Auf der Suche nach dem Schreibprogramm

3. Februar 2009 · 70 Kommentare ·

Wer studiert oder das vielleicht auch schon hinter sich hat, hat mit Sicherheit seine kreativen Textwerke auf dem Computer verfasst. Doch so einfach ist das nicht: Seitenumfang, Rändermaße, Schriftarten, Absätze, Zeilenabstände, Deckblätter, Inhaltsverzeichnisse, Zitierweisen, Literaturübersichten und und und werden dem Studenten da vorgegeben.

Dabei kann man ganz schön viel Zeit zusetzen, ohne dass man auch nur ein einziges Wort geschrieben hat. Mir ist es vor einer Woche so ergangen, als mein lieber Professor die Modulprüfung in Form einer Heimklausur durchführen lies. Mal ganz davon abgesehen, dass auch noch diverse Essays und Hausarbeiten auf meiner ToDo-Liste unabgehakt stehen.

Bislang habe ich Writer von OpenOffice 3.0 für meine Unidokumente benutzt, jedoch sind mir jetzt beim intensiven Arbeiten damit einige Probleme aufgefallen: Will man die erste Seite anders formatieren (z.B. keine Seitenzahl, Kopf- und Fußzeile), so muss man umständlich einen Seitenumbruch machen und für die folgende Seite die Standard-Vorlage wählen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn sich der Umbruch nicht wieder verabschieden würde, wenn man in dem folgenden Text Passagen löscht. Ich bin fast wahnsinnig geworden, als sich die Formatierung total zerschossen hatte. Die schöne Arbeit…

Auch ist es nicht wirklich praktisch, Kopf- und Fußzeilen einzufügen, wenn man einen bestimmten Rand vorgegeben bekommt. OpenOffice setzt diese nämlich nicht einfach in den Rand hinein, sondern verkleinert den Schreibbereich. Höchst praktisch, wenn man den Platz braucht, um alles auf die vorgegebenen Seiten zu bekommen.

Weil ich nun also die Nase voll hatte, habe ich mich mal auf die Suche nach einem Ersatz gemacht. Dabei standen die beiden folgenden Programme zur Auswahl:

 
Zuerst habe ich mich mit Pages ’09 beschäftigt.

Pages 09

Klasse Apple, dass ihr eine 30-tägige Demoversion zum Download anbietet! Die Chance habe ich dann auch gleich genutzt und ein wenig in Pages herumgespielt. Da ich schon mit Pages ’06 regelmäßig gearbeitet habe, waren die Veränderungen, die mir aufgefallen sind – unter anderem gibt es jetzt eine Symbolleiste für die Schriftformatierung direkt im Textfenster und nicht mehr als schwebende Tool-Box wie bisher.

Um die Formatierung für die Uni zu überprüfen, habe ich einfach mal den Text einer Arbeit hinein kopiert und analog zu den Einstellungen in OpenOffice formatiert. Ich war ziemlich erstaunt, dass derselbe Text plötzlich 4 1/4 anstatt der bisherigen 3 Seiten beanspruchte. Das ist schon blöd, wenn man sich aber auf 3 Seiten beschränken muss und plötzlich 4 Sätze weniger unterbringen kann.

Die Einstellung der Kopf- und Fußnoten, der ersten Seite usw. funktionieren recht einfach und besser als in Writer von OpenOffice 3.0.

Also ging es auf zu Microsoft Word:mac 2008.

Word 2008

Leider hat sich Microsoft nicht mit Ruhm bekleckert, denn eine Demoversion gibt es für das teurere Officepaket aus Redmond nicht. Also musste ich einen lieben Kommilitonen bitten, mich auf seinem Mac ein wenig in Word:mac 2008 herum testen zu lassen. Wer nicht so einen netten Macianer hat, sieht da schon ziemlich doof aus, weil wohl keiner einfach so auf blauen Dunst sich eine mindestens gut 100,- € Software kauft. Zumindest vermute ich das mal.

Einige überaus praktische Funktionen für das Schreiben meiner Arbeiten ist mir dabei aufgefallen: die Notizblock-Funktion und die Zitate-Verwaltung.

Word 2008 - Notizbuch-Layoutansicht

Erstere kann man auf dem Screenshot bestaunen. Sehr praktisch ist die, wenn man in der Vorlesung auf dem Mac mitschreiben möchte, weil man auch durch die Einteilung in verschiedene Abschnitte (wie einzelne Bereiche in einem Block) alles schön strukturieren und sortieren kann. Ergänzungen sind schließlich in einem elektronischen Dokument eh viel einfacher zu machen als so auf dem Papier – zumindest wenn es sich um etliche Anmerkungen oder ganze zusätzliche Passagen geht.

Die Zitate-Verwaltung gibt eine Maske vor, in die man Eckdaten eines Buches wie Autor, Verlag, Erscheinungsjahr etc. eintragen kann. Fügt man nun ein Zitat in seiner Arbeit an, so kann man einfach das Zitat dem entsprechenden Werk, dem man es entnommen hat, zuweisen. Praktischer Weise, gibt es die Möglichkeit, das Literaturverzeichnis dann automatisch erstellen zu lassen. Leider scheint diese Zitat-Funktion aber nur auf die amerikanische Zitierweise (Kurzangaben in Klammern unmittelbar hinter dem Zitat) beschränkt zu sein. Ich bevorzuge jedoch die traditionelle mit Fußnoten.

Auch hier funktioniert die Einstellung der Kopf- und Fußnoten, der ersten Seite usw. recht einfach.

 Letzendlich habe ich mich dann für Microsoft Office:mac 2008 entschieden, auch wenn es das teuerste Paket von allen war. Für mich wäre es jedoch ziemlich gut gewesen, wenn man Word separat erwerben könnte, weil ich die anderen Programme wie Excel und Co. eigentlich nie benutze.

Die diversen Hilfsfunktionen und die Tatsache, dass wir hier etliche Worddokumente hin- und hermailen, war dann mein Kaufargument. Auch werden die ganzen Angaben für unsere Uniarbeiten immer für Word gemacht. So ist es für mich stressfreier und einfacher.

 Jedoch sind bisher noch zwei Fragen, die mir bleiben:

  • Kann man Word doch dazu bewegen, die Zitierfunktion auch mit Fußnoten zu nutzen?
  • Kann man seine Mitschriften im Notizblock-Layout auch so wie einen Notizblock ausdrucken, also mit den Spiralringen und den farblichen Bereichen? Das wäre sehr praktisch, weil ich dann auf Anhieb zwischen meinen ausgedruckten Mitschriften und den anderen Arbeitsmaterialien – z.B. Handouts – unterscheiden könnte. Also, geht das?

Und nun seid ihr dran: Welches Schreibprogramm nutzt ihr? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Seid ihr zufrieden?

Ich bin gespannt!

Ähnliche Beiträge

  1. Real Programmers, oder: die Suche nach dem perfekten Editor
  2. Real Bloggers, oder: die Suche nach dem perfekten Blog-Client
  3. Einmal nach Hause und zurück
  4. Probleme nach dem Update auf 10.4.9 [Update]
  5. iPhoto-Problem nach Sicherheitsupdate

{ 66 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

derMatze 3. Februar 2009

Word ist wirklich ganz nett, aber auch nur so lange man nicht eine Arbeit, die mehr als 10 Seiten und im schlimmsten Fall sogar noch ein paar Bilder enthält, schreiben muss… Dann wird das Programm so elendig langsam, allein das Öffnen der doc-Datei dauert Minuten, flüssiges Arbeiten ist definitiv nicht mehr möglich.

Antworten

Buick 3. Februar 2009

Word ist wirklich ganz nett, aber auch nur so lange man nicht eine Arbeit, die mehr als 10 Seiten und im schlimmsten Fall sogar noch ein paar Bilder enthält, schreiben muss… Dann wird das Programm so elendig langsam, allein das Öffnen der doc-Datei dauert Minuten, flüssiges Arbeiten ist definitiv nicht mehr möglich.

