Leben und sterben mit Spaces

11. November 2007 · 28 Kommentare ·

Da hat uns Apple ja ein Ei in die Wiege gelegt. Eine Technik, die unter allen Unix-Betriebsystemen seit Jahrzehnten Standard ist, als “Die neue Technik” unterzujubeln. Es ausschließlich auf lustiges Fensterschubsen zu optimieren und dann die Usability total außer Acht zu lassen, ist wirklich untypisch für Apple. Aber zurück zum Anfang:

Unter Unix-Betriebssystemen, wie auch unter Linux, sind virtuelle Desktops Standard. Für gewöhnlich lassen sich vier Desktops direkt aus der Systemleiste auswählen, und im Hintergrund laufen weitere sechs vollkommen unabhängig voneinander laufende Oberflächen. Das hat Vorteile, wie zum Beispiel dass man auf einer der Oberflächen einen Dienst laufen lassen kann, der von einer der anderen Oberflächen gar nicht erreichbar sein soll und kann – unabhängige Rechte also. Wenn man aber gerne mit der grafischen Oberfläche arbeitet, hat es auch den Vorteil, dass man sich jeden einzelnen Desktop separat konfigurieren kann. Vom Hintergrundbild angefangen, über die Icons auf dem Desktop, bis hin zur Systemsprache aller Kontextmenüs. Zwar ist es auf diese Art nicht möglich, ein Fenster von einem Desktop zum anderen zu ziehen, aber wenn man feste Bereiche definiert, ist so etwas gar nicht nötig.

Nun zurück zu Apples neuem Betriebssystem Leopard. Schon früher wurden hier mehrere Desktopumgebungen vermisst und mit zusätzlichen Programmen wie Virtue und Plugins nachgerüstet. So wie es scheint, hat Apple diese Plugins mit all den vorhandenen Defiziten eins zu eins in das Betriebssystem umkopiert und nennt es dort Spaces. Die Defizite sind zum Beispiel, dass der Desktop immer gleich ist, das Wallpaper lässt sich nur global für alle ändern. Die Icons auf dem Desktop sind auch überall identisch. Dadurch erkennt man nur schwer, auf welchem Space man sich gerade befindet. Die einzige Anzeige bisher ist eine kleine Zahl in der Programmleiste. Programme können nur einmal ausgeführt werden (ist z.B. zum Vergleichen verschiedener Daten von Vorteil).

Dass sich das Durcheinander der Fenster auf alle Desktops ausweitet, hat Apple wohl vorausgesehen und eine zusätzliche Option eingeführt, die sich in den Spaces-Einstellungen finden lässt: Programmzuweisungen. Damit können bestimmte Programme auf einen Space festgelegt werden. Wenn das Programm nun gestartet wird, wechselt Leopard automatisch auf den entsprechenden Space. Auch dieses automatische Wechseln kann zeitweise sehr störend wirken. Nachdem ein solches Programm gestartet ist, lassen sich aber, wie bei jedem anderen auch, die Fenster nach Belieben auf andere Spaces ziehen.

Übrigens, ein Fenster kann auf unterschiedliche Weise den Space wechseln:

  • Fenster anklicken und halten, dabei den Space mit der Tastenkombination Ctrl-Pfeiltaste wechseln (Tastenbelegung ist voreingestellt, aber änderbar) und auf dem neuen Space loslassen.
  • Ein Fenster anklicken und halten, die Maus an den Bildschirmrand in Richtung des neuen Space bewegen und kurz warten (ca. 1 Sec.). Danach wechselt der Screen auf den neuen Desktop und dort kann das Fenster wieder losgelassen werden.
  • Übersicht der Spaces einblenden lassen (voreingestellt auf F8), dort in den Spaces ein Fenster anklicken und in einen anderen Space ziehen.

Und noch ein kleiner, zusätzlicher Tipp: Wenn alle Fenster in einem Space richtig ausgerichtet sind, aber es der falsche Space ist, können auch diese mit einem Klick und Halten auf die blaue Hintergrundfläche ausgetauscht werden. Die Space-Nummer wird dabei neu zugeteilt und die Programme starten entsprechend den ihnen zugewiesenen Spaces.

