Die ersten kontroversen Diskussionen begannen wohl schon während der Keynote – und dauern bis heute an. Das MacBook Air ist ein weitaus mehr als das iPhone polarisierendes Gadget – und an vorschnellen Meinungen liegt durchaus einiges in der Luft.
Der Tenor fast aller Kritiker lautet in etwa: Das MacBook Air sei zwar schön dünn, aber für einen “sinnvollen Einsatz” technisch nicht ausreichend ausgestattet. Zudem mangele es an Erweiterungsmöglichkeiten, und der hohe Preis mache es für Apple zum nächsten Flop nach dem Cube.
So auch ein Freund, der mir beinahe schadenfroh die Nachteile (kein optisches Laufwerk, kein Ethernet, nur ein USB-Anschluss, fest eingebauter Akku etc.) aufzählte und mich als einsamen Apple-Jünger mal wieder auf die Seite der Betriebssysteme aus Redmond ziehen wollte.
Meiner Meinung nach betrachten die meisten das MacBook Air unter falschen Voraussetzungen. Verwöhnt durch ihr leistungsstarkes, vielseitiges, großes (und nicht selten auch schweres) Notebook ist dieses für viele zum Desktop-Ersatz aufgestiegen. Auch ich verwende zur Zeit hauptsächlich ein MacBook als Rechner – und für meine Bedürfnisse ist es vollkommen ausreichend (von im Hintergrund arbeitenden Servern mal abgesehen). Und – wer könnte es bestreiten – ein MacBook (Pro) ist in über 90% der Fälle (evtl. in Verbindung mit einem Cinema Display) mehr als ausreichend dimensioniert.
Aber genau dies will das MacBook Air nicht sein. Es ist als Zweitrechner gedacht, ein Statussymbol für Menschen, die es sich leisten können, mehr als einen Mac zu besitzen. Mit genügend Power, um ernsthaft unterwegs arbeiten zu können – neidische Blicke aller Umstehenden im Preis inklusive – aber eben nicht als einzige Arbeitsmaschine konzipiert. Ein Prestige-Produkt, mit dem jeder kleine (und DER große) Steve bei seinen Freunden angeben kann, kurzum: ein Blick in die Zukunft, designed by Apple in California.
Mal ganz ehrlich: wer braucht schon eine externe Maus, wenn das Touchpad des Notebooks Multi-Touch-fähig ist? Und wer muss ständig seine 500 GB Musik und Videos mit sich herumtragen? Ein USB-Port zum Anschluss eines Sticks bei Bedarf ist vollkommen ausreichend – und die 80 GB Festplattenspeicher sind auch durch die Installation von Leopard noch lange nicht voll. Ethernet? Wir werden unseren staunenden (Enkel-)Kindern einmal erzählen, dass wir früher Kabel mit uns herumgetragen haben – außerdem lasten selbst die schnellsten DSL-Anschlüsse heutzutage ein 802.11a/g-WLAN noch lange nicht aus. DVD-Laufwerk? Zu Hause oder im Büro übernimmt die Aufgabe der Erstrechner – und wer unterwegs unbedingt eins benötigt findet ein ebenso flaches und formschönes externes Laufwerk als Zubehör im Apple Shop. Die Filme für unterwegs gibt es übrigens im iTunes-Store – wenn sie nicht sowieso auf der oben genannten 500 GB-Festplatte liegen…
Unter diesem Blickwinkel sieht das Air doch schon viel besser aus – die Zukunft wird zeigen, ob die Kompromisse zu groß sind oder das MacBook Air ähnlich wie der iPod einen neuen Markt eröffnen wird. Auf eine Sache warte ich jedoch immernoch: Ein 13″ MacBook Pro!

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als ich es sah, dachte ich nur – ich will, ich will, ich will es haben. Nachdem ich jetzt kalt geduscht habe und meine Frau mich wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt hat, finde ich es weiterhin noch wunderschön aber ich werde mich beim Kaufen zurückhalten. Getreu dem Motto – kaufe nie die Version 1.
MacBookAir: wie es eigentlich werden sollte
Ich sehe es genau gleich und bin froh endlich mal einen Bericht zu finden der sich mit diesem zweit Rechner Ansatz beschäftigt und ihn auch versteht…
Guter Artikel, den ich leider erst jetzt gelesen habe. Danke dafür!
Hallo Leute,
meiner Meinung nach wird eine entscheidende Sache immer übersehen. Es gibt nicht nur Leute welche sich, wie die meiste hier, gut auskennen und an ein Notebook einfach hohe Anforderungen haben; nein, es gibt auch Leute wie mich, die solch ein Gerät zum Arbeiten einsetzen. Es werden normale Büroanwendungen eingesetzt und vielleicht mal ein paar Bilder darauf gespeichert. Wir brauchen keine X Anschlüsse die sowieso nie benutzt werden und in denen sich lediglich der Staub sammelt… wir brauchen so ein Ding nur, um mobil zu ARBEITEN… nicht zum spielen oder “rumprobieren”.
Für diesen Einsatz ist diese Gerät konzipiert und erfüllt alle dafür nötigen Anforderungen.
Gegenbeispiel: Einer meiner Admins meinte, wenn ich ein gutes Notebook kaufen will, dann soll ich mir ein HP nx9020 kaufen. Habe ich gemacht. Aber das gerät ist viel zu groß und ausserdem schleppe ich immer ein Laufwerk mit mir rum, welches ich nicht brauche. Wenn ich in meinem Büro bin, dann verbinde ich mich nur Wireless zu meinen Servern. Also warum dann ein LAN? Den einzigen Anschluss den ich brauche ist der Stromanschluss.
Ich hoffe man kann mein Beispiel nachvollziehen.
Das Macbook Air wurde für eine Benutzergruppe entwickelt…
Meiner Meinung nach ein Volltreffer… (zumindest für mich)
Vielen Dank hierfür Apple…
Tom
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