Was benutzt du denn für längere Arbeiten?

Antworten

michi 3. Februar 2009

Für wissenschaftliche Arbeiten verwende ich am liebsten LaTeX, das ist zwar nicht so “Click & Go” wie die oben genannten, aber wenn man sich mal eingewöhnt hat geht es ganz locker von der Hand. Literaturverwaltung ist gleich mit eingebaut und das Ergebnis sieht außerdem gut aus.

Ansonsten im Hausgebrauch (Briefchen etc.) gerne auch Pages, das läuft auf meinem betagten MBP einfach ein bisschen flüssiger als Office:mac.

Ich bin irgendwann mal über Mellel (http://www.redlers.com/melleltopreasons.html) gestolpert, konnte es aber noch nie wirklich testen. Das macht auch einen guten Eindruck, wirft aber ein drittes proprietäres Format in die Runde :-)

Antworten

Sebastian Bachmann 3. Februar 2009

guude,

fuer studienarbeiten, brief etc nutze ich nur noch latex und textmate als editor. ja latex hat eine einarbeitungs- und eingewoehnungszeit. aber jeder normaldenkende mensch sollte die basics innerhalb von einem/zwei tag(en) drinn haben. zumal es auch auch haufenweise fertige vorlagen gibt, und du direkt loslegen kannst.
textmate nimmt dir auch arbeit ab, wenn du das latex bundle installiert hast. du kannst dann z.b. per knopfdruck tabellen einfuegen, und textstellen, fett hervorheben oder unterstreichen. gerade solche formatierungen wie “keine seitenzahlen auf bestimmten seiten sind mit einem befehl getan. ganz abgesehen vom endergebnis. da ist das was latex produziert naemlich ungeschlagen. da kommt kein word, pages, ooo, etc mit. noch dazu kostet latex nichts.

gruss,
sebastian

Antworten

derMatze 3. Februar 2009

Öhm, der Beitrag von michi hätte von mir stammen können, genau das wollte ich antworten… ;)

Antworten

Marcus 3. Februar 2009

80-seitige Arbeit inkl. rund 40 Diagramme waren von Word problemos zu bewältigen. Auch das langsame Öffnen kann ich nicht bestätigen.

Antworten

michi 3. Februar 2009

genau das wollte ich antworten… ;)

Ja ich konnte auch ein paar Leute in meinem Freundeskreis schon von der Kombi TextMate + Bibtex + Latex überzeugen.
Es ist wirklich so, sobald man den Dreh mal raus hat produziert man wirklich schnell brauchbare Ergebnisse :-)

Und dank XeLaTeX kann man auch problemlos OpenType Schriften bennutzen – da ist dann auch “Ich mag Computer Modern nicht” kein Argument mehr.

Antworten

Michael 3. Februar 2009

Ich habe mir neulich Mellel angesehen. Die Oberfläche ist zwar gewöhnungsbedürftig, und die Lernkurve daher recht steil, aber von der Funktionalität her macht das Programm einen sehr guten Eindruck. Ich denke, die Stärken von Mellel liegen vor allem bei größeren Dokumenten.

Antworten

Oliver 3. Februar 2009

Mir reicht eigentlich VI oder Textmate. Ich schreibe aber auch kaum wissentschaftliche Dokumente. Meine Blog-Texte verfassen ich in Ecto und Notizen verwalte ich mit Evernote.

Wenn du dich mit LaTex beschäftigen willst, höre doch mal in unseren letzten Podcast rein – ich fand es als Latex-Noob sehr interessant.
siehe http://digitalesgrundrauschen.de/

Antworten

Max 3. Februar 2009

Pages ist unbrauchbar. Versuche mal mehrer Verzeichnisse – für Inhalt, Tabellen, Grafiken – zu erstellen. … Genau, es geht nicht. Find Word am bequemsten, wobei sicher LaTex am besten ist.

Antworten

Denis 3. Februar 2009

Von den Nicht-Quelltext orientierten Textverarbeitungsprogrammen ist Mellel mit Sicherheit das mächtigste Werkzeug. Das größte auf Mellel erstellte Dokument hatte meines Wissens irgendwas um die 4.800 Seiten.

Ich verwende es selbst seit ein paar Jahren und bin sehr zufrieden damit, wobei meine gestalterischen Ansprüche zugegebenermasen auch nicht all zu umfangreich sind.

Das verwendete Speicherformat ist übrigens XML basiert.

Antworten

Markus 3. Februar 2009

Ich nutze Pages. Habe eine dezente MS-Allergie. Meine Bücher bereite ich mit dem OmniOutliner vor und schreibe dann in Scrivener – spezielle Software für Autoren. Pages kann jetzt auch Outlining, was ich für die Planung für sehr gut halte.

Antworten

Casa 3. Februar 2009

Viele schwören auf Papyrus. Bisher habe ich mir das nicht angesehen. Evtl. werde ich das mal detailliert hier vorstellen ;)

Antworten

pingpong 3. Februar 2009

du kannst word:mac auch mit der LaTeX literaturverwaltung bibtex verwenden. google mal “BibDesk”, das ist bibtex mit mac-gui, und dazu noch die skripte namens “BibFuse”. damit funktionierts dann in word auch mit den endnoten für zitate.

Antworten

Christian 3. Februar 2009

Für meine Semesterarbeit habe ich neulich Ooo3 benutzt. Ging eigentlich ganz gut. Hab ich schon unter Windows benutzt.
Da Ooo aber noch Schwierigkeiten damit hat Labels zu drucken hab ich es erstmal wieder durch Neooffice ersetzt. Fürs Schreiben fehlt mir bei Neooffice leider die Notizfunktion bzw. gefällt mir nicht wie die optisch gemacht ist.
Alles was bisschen mehr Design fordert mach ich mit Pages. Und wenn es ganz dick kommt (;)) schmeiß ich auch mal InDesign an.
Dann gibt es ja noch Scrivener. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu unübersichtlich. Ich muss schon ungefähr sehen, wie die Sache nachher aussieht wenn ich schreibe.
Wenn es nur darum geht mal schnell ein paar Gedanken aufzuschreiben, dann kommt das bei mir in Journler. Für solche Sachen ist Journler dank Smartfolders, Tags und so genial.

Antworten

Alex 3. Februar 2009

Für wissenschaftliche Dokumente ist LaTex einfach das beste. Habe bisher alle meine Arbeiten damit verfasst. Nach kurzer Eingewöhnung und einmaliger Gestaltung eines Templates, kann man sich auf den reinen Text konzentrieren. Unschlagbar, und kostenlos!

Antworten

Norman 3. Februar 2009

Der Artikel kommt gerade recht, ich fange in ein paar Tagen mit meiner Examensarbeit an. Für Windows gibt es ein Zitierprogramm Namens Citavi. Ist mir aber ein wenig sperrig.

Ich höre für Examens- und Diplomarbeiten bei macuser.de immer wieder von Mellel oder so und Tex…. weiss nicht mehr genau.

Was gibt es für Programme die kein eigenes Studium erfordern mit denen sich gut Fußnoten sammeln lassen und gleichzeitig im Programm eine wissenschaftliche Arbeit verfassen?

Wäre für hinweise sehr dankbar.

Achso eins hiess noch Latex oder Latexx, sah aber recht kompliziert aus.

Antworten

Nico 3. Februar 2009

Von Word bin ich schon relativ früh weggekommen, ich glaube, das letzte größere Dokument, das ich in Word verfasst habe, war die Facharbeit (und auch das war ein Kampf).

Inzwischen verwende ich für längere Sachen LaTeX (z.B. TeX Live über i-Installer auf dem Mac) und für “mal eben schnell eine Rechnung” OpenOffice.org.

Antworten

Tini 3. Februar 2009

@Sebastian Bachmann: Wo findet man denn gute LaTeX-Vorlagen?

