Musikgedächtnis

5. Januar 2007 · 10 Kommentare ·

Heute vielleicht nur peripher Mac-bezogen, aber ich grüble schon seit ein paar Tagen über ein zumindest für mich interessantes Phänomen.

Als ich meine ersten Schallplatten in den 80ern kaufte und mir die ersten CDs Anfang der 90er Jahre leisten konnte, habe ich noch alle Musikträger in- und auswendig gekannt. Jede Scheibe hatte hatte einen Bezug zu einer besonderen Phase in meinem Leben, konnte einem bestimmten Ereignis zugeordnet werden oder war irgendwie wichtig. Vermutlich erging es jedem von Euch auch so oder ähnlich.

Dass sich das Hörverhalten seit der Digitalisierung nicht nur bei mir stark verändert hat und dass das Internet mit Napster, p2p-Netzwerken, iTunes usw. die Ur-Instinkte des Jäger-und Sammlerverhaltens bei den Menschen geweckt haben (“haben ist besser als brauchen”), ist allgemein bekannt.

Beim Ordnen von Musik mit iTunes und auf meinem iPod stellte sich mir nun die Frage, wie viele Musikstücke man im Laufe eines Lebens kennen lernt – im wahrsten Sinne des Wortes. Also so, dass man ein Intro, eine Melodie oder auch Versatzstücke sofort einem Musikstück und/oder Interpreten zuordnen kann. Unabhängig davon, ob es sich um ein Werk aus der E- oder aus der U-Musik handelt. Aus Spaß habe ich einmal angefangen, per Shuffle-Funktion meine Bibliothek auszutesten. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass das Gehirn in diesem Bereich schier Unglaubliches zu vollbringen vermag. Ich habe das Experiment aufgegeben und ich vermute, dass wir in der Lage sind, mehrere 1000 Musikstücke zu identifizieren. Auch scheint der Lernprozess nicht zu enden – so erkannte ich nicht nur die eingangs angesprochenen lieb gewonnenen Titel, sondern auch den unvermeidlichen Cash-Trash, der sich irgendwie den Weg auf meine Festplatte gebahnt hat.

Auch wenn ich diese “wie findet Ihr blaue Papiertonnen”-Fragen ganz übel finde, interessiert es mich, ob Ihr Euch diese Frage auch schon einmal gestellt habt und zu welchen Ergebnissen Ihr kamt.

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Christian 5. Januar 2007

Ein Beitrag und eine Frage, die mich als Musik-Freak sehr interessiert. Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Habe schon sehr früh im Musikarchiv meines Vaters gewühlt (so mit 8 muss meine Musikbegeisterung – also Wissen über Titel, Interpreten, Alben, Veröffentlichungsdaten – angefangen haben).

Und obwohl meine iTunes Bibliothek seit Internet & Co. auch rapide gewachsen ist, kenne ich auch noch die meisten Titel namentlich. Ich vermute, dass die emotionale Bindung an ein Lied stark zu der besseren Erinnerung beiträgt. Auch im restlichen Leben kann man sich an Fakten, Situationen oder Personen viel besser erinnern, wenn man dazu einen besonderen emotionalen Bezug hatte – ob die Emotion positiv oder eher negativ war, ist dabei egal. Das ist meine Theorie.

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Guennersen 5. Januar 2007

Schöner Artikel hier. Neben der Kenntnis zahlreicher Musikstücke kommt (bei vielen?) auch noch hinzu, dass man den Titeln auch noch Ereignisse zuordnen kann (Sommer 84 am Badesee mit der Susanne etc.).

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Rafael 5. Januar 2007

Was lief denn da am Badesee mit der Susanne, dass du dich noch so gut erinnern kannst? ;)

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ad 5. Januar 2007

Ein beliebtes Spiel mit meinen besten Kumpels war immer:
Platte aus dem Regal nehmen (die anderen schauen natürlich weg), Nadel kurz drauf, dann musste jeder erraten, was es ist.