Und jetzt das große Problem mit Spaces: der Finder. Üblicherweise benutzt man die Finderfenster auf jedem Space für die unterschiedlichsten Aufgaben. Wenn diese abgeschlossen sind, schließt man das Finderfenster und öffnet erst ein neues, wenn es gebraucht wird. Hat man nun aber auf einem anderen Space noch ein Finder-Fenster offen und schließt auf dem aktuellen Space das letzte Finderfenster, springt Leopard unkontrolliert zu einem der anderen Finderfenster auf einem anderen Space. Wo man genau landet, ist vorher nicht auszumachen. Auch ist es an sich sehr störend, da man aus dem laufenden Arbeitsprozess gerissen wird.

Mein Lösungsansatz an Apple: egal wo sich Fenster befinden, welche geschlossen oder geöffnet werden, soll nicht automatisch auf den anderen Space gewechselt werden, außer man zieht ein Fenster mit Drag-and-Drop. Zum Beispiel starten bei mir beim Systemstart gleich 8 Programme auf 3 Spaces verteilt. Es ist schon fast wieder lustig anzusehen, wie beim Systemstart von einem Space zum anderen gesprungen wird und wieder zurück, bis alle Programme laufen. Also Apple – hier ist noch Nacharbeit zu leisten. Wir freuen uns alle auf 10.5.1.

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{ 28 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Elbe 11. November 2007

Ich kann das alles überhaupt nicht bestätigen. Spaces funzt für mich so wie es soll. Verschiedene Icons auf den Desktops würde für mich nur für Verwirrung sorgen.

Ich hatte vorher Virtue und finde Spaces noch ein stück angenehmer.

MfG

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Balu 11. November 2007

Spacaces klappt für mich prima, ich habe keine Probleme damit.

Übrigens heißt es “Standard” und nicht “Standart”.

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Oke 11. November 2007

Ich bin bisher auch sehr zu frieden.

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fabian 11. November 2007

nun, unterschiedliche Bildschirmhintergründe fände ich schon seeeeehr fein!
ansonsten genial!

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James 11. November 2007

Danke für den super Beitrag! In einigen Punkten verstehe ich dich auch sehr gut. Mann muss nicht immer alles, was Apple so bringt, in den Himmel loben und meinen es sei schon die beste Lösung. Das mit dem Finder empfinde ich auch als sehr nervig.

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Elbe 11. November 2007

Das Finder Problem is aber doch garkeins oder?
Ich wählt einfach den Finder als Programm aus, unter den Dienstprogrammen oder so, klickt ” alle Fenster” an und der Finder folgt euch brav oder wenn ihr keinen offen habt, dann öffnet er sich dort wo er soll.

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James 11. November 2007

Wo findest du bei dir denn den Finder als Programmicon? ;)

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weaver 11. November 2007

ich kann die “mängel”, die du beschrieben hast, nicht wirklich nachvollziehen (es kann aber natürlich sein, dass für deinen arbeitsbereich die von dir beschriebenen verbesserungsmöglichkeiten wirklich auch verbesserung bringen würden). für mich ist spaces ideal.

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Oliver 11. November 2007

Den 2ten Absatz finde ich etwas komisch, vielleicht habe ich dich aber auch nicht richtig verstanden: Unter Xorg, was ja typischerweise auf *nixen läuft, kann man auch mehere Instanzen laufen lassen, aber das geht doch unter MacOS X eingeschränkt auch. Einfach als ein anderer User eine weitere Session aufmachen. Die Einschränkung ist aber hier, dass man nur eine Session pro User öffnen kann. Spaces oder die anderen Lösungen vergrössern doch nur die eigentliche Session. Ich kann hier eine einzelnen Teil einer Session nicht unter anderen Rechten laufen lassen. Eine einzelne Applikation kann man dagegen sehr wohl unter einem anderen User laufen lassen inerhalb einer eigenen Session. Dir geht es aber sicherlich um die Usability von Spaces und da stimme ich dir in den unten genannten Punkten zu.

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Elbe 11. November 2007

das Finder icon gibts unter System/Library/Coreservices, sorry musste auch erst wieder nachsehen.