Antworten

dolce 3. Februar 2009

Ich schreibe in der Woche 2 – 4 Dokumente > 10 Seiten und nutze Word. Nicht weil es so toll ist sondern weil Neo Office/Open Office noch schlimmer ist. Pages ist schnell und nett aber nichts für Leute, die viel schreiben und auf Vorlagentreue angewiesen sind. Office2008 ist grundsätzlich relativ lahm. Wer lange Fließtexte schrieben will sollte sich mal Bean anschauen. Da flutscht es im Vollbildmodus gut von der Hand.

Übrigens: Guter Artikel

Antworten

Mark 3. Februar 2009

Was habt Ihr alle gegen Word. Es ist ein sehr gutes Programm, so wie die gesamte office suite. Ich mag windows auch nicht aber office sehe ich davon unabhänig.
Und preislich ist das im zeitalter des internet ja wohl nicht das problem ;-) , solange man es nicht gewerblich nutzt.
Wenn doch, dann stellen 100€ auch kein problem dar.

Antworten

Frank 3. Februar 2009

1 – Nur schreiben und nichts anderes geht m.M. nach am besten mit Q10 (http://www.baara.com/q10/ für Win bzw. Writeroom für OS X http://www.hogbaysoftware.com/products/writeroom bzw. online http://writer.bighugelabs.com/). Für kurze Texte oder Textteile finde ich das ideal.
2 – Kleines (leichtes) Programm für OS X Bean (http://www.bean-osx.com/Bean.html)
3 – Für große Texte, wie Diplomarbeiten etc. würde ich auch Latex empfehlen.

Antworten

toellby 3. Februar 2009

Also, prinzipiell kann ich über Word nichts schlechtes sagen. Ich hab vor knapp 6 Jahren meine Diplomarbeit mit Word, allerdings aufm Windows Rechner, geschrieben und war damit eigentlich zufrieden.
Man darf nur nicht den Fehler machen, jedes Kapitel als einzelnes Dokument abspeichern und Fotos als Verknüpfungen einzubetten.
Dann funktioniert das eigentlich zufriedenstellend.

Mit LaTex habe ich mich nie auseinander gesetzt, fand den Einstieg zu schwierig und es gibt auch nicht unbedingt eine Begründung für mich, damit zu arbeiten.

OpenOffice ist nett, und das wars auch schon. Ich habe meinem Vater, in Mangel einer MS Office Version, OOO3.o auf seinem neuen Notebook installiert und er hat massive Probleme mit erneutem Öffnen von OOO Dateien, da Writer scheinbar seine eigenen Datei-Versionen davon macht. So wird zB eine als XLS-Datei benannte Tabellenkalkulation vom Writer geöffnet und versucht zu konvertieren.
Da wird es vermutlich bald eine Office-Home Version geben.

Im Büro arbeiten wir ausschliesslich mit MS Office, sind aber auch alles DOSen hier…

zu Hause habe ich mir mal ein neueres iWork gegönnt, bin damit aber nicht wirklich zufrieden, da ich von Excel andere Funktionen und VBA Möglichkeiten gewöhnt bin…

Antworten

Tekl 3. Februar 2009

Ich hätte jetzt auch mal Papyrus empfohlen, ein Urgestein der Textverarbeitung, welches viele praktische Funktionen hat. Besonders schön ist die integrierte Duden-Rechtschreibung (ohne Mehrpreis), da kann keine Textverarbeitung mithalten. Allerdings spreche ich nicht wirklich aus Erfahrung, da ich dann doch nicht so viel schreibe. Mir reicht da Pages voll aus und wenn ich wirklich mal mehr brauche schaue ich mir Mellel genauer an, welches letztens einer c’t beilag. Allerdings gefiel es mir auf dem ersten Blick nicht so gut, zumindest im Bezug auf Verzeichnisse.

Papyrus hat auch noch den Vorteil, dass es das Programm für Win und Mac gibt, und dass die deutschen Entwickler wohl guten Support leisten. Bei Word oder Pages ist man bei Bugs dann mehr der Willkür des Herstellers ausgesetzt.

Antworten

FloWe 3. Februar 2009

Als Fußnotensammelprogramm habe ich bei meiner BA Arbeit “zotero” benutzt.
Ein plugin für firefox und daher Plattform übergreifend verwendbar. Und dazu open source wenn ich mich nicht irre. Hat alles bestens geklappt. Leider gab es damals noch kein plugin um die Fußnoten direkt in ein word2008 Dokument einzufügen, gieng aber per copy paste über den Umweg rtf. War damit sehr zufrieden. Ansonsten werd ich mich auch so langsam mal mit Latex beschäftigen. Word ist oft sehr umständlich und hat leider immer noch ab und zu Abstürze, trotz aller updates.

Antworten

michi 3. Februar 2009

@Sebastian Bachmann: Wo findet man denn gute LaTeX-Vorlagen?

Hey Tini, was für Vorlagen suchst du? Es kommt immer so ein bisschen darauf an was du am Ende damit machen möchtest ;-)

Wenn du beispielsweise TexShop (ein LaTeX Frontend bei Mactex mit bei) verwendest sind schon kleine Vorlagen dabei. Wenn du möchtest kann ich dir mal die schicken die ich für meine Bachelorarbeit verwendet habe ;)

Antworten

Raven 3. Februar 2009

Für Uni-Sachen (inkl. Präsentationen) habe ich LaTeX verwendet, da mir die Einarbeitung in die Bedienung der diversen “Schreibprogramme” zu mühsam war. (Gescheitert bin ich bei den Programmen etwa an Tabellen und deren Positionierung; auch das Zusammenspiel mit Versionsverwaltungen bzw. Diff-Tools schien kaum möglich.) Als Editor kam Eclipse zum Einsatz, da war die SVN-Integration immer prima. Vorteile: Bequemes Arbeiten, gute Vorlagen und Beispiele verfügbar, keine Probleme mit Formatierungen, Unabhängigkeit von kurzlebigen Tools wie den im Artikel angesprochenen, gute Nachvollziehbarkeit, sowie die Sicherheit, dass nichts verloren geht.

Steht die Gestaltung im Vordergrund und muss ich Dokumente nur einmal anfassen, nutze ich hingegen bevorzugt InDesign – etwa für Briefe. Das Resultat wird als PDF archiviert, die Quellen können ruhig verloren gehen. Vorteile: WYSIWYG (ist großartig, falls es nicht auf Struktur ankommt), Stärken in der Mikrotypographie, Späße wie der optische Randausgleich.

Antworten

pepe 3. Februar 2009

Jeder, der von euch noch in der Ausbildung ist, tut gut, sich möglichst früh an WORD zu gewöhnen…
Man kommt später im Beruf nicht darum herum.
MS-Word ist im Büroalltag einfach der Standard… und da wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern.

Da ich bereits aus dem Berufsleben “ausgeschieden” bin, hab ich eine langjährige Erfahrung und etliche Versuch mit anderen “epochalen” Textprogrammen hinter mir.

Wenn ihr mit längeren Texten in Word nicht klar kommt… lest vielleicht doch einmal das Handbuch ;-) Die Möglichkeiten sind so umfangreich, das niemand so etwas “aus dem Bauch heraus” richtig machen könnte.

Ich habe bereits einige Dutzend Bücher und etliche Veröffentlichungen hinter mir… Das längste Dokment hatte mehr als 1500 Seiten. Und???

No Problems!!

Auf der Suche nach dem WIE… “FILIAL-DOKUMENTE” ist das Suchwort.

Egal ob automatisches Inhaltsverzeichnis, Fußnotenverwaltung oder umfagreiche Umorganisation noch einen Tag vor dem Abliefertermin… ES GEHT EINFACH mit WORD!!!

Man muss es nur “Im Griff haben” und das Handbuch “griffbereit”. Irgendwann klappts dann auch ohne ;-)

Allerdings:
Ohne Fleiss kein Preis! Einiges Übung ist eben schon erforderlich, aber am Ende habt ihr ein feines Buch, perfekt für den Druck auf eurem Rechner!

