News von heute und gestern

9. November 2007 · 12 Kommentare ·

FeedFrüher gab es die Tageszeitung, dann die Tagesschau. Heute reicht es nicht mehr aus, einmal am Tag die Nachrichten zu sehen und vor allem auf eine einzige Quelle zu vertrauen. Um in unserer Medien- und Informationsgesellschaft nicht den Anschluss zu verlieren, wurde ein Format entwickelt, über das Informationen maschinenlesbar aufbereitet werden können. RSS ist das Format, das, sofern angeboten, mittels eines lesenden Programms sogenannte Feeds abonniert werden können. Dieses Programm kann dann von den unterschiedlichen Quellen die veröffentlichten Informationen abrufen, gleichmäßig aufbereiten und dem User in einer einheitlichen Form präsentieren. RSS ist eine Abkürzung für die Bezeichnung des Formats, welches sich im Laufe der Versionen auch schon verändert hat. Am bekanntesten ist die Bedeutung von RSS 2.0 “Really Simple Syndication”. Details zu diesem speziellen Format findet man in der Wikipedia.

Um RSS-Feeds abonnieren zu können, wird ein so genannter Reader benötigt. Für jede Plattform steht eine ganze Reihe dieser Programme zur Verfügung. Hier möchte ich nun auf ein paar der bekannteren Programme für die Mac-Plattform eingehen. Vorweg kann man von jedem vorgestellten Programm eine aufgeräumte und übersichtliche Oberfläche erwarten. Im Prinzip funktionieren sie alle gleich, nur die zusätzlichen Features zur Verwaltung und Übersicht entscheiden darüber, welcher Reader für den jeweiligen Nutzer in Frage kommt.

SafariSafari (System) – Wenn man an ein fremdes OS X kommt oder das System neu installiert hat, steht bereits ein Reader in Form des Web-Browser Safari zur Verfügung. Normalerweise kann ein Browser mit dem RSS-Format nichts anfangen, aber Safari bereitet beim Öffnen einer RSS-URL die Daten direkt in ein lesbares Format auf. Diese URL muss dann nur noch als Lesezeichen gespeichert werden und schon ist der Feed abonniert. Wenn neue Beiträge veröffentlicht werden, ruft Safari diese in einem einstellbaren Intervall ab und markiert das Lesezeichen mit einer Zahl, die die Anzahl der neuen Beiträge angibt. Diese Lesezeichen speichert man idealer Weise in der Schnellstartleiste des Browsers. Wenn mehrere Feeds abonniert werden sollen, können diese in der Schnellstartleiste in einem Ordner abgelegt werden. Bei neuen Beiträgen wird an den Ordnernamen die Anzahl aller neuen Artikel aller Feeds angehängt. Die Oberfläche der Beiträge ist sehr aufgeräumt. Um in älteren, gespeicherten Beiträgen zu suchen, steht eine Such- und Filter-Funktion mit Selektion der Zeit und Quellen zur Verfügung. Über einen Schieberegler kann eingestellt werden, wie viel der einzelnen Beiträge dargestellt werden soll. Vom kompletten Beitrag, bis hin zu nur dem Titel des Beitrags lässt sich der Beitrag stufenlos abschneiden. Das große Plus dieses Readers ist die direkte Integration in den Web-Browser, wodurch man die News immer im Blick behalten kann und ganz einfach neue hinzufügen kann. Nachteil ist, dass eine Langzeitspeicherung nicht möglich ist und Dateianhänge manuell geladen werden müssen. Diese können dafür aber direkt im Browser geöffnet werden, sofern Safari mit dem angebotenen Dateiformat etwas anfangen kann (mp3, mov, pdf, etc.).

FirefoxFirefox Sage (Freeware) – Für den preisgekrönten Webbrowser gibt es diverse RSS-Reader-Plugins. Eines der ausgereiftesten mit aufgeräumter Oberfläche ist Sage. Auch hier werden die Feeds genauso aufbereitet, wie in Safari. Die große Anzeige der Beiträge lässt sich durch eigene CSS-Files anpassen.