Viel spaß damit

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thomas [aka kopflos] 11. November 2007

“Und jetzt das große Problem mit Spaces: der Finder. … Hat man nun aber auf einem anderen Space noch ein Finder-Fenster offen und schließt auf dem aktuellen Space das letzte Finderfenster, springt Leopard unkontrolliert zu einem der anderen Finderfenster auf einem anderen Space.”

Das kann ich nicht nachvollziehen. Bei mir bleibt das Space, in dem ich das letzte Finder-Fenster geschlossen habe, nach wie vor das aktuelle – auch wenn in anderen Spaces noch Finder-Fenster vorhanden sind.

Wo findest du bei dir denn den Finder als Programmicon?
Ich vermute Du meinst mit Programmicon den Finder an sich – also das Programm. Den Finder findest Du unter /System/Library/CoreServices.

Unterschiedliche Bildschirmhintergründe fände ich auch nicht schlecht – wäre eine Möglichkeit zu einer besseren Orientierung.

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James 11. November 2007

das Finder icon gibts unter System/Library/Coreservices, sorry musste auch erst wieder nachsehen.

Viel spaß damit

Danke, damit sieht es schon besser mit dem Finder aus ;)

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dolce 11. November 2007

ich find Spaces auch sehr nützlich und kenne es von X schon seit Jahren. Das Thema mit dem Finder bedarf tatsächlich einer Verbesserung. Sehr gut ist, dass Exposé auch in der Spaces-Ansicht funktioniert (F8 -> F9). Damit bekommt man einen sauberen Übleblick. Meine Paralles-Instanzen kann ich im Vollbild Modus laufen lassen und diese belegen dann nur einen Space. Das ist doch auch sehr gut wenn man oft Linux und Windows in der Box laufen lässt.

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lapidarium42 11. November 2007

danke, sehr hilfreich der Beitrag.

Die unerwartete Vielfalt von Fenstern mit identischen Icons und Desktop, aber unterschiedlicher Programmzuordnung fand ich wenig hilfreich bei der Arbeit.
Das muntere Chaos habe ich aber zunächst auf eigenes Unverständnis zurück geführt (vielleicht doch mal Handbuch…)

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Nils 11. November 2007

das Finder icon gibts unter System/Library/Coreservices, sorry musste auch erst wieder nachsehen.

Viel spaß damit

das sehe ich ganz genauso. Ich finde die spaces ganz hervorragend und unter linux, ganz im ernst, sind virtuelle desktöppe noch lange nicht so komfortabel wie unter 10.5. Nichtmal im brandneuen Ubuntu 7.10 und das ist schon, was die usability angeht, ganz weit vorn in der linux welt.

gruss, Nils

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derIch 11. November 2007

Hi, du hast noch eine Möglichkeit ein Programm einem bestimmten Space zuzuweisen o. einen Space auszuwählen vergessen.
Im Grunde ist es genau so wie deine Erste, nur daß man ctrl + 1..2..3..4..etc. drückt, um direkt auf einen Space zu springen. Benutz ich z.B. fast nur, anstelle mit ctrl + preiltaste umher zu springen.

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jamie oliver 11. November 2007

Also ich finde den Artikel deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ich habe spaces wieder abgeschaltet und arbeite glücklich nur noch mit Exposé.

Mir wurde es von dem vielen rumgedrehe wenn sich der Arbeitsbildschirm wechselt richtig schlecht. Der Finder war ständig woanders, ohne erklärlichen Grund.

Spaces bringt mir so wie es jetzt ist weniger als Exposé “alle Fenster anzeigen”.

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maverick 11. November 2007
das Finder icon gibts unter System/Library/Coreservices, sorry musste auch erst wieder nachsehen.

Viel spaß damit

das sehe ich ganz genauso. Ich finde die spaces ganz hervorragend und unter linux, ganz im ernst, sind virtuelle desktöppe noch lange nicht so komfortabel wie unter 10.5. Nichtmal im brandneuen Ubuntu 7.10 und das ist schon, was die usability angeht, ganz weit vorn in der linux welt.

gruss, Nils

Die virtuellen Desktops unter GNU/Linux sind genau so wie sie sein sollten und schon immer waren ;-) ! Und sie erfüllen vollständig ihren Zweck und ich muss Ad zustimmen, dieses hin und her geswitche ist nicht so der hammer. Allerdings hätte ich gerne anstatt blaue Flächen meinen Desktop gesehen…

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ad 11. November 2007

… und ich muss Ad zustimmen, dieses hin und her geswitche ist nicht so der hammer.