Und wenn ihr dann einen Schritt weiter seit… kann euer “Fräulein Meier” die Arbeit machen und ihr nur noch das schnell Korrekturlesen (und alles ist dokumentiert!), denn WORD kann JEDER! :-)

Als Alternative für alle, die dann doch (wieso auch immer) kein MS-Produkt kaufen wollen:

MELLEL :
http://www.redlers.com/
http://www.macgadget.de/News/2008/09/12/Vergleich-Mellel-25-vs-Nisus-Writer-Pro-11

Antworten

nasendackel 3. Februar 2009

2008 ist wirklich nicht schlecht und langsam. man muss allerdings als docx speichern, sobald man als doc arbeit wird es arg langsam.

ich schreib im moment 30-40 seitige dokumente mit word. kein problem.

pages nutze ich gerne für arbeitsblätter, dank der zeichnen-funktionen.

gernell sollte sich aber auch jeder mal latex anschauen, damit hab ich damals meine examensarbeit geschrieben. ging auch gut.

Antworten

Mr.Kane 3. Februar 2009

Habe ebenfalls meine Diplomarbeit mit Word:2008 geschrieben, das ging ansich ganz gut.

sowohl LaTex als auch Melle und Pages08 standen mir zur Verfügung, gefielen mir aber nicht.
Das einzige, was an Word gernvt hat ist dass man keine eigenen Zitatformate anlegen kann. Im Naturwissenschaftlichen Bereich ist das sehr eindeutig definiert, wie die Literaturtabelle am Ende auszusehen hat. Es gibt ähnlich Formate, darin habe ich es dann eingefügt und von Hand editiert… Alles andere als ideal.

Pages09 klingt interesant und ich werde das glaube ich einfach mal testen und meine Diplomarbeit darein kopieren. Auch mit Mellel kann ich das mal machen und dann quasi mal den Artikel hier erweitern.

Antworten

Thorben 3. Februar 2009

Für die paar Zeilen die ich tippe ist OpenOffice absolut ausreichend. Muss aber auch keine Diplomarbeiten (mehr) damit schreiben.

Antworten

fidel 3. Februar 2009

längere Uniarbeiten hab ich damals mit LaTex gemacht … inzwischen reicht mir a la Oliver TextWrangler oder ähnlich kleine Editoren vollkommen aus.

bzlg Latex viele Hochschulen hab da schon ne fertige Vorlage für … d.h. im Kern muss man sich wirklich nicht mehr um viel kümmern und einige Profs fahren da einfach drauf ab & das Resultat seith im Regelfall auch echt gut aus.

Wäre für mich immer wieder die Lösungbei wissenschaftlichen Sachen.

Antworten

SaschaW 3. Februar 2009

Ich nutze eigentlich nur noch Pages für meine Uni Arbeiten. Bis vor einem Monat 08, was teilweise sehr umständlich war. Das hat sich mit 09 aber komplett geändert.

Antworten

Raven 3. Februar 2009

> Wenn ihr mit längeren Texten in Word nicht klar kommt… lest vielleicht doch einmal das Handbuch Die Möglichkeiten sind so umfangreich, das niemand so etwas “aus dem Bauch heraus” richtig machen könnte.

Die Einschätzung, dass Word Grundanforderungen der Mensch-Computer-Interaktion (wie die Selbstbeschreibungsfähigkeit) nicht im Ansatz erfüllt, kann ich bestätigen.

> Egal ob automatisches Inhaltsverzeichnis, Fußnotenverwaltung oder umfagreiche Umorganisation noch einen Tag vor dem Abliefertermin… ES GEHT EINFACH mit WORD!!! Man muss es nur “Im Griff haben” und das Handbuch “griffbereit”. Irgendwann klappts dann auch ohne

Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, ob das trauriger Ernst oder böse Ironie ist?

Meine Ansicht ist, dass eine Textverarbeitung in diesem Jahrhundert nicht mehr dadurch allen Anforderungen entspricht, dass sie vorgibt, die einzige Alternative zu sein. Ich erwarte, dass eine Standardsoftware heutzutage zu mindest derart beherrschbar ist, dass man seine kognitiven Ressourcen darauf verwenden kann, die dahinterstehenden Konzepte zu beherrschen. Die Software soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.

Antworten

Buick 3. Februar 2009

Mit LaTex habe ich mich nie auseinander gesetzt, fand den Einstieg zu schwierig und es gibt auch nicht unbedingt eine Begründung für mich, damit zu arbeiten.

Ich habe es auch versucht, mir extra eine Dokumentation ausgedruckt, mit dem Ergebnis, dass die dann doch im Papiermüll gelandet ist, weil es mich überfordert hat und ich zudem sofort sehen muss, wie viel Platz ich schon ausgenutzt habe und wie viel mir noch übrig bleibt.

Office ist auch ein wirklich praktisches Paket, wobei mir eigentlich Word vollkommen ausgereicht hätte. Leider gibt es das nicht separat. Ich mag Windows auch nicht, soll heißen, ich mag nicht, damit zu arbeiten, nachdem ich mein MacBook nun schon fast drei Jahre habe. Word ist davon aber zu unterscheiden. Vor allem ist es hier so gut wie überall Standard und daher ist es der Weg des geringsten Widerstandes. Die Macversion sagt mir sogar noch mehr zu als die für Windows.

Antworten

Buick 3. Februar 2009

Ich hätte jetzt auch mal Papyrus empfohlen […] Besonders schön ist die integrierte Duden-Rechtschreibung (ohne Mehrpreis), da kann keine Textverarbeitung mithalten.

Für Windows hatte ich den Duden-Korrektor zusätzlich zu Word installiert und war damit echt zufrieden. Gibt es den auch für den Mac?

Antworten

pepe 3. Februar 2009

> Egal ob automatisches Inhaltsverzeichnis, Fußnotenverwaltung oder umfagreiche Umorganisation noch einen Tag vor dem Abliefertermin… ES GEHT EINFACH mit WORD!!! Man muss es nur “Im Griff haben” und das Handbuch “griffbereit”. Irgendwann klappts dann auch ohne

Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, ob das trauriger Ernst oder böse Ironie ist?

Nein, nein, das ist durchaus ernst gemeint!

Ich wundere mich immer, wenn ich sehe, welche Vorstellungen die jüngere Generation davon hat, wie man seiner Arbeit erledigt bekommt…
Am liebsten, ohne jegliche eigene Arbeit?
Das hinter einem erstklassigen Ergebnis i.A. eine Menge Arbeit steckt, das scheint in der heutigen Zeit irgendwie verloren gegangen zu sein.

Wer ein leistungsfähiges Programm (egal ob Apple oder MS oder…) ausreitzen will, muß eine Menge lernen und das geht ohne Handbuch nicht. Und ohne Zeit schon garnicht.

Ausserdem möchte ich meinen Aufruf wiederholen:

Ihr werdet später am Arbeitsplatz mit ziemlicher Sicherheit KEINEN Apple vorfinden und auch nicht die aktuellste Version eures Lieblingsprogramms!
Ihr werdet mit überalterter Software und schlechten Monitoren zu tun bekommen.
Die Damen aus den Schreibbüros (wenn sie dann überhaupt noch da sind) werden allerhöchstens die Grundlagen von Word (etwas Anderes kennt man nicht!) verstehen und auch die kaum anwenden wollen… lieber ein paar Leerzeilen einhacken als vernünftig Formatieren. “Ach mehrere Kapitel sind das… soll das heute noch fertig werden? Ich hab aber nächste Woche Urlaub!”

Der Arbeitgeber wird taub sein, wenn ihr dem erzählt, wie toll das alles auf dem Mac funktioniert: “Ich hab doch erst vor 5 Jahren 2 neue PCs angeschafft… und die komplette Software ist auch kaum 10 Jahre alt!”