NetNewsWireNetNewsWire (kommerziell) – Das eigenständige Programm dient dem einzigenZweck, RSS- und Atom-Feeds abzurufen, aufzubereiten und übersichtlich darzustellen. Feeds können zudem in Ordnern zusammengefasst werden. NetNewsWires großer Vorteil ist die Syncronistationsfähigkeit mit NewsGator. Beiträge, die als gelesen markiert wurden, werden bei NewsGator oder auf einem eigenen Server ebenfalls als gelesen markiert abgelegt. So kann die selbe Feedliste auf einem anderen Mac aufgerufen werden, und der Status der gelesenen und ungelesenen Artikel bliebt dabei gleich. Auch können die Feeds direkt auf der NewsGator-Webseite verfolgt werden.
Ein weiterer Vorzug von NetNewsWire ist die Möglichkeit, Beiträge zu archivieren oder als besonders wichtig zu markieren. Zieht man einen Beitrag nach “Clippings”, wird dieser dort gespeichert. Versieht man einen Beitrag mit einer “Flag”, wird dieser automatisch unter “Flagged Items” gelistet. Dies empfiehlt sich besonders für wichtige oder besonders interessante Artikel, die man auch nach längerer Zeit noch aufrufen möchte. Über alle Feeds, Clippings und Flagged Items können die aus iTunes bekannten “intelligenten Ordner” angelegt werden. Legt man beispielsweise einen solchen Ordner an und gibt ihm die Schlüsselwörter “Apple”, “OS X”, “Leopard” und “iPhone” mit, so verpasst man nie mehr die wirklich wichtigen News des Tages.
Die Anordnung der Feedliste, Artikelliste und deren Vorschau lässt sich bequem auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

NewsfireNewsfire (kommerziell)  – funktioniert im wesentlichen genauso wie NewNewsWire, nur ohne die Online-Sync-Funktionalität. Außerdem wird in der Feedliste der Name des Feeds klein (unter dem Titel des neuesten Artikels) dargestellt. Als Besonderheit bietet Newsfire die Möglichkeit einen “Search-Feed” anzulegen. Dieser funktioniert so, dass in einer der vielen Blog-Portale und Suchmaschinen ein Suchbegriff eingegeben wird. Neu erscheinende Suchergebnisse werden dann wie neue Artikel behandelt. Newsfire unterstützt auch die automatische Zusammenstellung von Artikeln mittels intelligenter Ordner.

ViennaVienna (Freeware) – Der kostenfreie RSS- und Atom-Feedreader wirkt ein wenig wie Apples Mail, da er die selben Icons für Ordner und Tabellen verwendet. Ordner und intelligente Feedlisten werden auch hier geboten. Allerdings wird bei den intelligenten Ordnern nicht angegeben, wie viele Artikel sich derzeit darin befinden. Praktisch dagegen ist die Artikelliste, in der gesondert in einer Spalte per Büroklammer markiert wird, ob es zu dem Artikel einen Anhang wie Musik oder Videos gibt.

ShrookShrook (Freeware) – Als inoffizieller Nachfolger von Vienna erfreut sich Shrook wegen seiner aufgeräumten Oberfläche und seiner schnellen und einfachen Bedienung großer Beliebtheit. Die Beiträge werden in Channels und diese wiederum in einer großen Bibliothek einsortiert. Den Überblick behält man durch die einfache und intuitiv benutzbare Oberfläche. Die Bibliothek und alle intelligenten und statischen Listen, daneben die Listen und alle darin enthaltenen Channels finden sich in zwei nebeneinander liegenden Tabellen. Rechts davon werden entweder alle enthaltenen Beiträge aufgelistet oder ein ausgewählter Beitrag im Volltext dargestellt. Ein Link zum eigentlichen Blog findet sich unter jedem Beitrag. Nach einem Klick darauf, verändert sich die Oberfläche und ein großer Bereich kommt zum Vorschein, der einen rudimentären Webbrowser darstellt, in dem die Internetseite des Verfassers geöffnet wird. Die Arbeitsfläche, besonders die von Widescreen-Monitoren, wird bei diesem Reader optimal ausgenutzt.

XcastXcast Beta (Freeware) – Der neue Stern unter den Newsreadern liegt bisher erst als Beta-Version vor, kann aber schon jetzt mit seinen durchdachten Funktionen überzeugen. Die bisher kostenlose Software bietet eine aufgeräumte Oberfläche. RSS-Feeds mit Dateianhängen, wie Audio und Video, können so eingestellt werden, dass die Anhänge automatisch geladen werden. Ein besonderes Gimmick ist die Möglichkeit, Feeds mit Musikdateien als Podcasts direkt in iTunes einzufügen. Dadurch stehen die Dateien für die Synchronisation mit dem iPod zur Verfügung. Außerdem unterstützt Xcast intelligente Listen, jedoch keine Ordner. Dieser Reader setzt darauf, thematisch ähnlich angesiedelte Feeds in intelligenten Gruppen darzustellen und die eigentliche Feedliste auf Wunsch komplett auszublenden.
Als besonders praktisch hat sich Xcast bei der Säuberung von iTunes herausgestellt. Xcast scannt die iTunes Bibliothek nach bereits gehörten Podcasts und kann diese auf Wunsch direkt in den Papierkorb verschieben. So kann man jeden Monat 1 bis 5 GB Platz geschaffen werden. Leider kommt Xcast mit einigen Feed-Typen derzeit nicht klar. Diese werden direkt rot markiert.

FlockFlock (Freeware) – ist der Web 2.0 Webbrowser. Basierend auf dem preisgekrönten Webbrowser Firefox vereint er eine ganze Reihe von Web 2.0 Diensten:
Lesezeichen können beim Abonnieren direkt an del.icio.us, ein Lesezeichenarchiv, gesendet werden. Dadurch steht quasi ein Backup aller Lesezeichen immer im Netz verfügbar bereit. Um Fotos seinen Freunden zu präsentieren, können diese mit einem eingebauten Uploader an Bilderportale wie Flickr gesendet werden. Eigene und Bilder von Freunden stehen dann am oberen Rand des Browser zur Verfügung und können per Drag&Drop direkt in das eigene Blog gepostet werden. Dazu steht ein Blog-Editor für die gängigen Weblogsysteme zur Verfügung. Außerdem steht ein direkter Zugriff zu Twitter, Myspace, Youtube und Facebook bereit. Ein Albtraum Paradies für Social-Community-Benutzer. Abonnierte Feeds werden in einer großen Liste aufgelistet. Dabei wird auch die Anzahl der neuen Beiträgen gekennzeichnet. In der Liste lassen sich die Feeds in Ordner sortieren. Für Vielleser etwas unpraktisch ist, dass Flock in der Feedliste recht verschwenderisch mit dem Platz umgeht und man nie alle Feeds auf einmal sehen kann. Auch stehen keine intelligenten Listen zur Verfügung. Die einzelnen Beiträge werden grafisch ähnlich wie in Safari aufbereitet. Dabei ist es möglich, die Artikel einspaltig oder in zwei Spalten anzeigen zu lassen. Die Menge des Beitrags lässt sich nur zwischen Headline, Kurzinfo und komplettem Text einstellen. Um Artikel länger zu archivieren können sie mit einem Klick gespeichert werden. Diese Beiträge werden beim Leeren des Cache nicht entfernt. Unter jedem Beitrag findet sich außerdem ein Button, um diesen Beitrag im eigenen Blog zu zitieren. An den Feed angehängte Audio- und Videodateien können direkt im Browser geöffnet werden, sofern die nötigen Codecs installiert sind.

Google Reader (Freeware) – ist im eigentlichen Sinn kein Programm, sondern nur ein Webdienst. Aber es soll auch ein eigenständiges Programm geben, mit dem der Google Reader auch offline genutzt werden kann. Die Feeds werden übersichtlich dargestellt und fett hervorgehoben, wenn neue Artikel bereit stehen. Für die Artikelansicht steht keine eigene Spalte zur Verfügung. Statt dessen öffnet sich direkt über der Artikelliste die Vorschau des Artikels und nach einem Klick auf die Headline wird die eigentliche Webseite aufgerufen. Auf der Startseite werden für jeden Feed die neuesten Artikel mit einem kurzen Auszug des Inhalts angezeigt. Artikel können zur Archivierung gespeichert, mit Sternen gespickt oder mit Tags versehen werden. Besonders empfehlenswerte Artikel können auch wiederum auf einer für Freunde ohne Login einsehbaren Seite angezeigt werden. Interessant ist auch die unter “Trends” zu findende Statistik über die gelesenen und ungelesenen Artikel der letzten Zeit.

Fazit:
Es gibt keinen perfekten RSS-Feed-Reader. Jedes dieser Programme hat seine Vor- und Nachteile und manchmal überwiegt auch einfach das bessere Design, um sich zwischen zweien zu entscheiden. Eines ist hingegen sicher: ohne Feedreader ist die Blogosphäre jedenfalls nicht mehr zu bewältigen.

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{ 12 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Guennersen 9. November 2007

Ausfühlich beschriebene Übersicht, danke.
Und hier die Umfrage dazu: http://www.guennersen.de/2007/05/14/umfrage-rss-reader/

Antworten

musicampus 9. November 2007

Klasse Beitrag!

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Nils 9. November 2007

Sehr schön. Mehr zum Warum, Wieso, Wie und so, gibt es übrigens auch bei mir… ;-)

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tigion 9. November 2007

Danke für die Informationen.

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tigion 9. November 2007

Mich würde interessieren, wieso Shrook ein inoffizieller Nachfolger von Vienna ist und bei Xcast ist ja seit dem Changelog die letzte Änderung 2006 gewesen oder ist die Webseite nicht mehr auf dem aktuellsten Stand? :)

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kahler 9. November 2007

Wieso steht bei Shrook: “Als inoffizieller Nachfolger von Vienna…” Wird Vienna denn nicht mehr weiterentwickelt?

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Enc 9. November 2007

Ja und was für eine Entscheidung hast Du jetzt privat getroffen, Ad? Bleibst du bei NNW oder hast du geswitched?

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ad 9. November 2007

Das ist ein Beitrag von TheMaverik!

Ich bin privat momentan mit Google Reader unterwegs.

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Enc 9. November 2007

Ach, oh. Bin von admartinator.de auf apfelquak.de umgeleitet worden und dachte, dass das immer noch deine höchstprivate Site sei. :) Ich werde mal Vienna antesten. Danke dir für die Antwort und TheMaverik für den netten Artikel. :)

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Christoph 9. November 2007

Nutz eigentlich sonst keiner Mail hier für RSS?

Kann doch auch alles. Ordern, suchen und so…

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TheMaverick 10. November 2007

Apple Mail RSS wurde zur Zeit des Artikelns noch nicht getestet. Das mit Shrook wurde mir gesagt oder ich habe es im Forum gelesen das ein Teil der Vienna Programmierer sich abgespaltet hätten und daraus Shrook geworden ist. Kann diese Aussage aber weder bestätigen noch dementieren. Ist aber doch auch nicht soooo wichtig :)

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ad 10. November 2007

Ach, oh. Bin von admartinator.de auf apfelquak.de umgeleitet worden und dachte, dass das immer noch deine höchstprivate Site sei. :)

Sagen wir es mal so – es ist eine Art WG, bei der ich die Miete zahle. ;)

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