Ich habe mir ja auf meinem USA-Urlaub das in Deutschland noch nicht erhältliche Nike+iPod-Sport Kit gekauft (passende Schuhe dazu natürlich auch!) und es gestern zunächst bei einem normalen Spaziergang getestet. Zum Laufen hatte ich noch keinen Bock, aber nachdem ich nach wie vor zu klein für mein Gewicht bin, in absehbarer Zeit aber nicht mehr wachsen werde, wird wohl daran auch kein Weg vorbeiführen.
Das Set besteht aus einem Adapter für den nano (Empfänger) und dem Sender, der in die passende Aussparung im linken Schuh kommt. Beide kommunizieren über ein proprietäres WLAN-Protokoll miteinander. Sobald der Adapter angeschlossen ist, gibt es einen weiteren Punkt ‘Nike+iPod’ im Menü (der erhalten bleibt, sobald eine Trainingseinheit gespeichert ist), über den man Einstellungen wie weibliche oder männliche Stimme, Kilometer oder Meilen etc. vornehmen und natürlich auch das passende Trainigsprogramm nach Strecke, Zeit oder Kalorien auswählen kann.
Ich wähle zunächst einmal die Option ‘Synchronisation’ für den Modus Gehen (wie gesagt, Laufen kommt später) und behalte die Voreinstellung von 400m bei. Ich bin schon fast am Ziel, da bremst mich eine rote Ampel aus. Während ich auf grünes Licht warte bricht die Wiedergabe plötzlich ab. Ein Blick auf das Display verrät mir, dass die Synchronisation nicht erfolgreich war, da die gelaufene Strecke nicht der voreingestellten entsprochen hätte. Aha. Hätte ich also doof im Kreis laufen müssen für die letzten 40 Meter…
Beim zweiten Mal klappt es dann und anschließend entscheide ich mich für ein Zeitprogramm. Alle fünf Minuten versorgt mich die Frau, die Apple in das Gerät gesperrt haben muss, damit, wieviel Zeit schon vergangen ist. Dazu fadet die Musik sanft in den Hintergrund. Bei der Hälfte wird mir auch das mitgeteilt und anschließend wird die noch verbleibende Zeit verlautbart, für die letzten fünf Minuten im Minutentakt. Die gute Frau kann leider nur englisch. Die Menüs sind aber lokalisiert. Da dem Kit auch eine deutsche Anleitung beliegt, ist mal davon auszugehen, dass sich das bis zum Verkaufsstart in Deutschland auch nicht ändern wird.
Das Ganze funktioniert in etwa so wie früher, als man sich mechanische Kilometerzähler an den Gürtel gebunden hat, die einem dann, von jedem Ausschlag des Beines initiiert, am Ende mitgeteilt haben, wie weit man gewandert ist. Man muss aber nicht mehr manuell die Zeit mitprotokollieren oder den Kalorienverbrauch ausrechnen. Denn das macht der iPod und teilt einem das am Ende der Trainingseinheit auch mit.
Wieder zu Hause stecke ich den nano ins Dock und werde gefragt, ob ich die Daten mit der Nike+-Homepage synchronisieren will. Vor der Accounterstellung wollen die aber wissen, aus welchem Land ich komme. Die zur Verfügung stehenden Optionen ‘USA’ und ‘Großbritannien’ sind aber nicht so wirklich richtig, aber nachdem ich noch kurz vorher in Amerika war, wähle ich das. Beim Anlegen des Accounts kann man dann aber auch eine deutsche Postadresse hinterlegen.
Dank Flash macht das aber auf meiner Stereoanlage nicht wirklich Sinn, da Nike keinerlei Gedanken an kleinere Auflösungen verschwendet hat. Zumindest ist das Flash-Gezappel auch von der Usability her ganz in Ordnung, da hat man schon schlimmeres erlebt.
Einmal übertragen wird einem das ganze visualisiert dargestellt. Das wahre Potential der Homepage dürfte sich aber erst ausschöpfen lassen, wenn man mehrere Trainingseinheiten übertragen hat. Und wenn es das Kit auch offiziell in Deutschland gibt. Die angebotene Motiviationsmusik kann man im deutschen iTMS nämlich noch nicht kaufen.
Insgesamt ein nettes Gadget für den iPod, das zudem recht günstig ist (wenn man den Preis für die Schuhe nicht mitrechnet). Könnte auf jeden Fall helfen, den inneren Schweinehund öfters zu besiegen und dabei noch in angenehmer Aufmachung über die Trainingsfortschritte informiert zu werden.

{ 6 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }
Ich mach ja schon viel mit und kauf mir oft genug jeden Scheiss – aber das wird eines der Dinge auf die ich gerne verzichte
Ich hab es schon mal in einem vorherigen Posting zum Thema angesprochen und vermisse in diesem ansonsten sehr guten Bericht ein paar Worte zum Schuh.
Gerade bei Laufschuhen ist es wichtig, dass er zu Gewicht des Läufers, Fuss (Pronierer, Supinierer) passt. Hast du darauf auch geachtet? Mal einen Laufbandtest? Nicht, oder?
Direkte Frage, direkte Antwort: Nein.
Aber ich bin erstaunt, auf was man alles achten kann…
Kann?
Muss! Oder willst du dir die Gelenke ruinieren?
Gute Verkäufer beraten einen da von sich aus!
Außerdem, Laufschuhe sollten immer Rückgabegarantie haben in einem Fachgeschäft(!)!
Danke für diesen Beitrag zu Nike+. Ich habe dich in meinem Beitrag als Tipp hinzugefügt:
http://www.runningwilli.com/equipment/der-grosse-praxistest-von-nike-plus/
Würde mich über dein Kommentar bei mir freuen.
Lg
RunningWilli