Das war auch vor ca. 30 Jahren schon so und hat sich zwischenzeitlich nicht geändert!

Es stellt sich also nicht die Frage, was ist das Beste, sondern:

Mit welcher Software fahre ich langzeitig am bequemsten, ohne ständig etwas Neues lernen zu müssen und bekomme dabei meine Arbeit so fertig, dass auch andere damit weiter machen können.

Man kommt eben um WORD nicht mehr herum, das ist einfach Standard!

Und , ganz ohne Ironie: Ich habe wirklich wissenschaftlichen Abhandlungen und Bedienungsanleitungen mit 100ten von Seiten und Dutzenden von Kapiteln mit Inhaltsverzeichnis und allem PIPAPO mit WORD verfasst! Und das ging wirklich ohne Probleme!!

Nur lernen muß man das eben… :-) )

Also Freunde:
Auf geht’s! In die Hände geklatscht, anfangen, nachlesen und dabei bleiben, wenn’s auch Arbeit ist! Oder wie soll sonst aus euch der neue Nobelpreisträger für Literatur oder Physik werden???

Und privat, da könnt ihr dann (wie ich auch) mit eurem supermodernen Solidbody Appel Rechner arbeiten und euch an all den “schönen” Textprogrammen erfreuen… wenn sie auch nicht alles das können, was “die alte Oma WORD” schon immer konnte.

In diesem Sinne
euer IT-grandpa
pepe

Antworten

Pozilei 3. Februar 2009

Ich benutze für meine Dissertation – als großer Mac-Fan – Word2007 und Citavi auf einem separaten Win-Laptop. Ist quasi meine Schreibmaschine…

Warum?

Ich komme ursprünglich aus der Win-Welt und kenne mich in Word einfach seit Jahren aus. Und Citavi ist das genialste Zitiertprogramm auf dem gesamten weltweiten Markt. Ich habe eine Woche lang alle Zitierprogramme (Endnote, etc.) probiert, bin aber bei Citavi geblieben. Es ist einfach und intuitiv zu nutzen und ich verwalte inzwischen über 500 Quellen in diesem Programm. Die für mich wichtige juristische Zitierweise hat mit der Hersteller eine halbe Stunde nach der Anfrage per eMail als Datei zugeschickt, so dass ich diese nur noch an meine Bedürfnisse anpassen muss. Citavi verfügt über zahlreiche naturwissenschaftliche und andere wissenschaftliche Zitierstile und man kann Bücher in zahlreichen Bibliothekssystemen aus dem Programm heraus recherchieren und anschließend mit einem Klick die Ergebnisse importieren. Unschlagbar auch die Funktion, anhand der ISBN-Nummer eines Buches sämtliche Daten zu diesem Buch in das Programm einzulesen.

Leider gibt es dieses Programm nicht für den Mac! Aber über VirtualBox und Word2007 wird vielleicht auch auf dem Mac ein Schuh daraus.

Zu Word 2007 ist übrigens zu sagen:

Ich arbeite seit Anfang 2007 damit und bin inzwischen bei mehr als 240 Seiten angelangt. In den zwei Jahren lief es immer flüssig und ist noch nie abgestürzt!

Unglaublich geholfen hat mir übrigens das Buch “Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit Word: Formvollendete und normgerechte Examens-, Diplom- und Doktorarbeiten”, bei dem auch zahlreiche Formatvorlagen (auch für DIN A5-Ausgaben in Buchformat) dabei sind. Mehr gibt es hier:

http://www.amazon.de/Wissenschaftliche-Arbeiten-schreiben-Word-Formvollendete/dp/382732159X

Im Großen und Ganzen dürfte das Buch auch bei Word:2004 und Word:2008 weiterhelfen…

Antworten

MacMacken 3. Februar 2009

Will man die erste Seite anders formatieren (z.B. keine Seitenzahl, Kopf- und Fußzeile), so muss man umständlich einen Seitenumbruch machen und für die folgende Seite die Standard-Vorlage wählen.

Dafür gibt es - zumindest in NeoOffice und damit vermutlich auch in OpenOffice.org - die Seitenvorlage «erste Seite».

Antworten

Sebastian Bachmann 3. Februar 2009

@Sebastian Bachmann: Wo findet man denn gute LaTeX-Vorlagen?

bei matthias pospiech gibts ne brief vorlage. texshop[2] bringt eigene vorlagen mit. oder hier[3]. google ist voll davon :D

gruss,
sebastian

[1] http://www.matthiaspospiech.de/latex/vorlagen/
[2] http://latex.yauh.de/texshop.html
[3] ftp://ftp.ctan.org/tex-archive/info/templates/fenn/

Antworten

mes 3. Februar 2009

Für wissenschaftliche Arbeiten hat sich Mellel einen Namen gemacht. Eine kostenlose Version war bei der Jubiläumsausgabe der C’T (vor mehr als vier Wochen) dabei. Darauf hin habe ich Mellel getestet und ein 250 Seiten Dokument mit Bildern geladen und war überrascht, wie schnell ich mich in dem Dokument bewegen konnte, ohne dass der Faden verloren ging oder die Anwendung gleich abstürzte. Mellel kann mit den üblichen Formaten (Word,RTF u.s.w.) umgehen, vermutlich nur soweit wie es keine Makrobeilagen gibt.

Antworten

Amy 3. Februar 2009

Ich hatte mir mal die Arbeit gemacht, die (vor etwa einem Jahr) aktuelle Textsoftware für Macuser zusammenzustellen & bin leider momentan nur durch Zeitknappheit an der Realisierung aller Testbegehrlichkeiten in dem Bereich gehindert. ;)

Nachdem ich so allerlei ausprobiert habe, bin ich nach 5 Jahren Uni immer noch bei LaTeX für längere Dokumente und offizielle Briefe. (Setup: MacTeX – TeXShop – BibDesk). Das entscheidende: Mit LaTeX kenne ich mich aus, weiß Bescheid und kann mit einem Befehl korrekte Verzeichnisse für Inhalt, Literatur, Abbildungen usw. erstellen. In der Kollaboration mit den KommilitonInnen ist Word leider meistens der kleinste gemeinsame Nenner, obgleich viele es nicht bedienen können.

Ich merke das immer wieder hier im Tutorium: Nach 4-5 jährigem Studentendasein (und Word Missbrauch?!) können viele immer noch nicht Formatvorlagen benutzen oder automatisch ein Verzeichnis einfügen und aktualisieren lassen.

Die Leute gehen scheinbar an Textverarbeitungsaufgaben heran, als müsste der Umgang damit mit der Muttermilch aufgenommen worden sein. Ist er aber nicht. Daher muss ich pepe & anderen Handbuch-EmpfehlerInnen in einem Punkt auf jeden Fall recht geben: Man muss — egal welche — Textverarbeitungssoftware kennen und bedienen lernen; das erledigt sich nicht intuitiv über die GUI und beim Klicken. Das soll jetzt nur nicht als Argument für schlechte Interface-Gestaltung missverstanden werden (die schon bei einfachen Sachverhalten offenbar selbstverständlich ist — ein Beispiel hatte neulich der Linguist Geoff Pullum im LanguageLog gepostet.)

Daher danke für diesen Beitrag, der mal produktiv zeigt, wie eine grundsätzliche Auseindersetzung mit dem Thema laufen kann. Das ApfelWiki hat eine sehr umfangreiche & dauerhaft gepflegte Gegenüberstellung von Word-Alternativen.

Antworten

Kerstin 3. Februar 2009

Fürs Bibliographieren bietet sich Bookends (http://sonnysoftware.com/) an. Arbeitet problemlos mit Word, Pages, Mellel zusammen und ist nicht so teuer und behäbig wie Endnote.
Nach einigen Updates kann man mit Word 2008 eigentlich ganz gut arbeiten. Ich bin damit um einiges schneller unterwegs als mit Pages. Das liegt aber daran, dass ich seit 1990 diverse Word-Versionen durchlaufen habe.

