Qumana – kostenloser ecto-Ersatz?
24. Juli 2008
Ich befinde mich momentan auf der Suche nach einer ecto-Alternative: Da ecto Geld kostet, wollte ich wenigstens eine kostenlose Alternative ausprobieren und bin bei Qumana gelandet. Qumana ist ein offline Blogging Client, der von Lycos entwickelt wird.
Ich habe eine ganze Reihe von Reviews durchgesehen NACHDEM ich das Programm grob selbst mit einem Post getestet habe, der prompt auch während des Uploadvorgangs bei instabiler Internetverbindung aufgefressen wurde. Mein Glück was das angeht, kennt keine Grenzen.
Ist Qumana was für mich?: Unterstützte Plattformen (laut Selbstdarstellung)
* Angelfire
* Blogger/Blogspot
* BlogHarbor
* Blogware
* Bryght
* DiaryLand
* Drupal
* LiveJournal
* MovableType
* MSN Spaces
* Tripod
* TypePad
* Roller
* SquareSpace
* Wordpress.com
* Wordpress.org
* die meisten Plattformen, die kompatibel mit Blogger, MovableType oder MetaWeblog APIs sind
Das Programm gibt es für Mac OS X und Windows XP.
Download
Die aktuelle Version des Programms bekommt man – unter Angabe einer Email-Adresse auf qumana.com. (Bisher habe ich noch keine Spam-Mails von denen erhalten.)
Systemvorraussetzungen
Laut Lycos:
Mac® OS 10.3 and above.
Java 1.4 or higher (1.5 recommended – download)
Interface
Die GUI von Qumana ist einfach und intuitiv zu bedienen, allerdings fühlt es sich als Java-Programm irgendwie etwas schwerfällig an – ecto, Notae oder TextEdit sind spürbar fixer, was das Look & Feel betrifft.
Features
Soweit ich das bisher sehe, kann man im Blogpost-Hauptfenster mit einem Häkchen-Klick Kommentare und Trackbacks zulassen oder verbieten, Trackbacks lassen sich in eine Box rechts vom Blogpost einfügen, die üblichen Buttons zur WYSIWYG-Bearbeitung des Textes sind verfügbar. Außerdem lassen sich HTML-Code, Tags und Anzeigen auf Knopfklick einfügen. Das Beitragsdatum ist im Hauptblogfenster zugänglich und kann bei Bedarf sofort geändert werden. Der Source-Code ist über einen Registerreiter/Umschaltbutton zugänglich und insgesamt wirkt die Oberfläche aufgeräumt.
Für die Textbearbeitung stehen alle gewohnten Buttons/Formatierungen zur Verfügung, allerdings vermisse ich die Möglichkeit “code” zu formatieren – die code-Tags müssen manuell im Source View eingegeben werden. In der WYSIWYG-Ansicht wird die Formatierung hinterher jedoch korrekt angezeigt. Im Source View-Fenster wird der HTML-Code nicht sehr sauber dargestellt, der Zeilenumbruch ist nicht auf Silben begrenzt und der Code ist nicht mit Syntax-Highlighting versehen, was die Übersicht insgesamt etwas erschwert. Hinzu kommt, dass es keinen Suchen & Ersetzen-Dialog gibt, was das Navigieren durch den Source-Code – z.B. um händisch code-Tags einzufügen – behindert.
Während des versuchten Uploads meines ersten Blogexperimentes mit Qumana wurde mein – vorher abgespeicherter – Post nirgends gespeichert, sondern verschwand im digitalen Orkus. Das Programm hatte sich Aufgehangen und rödelte ewiglich weiter. Nach einem halben Nachmittag in der Warteschleife habe ich das Programm “sofort beendet” – in Gedanken auf der sicheren Seite, ich hatte ja brav abgespeichert. Als ich das Programm wieder öffne, wird zwar mein angelegter Blogaccount angezeigt, aber leider nicht der Text, den ich vorher erstellt hatte. Enttäuschung macht sich breit, aber ich gebe nicht auf und teste weiter.