Schöner Artikel, danke Thomas. Vorhin war ich echt schon am überlegen, ob es nicht besser wäre, AQ dicht zu machen. Du hast Steve gerettet! :)

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Joerg 5. Januar 2007

Hallo :-)
Der Artikel und die Kommentare sind mir voll aus der Seele geschrieben. Als “alter” Analogliebhaber sind mir meine Platten neben den unzähligen Mp 3´s und CD´s immer noch lieb und auch teuer. Und ich glaube manchmal das ich, bei explizitem Nachfragen, auch sofort sagen kann ob oder ob nicht im Bestand. Letztlich jedoch verließ mich bei der glaube ich 1001 Lp mein Verstand :-) – daher eine Frage an die verehrte Gemeinschaft der “Apfelfreunde”:
Mit welcher Datenbank oder mit welchem Programm kann ich alle meine Platten, Kasstten, CD´s und Mp 3´s eigentlich mal auf meinem Mac katalogisieren ?
Danke !!

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riesenbaby 5. Januar 2007

“Schöner Artikel, danke Thomas. Vorhin war ich echt schon am überlegen, ob es nicht besser wäre, AQ dicht zu machen. Du hast Steve gerettet! :)

Bitte wiemeinen Ad? Du willst hier nich wirklich die Tore dichtmachen??

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ad 5. Januar 2007

Das Einzige, was mich momentan davon abhält, sind die konstanten Besucher- und Feedleserzahlen. Und solche Beiträge, wie der von Thomas.

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baq 5. Januar 2007

neben den viel grösseren mengen, die da als dj, musikredakteur und webradiomacher auf mch einprasseln war bei diesem thema für mich vor geraumer zeit die frage: wie löse ich den visuellen wiedererkennungswert einer vinylhülle wenn ich nur noch einen dateinamen vor augen habe? kann ich dem auch eine melodie oder einen teil der musik zuordnen, so wie ich es von der hülle gewohnt war?

da bei der elektronischen musik künstler ihr pseudonym sehr oft wechseln und ich deswegen eh nie gross auf den interpreten geachtet hatte, stand ich vor einem grossen problem was ich nur lösen konnte, indem ich die tracks öfter hörte und vor allen dingen intensiver. was ich vorher nicht unbedingt immer tat, da habe ich mich auf die hülle verlassen.

ok, passt nur halb zum thema aber wollte ich mal erwähnt haben. ;o) mein hören wurde durch die digitalisierung trotz der megamengen ziemlich revolutioniert. ich widme den einzelnen tracks mehr aufmerksamkeit.

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ukroell 6. Januar 2007

Anstatt “rumzushufflen” könntest du auch einfach das Music Quiz bei den iPod-Spielen nutzen. ;)
Mach ich auch von Zeit zu Zeit mal und bin auch immer wieder überrascht.

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Sikomat 7. Januar 2007

Ich kann der MP3-Sammelwut mancher nichts abgewinnen. Auf meinem iPod tummeln sich selten mehr als 100 Titel, die überwiegend aus vier bis fünf LPs und ein paar Singles bestehen. Richtig, ich habe LPs geschrieben. Einzeltitel für ein paar Cent machen mich nicht glücklich. Ich stehe auf Vinyl und liebe es, nach dem Schallplattenkauf die knisternde Hülle zu entfernen, die Nadel in die Rille zu setzen und mit dem Cover in der Hand der Musik zu lauschen. Zum Beispiel das Album “Get Born” von Jet, ein Vergnügen erster Klasse: Weisses (!) Vinyl, ein Doppelalbum zum Aufklappen und feine Covergestaltung: DAS nenne ich Hörvergnügen.

Nur zwei Cents in die unermessliche Kaffeekasse. :wink:

Und Ad: Nüscht ist! Hier wird weitergemacht!!! :cool:

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