Antworten

Buick 3. Februar 2009

Daher danke für diesen Beitrag, der mal produktiv zeigt, wie eine grundsätzliche Auseindersetzung mit dem Thema laufen kann.

Danke dir!

Antworten

dolce 3. Februar 2009

Ich hatte mir mal die Arbeit gemacht, die (vor etwa einem Jahr) aktuelle Textsoftware für Macuser zusammenzustellen & bin leider momentan nur durch Zeitknappheit an der Realisierung aller Testbegehrlichkeiten in dem Bereich gehindert. ;)

Nachdem ich so allerlei ausprobiert habe, bin ich nach 5 Jahren Uni immer noch bei LaTeX für längere Dokumente und offizielle Briefe. (Setup: MacTeX – TeXShop – BibDesk). Das entscheidende: Mit LaTeX kenne ich mich aus, weiß Bescheid und kann mit einem Befehl korrekte Verzeichnisse für Inhalt, Literatur, Abbildungen usw. erstellen. In der Kollaboration mit den KommilitonInnen ist Word leider meistens der kleinste gemeinsame Nenner, obgleich viele es nicht bedienen können.

Ich merke das immer wieder hier im Tutorium: Nach 4-5 jährigem Studentendasein (und Word Missbrauch?!) können viele immer noch nicht Formatvorlagen benutzen oder automatisch ein Verzeichnis einfügen und aktualisieren lassen.

Die Leute gehen scheinbar an Textverarbeitungsaufgaben heran, als müsste der Umgang damit mit der Muttermilch aufgenommen worden sein. Ist er aber nicht.

@Amy sehr schön bemerkt. Ich kann das für das Unternehmen in dem ich arbeite bestätigen. Es gibt Leute, die machen Vorlagen und keiner benutzt diese. Ganz zu schweigen von Überschriften, Verzeichnissen, oder Querverweisen. Das ist kein Word/NonWord Problem.

Antworten

Amy 3. Februar 2009

@ dolce: Ja, das scheint allgemeinerer Natur zu sein. Ich hab da so meine ganz persönliche (ungetestete) Theorie vom Mogelpackungs-Phänomen: Die Leute sehen die Oberfläche, klicken ein bisschen auf den Buttons herum und spielen mit den Schiebereglern, Drop&Downs, sehen sofort ein Ergebnis. Alles ganz easy und simple. Und vor allem (zumindest wird es gepredigt): WYSIWYG. Dann erfolgt der fatale Fehlschluss: OK, so einfach (und unsystematisch) kann das also so und so aussehen und dieser „Lerneffekt“ wird dann auf komplexere Projekte 1:1 übertragen.

So werden dann die “Tricks und Kniffe” gelernt, damit alles so aussieht als ob — im Hintergrund legt man aber das Fundament für korrupte Dateien, nicht vorhandene Struktur etc. pp., das Rezept zum Desaster im CopyShop.

Würde die Einstiegshürde bei solchen Programmen mit vermeintlich “intuitiver Oberfläche” erstmal als solche wahrgenommen, käme (so meine milde Hoffnung) auch die Erkenntnis sich erstmal mit der Sache zu beschäftigen. Aber im Werbefilmchen setzt sich auch der leicht angegraute Senior vor den PC und klickt ganz schnell die Geburtstagseinladung fürs Enkelkind zusammen. Diese Botschaft, dass jedeR ganz einfach sofort loslegen kann, mag für den informellen Bereich ganz gangbar sein. Wenn man aber Leute mit ihrer kaputten Diplomarbeit vor sich sitzen hat, die es (noch) nicht besser wissen, dann ist die Message meiner bescheidenen Ansicht nach eine falsche.

Daher bin ich persönlich auch eher für die Trennung von “Werkzeugen” – mit Pages & Co. den Aushang und die bunte Einladung zwischendurch, die Textprofis für aufwändigere Aufgaben.

Allerdings bin ich mir auch voll darüber im Klaren, dass das ein gewisses Maß an Computerskills voraussetzt, das halt nicht jedem/r gegeben ist und viele wollen sich das auch einfach nicht aneignen (müssen) und wurschteln sich auch wider besseres Wissen durch. Eine Einstellung, die man nicht teilen aber zumindest hinnehmen muss (wenn man in solchen gemischten Umgebungen arbeitet).

Ups, der war aber lang. … :shock:

Antworten

dolce 3. Februar 2009

…, käme (so meine milde Hoffnung) auch die Erkenntnis …

:-? :upten: :thumbsup:

Antworten

Buick 3. Februar 2009

Ja, das ist wohl wahr.
Ich finde es schrecklich, wenn ich immer wieder KommilitonInnen sehe, die, um eine neue Seite zu beginnen, hunderte Male drücken, anstelle einen Seitenumbruch einzufügen. Das sich da irgendwann mal alles verschiebt, ist dann kein Wunder.

Antworten

Rico H. 3. Februar 2009

Ich kann Matze nur beipflichten, ich ärgere mich auch ständig darüber das Word permanent langsamer und langsamer wird je größer die Datei wird. Da ich aus beruflichen Gründen darauf angewiesen bin überlege ich nun ob es nicht doch besser ist sich ein neues Programm zu kaufen, was ich wahrscheinlich auch tun werde.

Antworten

Buick 3. Februar 2009

[…]bin überlege ich nun ob es nicht doch besser ist sich ein neues Programm zu kaufen, was ich wahrscheinlich auch tun werde.

Was hast du denn für Aufgaben damit zu erledigen? Und welches Programm steht in der engeren Auswahl?

@all: Weiß einer eine Lösung für das Drucken des Notizbuch-Layouts?

Antworten

Stefan 3. Februar 2009

Hier kann man übrigens Demos laden:
http://trial.trymicrosoftoffice.com/trialgermany/default.aspx?culture=de-DE
Mit dem zugegebenermaßen vllt etwas langen Umweg über eine Windows-Installation in bspw. VirtualBox kann man dann zumindest die Windows-Versionen einen Monat lang testen, wenn es für den Mac keine gibt. Zumindest in ersteren kann man nämlich “irgendwo ungefähr” aussuchen welche Zitationsformate man haben will.

Antworten

nggalai 3. Februar 2009

Ich denke, die Stärken von Mellel liegen vor allem bei größeren Dokumenten.

Yup. Ich schreibe / bearbeite mit Mellel vorwiegend Romane und Erzählungen. So ab 200 Seiten aufwärts geht’s los. Da kommen Pages und Word einfach nicht nach, nur schon bei Kleinigkeiten wie „Scrollen“.

Was für mich als Autor auch gegen Pages spricht: Stile können nicht ohne Umwege per Tastatur aufgerufen werden. Echt mühsam. Außerdem ist der RTF-Output für Manuskripte ungeeignet, da keine Kopf- und Fußzeilen ausgegeben werden. RTF ist aber noch immer Standard in dem Bereich. Nun ja.

Ich verwende Pages allerdings in meiner Texter-Tätigkeit. Die Kommentar- und „Änderungen Verfolgen“-Funktion ist stabil, einfach zu bedienen, sieht gut aus, und ist voll zu Word und Konsorten kompatibel. Und die Leute wollen eigentlich immer .docs haben, und der Output des Manuskript-Formats stellt Pages – nicht sehr überraschend – vor keine größeren Probleme.

Mein idealistischer Liebling ist allerdings noch immer Nisus Writer (Pro). Sehr einfache und übersichtliche Bedienung. Sehr Mac-like. Das native Format ist RTF, ich kann also meine aktuellen Dokumente auch auf dem Zweit-Win-PC bearbeiten, falls mal mein Mac explodiert. Ohne, daß ich daran denken muß, auch noch eine RTF/.doc-Kopie anzulegen. Kommentare gehen, Änderungen leider noch nicht. „Dank“ CocoaText (wie Pages) fehlen mir aber einige typographische Möglichkeiten, die ich in Mellel habe und doch zwischendurch brauche. Und wie in Pages ist die automatische Silbentrennung praktisch unbrauchbar.

