Kommentar- und „Änderungen Verfolgen“-Funktion ist stabil, einfach zu bedienen, sieht gut aus, und ist voll zu Word und Konsorten kompatibel. Und die Leute wollen eigentlich immer .docs haben, und der Output des Manuskript-Formats stellt Pages – nicht sehr überraschend – vor keine größeren Probleme.
Mein idealistischer Liebling ist allerdings noch immer Nisus Writer (Pro). Sehr einfache und übersichtliche Bedienung. Sehr Mac-like. Das native Format ist RTF, ich kann also meine aktuellen Dokumente auch auf dem Zweit-Win-PC bearbeiten, falls mal mein Mac explodiert. Ohne, daß ich daran denken muß, auch noch eine RTF/.doc-Kopie anzulegen. Kommentare gehen, Änderungen leider noch nicht. „Dank“ CocoaText (wie Pages) fehlen mir aber einige typographische Möglichkeiten, die ich in Mellel habe und doch zwischendurch brauche. Und wie in Pages ist die automatische Silbentrennung praktisch unbrauchbar.
Daher doch lieber Mellel. Die Stil-Verarbeitung ist deutlich besser: Ein Style-Set fürs Arbeiten, und dann noch eines für „bitte in Hübsch“. Ohne gleich zig Stile von Hand umdefinieren zu müssen oder den Text in eine neue Vorlage zu kopieren. Und der Text-Renderer kann’s schon fast mit LaTeX aufnehmen, wenn man weiß, was man tut. Wichtig für Camera-Ready-Dateien. Tut mir ja leid, aber was CocoaText in Sachen „Typographie“ liefert, ist eher traurig als brauchbar. Nun ja, halt so traurig wie Word. Aber die meisten Leute dürfte das eher weniger interessieren.
Trotzdem, Nisus ist deutlich einfacher zu bedienen und besonders für Dokumente, die man so aus dem Handgelenk runterschreibt, besser geeignet. Dafür ist Pages in Sachen Layout mächtiger. Aber als Autor / Texter schlage ich mich vorwiegend mit Standard-Formaten herum, Bilder drehen und so ist da wirklich nie nötig.
Für (natur-)wissenschaftliches Arbeiten jedoch führt wohl kaum ein Weg an TeX vorbei. Oder halt doch Word 08: Schriftsatz ist da nicht so super-wichtig, wie eine funktionierende Literatur- und Zitatverwaltung, Bild- und Tabellenverzeichnisse und so weiter.
Nachtrag: Der Entwurf meiner längeren Texte geschieht aber natürlich auch in Scrivener. Das ist in der Hinsicht einfach noch immer ungeschlagen. Sollte man sich echt mal ansehen.
Fürs Studium und den ganzen Schreibkram habe ich hauptsächlich LaTeX und OO genutzt. Notizen/Unwichtigeres mit OO, Hausarbeiten mit LaTeX, wobei mir dabei immer das visuelle Feedback etwas gefehlt hat. Weiter fand ich die Navigation in Dokumenten, z.B. mit TeXShop, suboptimal, da ich meine Texte gerne in einem Dokument verfasse und so auf einen Browser zur Navigation innerhalb des Dokuments angewiesen bin.
Darauf habe ich LyX ausprobiert. Und bin, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, begeistert. Zwar sind LaTeXkenntnisse hilfreich, weil beispielsweise nicht alle LaTeX-Pakete/Makros durch die LyX-GUI unterstützt werden und so als Code eingefügt werden müssen, aber dieser Nachteil ist meiner Ansicht nach marginal. Die Software ist immerhin OpenSource, seit IT-Äonen in Entwicklung und sehr nützlich.
Ich kann Euch einen Versuch damit wirklich nur empfehlen.
@Markus OmniOutliner, Scrivener und Pages ist genau meine Kombination. Seit Scrivener OPML importieren kann, ist auch der Import großer Listen aus OmniOutliner kein Problem mehr.