Wie mache ich das bloß besser deutlich, dass hier nicht alle Beiträge von mir stammen? :-?

Antworten

maverick 11. November 2007
… und ich muss Ad zustimmen, dieses hin und her geswitche ist nicht so der hammer.

Wie mache ich das bloß besser deutlich, dass hier nicht alle Beiträge von mir stammen? :-?

Ich habe keine Ahnung! Aber entschuldigung, indemfall stimme ich meinen Namensvetter bei :P !

Antworten

Rafael Bugajewski 11. November 2007

Ich kann das ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe bereits jahrelang virtuelle Desktops benutzt und empfinde Spaces als eine der angenehmeren und durchdachteren Implementierungen.

Antworten

Marcel 12. November 2007
… und ich muss Ad zustimmen, dieses hin und her geswitche ist nicht so der hammer.

Wie mache ich das bloß besser deutlich, dass hier nicht alle Beiträge von mir stammen? :-?

Für deine Beiträge einen leicht grünen Hintergrund benutzen – wie in den Kommentaren ;-)

Ich (…) empfinde Spaces als eine der angenehmeren und durchdachteren Implementierungen.

Dem stimme ich zu. Ich sehe nicht das Problem mit Spaces. Es funktioniert so, wie ich es brauche.

Antworten

patri 12. November 2007

aii, ich lese hier ja immer gerne (taeglicher Lesestoff) aber als ich das Wort “Standart” gelesen habe hab ich mich an meinem Mittagessen verschluckt und konnte nicht mehr weiterlesen ;-)

Antworten

ad 12. November 2007

aii, ich lese hier ja immer gerne (taeglicher Lesestoff) aber als ich das Wort “Standart” gelesen habe hab ich mich an meinem Mittagessen verschluckt und konnte nicht mehr weiterlesen ;-)

Damit es hier keine Erstickungstoten gibt, war ich so frei und habe es korrigiert.

Antworten

maverick 12. November 2007

Ich kann das ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe bereits jahrelang virtuelle Desktops benutzt und empfinde Spaces als eine der angenehmeren und durchdachteren Implementierungen.

Jeder sieht das halt ein wenig anders :) ! Aber naja es gibt immer verbesserungs möglichkeiten :D !

Antworten

Frashier 13. November 2007

Ich kann das alles überhaupt nicht bestätigen. Spaces funzt für mich so wie es soll. Verschiedene Icons auf den Desktops würde für mich nur für Verwirrung sorgen.

Ich hatte vorher Virtue und finde Spaces noch ein stück angenehmer.

MfG

kann ich dir nur recht geben. icons, andere desktop hintergründe und so weiter ist doch alles überflüssiger kram die nur verwirren.

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Raile 29. November 2007

….wählt einfach den Finder als Programm aus, …, klickt ” alle Fenster” an und der Finder folgt euch brav oder wenn ihr keinen offen habt, dann öffnet er sich dort wo er soll.

Hallo,
ich als Mac Newbie, habe zwar den Finder gefunden, aber wo muss ich denn “Alle Fenster” anklicken” Weder im Menü noch den Eigenschaften (Informationen) noch unter Einstellungen habe ich diese Option gefunden. Kann mir das bitte mal jemand beschreiben? Danke!

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bRay 3. Dezember 2007

Du klickst auf “Systemeinstellungen”, dann auf “Expose & Spaces”, dann auf “+”, fügst hier den Finder hinzu (im entsprechenden Ordner) und kannst dann entweder bestimmte Spaces auswählen, oder eben “Alle Fenster” aktivieren.

Übrigens kann man auch im Dock mit der rechten Maustaste auf das Finder-Symbol klicken und dann auf “Neues Fenster” klicken. Ist zwar ein Klick mehr, finde ich aber besser, als alle Finder-Fenster auf allen Spaces “mitzuschleppen”…

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