Daher doch lieber Mellel. Die Stil-Verarbeitung ist deutlich besser: Ein Style-Set fürs Arbeiten, und dann noch eines für „bitte in Hübsch“. Ohne gleich zig Stile von Hand umdefinieren zu müssen oder den Text in eine neue Vorlage zu kopieren. Und der Text-Renderer kann’s schon fast mit LaTeX aufnehmen, wenn man weiß, was man tut. Wichtig für Camera-Ready-Dateien. Tut mir ja leid, aber was CocoaText in Sachen „Typographie“ liefert, ist eher traurig als brauchbar. Nun ja, halt so traurig wie Word. Aber die meisten Leute dürfte das eher weniger interessieren.

Trotzdem, Nisus ist deutlich einfacher zu bedienen und besonders für Dokumente, die man so aus dem Handgelenk runterschreibt, besser geeignet. Dafür ist Pages in Sachen Layout mächtiger. Aber als Autor / Texter schlage ich mich vorwiegend mit Standard-Formaten herum, Bilder drehen und so ist da wirklich nie nötig.

Für (natur-)wissenschaftliches Arbeiten jedoch führt wohl kaum ein Weg an TeX vorbei. Oder halt doch Word 08: Schriftsatz ist da nicht so super-wichtig, wie eine funktionierende Literatur- und Zitatverwaltung, Bild- und Tabellenverzeichnisse und so weiter.

Nachtrag: Der Entwurf meiner längeren Texte geschieht aber natürlich auch in Scrivener. Das ist in der Hinsicht einfach noch immer ungeschlagen. Sollte man sich echt mal ansehen.

Antworten

VictorVD 4. Februar 2009

Fürs Studium und den ganzen Schreibkram habe ich hauptsächlich LaTeX und OO genutzt. Notizen/Unwichtigeres mit OO, Hausarbeiten mit LaTeX, wobei mir dabei immer das visuelle Feedback etwas gefehlt hat. Weiter fand ich die Navigation in Dokumenten, z.B. mit TeXShop, suboptimal, da ich meine Texte gerne in einem Dokument verfasse und so auf einen Browser zur Navigation innerhalb des Dokuments angewiesen bin.

Darauf habe ich LyX ausprobiert. Und bin, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, begeistert. Zwar sind LaTeXkenntnisse hilfreich, weil beispielsweise nicht alle LaTeX-Pakete/Makros durch die LyX-GUI unterstützt werden und so als Code eingefügt werden müssen, aber dieser Nachteil ist meiner Ansicht nach marginal. Die Software ist immerhin OpenSource, seit IT-Äonen in Entwicklung und sehr nützlich.

Ich kann Euch einen Versuch damit wirklich nur empfehlen.

Antworten

hansdorsch 4. Februar 2009

@Markus OmniOutliner, Scrivener und Pages ist genau meine Kombination. Seit Scrivener OPML importieren kann, ist auch der Import großer Listen aus OmniOutliner kein Problem mehr.

@nggalai Du kannst Stilen in Pages Kurzbefehle zuweisen. Das geht sogar extrem einfach: http://tinyurl.com/b5xwpr.

Pages 09 hat übrigens noch ein paar praktische Features dazubekommen: einen Gliederungsmodus, den unverzichtbaren Vollbildmodus und wirklich gute Austauschfunktionen.

Antworten

hnaumer 4. Februar 2009

Kann mich der Empfehlung für Papyrus nur anschließen! Benutze es seit Atari-Zeiten, habe es dann ins Windows-Exil mitgenommen und jetzt auf meinen neuen Mac, wo ich ihm endlich eine adäquate Umgebung bieten kann… ;-)
Es gibt nicht wenige Benutzer, die eine umfangreiche Arbeit am Abend in Word gespeichert haben und sie am folgenden Morgen nicht mehr öffenen konnten. Von eigenmächtigen Umbruchaktionen (druckerabhängig) ganz zu schweigen! Papyrus verkraftet Riesentexte mit Fußnoten, Bildern in beispielloser Stabilität. Bei keiner anderen Textverarbeitung ist die Dudenkorrektur so elegant und super schnell integriert!

Antworten

nggalai 4. Februar 2009

@nggalai Du kannst Stilen in Pages Kurzbefehle zuweisen. Das geht sogar extrem einfach: http://tinyurl.com/b5xwpr.

Das ist mir schon klar, ich war wohl etwas zu flapsig, an dem Abend. ;) Leider jedoch gehen in Pages nur die Funktionstasten, die bei mir schon andersweitig belegt sind (F4 z. B. für OmniFocus-Snippets, dann noch Exposé). Da habe ich bei Mellel doch deutlich mehr Möglichkeiten – 2×10 Shortcuts gegenüber 1×8. Und auch beim Blind-Tippen auf einem MacBook Pro sind die Shortcuts per Command+[Zahl] / Option+Command+[Zahl] bequem zu erreichen.

Und bei Nisus kann ich die Shortcuts komplett frei definieren. Auch ganz nett.

Dürfte aber auch eine Frage der Gewöhnung sein, könnte ich mir vorstellen. An die Lage der F-Knöpfe habe ich mich auch nach zweieinhalb Jahren jedoch noch nicht richtig gewöhnt. :D

Antworten

Michael 5. Februar 2009

Im Großen und Ganzen bin ich ja auch mit Word zufrieden, aber es ärgert mich halt so, wenn ich Bilder einfüge und die Datei dann dermaßen langsam wird und ich fast nicht mehr vorankomme, deshalb kann ich auch ganz und gar nachempfinden warum hier so viel gemeckert wird über Word.

Antworten

Herr Chow 6. Februar 2009

Ich nutze seit Jahren die Kombination Mellel und Bookends für anspruchsvolle akademische Arbeiten im Bereich alter Sprachen. Ich habe mich auch eingehend mit anderen Lösungen beschäftigt, bin jedoch davon überzeugt, daß Mellel, zumindest für Geisteswissenschaftler, die beste und leistungsfähigste Textverarbeitung ist. Die neue Version (2.6), die kürzlich veröffentlich wurde, macht übrigens auch einen hervorragenden Eindruck.

(Nein, ich bekomme kein Geld aus Tel Aviv. Ich bin wirklich überzeugt.)

Antworten

VictorVD 6. Februar 2009

Was ich nach meinem Plädoyer noch fragen wollte:

Hat hier jemand LyX ausprobiert?

Antworten

Amy 6. Februar 2009

@ VictorVD:
Ja ich habe es ausprobiert (um es weiterempfehlen zu können & zu testen). Für mich war das nichts, weil ich bereits voll in LaTeX eingearbeitet war – mich hat die Oberfläche irritiert, ich wollte dann doch lieber die “volle Kontrolle” haben. Allerdings denke ich, dass es genau das richtige ist, wenn man von einem Textverarbeitungsprogramm migriert – LaTeX mit Stützrädern quasi.

Für mich war es halt umständlicher, mich da reinzudenken und nur “mittelbar” über eine Oberfläche zu LaTeXn. Aber das Projekt verbessert sich ja ständig und die GUI scheint wirklich einige Leute zu überzeugen, die sonst nicht LaTeX nutzen würden. Von daher :upten: für LyX. :)

Antworten

foobar 12. Februar 2009

Ich nutze für alles lyx. Die am Anfang auftretende Probleme mit Grafiken etc. lassen sich recht schnell durch Doku lesen und nachdenken überwinden. Dann wirds echt produktiv!