Für Bilder funktioniert Drag & Drop in das Textfeld des Blogeintrags: Sofort öffnet sich ein Dialog, mit dem man die Bilddatei hochladen kann. Im Anschluss daran können detaillierte Einstellungen zum Bild über den Bildbutton vorgenommen werden.
Links können bequem – allerdings ohne title-Angabe – eingefügt werden, wobei URLs automatisch von der Zwischenablage ins URL-Feld übernommen werden.
Blogmanager
Der Blogmanager tut was der Name schon sagt: Es können verschiedene Blogaccounts bzw. Blogs verwaltet werden. Das Einrichten der Blogs funktioniert super schnell und einfach, der Blogmanager benötigt nur die URL des Blogs und sucht sich dann selbst den Weg zur XML-RPC-Schnittstelle – ganz großes Kino. Leider musste ich feststellen, dass die Sache nur mit UTF-kodierten Blogs funktioniert.
Dort funktioniert die Einrichtung und das Abholen der letzten 10 Blogeinträge tadellos. Mein Privatblog ist allerdings ISO-8859-1-kodiert – das verhindert das Abholen der letzten Posts sowie das Laden der Kategorien und die Veröffentlichung von Posts – der Druck auf den Publish Post-Button führt dann zum Einfrieren des Programms während der Veröffentlichungsaktion.
Standardeinstellungen
Standardmäßig ist Qumana auf die GMT-Zeitzone eingestellt. Diese Einstellung sollte momentan auf GMT+2 (Europe/Berlin) umgestellt werden, wenn man die Zeit in Deutschland angezeigt und abgespeichert bekommen möchte. Etwas verwirrend ist die Datumsanzeige bei abgeholten Posts:
Im unteren Fensterbereich wird als “Last Published” das Abholdatum (!) an dem Qumana den Beitrag vom Blog in den Blogmanager übernommen hat, angegeben. Öffnet man den Post zur Ansicht, wird dann auch gefragt, ob Änderungen gespeichert werden sollen – auch wenn keine vorgenommen wurden. Im Feld “Date Created” rechts vom Titelfeld wird jedoch das korrekte Datum angezeigt.
Außerdem kann man in den Programmeinstellungen zwei weitere Grundeinstellungen vornehmen: Man kann entscheiden, ob via Enter-Taste ein einfacher Zeilenumbruch erfolgen oder ein neuer Absatz begonnen werden soll. Das finde ich sehr praktisch! (Standardeinstellung ist hier der Absatzwechsel.) Zusätzlich können im Registerreiter “Ping” Seiten angegeben werden, die bei Veröffentlichung eines Beitrags angepingt werden sollen. In den Einstellungen kann auch geregelt werden, ob die Rechtschreibprüfung automatisch bei der Eingabe erfolgen soll. Falls nicht, ist sie jederzeit im Blogeditor auf Knopfdruck oder über das Bearbeiten-Menu verfügbar. Leider greift Qumana nur auf des englische Dictionary zurück – deutsche Texte müssen also anderweitig gecheckt werden.
Fazit
Für alle, die ein UTF-kodiertes Blog haben, ist Qumana sicher einen Test wert: Mit 12,6 MB ist das Programm eher ein Leichtgewicht (ecto belegt bei mir 23,5 MB). Es ist sehr einfach Blogaccounts einzurichten und dann sofort mit dem Schreiben zu beginnen. Ähnlich wie bei ecto ist die zwei-Fenster Lösung – Blogmanager und Blogposts getrennt – zu Beginn gewöhnungsbedürftig.
Stichwort Lokalisierung: Qumana spricht durchgehend Englisch mit mir, kann aber auch als französische, niederländische oder spanische Version heruntergeladen werden.
Jedem Post fügt Qumana automatisch einen Vermerk “Powered by Qumana” an, den man einfach im Textfeld des Blogpostes wieder löschen kann. Ich konnte noch nicht feststellen, ob das gegen irgendwelche Lizenzbestimmungen verstößt, werde aber weiter die Augen danach offen halten und im Falle eines Falles hier posten.
Für die Vorbereitung und Bearbeitung längerer Posts, die speziell auch Code-Beispiele beinhalten, ist Qumana m. E. nicht so gut geeignet: Es fehlt am Suchen & Ersetzen-Dialog, Syntax-Highlighting sowie dem code-Format-Button. Für NutzerInnen, die einfach Blogbeiträge vorbereiten, offline sammeln oder einfach Skizzieren wollen, bevor es in des jeweilige Backend zum Feinschliff geht, ist Qumana sicher geeignet. Auch die Archivierung der eigenen Posts ist möglich, denn der Blogmanager ist mit einer Suche ausgestattet. Gut könnte ich mir den Einsatz auch bei Blogs vorstellen, die eher Lesetagebuch- oder Fundstück-orientiert sind. (Manche sagen Linkschleudern dazu, andere sprechen vom Charakter eines Tumblr-Blogs.
)
Das einfache Setup sowie die Vielzahl unterstützter Plattformen machen das Programm auf jeden Fall auch für den Blogeinsteiger interssant.
Wer allerdings Wert auf deutschsprachige Menus und Rechtschreibkontrolle legt, sowie (ein) nicht-UTF-kodierte(s) Blog(s) zu pflegen hat, der sollte sich näher mit den anderen offline Blogging-Möglichkeiten beschäftigen.
Edit: Nachdem ich dem Post hier im Apfelquak-Backend den letzten Feinschliff gegeben habe, kann ich auch bestätigen, dass die Cross-Posting-Funktion von Qumana einwandfrei werkelt: In meinem Softwareblog habe ich den groben Artikelentwurf veröffentlicht, dann abgeholt und weiterbearbeitet. Anschließend im Blogmanager den Apfelquak-Account eingerichtet und die finale Artikelversion hochgeladen. Fertig. Leider habe ich in Qumana selbst keine Möglichkeit gefunden, den Blogpost als Entwurf/nicht veröffentlichten Artikel hochzuladen.






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Sehr schön ausführlich!
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Ich habe im Feed “Powered by Qumana” stehen. Kann man das löschen? Steht das nur im Feed oder hast du das hier jetzt nachträglich gelöscht und im Feed ist es nicht aktuell?
Interessant klingt es, aber ich habe für ecto gezahlt und bin soweit zufrieden. Einiges fehlt zwar, aber ansonsten ist ecto ganz gut.
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Ah ich sehs gerade, war nicht aktuell
Danke für den ausführlich Bericht und deine Erfahrung.
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Hmm… Ich find das Web-Interface von Wordpress eigendlich ganz gut. Zumindest bin ich noch nie auf den Gedanken gekommen, nach einer Alternative zu suchen…
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Super Test. Leider hast du schon im Artikel das absolute Contra-Argument genannt. Du hast den Artikel dann noch im Web-Interface nachbearbeitet. Dann kann ich ihn auch gleich dort schreiben
aber dein Artikel ist schon top. mehr davon..
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Das “powered by” hatte ich vergessen rechtzeitig zu entfernen. Geht aber problemlos – ich weiß halt leider (noch) nicht, ob das gegen die Nutzungsbedingungen verstößt.
@ Christoph:
Ja das Nachbearbeiten war nötig – weil ich nicht wusste, wie breit die Bilder hier sein dürfen um das Layout nicht zu zerschießen. In meinen eigenen Blogs weiß ich das aus Gewohnheit und stelle es entsprechend in Qumana direkt ein. Das ist möglich.
@ alle: Danke für Euer Lob!
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Hui, na wenn das mal kein dickes Lob verdient hat – was dann?
Christoph gab folgendes von sich:
Das ist genau der Grund, wieso ich ecto & Co. nie eingesetzt habe.
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Auf den Hilfeseiten von Qumana steht, wie man das “powered by” ausschalten oder in eine eigene Meldung ändern kann! Von daher sollte es keine Probleme mit den Nutzungsbedingungen geben!
Ich habe Qumana auch mal benutzt, aber da Java auf meinem alten G4 sehr langsam ist, bleibe ich wohl weiter bei MarsEdit.
Btw. Gibt es einen Blog-Editor, mit dem man auch Seiten erstellen/bearbeiten kann? Habe da leider noch keinen gefunden… oder kann ecto das?
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Interessant finde ich wieder einmal, dass Serendipity auch hier nicht unterstützt wird. So unbekannt ist dieses Blogsystem doch mittlerweile auch nicht mehr. Dafür sind mir 7 der oben genannten System komplett unbekannt. Das ist nur einer der Gründe, weshalb Qumana nichts für mich ist. Aber dennoch toller Artikel. Weiter so.
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@Roger: Auf der Serendipity-HP ist zu lesen: “remote blogging via XML-RPC” & “Support for XML-RPC Editing. Support for both the Movable Type? and Blogger XML-RPC APIs.” – und auf Quamana steht, dass alle MovableType oder MetaWeblog APIs” unterstützt werden. Das sollte also einen Versuch mit Serendipity wert sein. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Du den genauen Pfad/die URL zur XML-RPC-Datei manuell eintragen musst. Aber das wäre ja eine einmalige Angelegenheit.
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Amy, das mit den APIs wusste ich bereits. Allerdings konnte ich bislang bei allen Offline Editoren feststellen, dass die komplette Unterstützung doch fehlte. Waren es die Kategorien, oder die Tags oder die Medienunterstützung oder nur die erweiterten Artikel – irgendwo haperte es leider immer, so lange die Unterstützung nicht nativ für das System programmiert wurde.
Aber selbstverständlich hast Du Recht. Ich sollte nicht vorschnell urteilen, sondern Quamana erst einmal testen.
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aber das Programm ist Java und das will man doch eigentlich nicht haben, zumindest will ich das nicht haben, da ist mir eine gute alte richtig native App schon lieber, und das Programm sieht doch einfach nicht nach Mac aus, so was will ich zum Beispiel nicht benutzen
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@ Roger & alle anderen: Das ist vielleicht nicht richtig rausgekommen: Ich sehe in den meisten offline Clients auch echte Kompromisse. Bei Qumana ist der Kompromiss (leider) größer als bei MarsEdit, ecto & Co. Die Tatsache allerdings, dass ich mit beiden Programmen Posts “verloren” habe, ist fast schon ein No Go – wenn es drauf ankommt, will man schließlich, dass es funktioniert.
Also werde ich wohl für die Entwurfsstadien längerer Posts auf TextEdit ausweichen.
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@Fred:
wer nicht die moeglichkeit besitzt, immer und ueberall MacOSX einzusetzen, wird sich sicherlich ueber die Versionen fuer Windows oder Linux freuen – dank Java.
Wenn du es nicht wegen dem “Look” und dem “Feeling” nicht nutzen moechtest, ist das deine Entscheidung – fuer diese darfst du dann aber auch notfalls zahlen. (siehe ecto)
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[...] ich Beiträge außerhalb des Admin-Bereiches von WP vorbereiten kann, bin ich nach Hinweisen auf apfelquak und einfach persönlich auf Qumana gestoßen. Er wurde von Lycos für Windows und Mac entwickelt [...]
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[...] ich Beiträge außerhalb des Admin-Bereiches von WP schreiben kann, bin ich nach Hinweisen auf apfelquak und einfach persönlich auf Qumana gestoßen. Er wurde von Lycos für Windows und Mac entwickelt [...]
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@ Amy. Ja, ich fürchte, der Kompromiss wäre auch bei mir zu groß. So sehr ich den Editor bei Serendipity nicht schätze, er kann letztlich doch mehr und ist zuverlässiger als jeder bisherige Offline Editor.
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cooler artikel – gleich mal testen
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habs getestet und bleibe bei TextMate