@nggalai Du kannst Stilen in Pages Kurzbefehle zuweisen. Das geht sogar extrem einfach: http://tinyurl.com/b5xwpr.
Pages 09 hat übrigens noch ein paar praktische Features dazubekommen: einen Gliederungsmodus, den unverzichtbaren Vollbildmodus und wirklich gute Austauschfunktionen.
Kann mich der Empfehlung für Papyrus nur anschließen! Benutze es seit Atari-Zeiten, habe es dann ins Windows-Exil mitgenommen und jetzt auf meinen neuen Mac, wo ich ihm endlich eine adäquate Umgebung bieten kann…
Es gibt nicht wenige Benutzer, die eine umfangreiche Arbeit am Abend in Word gespeichert haben und sie am folgenden Morgen nicht mehr öffenen konnten. Von eigenmächtigen Umbruchaktionen (druckerabhängig) ganz zu schweigen! Papyrus verkraftet Riesentexte mit Fußnoten, Bildern in beispielloser Stabilität. Bei keiner anderen Textverarbeitung ist die Dudenkorrektur so elegant und super schnell integriert!
Das ist mir schon klar, ich war wohl etwas zu flapsig, an dem Abend.
Leider jedoch gehen in Pages nur die Funktionstasten, die bei mir schon andersweitig belegt sind (F4 z. B. für OmniFocus-Snippets, dann noch Exposé). Da habe ich bei Mellel doch deutlich mehr Möglichkeiten – 2×10 Shortcuts gegenüber 1×8. Und auch beim Blind-Tippen auf einem MacBook Pro sind die Shortcuts per Command+[Zahl] / Option+Command+[Zahl] bequem zu erreichen.
Und bei Nisus kann ich die Shortcuts komplett frei definieren. Auch ganz nett.
Dürfte aber auch eine Frage der Gewöhnung sein, könnte ich mir vorstellen. An die Lage der F-Knöpfe habe ich mich auch nach zweieinhalb Jahren jedoch noch nicht richtig gewöhnt.
Im Großen und Ganzen bin ich ja auch mit Word zufrieden, aber es ärgert mich halt so, wenn ich Bilder einfüge und die Datei dann dermaßen langsam wird und ich fast nicht mehr vorankomme, deshalb kann ich auch ganz und gar nachempfinden warum hier so viel gemeckert wird über Word.
Ich nutze seit Jahren die Kombination Mellel und Bookends für anspruchsvolle akademische Arbeiten im Bereich alter Sprachen. Ich habe mich auch eingehend mit anderen Lösungen beschäftigt, bin jedoch davon überzeugt, daß Mellel, zumindest für Geisteswissenschaftler, die beste und leistungsfähigste Textverarbeitung ist. Die neue Version (2.6), die kürzlich veröffentlich wurde, macht übrigens auch einen hervorragenden Eindruck.
(Nein, ich bekomme kein Geld aus Tel Aviv. Ich bin wirklich überzeugt.)
Was ich nach meinem Plädoyer noch fragen wollte:
Hat hier jemand LyX ausprobiert?
@ VictorVD:
Ja ich habe es ausprobiert (um es weiterempfehlen zu können & zu testen). Für mich war das nichts, weil ich bereits voll in LaTeX eingearbeitet war – mich hat die Oberfläche irritiert, ich wollte dann doch lieber die “volle Kontrolle” haben. Allerdings denke ich, dass es genau das richtige ist, wenn man von einem Textverarbeitungsprogramm migriert – LaTeX mit Stützrädern quasi.
Für mich war es halt umständlicher, mich da reinzudenken und nur “mittelbar” über eine Oberfläche zu LaTeXn. Aber das Projekt verbessert sich ja ständig und die GUI scheint wirklich einige Leute zu überzeugen, die sonst nicht LaTeX nutzen würden. Von daher
für LyX.
Ich nutze für alles lyx. Die am Anfang auftretende Probleme mit Grafiken etc. lassen sich recht schnell durch Doku lesen und nachdenken überwinden. Dann wirds echt produktiv!
also ich hab mit word 6.0 eine 1,3 im diplom rausgeschrieben. ich glaube, die “0.3″ lagen nicht bei microsoft …
Ja, ja, damals … die gute alte Zeit … und so weiter …
Die ganze Diskussion ist sehr interessant und ich habe wieder ein paar Programme kennengelernt, die ich mir doch auch mal ansehen werde … Aber … wie ein Vorredner schon sagte … schlussendlich bestimmt das berufliche Umfeld, mit was ich mich abgeben muss/kann/soll.
Im Gegensatz zu meinem beruflichen Umfeld, nutze ich privat nur noch Macs. Am Anfang habe ich auch lange überlegt, welche Office Suite besorge ich mir? Ich habe alle durchgetestet und wäre von iWork angetan gewesen. Mellel hätte mich auch überzeugen können. LaTex wäre eine reizvolle Herausforderung gewesen … Aber schlussendlich habe ich mir trotzdem MS Office besorgt.
Der erste Grund war einfach, dass ich Word seit Anbeginn kenne und damit arbeite. Und der zweite Grund war ebenso naheliegend: Tabellen und Dokumente aus dem Büro, die ich gerne auf dem MacBook auf dem Weg zur Arbeit bearbeite.
Ja, ich weiss, dieses und jenes Programm (iWork etc.) hat die Möglichkeit auch dieses und jenes Format abzuspeichern … Aber das ist keine Lösung!
Seien wir doch mal ehrlich, das klappt ja nicht mal immer zwischen Office 2007 für Windows und Office 2008 für Mac. Selbst da gibt es Ungereimtheiten. Weshalb ich mich auch meist auf die Fliesstextbearbeitung auf dem MacBook beschränkte (okay, auch der Bildschirm ist etwas zu klein und im Zug sitzen und so ohne Maus und …
)
Und nun bin ich auch der Meinung, dass wenn ich schon eine Office Suite habe, dann nutze ich die auch gleich für die wenige Korrespondenz zu Hause. Ich kenn’ mich ja mit dem Programm aus. Da spricht dann nichts dagegen.
Mir erschliesst sich die Sinnhaftigkeit nicht ganz, für jeden bestimmten Zweck eine andere Software einzusetzen.
Okay, als Ein-Mann-Unternehmen kann ich machen was ich will, was ich brauche und was meine Kunden wollen. Resp, der gewünschte Output gibt die Software vor. Möglichst nativ oder dann gleich PDF o.ä..
Ich finde es daher generell eher schwierig, Tipps über ein Programm abzugeben. Klar kann man die Vorteile herausstreichen und auf negative Umstände aufmerksam machen.
Aber vielleicht sollte man den Personen die sich auf der Suche nach einer Software befinden, eine Checkliste mit auf den Weg geben. Und da ist einer der ersten Punkte: Was benutzt mein Umfeld? Was benutzen meine Auftraggeber (meine Kunden, die Uni etc.). Was benutzen meine Partner. Und evtl. was benutzen meine Auftragnehmer.
Ich weiss wovon ich rede! Wir haben 1990 eine CAD-Software angeschafft “speedikon”. Sauschnell, saugut … aber wir haben nach 13 Jahren, also 2003/2004 komplett auf AutoCAD wechseln müssen. Eine Investition von knapp 100’000 Schweizer Franken (ca. 65’000 Euro). Und warum?
Weil wir immer mehr mit anderen Firmen zu tun hatten (Architekten, Ingenieurbüros etc.), die AutoCAD einsetzen und weil das Datenaustauschformat “dxf” nicht mehr den Anforderungen genügen konnte.
Wir mussten uns auch an den Markt anpassen. So läuft das leider einfach.
Also ich habe Word vor einigen Jahren in die Tonne getreten – ohne Reue!
Beruflich hat man mir einen Mac spendiert, der Admin wollte Vista nicht mehr supporten und ich hatte es auch satt. Riesiger Produktivitätsgewinn seitdem (das Vista in der VMWare habe ich in 8 Monaten zweimal angeworfen).
Für kurze Texte nehme ich einen Editor, für unternehmensunkritische Zusammenarbeit Google docs. Für wissenschaftliche Texte Lyx mit Bibdesk.
Es geht den Leuten leider nicht in den Kopf, das Text Text ist und vom Layout getrennt werden muss. Entsprechend schreiben die auch für Webseiten Texte in Word und ich muss den Formatmüll dann wieder entfernen – unnütze Arbeit.
Mir hat mal ein Informatiker für einen wissenschaftlichen Text ein paar kurze Linux-Scripte geschrieben, die mir alle Abkürzungen und Literaturverweise über reguläre Ausdrücke aus dem Text geholt haben. Das waren dann zwei Stunden Arbeit und wir hatten ein fehlerfreies Literaturverzeichnis und ein vollständiges Abkürzungsverzeichnis – die Verlage machen da ja in der Regel nix.
Mit Lyx und Bibdesk ist das natürlich unnötig.
Ich habe in den vergangenen Wochen intensiv MS Sharepoint evaluiert, das ist vom Ansatz und in der Handhabung komplett bekloppt, glaubt mir, MS Office ist auf dem Weg in die Versenkung, besser ihr lernt und verwendet standardkompatible Software.
@Klabautermann,
das Berufliche Umfeld ist schon auch mitentscheidend, klar. So lange man „kollaborieren“ muß. (Gott, das klingt wie etwas aus einem MMORPG oder so.) Ansonsten ist man mit seinen Werkzeugen recht frei, denn mit RTF oder .doc kann so ziemlich jede Textverarbeitung auf so ziemlich jedem Betriebssystem umgehen. Mehr oder weniger gut. Aber Pages z. B. bietet es ja an, beim Speichern automatisch noch eine Word-Kopie anzulegen. Man muß also nicht einmal ans Konvertieren denken; ganz Faule setzen noch eine Hazel-Regel auf, daß die .doc-Dateien automatisch in die Outbox verschoben werden und gut ist.
Werkzeuge, eben. In der heutigen Zeit finde ich es recht fies, wenn Freischaffende und Selbständige dazu gezwungen werden, einen vermeintlichen Standard einzusetzen. Man sollte das WERKZEUG nehmen, das einem Dateien in dem Format liefern kann, was man braucht. Für mich als freischaffender Autor und Texter sind das meistens PDFs oder RTFs, womit ich auf dem Mac die volle Auswahl habe. Selbst, als ich noch in der Agentur getippselt habe und nebenbei als „Assistent der Geschäftsleitung“ fungierte, konnte ich problemlos OOorg einsetzen, auch wenn der Rest der Leute Office 2000 nahm … Das Format macht’s, nicht so sehr die Software. Sofern man denn auch installieren kann / darf, was man möchte.
@lyx,
yup, volle Zustimmung, insbesondere zur Trennung von Content und Layout. Allerdings bin ich mit LaTeX nie warm geworden; mein letzter Versuch liegt so eine Woche zurück. Und ich gab mir wirklich Mühe. Aber für mich und meinen Einsatzbereich ist es einfach nichts. Da schreibe ich meine Dokumente weiterhin lieber in MultiMarkDown und speichere als .txt, gegebenenfalls gelayoutet als RTF oder PDF. Kann ich auch überall lesen und weiter dran arbeiten, falls mal mein Mac explodiert. Selbst in Mellel speichere ich meistens als RTF, was zwar OOorg 3.x nicht glücklich macht, aber damit kann ich leben.
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