Antworten

mono 16. Februar 2009

Word ist wirklich ganz nett, aber auch nur so lange man nicht eine Arbeit, die mehr als 10 Seiten und im schlimmsten Fall sogar noch ein paar Bilder enthält, schreiben muss… Dann wird das Programm so elendig langsam, allein das Öffnen der doc-Datei dauert Minuten, flüssiges Arbeiten ist definitiv nicht mehr möglich.

also ich hab mit word 6.0 eine 1,3 im diplom rausgeschrieben. ich glaube, die “0.3″ lagen nicht bei microsoft …

Antworten

MacMacken 17. Februar 2009

also ich hab mit word 6.0 eine 1,3 im diplom rausgeschrieben. ich glaube, die “0.3″ lagen nicht bei microsoft …

Ja, ja, damals … die gute alte Zeit … und so weiter … ;)

Antworten

Klabautermann 17. Februar 2009

Die ganze Diskussion ist sehr interessant und ich habe wieder ein paar Programme kennengelernt, die ich mir doch auch mal ansehen werde … Aber … wie ein Vorredner schon sagte … schlussendlich bestimmt das berufliche Umfeld, mit was ich mich abgeben muss/kann/soll.

Im Gegensatz zu meinem beruflichen Umfeld, nutze ich privat nur noch Macs. Am Anfang habe ich auch lange überlegt, welche Office Suite besorge ich mir? Ich habe alle durchgetestet und wäre von iWork angetan gewesen. Mellel hätte mich auch überzeugen können. LaTex wäre eine reizvolle Herausforderung gewesen … Aber schlussendlich habe ich mir trotzdem MS Office besorgt.

Der erste Grund war einfach, dass ich Word seit Anbeginn kenne und damit arbeite. Und der zweite Grund war ebenso naheliegend: Tabellen und Dokumente aus dem Büro, die ich gerne auf dem MacBook auf dem Weg zur Arbeit bearbeite.

Ja, ich weiss, dieses und jenes Programm (iWork etc.) hat die Möglichkeit auch dieses und jenes Format abzuspeichern … Aber das ist keine Lösung!

Seien wir doch mal ehrlich, das klappt ja nicht mal immer zwischen Office 2007 für Windows und Office 2008 für Mac. Selbst da gibt es Ungereimtheiten. Weshalb ich mich auch meist auf die Fliesstextbearbeitung auf dem MacBook beschränkte (okay, auch der Bildschirm ist etwas zu klein und im Zug sitzen und so ohne Maus und … :-) )

Und nun bin ich auch der Meinung, dass wenn ich schon eine Office Suite habe, dann nutze ich die auch gleich für die wenige Korrespondenz zu Hause. Ich kenn’ mich ja mit dem Programm aus. Da spricht dann nichts dagegen.

Mir erschliesst sich die Sinnhaftigkeit nicht ganz, für jeden bestimmten Zweck eine andere Software einzusetzen.

:confused:

Okay, als Ein-Mann-Unternehmen kann ich machen was ich will, was ich brauche und was meine Kunden wollen. Resp, der gewünschte Output gibt die Software vor. Möglichst nativ oder dann gleich PDF o.ä..

Ich finde es daher generell eher schwierig, Tipps über ein Programm abzugeben. Klar kann man die Vorteile herausstreichen und auf negative Umstände aufmerksam machen.

Aber vielleicht sollte man den Personen die sich auf der Suche nach einer Software befinden, eine Checkliste mit auf den Weg geben. Und da ist einer der ersten Punkte: Was benutzt mein Umfeld? Was benutzen meine Auftraggeber (meine Kunden, die Uni etc.). Was benutzen meine Partner. Und evtl. was benutzen meine Auftragnehmer.

Ich weiss wovon ich rede! Wir haben 1990 eine CAD-Software angeschafft “speedikon”. Sauschnell, saugut … aber wir haben nach 13 Jahren, also 2003/2004 komplett auf AutoCAD wechseln müssen. Eine Investition von knapp 100’000 Schweizer Franken (ca. 65’000 Euro). Und warum?

Weil wir immer mehr mit anderen Firmen zu tun hatten (Architekten, Ingenieurbüros etc.), die AutoCAD einsetzen und weil das Datenaustauschformat “dxf” nicht mehr den Anforderungen genügen konnte.

Wir mussten uns auch an den Markt anpassen. So läuft das leider einfach.

Antworten

lyx 13. März 2009

Also ich habe Word vor einigen Jahren in die Tonne getreten – ohne Reue!
Beruflich hat man mir einen Mac spendiert, der Admin wollte Vista nicht mehr supporten und ich hatte es auch satt. Riesiger Produktivitätsgewinn seitdem (das Vista in der VMWare habe ich in 8 Monaten zweimal angeworfen).
Für kurze Texte nehme ich einen Editor, für unternehmensunkritische Zusammenarbeit Google docs. Für wissenschaftliche Texte Lyx mit Bibdesk.
Es geht den Leuten leider nicht in den Kopf, das Text Text ist und vom Layout getrennt werden muss. Entsprechend schreiben die auch für Webseiten Texte in Word und ich muss den Formatmüll dann wieder entfernen – unnütze Arbeit.
Mir hat mal ein Informatiker für einen wissenschaftlichen Text ein paar kurze Linux-Scripte geschrieben, die mir alle Abkürzungen und Literaturverweise über reguläre Ausdrücke aus dem Text geholt haben. Das waren dann zwei Stunden Arbeit und wir hatten ein fehlerfreies Literaturverzeichnis und ein vollständiges Abkürzungsverzeichnis – die Verlage machen da ja in der Regel nix.
Mit Lyx und Bibdesk ist das natürlich unnötig.
Ich habe in den vergangenen Wochen intensiv MS Sharepoint evaluiert, das ist vom Ansatz und in der Handhabung komplett bekloppt, glaubt mir, MS Office ist auf dem Weg in die Versenkung, besser ihr lernt und verwendet standardkompatible Software.

Antworten

nggalai 13. März 2009

@Klabautermann,

das Berufliche Umfeld ist schon auch mitentscheidend, klar. So lange man „kollaborieren“ muß. (Gott, das klingt wie etwas aus einem MMORPG oder so.) Ansonsten ist man mit seinen Werkzeugen recht frei, denn mit RTF oder .doc kann so ziemlich jede Textverarbeitung auf so ziemlich jedem Betriebssystem umgehen. Mehr oder weniger gut. Aber Pages z. B. bietet es ja an, beim Speichern automatisch noch eine Word-Kopie anzulegen. Man muß also nicht einmal ans Konvertieren denken; ganz Faule setzen noch eine Hazel-Regel auf, daß die .doc-Dateien automatisch in die Outbox verschoben werden und gut ist.

Werkzeuge, eben. In der heutigen Zeit finde ich es recht fies, wenn Freischaffende und Selbständige dazu gezwungen werden, einen vermeintlichen Standard einzusetzen. Man sollte das WERKZEUG nehmen, das einem Dateien in dem Format liefern kann, was man braucht. Für mich als freischaffender Autor und Texter sind das meistens PDFs oder RTFs, womit ich auf dem Mac die volle Auswahl habe. Selbst, als ich noch in der Agentur getippselt habe und nebenbei als „Assistent der Geschäftsleitung“ fungierte, konnte ich problemlos OOorg einsetzen, auch wenn der Rest der Leute Office 2000 nahm … Das Format macht’s, nicht so sehr die Software. Sofern man denn auch installieren kann / darf, was man möchte.

@lyx,

yup, volle Zustimmung, insbesondere zur Trennung von Content und Layout. Allerdings bin ich mit LaTeX nie warm geworden; mein letzter Versuch liegt so eine Woche zurück. Und ich gab mir wirklich Mühe. Aber für mich und meinen Einsatzbereich ist es einfach nichts. Da schreibe ich meine Dokumente weiterhin lieber in MultiMarkDown und speichere als .txt, gegebenenfalls gelayoutet als RTF oder PDF. Kann ich auch überall lesen und weiter dran arbeiten, falls mal mein Mac explodiert. Selbst in Mellel speichere ich meistens als RTF, was zwar OOorg 3.x nicht glücklich macht, aber damit kann ich leben.

Antworten

{ 4 Trackbacks }

Schreibe einen Kommentar

Smilies gefällig?

Previous post:

Next post: