Startbildschirm mit Tutorial Videos
Seit Kurzem gibt es Capo, eine Software für Musiker, in der neuesten Version (2.0). Ich konnte die Betaphase begleiten und die Entwicklung verfolgen. Ich möchte euch kurz meine Eindrücke schildern.
Oberflächliches
Capo hat eine sehr hübsch anzusehende und intuitive Benutzeroberfläche. Es sieht einfach schick aus.
Das Standard Interface
Wenn man Capo startet, erhält man eine Übersicht über Tutorial Videos, welche einen schnellen Einblick in das Programm liefern (Screenshot ganz oben). Gerade für Nutzer der ersten Version lohnt sich das, hat sich doch die eine oder andere neue Funktion in das Programm geschlichen.
Funktionales
Bereits aus Capo 1 ist bekannt, dass man das ausgewählte Lied direkt aus iTunes in die App ziehen kann. Dort lassen sich dann Tonhöhe und Geschwindigkeit ändern – ohne, dass davon die Wiedergabe verzerrt wird. So lassen sich auch schnelle Passagen langsamer abspielen um die Noten beim Nachspielen zu treffen.
Auch der Equalizer, um männliche oder weibliche Stimmen auszublenden, sowie bestimmte Frequenzbänder zu betonen/zu dimmen, ist weiterhin vorhanden.
Capo mit aktivierten Effekten
Neu ist, dass man Capo dazu nutzen kann, die Akkorde eines Liedes heraus zu finden. Dazu nutzt man einfach einen Button, oder das Tastaturkürzel K. Schon erscheinen am unteren Rand die Akkorde. Diese kann man selbstverständlich manuell bearbeiten, falls sich Capo doch einmal irrt.
Weiterhin ist die eigentlich Darstellung des Songs für Nutzer von Capo eventuell ungewohnt. Ihr seit nämlich in der neuen Version ein Spektrogramm der Noten. Mit diesem Spektrogramm lassen sich die einzelnen Noten des Liedes auswählen, und im unteren Bereich als Tabulatur darstellen. Somit könnt ihr euer Lieblingssolo direkt selbst tabben.
Das Spektrogramm und die Loop Funktion
Um auch für unterschiedliche Instrumente attraktiv zu sein, könnt ihr verschiedene Tunings für die Tabs auswählen. In späteren Version kann man voraussichtlich auch selbst Tunings erstellen und tauschen. Die Unterstützung für konkrete Instrumente (z.B. Klavier) soll ebenfalls ausgebaut werden. Da Chris Liscio die Software jedoch allein entwickelt, kann man schlecht sagen wie lange das dauern wird.
Ausbaubares
Im Selbstversuch habe ich festgestellt, dass es definitiv nicht einfach ist, ein ordentliches Tab zu erstellen. Ihr dürft euch nicht nur, auf Capo verlassen, sondern braucht auch für diese Aufgabe ein relativ geschultes Ohr. Sonst werdet ihr schnell von den Ergebnissen frustriert sein. Es fällt nicht immer leicht, die richtige Position im Spektrogramm zu treffen, und dadurch die richtige Note zu markieren. Gerade, wenn mehr als eine Gitarre vorhanden ist, muss man sehr aufmerksam sein. Der Entwickler Chris Liscio ist sich dieser Tatsache allerdings sehr wohl bewusst. Weil einige der Tester in der Betaversion darauf hingewiesen haben, wurde die Option integriert die Helligkeit des Spektrogramms anzupassen. Das geht über das Menu am oberen Bildschirmrand.
Was mir persönlich noch fehlt, ist eine Art Timer. So wähle ich mir mit der Loop Funktion ein Teil des Songs aus, welchen ich gern spielen möchte. Diesen kann man dann loopen, so dass er immer in der Wiederholungsschleife läuft. Leider muss man derzeit den Anfang des Loops weiter nach vorn legen, als man eigentlich starten möchte. Es gibt nämlich keinen Countdown, bis Capo anfängt den Loop zu spielen. Leider bin ich nicht so schnell, den Loop zu starten, das Plektrum in die Hand zu nehmen, und mitzuspielen. Deshalb lasse ich am Anfang des Loops immer 10-15 Sekunden Luft. Dadurch bin ich allerdings nicht im richtigen Takt… Naja, das lässt sich natürlich korrigieren – ein einfacher Countdown vor dem ersten Abspielen der Schleife würde es allerdings vereinfachen.
Weiterhin gibt es Capo bisher nicht in lokalisierter Form. Sämtliche Oberflächen- u. Menüelemente, sowie Videos, sind in englischer Sprache.
Finales
Abschließend möchte ich sagen, dass ich Capo lieben gelernt habe. Die Genugtuung, ein Lied mit Capo gemeistert zu haben ist schon enorm. Fortgeschrittene Musiker benötigen dafür vermutlich nicht unbedingt eine Software, aber Capo macht soviel Spaß, dass es sicherlich nicht schlechter wird. Gerade die Möglichkeit Songs langsamer abspielen zu lassen hat mir enorm weiter geholfen. Und ein gutes Training fürs Musiker-Ohr ist Capo auf jeden Fall.